Nieuwsgierigheid alla veneziana

Neugier venezianisch

Lydia Mischkulnig

Lydia Mischkulnig

Lydia Mischkulnig (Klagenfurt, 1963) is een Oostenrijkse schrijfster van romans en hoorspelen. Ze studeerde film en muziek aan universiteiten in Graz en Wenen. In 1994 verscheen haar debuutroman Halbes Leben. Haar hoorspelen zijn opgevoerd voor de Oostenrijkse staatsradio. Voor haar werk ontving ze de Bertelsmann Literaturpreis (1996), het Elias Canetti Stipendium (2007) en het Joseph Roth Stipendium voor reisverhalen (2009). In 2014 verschenen haar romans Hollywood im Winter en Vom Gebrauch der Wünsche. Mischkulnig woont en werkt in Wenen.

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Neugier venezianisch

Venezia/Vienna Octobre 2012


Die Stadt schwelgt im Zauber der Liebe. Die Fundamente ruhen auf Pfählen. Sie stecken im Schlamm, sind umspült von der Sole, Salze bilden Kristalle und überwuchern die wertlosen Stämme des abgeholzten Karstes, verdichten den Block zu einem funkelnden Schatz. Auf diesem Glitzer sitzt die Serenissima und ihre Silhouette scheint auf dem Wasser zu schweben. Die Palazzi sind aus Hohlziegel und Ton gebaut, nur wenig Marmor wurde verwendet, da der Stein als zu schwer gilt, Marmorino wurde erfunden, gefälschter Marmor erzeugt, kolorierter Putz gemischt, damit der Leichtigkeit Genüge getan ist. Und trotzdem sinkt die Stadt jährlich um ein paar Millimeter.

Venedig bot Schutz, die Stadt entzog sich den Überfällen. Die Wasserstraßen waren für Pferde zu tief, das Meer der Lagune für Schiffe zu seicht. In Sicherheit blühte die Handelsmetropole. Raub und Gewalt erreichten sie trotzdem, doch einmal entwickeltes Selbstbewusstsein ist nicht beugsam. Weder unter den Habsburgern noch unter Napoleon.

Was bietet die Stadt heute außer Besichtigung, Historie?

 


In der Nähe Rialtos, auf dem Platz des Carlo Goldoni, in der Auslage der Farmacia Morelli leuchten rote Ziffern. Sie geben die aktuelle Einwohnerzahl bekannt, die am 8. September 2012 auf 58.655 geschrumpft ist. Seit 1961 verließen 116.153 Venezianer die Stadt. Der reizende Giacomo, ein Freund aus Wien, empfahl mir ein Buch über die Heilkräfte der Moose in den Mauerritzen des Dogenpalastes. Was macht also die Stadt untragbar?

Lorenzo lebt in Venedig und leitet die Scuola internationale di Grafica in Cannaregio. Er reflektiert über die Abwanderungsmotive. ,Wenn ich über Venedig schreibe, dann über den Fisch?' fragt er und zitiert Tiziano Scarpa, der mit dem Bild des Fisches die zentralen Bezirke des Stadtkörpers einfängt. Mestre und Marghera sind das Venedig mit quellender Industrie.

Ich bin im Bauch des Edel-Fisches. Die sechs Sestieri sind in meinem Tempo rasch erwanderbar. Venedig ist nicht klein, aber auch nicht groß. Auf den täglichen Spaziergängen zeichnet sich nach wenigen Tagen mein Verhaltensmuster ab. Als zöge es mich immer in die gleiche Richtung, lande ich in denselben Gassen, verrannt in den von mir schon ausgetrampelten Pfaden. Das Schreiben ist mein Ariadnefaden, an ihm führe ich mich entlang. Die Stadt ist mir vertraut, aber so heimisch wie diesmal war sie mir noch nie erschienen. Der Blick fällt auf einen Beschwerdeschlitz, die Bocca della Verità, an einem Verwaltungsgebäude auf dem Zattere.

Spazieren gehen, innehalten, die Silhouette der Giudecca einatmen, wie ein Mantra vorsagen, dass es unfassbar schön ist, hier zu sein. Dazu richte ich den Blick auf die Redentore, die Pestkirche. Die Worte sickern durch die Amygdala in das Gehirn, verknüpfen mich mit der bezaubernden Kulisse. Jeder Besucher kommt in Venedig auf seinen persönlichen Genuss.

Die Sonne knallt den ganzen Tag auf den Zattere. Ich warte lüstern auf die monströsen Kreuzschiffe, die vorbeiziehend die Dimensionen Venedigs ins Groteske verzerren. Sie platzen, nein zerreißen, die Nähte der Stadt, Schlachtschiffe geballter Megalomanie, Inbegriff von Deplatziertheit; gerade deshalb faszinierend.

Ihre Bäuche fassen Tausende Passagiere, die, ausgespuckt, auf das Zentrum losstürmen. Die Promenade der Riva degli Schiavoni ist auf der Höhe der Seufzerbrücke verstopft, ein Geburtstrauma wird wach, ist man gezwungen durchzutauchen. ,Venedig, einst reich wegen der Gewürze und des Sklavenhandels,' sagt Lorenzo, ,setzte zu lange Zeit nur auf Tourismus.' Heute bleibt das Geld nicht in der Stadt, weil es die Investoren forttragen. Die Nachhaltigkeit kann nur durch die Leute kommen, die hier arbeiten, wohnen, Steuern zahlen. Wenn die Eingemeindeten abwandern, stimmt etwas nicht.

Im Castello stehen schon Häuser leer, obwohl die Gegend um den Campo Santa Ternità einheimisch belebt wirkt. Kinder, alte Leute, Mütter, Väter, Passanten. Hunde und Tauben. Man plaudert im Stehen. Parkbänke gibt es selten in Venedig. Die Tische und Stühle vor den Pasticcerie werden von Touristen genützt, Italiener pausieren an der Bar. Das offene Seitentor der Kirche San Francesco della Vigna gibt den Blick auf den Eingang zur Sakristei frei. Hinter dem Tresen hängen die prächtig bestickten Festgewänder der Priester an der Garderobe, kostbare Kostüme, wie für Schauspieler herausgeputzt, auftrittsbereit. Geschäfte für Unterwäsche spicken die Gassen. Selten, sehr selten begegnen mir verhüllte Frauen im Tschaddor.

In San Marco mischen sich unter Touristen aus aller Welt Straßenhändler aus Afrika und Asien unter, die ihre Taschen im längst kapitalisierten Schwarzmarkt vertreiben. Venedig bietet Terrain. Wo haben die Straßenhändler ihr Dach überm Kopf?

 


Zwischen der Gasse der Albaner und der Calle delle Rasse, vom slawischen Wort für Planen abstammend, serviert der Kellner noch zur Sperrstunde freundlich das Mineralwasser. Der Altersdurchschnitt der vorbeiziehenden Touristen liegt über vierzig. Die Jugendlichen im Strom stammen aus China oder Japan. Alle Touristen sind gleich. Sie benehmen sich besser oder schlechter. Dennoch gibt es die Kategorie der Vollidioten. Sie tarnen sich als Einheimische, Ortskundige, Ansässige, als kennten sie Venedig, als seien sie es. Sie ignorieren, dass gerade Touristen zu Venedig gehören. Die Venezianer sprechen zum ,Ciao' auch den Vornamen des Gegrüßten aus. Der Tourist bleibt auf seine Anonymität zurückgeworfen. Er würdigt die anderen Touristen keines Blickes, sicheren Schritts eilt er vorbei. Wendet sich nach links, rechts, blindwütig fast und dann, steht er an. Da hinten ist nämlich eine Sackgasse. Er müsste es bereits erkennen, dass er als Tourist dasteht. Fühlt er sich verarscht von der Sackgasse oder ausgelacht, wenn er jetzt umkehrt? Er gibt sich noch nicht geschlagen, als Tourist entlarvt zu sein. Er tut so, als suchte er eine Adresse, dann erst kommt er heraus und biegt um die Ecke.

Woher kommt der Wille zur Abgrenzung? Aus dem Wissen, dass wir bald abreisen, dass unsere Tage gezählt sind?

Touristen sind zahlende Besucher, keine Gäste, sie kommen, gehen und bezahlen. Sie sind Geschäftspartner, sie kaufen Redlichkeit als Vorschuss mit, der vom Gegenüber erst im aktuellen Augenblick gezollt wird. Die Abhängigkeit von Freundlichkeit widerspricht dem Kontrakt zwischen Partnern auf Augenhöhe. Der Tourist sorgt nicht für Nachhaltigkeit. Die Straßenverkäufer schnappen jeden interessierten Blick auf, erfahren und flink, oftmals an Bewegung und Aussehen die Herkunftssprache erkennend, preisen sie die Schwarzware an.

Das Staunen über die Schönheit Venedigs birgt meine Sympathie für Touristen, obwohl ich manchmal in der Schadenfreude schwelge, wenn Schauspiel-Einheimische in die Falle und dem Konsumismus auf den Leim gehen.

 

*


Nach einigen Tagen vermeine ich auf festem Boden das Schwanken zu spüren, als schaukelten die kristallinen Fundamente in den Wellen. Die Vaporetti rammen die Flöße der An- und Ablegestellen. Die Passagiere stellen sich breitbeiniger hin, die Köpfe schaukeln wie Bojen.

Ich setze über nach San Polo und suche den Campiello del Sol abseits des Trampelpfades der Ruga Ravano. Dort entfaltet sich venezianischer Alltag mit Zukunft. Gabriella ist durch Fernsehbeiträge und Kunstprojekte bekannt, berühmt ist sie für ihr Handwerk. Sie fertigt Maßschuhe an, bildet Lehrlinge aus. Seit 13 Jahren lebt sie in San Polo und hat im ebenerdigen Geschäft der Werkstatt ihre Nische gefunden. Die Kapazitäten des Betriebes sind mit der Herstellung von vier Paar Schuhen pro Monat ausgeschöpft. Wer in Venedig lebt, sollte in den obersten Stockwerken wohnen. Im Parterre riecht es stets nach Moder. Man altert schnell in Venedig, die Feuchtigkeit zieht durch Mark und Bein, besonders im Winter. So schön die alten Mauern auch sind, unter dem abblätternden Verputz nistet Schimmel. Die gedeckten Rottöne der umstehenden Häuser sind nur warm für das Auge. Im Sommer ist es zwar heiß unterm Dach, aber das nimmt man in Kauf für die Gesundheit. Ob Gabriella außer Zugereister auch richtige Venezianer kennt? ,Na klar,' den hier, sagt sie, zeigt auf den drei Monate alten Sohn. Giacomo.

Seine Geburt verlief venezianisch. Die Wehen setzten ein, folgten schnell aufeinander und wie kommt man hier rasch ins Spital? Der Vaporetto übervoll mit Touristen, der Weg zu Fuß ausgeschlossen, man ruft die Ambulanz. Das Krankenhaus SS. Giovanni e Paolo im Castello ist zwar von Einsparungen betroffen, bald wird es nur mehr das Krankenhaus in Cannaregio geben, aber im Juni 2012 ist die Geburtenstation noch offen.

Sanitäter holen Gabriella mit einem Karren ab. Sie wird hineingebettet und über Stufen, Brücken, Stege und Gassen gerumpelt. Vorbei an den Bars, wo Bekannte sich einmischen und ,Complimenti' zurufen. Bei der Station am Fischmarkt wartet das Schnellboot. Zwei Stunden später kam Giacomo auf die Welt.

Wie oft er die Geschichte vom Karren und den Complimenti wohl hören wird? Hier ist sie zum ersten Mal für ihn aufgeschrieben.

Im Nachhinein klingt die Geschichte heiter, in Wahrheit muss sie dramatisch gewesen sein. Die Hebamme schützte die werdende Mutter in den Wehen vor zu nahe tretenden Schaulustigen.

Sobald Giacomo laufen kann, wird er in einer privaten Kindergruppe betreut werden. Auf dem Campiello Albrizzi sind die Bewohner gut organisiert, die Kinder versorgt. Im Viertel klappt die Kommunikation wie im Dorf, ohne Enge zu fühlen, sagt Gabriella. Vielleicht gerade, weil sie hier fremd ist, die Schuhwerkstatt und ihre Tüchtigkeit sie unabhängig machen. Die Bauten um den Campiello Albrizzi gehören einem Baron. Er ist Schönberg-Spezialist, liebt die Komplexität und Durchgeistung der Zwölftonmusik. Einer seiner Söhne ist Architekt, nur um für die Renovierung des Familienbesitzes zu sorgen. Der Maggiordomo des Adeligen hat selber Kinder, die in der Kindergruppe aufwachsen. 'Und wenn es anders kommt für Giacomo, wird es auch gut sein,' sagt Gabriella.

Italienisch beherrscht sie und zugleich sichert es die Distanz zum Alltag in Venedig. Trifft man Freunde oder Nachbarn, geht man schnell auf einen Espresso in die Bar. Der kurze Austausch schafft eine tiefere Auseinandersetzung, als der Wink aus dem Auto.

 


In der Eingangshalle des Ospedale SS. Giovanni e Paolo ist der Boden dreifärbig verlegt. Das Würfelmuster täuscht räumliche Erhabenheit vor, als steige man über Klötze, als ginge man eine Treppe hinan oder hinab. Das räumliche Denken erzeugt die Illusion von Tiefe. Ich gerate in die Gänge des Krankenhauses, wo eine vierfärbige Glückskatze den Weg kreuzt. Der Innenhof vor der psychiatrischen Ambulanz ist von Säulenarkaden umgeben. Lorbeerbäume spenden Schatten. Die Katze verschwindet durch eine offene Glastür hinter Containern mit Schmutzwäsche. Auf der Balustrade hockt eine Echse, Tauben picken im Gras. Die Proportionen des Hofes wirken ausgewogen. Italien ist voller Harmonie. Die Maßverhältnisse des goldenen Schnittes liegen der Architektur zugrunde. In der italienischen Renaissance wurden die goldenen Proportionen der griechischen Antike studiert, die Streckenteilung, die von nahezu allen Menschen als harmonisch empfunden wird, auf die Raumproportionen übertragen. Die Phrase einen ,Schnitt machen' heißt, an etwas gut zu verdienen. Korruption zerstört das menschliche Maßverhältnis. Der italienische Staat leidet an der Korruption des undurchsichtigen Beamtenapparates.

Besucher kommen über die verlegten Steinböden unter den Kreuzgewölben daher, treten aus dem Gang zur Pädiatrie. Mit dem Lift gerät man in die Stationen, wo das Krankenhaus erst zum Krankenhaus zu werden scheint; steril, weiß, kalt. Klimaanlagen rauschen, es ist zwar schon September, aber noch heiß. Die Fundamente des Innenhofes tragen eine Wiese und wohin wurzeln die Bäume?

Eilige Schritte. Die Katzen laufen frei herum. Drahtstachel auf den Gesimsen. Im nächsten Trakt liegt am Ende des Ganges die Bootsstation der Ambulanz. Auf halbem Wege dorthin lockt die Cafeteria mit endlos hoher Decke aus schwarzbraunem Holz. Der Espresso wird in Plastikbechern serviert. Patienten, Besucher und Personal stellen sich an der Kasse an, bevor sie mit dem Kassenbon in der Hand an der Bar bedient werden. Im hinteren Raum sitzen zwei Ärztinnen auf blutrot tapezierten Sitzmöbeln, Stethoskop und Espressobecher liegen auf dem Tisch. Unweit der Cafeteria schleichen Patienten mit Plastikbechern zum Labor. Der Putzwagen rollt übers Fliesenparkett. Anklänge von Straßenmusikern dringen herein.

Wer in die psychiatrische Ambulanz will, muss anläuten. Die Glückskatze liegt auf dem Sockel in der Sonne. Eine mit grellrot geschminkten Lippen und in grünen Minirock gekleidete Blondine verlässt die Ambulanz. Auf ihrer Brust baumelt das Täschchen für den iPod, der ihre Musik abspielt. Die weißen Kabel verschlängeln sich im Kragen der Bluse. Die Stöpsel stecken im Ohr. Die Frau geht ihre Runden im Hof, während ein Asiate auf einer Sänfte - oder ist es eine Bahre, gar ein ,Karren', eine Mischung aus Stuhl und Kiste deren hohe Rückenlehne zur Tragbahre gekippt werden kann, mit Rädern und Griffen versehen, der Sitz als Schippe auch verwendbar, je nachdem wo man das Ding angreift – ins Krankenhaus verfrachtet wird. Seine Füße stecken in Schlaufen. Der Sanitäter packt sie an, als wären sie Haltegriffe und zieht den Karren in die Pädiatrie. Die Grün berockte Blondine kehrt zurück, klingelt, wird eingelassen.

 


Eine gute Trattoria zu finden ist leicht und schwierig zugleich. Überfüllte Lokale sind kein Indiz für Qualität. Am besten man orientiert sich an den Kellnern. ,Gibt’s ein Menü?' Der breitgesichtige Typ schlägt mir einen Nudelteller mit Prawns in Currysauce vor. Es ist der teuerste Happen. Weil ich ,NEIN' sage, werde ich ernst genommen. Der Kellner benimmt sich ab nun als vernünftiger Geschäftspartner und schlägt italienische Gerichte vor. Während ich aufs Essen warte, ruft mir eine Greisin zu. Sie verwechselt mich. Ihre Haut ist eingeschrumpelt, nicht mal davor schützt venezianische Feuchtluft, denke ich. Die Altenpflegerin schiebt den Rollstuhl weiter. Woher sie wohl kommt? Ukraine? Auch in Venedig vermitteln Agenturen unterbezahlte Pflegekräfte an Hilfsbedürftige. Die Anerkennung für diese Dienste kommt zu kurz.

Mitmenschlichkeit wird als Selbstverständlichkeit erwartet und erst gar nicht entlohnt. Wie sich diesem Teufelskreis entziehen? Lieber vor die Hunde gehen als ausbeuten lassen?

 

*


Die Via Garibaldi ist breit, schlägt eine gerade Bahn von der Riva degli Schiavoni ins Arsenale. Bars, kleine Geschäfte, Fleischhauer, Gemüseboote säumen die in einen Kanal mündende Straße. Die Cappuccini sind mit festem Milchschaum versetzt, üppig wie Pralinen. Ich wiederhole mein Mantra, die Schönheit der belebten Straße, sogar trotz des faschistischen Sozialbaus die heutige Lebensweise der Venezianer preisend. Ich notiere den Aufruf zur Demonstration der kleinen Fische gegen große Boote. Plötzlich blendet mich ein Lichtfunken. Was war das? Vielleicht nur eine Idee, um eine venezianische Geschichte in Schwung zu bringen. Die Lamellen der Holzläden im ersten Stock gegenüber klappen auf. Wer steckt hinter den breiten Längsschlitzen? Nur der Hauch einer Anwesenheit ist zu spüren. Ein Husten zu hören.

Rauch? Sicher, dort oben hockt wer, beobachtet mich. Wieso bin ich mir so sicher, dass es ein Mann ist? Und wieso ist er alt? Der Husten, die alte Kehle. Bartstoppel, Morgenmantel, das Hocken auf seinem venezianischen Beobachtungsposten. So viel Abwechslung wie das Café kann ihm kaum eine Bühne bieten. Ich fotografiere sein Fenster, verändere die Brennweite, rücke, gleite näher, hole ihn ran. Egal wann ich auf meinen Streifzügen hierher komme, er ist auch da, immer das gleiche Bild.

Doch dann, nach dem Unwetter, das den Herbst brachte, bleibt es geschlossen, auch als es wieder wärmer wird, für den Rest meines Aufenthaltes.

Die Einwohnerzahl in der Farmacia am Platz mit der Statue des Carlo Goldoni bei der Rialtobrücke hat sich nicht verringert. Dennoch halt ich hin und wieder Nachschau.

Wie geht es den Chinesen unter den Venezianern? Die Ledergeschäfte sind aufgekauft. Wie fair wurden sie ergattert? 2000 Migranten aus China leben bereits in der Stadt. Die jungen Verkäufer beherrschen Italienisch so gut, dass sie dem Touristen das Italiengefühl bereiten. Venedig war immer ein Melting Pot für Händler. Die Billigware nervt nur wegen der miesen Qualität, des schlechten Geschmacks und der ausbeuterischen Produktionsbedingungen. Lederprodukte italienischer Provenienz werden extra als italienisch ausgewiesen.

Im Schaufenster neben einem überteuerten Restaurant wird von ganz anderer Herkunft der Kleider berichtet. Sie stammen aus dem Frauengefängnis auf der Giudecca. Verbrecherinnen werden zu Schneiderinnen ausgebildet, damit sie Mode nach den Entwürfen freier Stylisten nähen. Die Initiative wurde vor zehn Jahren gestartet. Ich schickte dem Präsidenten dieser Organisation mehrere Emails, aber er antwortete bis heute nicht. Schließlich fragte ich im Geschäft, weswegen die Frauen im Gefängnis auf der Giudecca einsitzen? Venedig kann sehr kalt sein, titelte Patricia Highsmith, als sie ihren Rachekrimi in die venezianische Kulisse setzte.

Die Stichwörter ,carceri' und ,piombo del tetto' fallen. Die blasse Verkäuferin versteht schon. Sie stammt aus Padua, lebt im Castello. Eine Wette brachte sie dazu, die Gefängnismode zu vertreiben. Der güldene Brokatmantel in der Auslage ist das Werkstück einer Gefangenen, soll helfen Frauenstolz zu flicken. Die Schneiderlehre ermöglicht sinnvollen Zeitvertreib, Resozialisierung, sogar Zukunft für lebenslänglich Inhaftierte, sie könnten auch Modeschöpfer werden.

Die Initiative unterhält zur Schneiderei auch eine Wäscherei und einen Catering-Service. Im Gefängnisgarten werden Früchte und Gemüse gezogen, eingekocht und mittwochs verkauft. Aus den Kräutern und Blumen stellen die Gefangenen Seifen her. Hotels weisen sich als Unterstützer dieser Aktionen aus und die Seifen liegen in den Bädern der Gästezimmer. So wäscht eine Hand die andere, schäumend stellt sich die Win-Win-Situation her.

 


Die Giudecca ist nicht sehr bevölkert am frühen Morgen nach dem großen Unwetter. Der Wind pfeift an der Fondamenta delle Convertite. Tische, Bänke verwittern. Baldachine hängen schief. Die vergitterten Fenster strukturieren die glatte Fassade des langgezogenen ehemaligen Klosters. Dahinter sitzen die Näherinnen. Für einen stolzen Preis gibt es jedenfalls güldene Brokatmäntel. Eleganz ist Zurückhaltung, eine Besinnung auf den Faden, den Schuss, den Ton, die Hervorbringung des Möglichen, die Nachhaltigkeit. Fortuny Stoffe sind Sammlerstücke, sie fließen sogar eingespannt im Rahmen, dagegen ist die Gefängnismode erschwinglich.

 


Gabriella hatte ein ähnliches Projekt unterhalten, sie ließ im Männergefängnis Kinderschuhe herstellen. Die männlichen Gefangenen verbringen aber nur die Untersuchungshaft in Venedig, danach müssen sie ihre Strafe woanders absitzen. Für eine Ausbildung zum Schuster reicht die Zeit in Venedig nicht.

Casanovas Haft in den Gefängnissen des Dogenpalastes dauerte 15 Monate. Seine Flucht wurde geplant, Personal bestochen. Die Flucht durch das Bleidach ist Fiktion, von ihm literarisch inszeniert. Warum er inhaftiert wurde, ist nicht klar, er war in Lyon den Freimaurern beigetreten und die Staatsinquisition Venedigs wurde auf ihn aufmerksam. Verschwendung und Schulden. Er wusste sich zu befreien und die Memoiren zu trimmen.

Die Vorstellung, dass Kinderschänder Kinderschuhe fabrizieren – Kindersärge nannte man früher Männerschuhe ab Größe 48. Nein, so morbid ist Venedig nicht, dass man jetzt an Verbrecher, Tod und Trauer denken muss.

Die Stadt ist oberirdisch und etwa 300.000 Herzen schlagen hier Nacht für Nacht in den Betten. Der letzte Mord hat sich vor Jahrzehnten ereignet.

 


Villen, Parks, Gärten, Luxushotels, Grundstücke, Platz für Spekulation mit krimineller Energie, als wäre man am Wörthersee meiner Jugend. Der Lido ist reich. Ein Kreuzschiff nimmt Kurs auf das offene Meer, der Bus fährt parallel dazu auf der Küstenstraße mit. Wir biegen ab, queren die Insel, und am Horizont umschifft die alles überragende Kommandobrücke des Giganten den Lido, um ins adriatische Meer an Knoten zulegend langsam aus dem Blickfeld zu entweichen.

Die Straße führt am Ospedale al Mare entlang. Die Fensterscheiben der eingezäunten Pavillons sind eingeschlagen, Tore aufgebrochen, medizinische Apparaturen, Einrichtungen und Geräte von Vandalen ausgeschlachtet und zertrümmert. Das Krankenhaus wurde erst 2002 geschlossen. Auf Fotos aus den dreißiger Jahren des alten Jahrhunderts sind Patienten und Personal in Reih und Glied entsprechend faschistischer Massen-Ästhetik inszeniert. Kinder sitzen unter den Arkaden an einer meterlangen Tafel, flankiert von ordnungshütenden Krankenschwestern. Alle blicken auf den einen Punkt, das Objektiv des Fotografen, der hier zum Meister des Augenblicks erhoben ist. Auch die leeren Betten stehen in Reih und Glied wie Soldaten bei der Parade im sonnendurchfluteten Saal. Der Ausblick auf das Meer bringt den Anflug von Leichtigkeit in die Räume, es glitzert hell durch die geöffneten Türen und Fenster.

Ich stehe vor versperrtem Tor. Die Ruine des Ospedales ist seit ein paar Tagen abgeriegelt. Unkraut wuchert, Metallgestänge, Glas, herausgerissene Fensterflügel, alte Rechner verrotten auf dem asphaltierten Weg zwischen den Pavillons. Der Strand liegt nur einen Steinwurf weit entfernt. Unterwegs weist ein Schild ins Gestrüpp.

Ich lande auf einem Vorhof. In seiner Mitte schichten sich Rollstühle, Bettengestelle, Duschständer, Infusionshalter zu einer Skulptur auf.

Das Ospedale wurde aus Spendengeldern erbaut und gehört somit der venezianischen Sozietät, wird mir später Carlo Citron erklären. Er engagiert sich seit einem Jahr für die Rettung des Teatro Marinoni, das im Ospedale seinen Sitz hat. Carlo unterstützt die Hausbesetzer und organisiert Workshops, Konzerte und eine Internationale Kunstausstellung. Ein kreisrunder Podest liegt im Garten vor dem Eingang zum Theater. Rostige Stühle, verzogenes Mobiliar, improvisierte Insignien der momentanen Abwesenheit. Dann erscheint das Haupt eines Mannes im Fenster, über die Videoausspiegelung seiner Kamera gebeugt.

 


Das Marinoni war das Herz des Spitals. Ein Theater, um Geist und Körper der Patienten zusammenzuhalten. Auf der Decke prangt noch unangetastet das Fresko von Cherubini. Zumindest wird angenommen, dass es von Cherubini sei. Das Portal auf der erhöhten Bühne erstrahlt in der Sonne. Ein gepolsterter Stuhl leuchtet rot auf den Brettern. Der Publikumsraum bietet Platz für mindestens 300 Gäste, der Balkon für Technik und Licht. 2000 Leute arbeiteten einst im Ospedale. Daniele Frison ist Dokumentarfilmer. Er dokumentiert das Geschehen rund um die Initiative zur Rettung des öffentlichen Gutes. Die Gruppe besteht im Kern aus 20 Aktivisten. In den letzten Tagen fanden Spektakel statt und Partizipanten schliefen auf dem Balkon des Theaters, unter den Freschi des Harlekins und der Clowns, der trompetenden Engel und des bauschenden Himmelsgewölks, um die Lichtanlage zu bewachen. Das Theater brennt vor Schönheit im Licht der untergehenden Sonne, mit dem Vorhang aus rotem Samt strotzt der Raum vor Kraft.

Daniele führt mich durch die Räume in den oberen Stockwerken. Installationen sind ausgestellt. Kleine und große Kunstwerke neben bedeutenden und unbedeutenden. Drei verrostete Rollstühle gruppieren die Abwesenheit ihrer ehemaligen Benützer vor der kahlen Wand, auf der ein riesenhaftes Flügelpaar als graublauer Schatten erscheint. ,Ehemalige Mitarbeiter, Aktivisten, Patienten kommen im Dokumentarfilm zu Wort,' sagt Daniele, ,um den Geist Venedigs zu fassen, die Auseinandersetzung, die die Stadt in ihrem Innersten zusammenhält.' In der Kammer, wo früher die Röntgenaufnahmen entwickelt wurden, tapezieren nun die Bilder von Knochen, Gelenken, Schädeln und Innereien die Wände und Fenster.

Am Kiosk vor dem Haupteingang zum Ospedale treffen wir Carlo Citron. Er arbeitet als Kindergärtner, ist politisch aktiv.

Bescheiden bezeichnet er sich als Hausmeister des Festival impossibile das nun ,possibile' geworden ist. Er legt Hand an und repariert im Theater die schlimmsten Schäden. Die Verwicklungen von Finanziaria Immobiliare mit dem Consorzio Venezia Nuova, dem Magistrato alle Acque bedingen die Spekulationen zu dunklen Geschäften um das Grand Hôtel des Bains. Das Excelsior gehört bereits der dubiosen Investorgesellschaft Real Venice 2. In Wahrheit findet ein Ausverkauf venezianischen Gutes statt, wird befürchtet. Mit den Palazzi sei es nicht so leicht, erfolgreich zu spekulieren, sie stehen auf beschränkten Fundamenten und definieren sich durch sich selbst, doch hier auf dem Lido ist jeder Quadratmeter flexibel nutzbar.

Carlo betont sein Engagement für ein neues Venedig. ,Meine Verantwortung, die ich übernehme, um das Theater zu retten, erlaubt mir nur einen kleinen Aktionsradius, aber den fülle ich aus,' sagt er. Er demonstriert augenzwinkernd seine Stärke, spannt den Bizeps an. Angeblich ist das Theater unter Denkmalschutz, aber was heißt das schon. Wenn es verkauft wird, kann es trotzdem vernichtet werden. Einem Brand zum Opfer fallen? Dann ließen sich ungehindert Apartments bauen. Selbst wenn der Deal schon über die Bühne gegangen sein soll, so hoffen die Aktivisten auf ein Umdenken.

Plötzlich wird der Blick scharf und stechend. Ein junger Mann auf dem Fahrrad nähert sich. ,Der Kerl hat mir die Reifen meines Autos aufgeschlitzt,' sagt Carlo. Als der Bursche an uns vorbeifährt, ruft er ihm nach, dass er wisse, wer er sei. Über 400 Euro kostet eine Reifenreparatur. ,Die korrupte Politik kapitalisiert die Werte, die wir hier haben, raubt, nur wegen der Gier. Theater sind heilig,' sagt er. Hier wird nicht der Aufstand geprobt, sondern aufgeführt. Das Festival Internazionale della Cultura e della Salute ist verwirklicht und ein Erfolg des Durchhaltens. Die Ansprüche, das Gelände in Werkstätten für internationale Künstler umzuwandeln, anstatt zu verwüsten und in leer stehende Apartments umzumünzen, bleiben erhoben. Aus dem Ospedale soll einmal eine Cittadella internazionale della cultura e della salute entstehen.

 


In der Nähe des Fenices findet sich weiterer Ausdruck venezianischer Nachhaltigkeit. Masken, die nichts mit der San Marco überschwemmenden Massenware zu tun haben. Carlo Setti, einer der drei noch wirklichen Maskenmeister, hat schon das expressive Gesicht einer Maske und das ist kein Wunder, denn seine Werkstücke basieren auf seinem Mienenspiel. Das Gesicht dient der Beobachtung und Prüfung von Stimmungen, Gefühlen, die er dann in statischen Ausdruck verwandelt. Die Halb- und Ganzmasken aus Leder werden bemalt, gefärbt oder einfach nur Natur belassen. Sie liegen in der Auslage an der Frezzeria. Carlos Geschäft ist Werkstatt und Ausstellungsraum. Jeder Winkel ist angeräumt mit Papier, Leder, Werkzeug, Modellen. Seine Stücke sind beliebt bei Schauspielern und Sammlern, die nach Venedig kommen, um ihn zu treffen. Er selbst, so sagt er, fährt nirgends hin. Höchstens nach Marghera. Dort wohnt er und pendelt. 40 Minuten Fahrt pro Richtung. Ich setze eine Maske auf, belebe die Augenausschnitte mit meinem Blick und schau mir fremd vertraut aus dem Spiegel entgegen. Die Stücke werden aus Rindsleder gefertigt. Carlo schreibt in einer E-mail, dass das Leder mit Tannin gegerbt sein muss, um es gut verarbeiten zu können. Tannin findet sich in Pflanzen und Rinden. Der natürliche Gerbstoff verhindert die Zersetzung der Tierhaut und macht sie gut formbar. Jede Maske ist für den Meister ein Experiment. Carlos Arbeitsweise ist dem Lustprinzip gewidmet und nicht dem Lebenstempo der Kitschindustrie unterworfen. Er lässt seine Stücke liegen, wenn sie ihm nichts mehr sagen. Er wartet, bis der Geist wieder Anker setzt, die Kreativität anspringt. Dann erzeugt Assoziation Lust aufs Weitermachen. Er arbeitet jeden Tag. Das Handwerk hat er aus Büchern gelernt. In seiner Jugend spielte er Theater, musizierte und performierte im Teatro Stabile und im Cabaret Instabile. Die Liebe lockte ihn nach Venedig, wo er für ein feministisches Agitprop-Theater in den 70ern arbeitete.

Unvorstellbar, meint er, wie sehr sich Venedig verändert habe. Viele Osterien und alte Leute spielten Karten darin. Der Massentourismus hat aus San Marco eine Gelato-Snack-Bude gemacht. Anstatt das Leben zu genießen, werden jetzt Leute hereingepfercht, in der irrigen Annahme mehr zu verdienen.

Seine Liebe zu Venedig blitzt auf, wenn er von seiner ersten Wohnung auf der Giudecca spricht, sich an die Schönheit der Stadtsilhouette erinnert, Morgenblick von damals, frisch verliebt. Der kleine Laden bleibt sein Reich.

Welche Maske passt zu mir? Ich wähle eine Ganzmaske, mit Mund und Kinn. Der Körper, jetzt, wo das gewohnte Gesicht verdeckt ist, tritt in Erscheinung und wirkt riesengroß, war mir noch nie so präsent aufgefallen. Die gewonnene Distanz eröffnet neuen Spielraum, den vermutlich Schauspieler nützen, um sich zu inszenieren. Die österreichische Sissi trug gern Masken, während des Schlafes. Sie tapezierte sie mit rohem Kalbfleisch und fixierte die Masse mit der Maske auf dem Gesicht. Sissi fütterte ihren Teint mit dem Fleisch, das Colagen sollte das Altern aufhalten.

Wie kommt Carlo zu den Inspirationen? ,Einfälle für Ausdrücke fallen einem zu, meist trifft man sie im Widerspruch zu sich selbst. Wenn jemand lacht, aber traurig ist, dann zeigt sich der Bruch in der Halbmaske. Traurigkeit befreien, um Heiterkeit aufsteigen zu lassen, wäre das Rezept für Glück. Das ist nichts Neues,' sagt Carlo.

 


San Pietro di Castello ist der einzige Stadtteil Venedigs, wo es richtige Wiese gibt. Bis zur Zona Militare drang ich vor. Hinter der Mauer lag ein Sportplatz, Schüler spielten Fuβball. Die Zona Militare ist abgeriegelt. Ödnis und Verlassenheit. Eine Mülltonne. Eine Obdachlose kramt darin herum. Sie hat einen Buckel. Sie stapelt Papier. Tauben picken Brot und Essensreste aus der Mülltonne. Katzen sitzen im gurrenden Meer und starren mich an. Die Absurdität des Elends in der venezianischen Pracht, den abgelegenen Winkel zum hochfliegenden Fuβball hinter der Mauer und den Anfeuerungsrufen der Fuβballer, will ich festhalten. Noch ehe ich ein Foto schießen kann, entdeckt mich die Obdachlose und vertreibt mich mit ihrem Gebrülle.

Ich trete über den eisernen Laufsteg entlang dem Arsenale und der Fondamenta Nuove den Rückzug an. Die Vaporetti gröhlen und mischen das Meer auf, wenden sich Richtung San Michele, Sant’Erasmo. Die Masten der Jachten tönen wie Klanghölzer, wenn der Wind durch die Marina fährt.

 


,Größtes Problem für heutige Venezianer stellt das öffentliche Transportsystem dar,' erklärt Lorenzo. Er kocht für mich. Die Tomatenfilets sind klein geschnitten und der elegante zarte Hauch von Süße hebt sich, sobald sie in der Pfanne schmurgeln. Er wohnt im obersten Stock seines Hauses auf dem Campo San Maurizio.

Die Vaporetti sind zu langsam. Die Taxiunternehmen sind in privater Hand unter den Fittichen einer mächtigen lokalen Vereinigung, noch dazu geschützt durch mangelnde Regulierungen der Stadtregierung. Die Preise sind lächerlich hoch, nur Touristengruppen zuteilbar. Die Taxis dürfen zwar alle Service-Stellen, Parkplätze, Häfen, Lagerplätze benützen, verkehrsfreie Zonen befahren und trotzdem bezahlen die Betreiber nur geringe Steuern. Die Vergünstigungen scheinen für die Leistungen der Stadt unzulässig niedrig. Schwarzgeld wird eingestreift, was zu vermuten ist. Das Gesetz begünstigt diesen Zustand. Vom Castello zur Piazzale Roma geht man zu Fuß eine Stunde, mit dem Vaporetto dauert es ebenso lang. Einwohner wie Touristen sind gezwungen den Vaporetto zu nehmen, weil es kein ,reales', also gut funktionierendes Taxi-System gibt. Deshalb sind die Fährboote ständig überfüllt und für Einwohner untragbar. Neue Verkehrskonzepte werden durch Interessen der Lobbyisten blockiert. ,Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht 1912,' sagt Lorenzo. Das führt dazu, dass auf dem Festland arbeitende Venezianer abwandern. Das Leben auf Sant’ Elena ist wie das Leben in tiefster Provinz. Wir können London mit Brüssel vertunneln, wieso nicht Mestre mit Sant’ Elena? Eine Ring-U-Bahn würde das Leben in der autolosen Stadt erhalten und Venedig vor Musealisierung bewahren.

Lorenzos Institut für Druckgrafik beherbergt Studenten aus allen Teilen der Welt. Sie arbeiten in Venedig über Venedig, bedienen die Pressen, lernen die Techniken. Radierung, Stich und Lithografie. ,Wie kommt es, dass es in Venedig nur eine internationale Schule für Druckgrafik gibt?' fragt er. Zeichnungen können die Zwischenwelten, zwischen Erscheinung und Erfindung von Wirklichkeit zum Schwingen bringen.

Doch die Umstände für die Ansässigen müssen angepasst sein an die Bedingungen unserer Zeit. Fortschrittlichkeit würde den Mythos vom romantischen Venedig nicht zerstören, aber für seine echten Bewohner entkitschen.

 


In allen Leseräumen der Querini Stampalia knarrt der Parkettboden unter den Füßen, die Entlehnstelle liegt im hintersten Trakt. Mein Pass ist der Einsatz für die Einsicht in Giacomo Casanovas Handschrift. Hefte sind in einer Mappe gebunden, wo die Briefe stecken. Casanova schrieb an Andrea Querini zwei Briefe. Die Schrift ist im ausgeglichenen Tempo mit unverbundenen Buchstaben stark aufgesetzt, teigiger und feiner Strich wechseln sich ab. Bögen sind geöffnet, Buchstaben rund und mager geformt, unregelmäßig zu Girlanden gefügt. Die i-Punkte hoch gesetzt. Ober- und Unterlängen schlagen aus, die Schriftgröße wirkt insgesamt normal mit einer Neigung nach rechts. Die Anfangsbuchstaben sind fast bei jedem Nomen stark betont. Der Abstand zwischen den Zeilen wirkt auffallend groß. Der Text ist blockartig, nach unten hin drängend platziert. Ich sitze in einer Kammer und die Briefe aus dem Jahre 1789 knistern nicht, sie klirren zwischen den Fingern. Das Papier ist kaum vergilbt, dünn und hart, als wäre es aus Glas. Schande über den Barbaren, der einen der Casanova-Briefe an Querini versehrt hat!

Der Frevler klaute die Unterschrift des notorischen Frauenhelden, riss sie aus dem Papier, und nun klafft das Loch an der Unterkante des Bogens. Auf dem Papier sind noch die Ausläufer der schwingenden Anfangsbuchstaben Giacomo Casanovas zu erkennen. Der Barbar hatte nicht einmal ein scharfes Auge bei seiner Untat. Die Spitzen der Unter- und Oberlängen blieben auf der Seite. Die Schrift ist kastriert sozusagen.

Der zweite Brief ist unversehrt, die Signatur klein, bescheiden fast. Casanova inszeniert den Adressaten Querini in der Titelzeile mit prominenter Anrede, lässt Raum und Abstand, bevor er loslegt und seine Entschuldigung, nicht über genügend Informationen zu verfügen, niederlegt. Unbeobachtet wage ich über das Papier zu streichen. Querini war Botschafter in Paris gewesen, ein mächtiger Mann und Casanova angeblich Spion. Er schreibt weiter über den Papst, Nepotismus, Schulden, zeichnet in ehrerbietiger Devotheit und Überschwang.

 


Mit einem zeitgenössischen Giacomo auf Recherche zieht sich der Himmel zu. Wie lange wird das Wetter halten? Sant’Erasmo ist flach, rural, ein beliebtes Ausflugsziel, Gemüseinsel. Wir sind die einzigen Radfahrer mitten unter der Woche. Die Einfamilienhäuser rechts am Wege, Felder, Gärten, und direkt vor uns, zum Meer hin, fällt ein turmartiges, dreistöckiges Haus auf. Später erfahren wir, dass die Immobilie zu einem Spottpreis an einen römischen Beamten versteigert worden sei. Die Sache lief geheim ab, ein abgekartetes Spiel, niemand der Ansässigen hatte etwas von der Versteigerung gewusst. Vor 20 Jahren kostete allein die Lizenz für das Verkaufen von Taubenfutter 60.000 Euro in San Marco. Und das Haus nebenan ist nur einen Spottpreis wert? Betrug und Schwarzgeld. Entwertung Venedigs. Taubenfutterverkäufer wurden steinreich, und natürlich hatten sie keine Steuern bezahlt.

Das Haus dort, siehst du es, das da hinten am Meer steht? Es gehört einem Gondoliere. Das Haus verdient er sich mit einem Ruder? Und wieso ist ihm erlaubt so knapp am Wasser zu bauen, das ist in Italien gesetzlich verboten.

Giacomo ist ein ehrlicher Mann, der seine Frau niemals verlassen würde, aber betrügen jederzeit. Der Wirt setzt sich zu uns. Seine Frau ist aus Osteuropa. ,Überhaupt sind die Leute aus dem Osten ambitioniertere Mitarbeiter als die Italiener,' sagt er.

Auf der Insel zu wohnen, sei nicht das Lebensglück, er wolle weg. Die Mosquitos nerven ihn und in der Tat, selbst im Auto, mit dem er uns schließlich zur Station bringt, erschlagen wir mehrere Exemplare. Vorbei an San Michele, dem Fährmann aus Bronze, der Barke zum Totenreich, hin zur Fondamenta Nuove. Wir gondeln durch Cannaregio, besuchen das Ghetto, San Polo Geschäfte mit Souvenirs. Abschied auf dem Platz der Santa Margherita im Caffè Rosso. Dann bring ich Giacomo zum Zattere.

Neugier und Zurückhaltung alla veneziana bewahren vor dem Gefühl von der Touristenhochburg verschluckt zu werden. Eleganz und Grazie fordern stadtplanerische Vernunft, globale Solidarität, politische Redlichkeit. Weltbürger sind Kapitäne, die kein Schiff haben, aber volle Verantwortung für den Ort, den sie gerade beleben.

 

 


Dank an: Gabriele Gmeiner, (Schuhmachermeisterin) Giacomo (Kind), Lorenzo del Castro (Leiter der Scuola internazionale di Grafica), Daniele Frison (Dokumentarfilmer), Carlo Citron (Kindergärtner), Carlo Setti (Maskenmeister) Giancarlo (Tänzer), Corto Maltese (Hugo Pratt) u.a.


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Curiosità alla veneziana

Venezia/Vienna, ottobre 2012


La città si crogiola nell’incantesimo dell’amore. Le sue fondamenta poggiano su pali infilati nel fango, lambiti dall’acqua salmastra: il sale forma cristalli che, dopo aver colonizzato i tronchi senza valore del Carso disboscato, ne addensano la massa fino a farne un tesoro scintillante. Su questo scintillio posa la Serenissima, il cui profilo sembra librarsi sull’acqua. I palazzi furono costruiti con mattoni cavi e argilla: si fece uso solo di poco marmo, perché la pietra era considerata troppo pesante. Nacque così il marmorino, una falsificazione del marmo: si mescolò intonaco colorato per soddisfare esigenze di leggerezza. Eppure la città sprofonda, un paio di millimetri all’anno.

Venezia offriva protezione, la città si sottraeva alle aggressioni. Le vie d’acqua erano troppo profonde per i cavalli, la laguna troppo bassa per le navi. In questa sicurezza fiorì la metropoli del commercio. La raggiunsero comunque rapina e violenza, ma l’orgoglio, una volta cresciuto, non cede più: né sotto gli Asburgo, né sotto Napoleone.

Che cosa offre la città oggi, a parte turismo e storia?


Vicino a Rialto, nella piazza dedicata a Carlo Goldoni, dalle vetrine della Farmacia Morelli ammiccano le cifre rosse di un contatore. Indicano il numero aggiornato degli abitanti della città, che l’8 settembre 2012 è sceso a 58.655. Dal 1961 se ne sono andati 116.153 veneziani. Il caro Giacomo, un amico di Vienna, mi ha consigliato un libro sulle forze curative dei muschi che crescono nelle crepe delle mura a Palazzo Ducale. Ma allora, che cosa rende insostenibile la città?
Lorenzo vive a Venezia e dirige la Scuola Internazionale di Grafica a Cannaregio. Riflette sui motivi dell’emigrazione. Quando scrivi di Venezia, è del pesce che scrivi?, mi domanda citando Tiziano Scarpa, che con l’immagine del pesce definisce i quartieri centrali del corpo cittadino. Mestre e Marghera sono la Venezia che si gonfia d’industria.

Ecco, mi trovo nel ventre del “pesce” di lusso. Al mio passo i sei sestieri sono percorribili in breve tempo. Venezia non è piccola, ma neanche grande. Dopo pochi giorni di passeggiate diventa riconoscibile il mio schema di comportamento: come se qualcosa mi attirasse sempre nella stessa direzione, finisco costantemente negli stessi vicoli, perdendomi su tracce già percorse. La scrittura è il mio filo di Arianna, mi muovo lungo il suo tracciato. La città mi è familiare, ma mai mi era apparsa così mia come questa volta. Lo sguardo cade su una stretta apertura per il recapito di lamentele, la Bocca della Verità, sulle pareti di un edificio amministrativo alle Zattere.

Camminare, fermarsi, respirare il profilo della Giudecca, ripetere come in un mantra che è incredibilmente bello essere qui: e volgo lo sguardo al Redentore, la chiesa della peste. Le parole stillano attraverso l’amigdala, raggiungono il cervello, mi connettono con l’incantevole scenografia. A Venezia ogni visitatore trova quel che fa per lui.

Il sole batte tutto il giorno sulle Zattere. Avida, aspetto le mostruose navi da crociera, che passando deformano fino al grottesco le dimensioni di Venezia. Fanno esplodere, o meglio strappano le suture della città: navi da guerra cariche di megalomania, quintessenza d’inopportunità, e proprio per questo affascinanti.

I loro ventri contengono migliaia di passeggeri che, una volta vomitati fuori, si avventano sul centro della città. All’altezza del Ponte dei Sospiri, il lungomare di Riva degli Schiavoni è intasato: si risveglia il trauma della nascita, non resta che immergersi nella massa. Venezia, un tempo ricca grazie alle spezie e al commercio degli schiavi, dice Lorenzo, per troppo tempo ha puntato solo sul turismo. Oggi il denaro non resta in città, perché gli investitori lo portano via. Uno sviluppo sostenibile può avvenire solo grazie alle persone che qui lavorano, abitano, pagano le tasse. Se emigrano i residenti, c’è qualcosa che non va.

A Castello ci sono già case vuote, nonostante la zona intorno a Campo Santa Ternità dia l’impressione di essere ancora viva, abitata da gente di qui. Bambini, anziani, mamme, papà, passanti. Cani e piccioni. Si chiacchiera in piedi. Le panchine sono rare a Venezia. I tavoli e le sedie di fronte alle pasticcerie sono a uso e consumo dei turisti, gli italiani per la loro pausa scelgono il banco del bar. Alla Chiesa di San Francesco della Vigna, dalla porta laterale aperta si può gettare uno sguardo sull’ingresso della sagrestia. Dietro al bancone sono appesi al guardaroba i paramenti festivi splendidamente ricamati dei preti, preziosi costumi che sembrano adornati per attori pronti a entrare in scena. I vicoli sono costellati di negozi di biancheria intima. Raramente, molto raramente, m’imbatto in donne velate con lo chador.

A San Marco, tra i turisti di tutto il mondo si mescolano venditori ambulanti di origine africana e asiatica che offrono le loro borse sul mercato nero, ormai da tempo capitalizzato. Venezia è una buona piazza. Dove avranno un tetto sulla testa, gli ambulanti?


Tra vicolo degli Albanesi e calle delle Rasse, toponimo derivante da un termine slavo che significa “teloni”, già in orario di chiusura il cameriere serve cortesemente l’acqua minerale. L’età media dei turisti di passaggio è sopra i quaranta. I giovani immersi nel flusso dei turisti sono cinesi o giapponesi. Tutti i turisti sono uguali. Si comportano più o meno bene. Ma esiste la categoria dei perfetti idioti, mimetizzati da cittadini veneziani, esperti del luogo, residenti, come se conoscessero Venezia, come se fossero Venezia. Ignorano che proprio i turisti fanno parte di Venezia. I veneziani al loro ciao aggiungono sempre il nome della persona che salutano. Il turista, invece, resta rigettato nella sua anonimità. Non degna di uno sguardo gli altri turisti, li sorpassa con passo sicuro. Gira a sinistra, gira a destra, quasi con una furia cieca, e poi, ecco, si ferma: perché là in fondo c’è un vicolo cieco. Dovrebbe riconoscere, ormai, che ci fa la figura del turista. A fare dietrofront si sentirebbe forse preso per il culo e deriso dal vicolo? Non si dà ancora per vinto, non ammette che sia svelata la sua vera identità di turista. No. Fa come se stesse cercando un indirizzo - solo dopo esce dal vicolo e scompare dietro l’angolo.

Da dove verrà questo desiderio di distinguersi dalla massa? Dalla coscienza che presto partiremo, che i nostri giorni sono contati?

I turisti sono visitatori paganti, non ospiti: vengono, vanno e pagano. Sono partner d’affari: comprano anche, pagando in anticipo, l’onestà con cui poi sperano di essere trattati dal loro interlocutore. Dipendere dalla cortesia altrui è inconciliabile con un contratto tra due parti dotate di pari diritti. Il turista non produce sviluppo sostenibile. I venditori, esperti e abili, colgono ogni occhiata interessata: spesso in grado di riconoscere già dalle movenze e dall’aspetto esteriore quale lingua parlino i passanti, decantano la loro merce di contrabbando.

Il mio stupore per la bellezza di Venezia include anche simpatia per i turisti, nonostante io a volte provi una gioia maligna al vedere finti abitanti di Venezia cadere in trappola e lasciarsi irretire dal consumismo.

 

*


Dopo qualche giorno mi pare di sentire ondeggiare anche la terraferma, come se le fondamenta cristalline si lasciassero cullare dalle onde. I vaporetti speronano le zattere dei moli dove attraccano. I passeggeri si assestano a gambe più larghe, le teste che ondeggiano come boe.
Passo sull’altra sponda, a San Polo, e cerco il Campiello del Sol, lontano dalla troppo battuta Ruga Ravano. Qui cresce una quotidianità veneziana che guarda al futuro. Gabriella è conosciuta da trasmissioni televisive e progetti artistici, deve la sua fama alle particolari capacità artigianali. Produce scarpe su misura, insegna la sua arte ad apprendisti. Da tredici anni abita a San Polo e ha trovato una nicchia con il suo negozio situato al piano terra del laboratorio. La capacità della ditta è esaurita con la produzione di quattro paia di scarpe al mese. Chi vive a Venezia, dovrebbe abitare ai piani alti. Al piano terra c’è sempre un odore stantìo. S’invecchia in fretta a Venezia: l’umidità penetra fin nel midollo delle ossa, specialmente in inverno. Per quanto belle siano le vecchie mura, sotto l’intonaco sgretolato si annida la muffa. I morbidi colori rossi delle case circostanti sono caldi solo per gli occhi. È vero che in estate sotto al tetto la temperatura sale, ma la salute val bene un po’ di caldo. Chiedo a Gabriella se conosca solo gente venuta da fuori o anche veneziani veri. Ma certo, questo qui, dice lei - e mi mostra il figlio di tre mesi. Giacomo.

La sua nascita è stata molto veneziana. A doglie iniziate e sempre più frequenti, qui, come arrivare al più presto in ospedale? Il vaporetto strapieno di turisti, la strada a piedi esclusa a priori: si chiama l’ambulanza. All’ospedale dei SS. Giovanni e Paolo a Castello stanno tagliando i costi, presto ci sarà solo l’ospedale a Cannaregio, ma nel giugno 2012 il reparto di ostetricia è ancora aperto.

Gli infermieri vengono a prendere Gabriella con un carretto. Ve la adagiano dentro e poi la sbatacchiano su e giù per gradini, ponti, ponticelli e vicoli. Passano davanti ai bar, dove i conoscenti s’immischiano e le gridano dietro Complimenti!. Alla stazione presso il mercato del pesce li aspetta il motoscafo. Due ore dopo è venuto al mondo Giacomo.

Quante volte dovrà ascoltarla, la storia del carretto e dei complimenti? Qui, per la prima volta, la scrivo per lui.

A posteriori il racconto ha un che di divertente, ma la realtà deve essere stata drammatica. Fu l’ostetrica a proteggere la partoriente in piene doglie dai curiosi che si avvicinavano troppo.

Non appena Giacomo saprà camminare, andrà in un asilo nido gestito da privati. Al Campiello Albrizzi gli abitanti sono ben organizzati, per i bambini c’è una sistemazione. Nel quartiere la comunicazione funziona come in un villaggio, ma senza che si percepisca un senso di soffocamento, dice Gabriella. Forse proprio perché lei qui è straniera, autonoma grazie al laboratorio di calzoleria e alla sua intraprendenza. Gli edifici circostanti il Campiello Albrizzi appartengono a un barone. È un esperto di Schönberg, ama la complessità cerebrale della Dodecafonia. Uno dei suoi figli è diventato architetto al solo scopo di provvedere al restauro delle proprietà di famiglia. Il maggiordomo del nobile ha anche lui figli che frequentano il nido privato. E se la situazione per Giacomo dovesse cambiare? Andrà bene anche così, dice Gabriella.

Parla bene l’italiano, ma contemporaneamente essere di lingua straniera le permette di mantenere una certa distanza tra sé e la quotidianità veneziana. Quando s’incontrano amici o vicini, si va a bere un caffè veloce al bar: la breve conversazione permette di entrare in una relazione ben più profonda che non un cenno veloce fatto dall’auto.


L’atrio d’ingresso all’Ospedale dei SS. Giovanni e Paolo ha una pavimentazione realizzata in pietra tricolore. Il motivo decorativo a dadi dà un’impressione di rialzamento spaziale, come se si camminasse su dei cubi o si andasse su e giù per una scala. Pensando in tre dimensioni si giunge a un’illusione di profondità. Vado a finire nei corridoi dell’ospedale, dove incrocio un gatto portafortuna, pezzato in quattro colori. Il cortile interno dell’ambulatorio psichiatrico è circondato da una colonnata ad archi. Fanno ombra alberi di alloro. Il gatto sparisce uscendo da una porta di vetro aperta, dietro a container pieni di biancheria sporca. Sulla balaustra sta immobile una lucertola, piccioni becchettano nell’erba. Il cortile ha proporzioni equilibrate. L’Italia è piena di armonia. L’architettura si basa sulle relazioni spaziali definite dalla sezione aurea. Il Rinascimento italiano studiò le proporzioni auree dell’antichità greca, per poi applicare alle relazioni spaziali quell’equilibrio tra le distanze che praticamente tutti percepiscono come armonico. L’espressione tedesca “fare un taglio, una sezione” significa fare un buon affare. La corruzione distrugge la sezione aurea che regola l’armonia delle relazioni umane. Lo stato italiano soffre per la corruzione del suo imperscrutabile apparato burocratico.

I visitatori camminano sui pavimenti di pietra sotto alle volte a crociera, escono dal corridoio per il reparto di pediatria. Con l’ascensore si raggiungono i reparti dove l’ospedale sembra diventare finalmente tale: sterile, bianco, freddo. Ronzano condizionatori, anche se è già settembre fa ancora caldo. Sulle fondamenta del cortile interno cresce un prato: dove andranno le radici degli alberi?

Passi frettolosi. I gatti si muovono in tutta libertà. Filo spinato sui cornicioni. Nell’ala seguente, in fondo al corridoio attraccano le imbarcazioni dell’ambulanza. A metà strada c’è un invitante caffè con un soffitto in legno marrone scuro che sembra non finire mai. Il caffè è servito in bicchierini di plastica. Pazienti, visitatori e personale si mettono in fila alla cassa, per poi presentare lo scontrino al banco dove attendono di essere serviti. Nella sala retrostante, due dottoresse siedono su sedie foderate di stoffa color rosso sangue, lo stetoscopio e il bicchierino del caffè poggiati sul tavolo. Non lontano dal caffè, pazienti con bicchierini di plastica in mano si strascinano verso il laboratorio. La macchina delle pulizie rotola sul parquet di piastrelle. Echi di musicanti di strada s’insinuano nell’edificio.

Per entrare nell’ambulatorio psichiatrico bisogna suonare il campanello. Il gatto portafortuna è disteso al sole sul piedistallo. Una biondina con le labbra scarlatte e una minigonna verde esce dall’ambulatorio. Sul petto le dondola la fodera dell’iPod che suona la sua musica. I fili bianchi si attorcigliano dentro al colletto della camicia, nelle orecchie gli auricolari. Mentre la donna gironzola in cortile, portano in ospedale un asiatico su una lettiga – o forse è una barella, addirittura un “carretto”, un misto tra sedia e cassa, il cui alto schienale può essere reclinato a formare una barella, con ruote e maniglie, mentre mettendo in piedi lo strano oggetto il sedile può essere usato anche come muletto, per il trasporto di pesi. I piedi sono infilati in cappi, che l’infermiere usa a mo’ di maniglia per trascinare il carretto nel reparto pediatrico. La biondina dalla gonna verde torna indietro, suona il campanello, entra.


Trovare una buona trattoria è facile e difficile insieme. Un locale strapieno non è indizio di qualità. La cosa migliore è orientarsi in base ai camerieri. C’è un menù? Il tipo dalla faccia schiacciata mi propone un piatto di pasta con gamberoni in salsa al curry. È il più caro. Siccome gli dico di NO, mi prende sul serio. D’ora in poi il cameriere si comporta come un ragionevole partner d’affari e mi propone piatti italiani. Mentre aspetto di mangiare, una vecchina mi grida qualcosa. Mi sta scambiando con qualcun altro. La sua pelle è appassita, neanche da questo protegge l’umidità dell’aria veneziana, penso io. La badante prosegue spingendo la carrozzina. Da dove verrà? Dall’Ucraina? Anche a Venezia ci sono agenzie che procurano personale sottopagato per assistere persone non più autonome. A questo genere di servizi si tributa troppo poco riconoscimento. Che qualcuno si occupi del prossimo sembra cosa ovvia, da non remunerare. Come uscire da questo circolo vizioso? Meglio fare una brutta fine che farsi sfruttare?

 

*


Via Garibaldi è larga, va dritta da Riva degli Schiavoni fino all’Arsenale. Bar, piccoli negozi, macellai, barconi carichi di verdura fiancheggiano la strada che sfocia in un canale. I cappuccini hanno una schiuma densissima, sono opulenti come praline. Io ripeto il mio mantra: belle le strade piene di vita!, lodando l’odierno modo di vivere dei veneziani persino nonostante l’edilizia popolare di epoca fascista. Mi annoto un invito alla dimostrazione dei pesci piccoli contro i giganti del mare. Improvvisamente mi acceca una scintilla di luce. Che sarà stato? Forse solo un’idea per dare slancio a una storia veneziana. Al primo piano, di fronte, si aprono le lamelle delle imposte in legno. Chi ci sarà dietro alle larghe fessure trasversali? Si percepisce solo l’accenno di una presenza. Risuona un colpo di tosse.

Il fumo? Certo, là in alto c’è qualcuno che mi osserva. Perché sono così sicura che sia un uomo? E che sia anziano? La tosse, la gola invecchiata, barba ispida, vestaglia, seduto al suo posto veneziano di osservazione. Neanche il palcoscenico di un teatro può offrigli più intrattenimento del bar sotto casa. Fotografo la sua finestra, metto a fuoco, avvicino l’immagine, lo porto in primo piano. Ogni volta che passo di qui, durante i miei giri per la città, lui c’è sempre, sempre la stessa immagine.

Ma poi, dopo il temporale che ha portato l’autunno, la finestra resta chiusa, e anche dopo, quando torna il caldo, per il resto della mia permanenza.

Il numero degli abitanti nella farmacia accanto a Rialto, sulla piazza dominata dalla statua di Carlo Goldoni, non è calato. Ciò nonostante, ogni tanto vado a controllare.

Come si troveranno i cinesi in mezzo ai veneziani? Hanno rilevato tutti i negozi di pelletteria. Saranno state oneste le condizioni di acquisto? In città vivono già duemila immigrati cinesi. I giovani venditori padroneggiano l’italiano così bene che danno ai turisti la tipica “sensazione italiana”. Venezia è sempre stata un melting pot di commercianti. La merce a basso prezzo disturba solo per via della pessima qualità, del cattivo gusto e delle condizioni di produzione schiavistiche. I prodotti in pelle di provenienza italiana vengono appositamente contrassegnati come tali.

La vetrina accanto a un ristorante carissimo racconta la storia di vestiti di tutt’altra provenienza: vengono dal carcere femminile dell’isola della Giudecca, dove le criminali imparano a lavorare come sarte per confezionare moda disegnata da stilisti liberi. L’iniziativa è nata dieci anni fa. Ho mandato varie e-mail al presidente dell’organizzazione, ma fino ad oggi non ho ricevuto risposta. Alla fine ho chiesto al negozio: perché sono carcerate alla Giudecca queste donne? Venezia può essere freddissima - così recita in tedesco il titolo del giallo “Inseguimento”, in cui Patricia Highsmith racconta una storia di vendetta ambientata sullo sfondo della città lagunare.

Si discorre di “carceri” e “piombo del tetto”: la pallida negoziante capisce bene. È di Padova, abita a Castello. Per via di una scommessa persa ora vende moda prodotta in carcere. Il mantello in broccato dorato esposto in vetrina è il pezzo lavorato da una carcerata, dovrebbe aiutare a rattoppare l’orgoglio delle donne. La scuola di sartoria permette di passare il tempo in modo sensato, di risocializzarsi, magari, per le ergastolane, di avere un futuro: potrebbero anche diventare stiliste di moda.
Oltre alla sartoria, l’iniziativa gestisce anche una lavanderia e un servizio catering. Con la frutta e la verdura coltivate nel giardino del carcere si preparano conserve, in vendita il mercoledì. Con le erbe e i fiori, invece, le carcerate producono sapone. Vari alberghi si pregiano di sostenere questa iniziativa e mettono le saponette nei bagni delle loro camere. Così una mano lava l’altra, dalla schiuma tutti traggono un vantaggio.


La mattina presto, dopo il grande temporale, la Giudecca non è molto popolata. Alle Fondamenta delle Convertite soffia il vento. Tavoli e panchine portano i segni del cattivo tempo. Baldacchini pendono sbilenchi. Le finestre protette da inferriate ritmano la liscia facciata dell’edificio allungato, un ex-monastero. Dietro, siedono le sarte. Ad ogni modo, per un prezzo salato si possono avere mantelli di broccato dorato. L’eleganza è sobrietà, ripensare il filo, la trama, il tono, la creazione del possibile, la sostenibilità. Le stoffe Fortuny sono pezzi da collezionisti, mantengono una consistenza fluida perfino se tese nel telaio. Al confronto la moda del carcere è a buon mercato.


Gabriella aveva organizzato un progetto simile, faceva produrre nel carcere maschile scarpe per bambini. Ma gli uomini trascorrono a Venezia solo il periodo di carcerazione preventiva, la vera pena la scontano altrove: il tempo che passano a Venezia non basta per imparare il mestiere del calzolaio.

Casanova restò nelle galere del Palazzo Ducale per quindici mesi. La sua fuga fu pianificata, le guardie si lasciarono corrompere. La fuga attraverso il soffitto di piombo? Pura finzione, una messa in scena letteraria. Perché sia finito in carcere non è chiaro, a Lione era entrato a far parte della massoneria e l’inquisizione dello stato veneziano lo teneva d’occhio. Sprechi e debiti. Riuscì a liberarsi e a ritoccare le sue memorie.

Certo, pensare che chi ha abusato di bambini possa produrre scarpe per l’infanzia… sarcofaghi per bambini: così un tempo chiamavano le scarpe da uomo oltre il 48 di piede. No, Venezia non è così torbida da dover pensare a criminali, morte e lutto.

La città vive alla luce del sole e ogni notte, nei suoi letti, battono circa 300.000 cuori. L’ultimo omicidio risale a decenni fa.


Ville, parchi, giardini, alberghi di lusso, terreni, spazio per speculazioni con un’energia criminale che ricorda il Wörthersee della mia giovinezza. Il Lido è ricco. Una nave da crociera fa rotta verso il mare aperto, l’autobus la rincorre percorrendo in parallelo la strada costiera. Curviamo, attraversiamo l’isola e all’orizzonte ecco il ponte di comando del gigante, sovrastante ogni cosa, circumnavigare il Lido per poi sfuggire lentamente alla vista, prendendo velocità verso il Mare Adriatico.

La strada costeggia l’Ospedale al Mare. Qualcuno ha rotto i vetri alle finestre dei padiglioni recintati, forzato le porte, dei vandali hanno sventrato e distrutto apparecchiature mediche, arredamento e attrezzi. L’ospedale è chiuso solo dal 2002. Le foto degli anni Trenta del secolo scorso inscenano pazienti e personale, in bell’ordine, come previsto dall’estetica di massa del fascismo. Sotto le arcate, a una tavolata di parecchi metri, siedono bambini fiancheggiati da infermiere addette a mantenere l’ordine. Tutti fissano lo stesso punto, l’obiettivo del fotografo, che qui assurge al ruolo di signore dell’istante. Anche i letti vuoti sono schierati come soldati alla parata, nella sala invasa dal sole. La vista sul mare porta nelle sale un cenno di leggerezza, dalle porte e dalle finestre aperte luccica un chiarore.

Mi ritrovo davanti a un portone chiuso. Le rovine dell’ospedale sono sbarrate da un paio di giorni. Erbacce invadenti, stanghe di metallo, vetri, finestre sventrate, vecchi computer si decompongono sul viottolo asfaltato tra i padiglioni. La spiaggia è a un tiro di schioppo da qui. Sulla via, un cartello indica la strada tra le erbacce. Vado a finire in un cortile. In mezzo sedie a rotelle, telai di letti, sostegni per docce, supporti per flebo si stratificano a formare una scultura.

L’ospedale fu costruito grazie a donazioni, perciò appartiene alla società veneziana, mi spiegherà più tardi Carlo Citron. Da un anno s’impegna per salvare il Teatro Marinoni, che aveva sede nell’ospedale. Carlo sostiene gli occupanti e organizza workshop, concerti e una Mostra d’Arte Internazionale. Nel giardino, davanti all’ingresso del teatro, c’è un podio rotondo. Sedie arrugginite, mobilio deformato, insegne improvvisate di un’assenza momentanea. Poi, alla finestra, appare il capo di un uomo chinato sul monitor della sua telecamera.


Il Marinoni era il cuore dell’ospedale. Un teatro fatto per mantenere in equilibrio corpo e spirito dei pazienti. Sul soffitto campeggia ancora intatto l’affresco di Cherubini. Almeno, si presume che sia di Cherubini. Il portale, sul palcoscenico sopraelevato, riluce al sole. Una sedia imbottita splende rossa sulle tavole di legno. La platea offre posto a sedere per almeno trecento persone, la balconata ospita tecnica e luce. Un tempo, all’ospedale lavoravano duemila persone. Daniele Frison è regista documentarista. Documenta quanto accade intorno a questa iniziativa volta a salvare il bene pubblico: il nucleo duro del gruppo comprende venti attivisti. Negli ultimi giorni si è tenuto uno spettacolo e alcuni partecipanti hanno dormito sulla balconata, sotto ai freschi con Arlecchino e i pagliacci, sotto agli angeli con le trombe e al cielo gonfio di nuvole, per fare la guardia agli impianti di illuminazione. Il teatro brucia di bellezza nella luce del tramonto; con il suo tendone di velluto rosso la sala è un tripudio di forza.

Daniele mi guida attraverso le sale dei piani superiori, dove sono esposte delle installazioni. Piccole e grandi opere d’arte accanto ad altre più o meno rilevanti. Tre sedie a rotelle arrugginite raggruppano l’assenza dei malati di un tempo davanti alla parete spoglia, su cui appare l’ombra grigio-blu di due ali gigantesche. Nel film documentario prendono la parola ex-collaboratori, attivisti, pazienti, dice Daniele, per cogliere lo spirito di Venezia, quella disputa che fa da intimo collante alla città. Nella stanzetta dove un tempo si sviluppavano le radiografie, ora le pareti e le finestre sono tappezzate di immagini di ossa, articolazioni e organi.

Al chiosco davanti all’ingresso principale dell’ospedale incontriamo Carlo Citron. Lavora in una scuola materna, è attivo in politica.

Con modestia si definisce il portiere del “festival impossibile” che ora è diventato “possibile”. Mette mano personalmente al teatro per ripararne i danni più gravi. I collegamenti di Finanziaria Immobiliare con il Consorzio Venezia Nuova e con il Magistrato alle Acque causano speculazioni su loschi affari relativi al Grand Hôtel des Bains. L’Excelsior già appartiene all’oscura società d’investimenti Real Venice 2. In realtà si teme che stiano svendendo i beni veneziani. Nel caso dei palazzi non è tanto facile fare speculazioni vantaggiose - essendo su fondamenta limitate, si definiscono di per sé - ma qui al Lido ogni metro quadro può essere usato in modo flessibile.

Carlo ribadisce il suo impegno per una nuova Venezia. La responsabilità che mi assumo per salvare il teatro mi consente solo un raggio di azione limitato, che però io sfrutto al massimo, dice. Per dimostrarmi scherzosamente la sua forza, fa il muscolo con il bicipite. Pare che il teatro sia sotto tutela monumentale, ma sai chi se ne importa. Se lo vendono, può essere distrutto lo stesso. Non potrebbe per esempio finire vittima di un incendio? In tal caso sarebbe facile costruirvi degli appartamenti. Ma anche se l’affare fosse già concluso, gli attivisti continuano a sperare in un cambiamento di mentalità.

Improvvisamente il suo sguardo si fa aspro e tagliente. Si avvicina un ragazzo in bicicletta. Quello mi ha tagliato le gomme dell’auto, dice Carlo. Quando il tipo ci passa accanto, gli grida dietro che sa chi è. Più di 400 Euro costa, riparare le gomme. La politica corrotta capitalizza i valori che abbiamo qui, ruba per pura avidità. I teatri sono sacri, dice. Qui non provano la sollevazione, la vivono. Il Festival Internazionale della Cultura e della Salute è diventato realtà grazie all’ostinazione di pochi. Resta attuale la pressante richiesta che l’area sia trasformata in laboratori per artisti internazionali, invece di devastarla e trasformarla in redditizi appartamenti vuoti. Dall’ospedale, un giorno, dovrà nascere una Cittadella internazionale della cultura e della salute.


Nei dintorni della Fenice mi aspetta un’altra manifestazione di sviluppo sostenibile alla veneziana: maschere che nulla hanno a che fare con la merce di massa che invade San Marco. Carlo Setti, uno dei tre ultimi veri mastri mascherai, ha già di per sé la faccia espressiva come una maschera: e non c’è da meravigliarsi, perché i pezzi che crea si basano sulla sua stessa mimica. Il volto serve a osservare e sondare atmosfere, sentimenti, che lui poi trasforma in espressione statica. Le maschere di pelle, parziali o intere, sono dipinte, tinte o semplicemente lasciate al naturale. Sono esposte in vetrina alla Frezzeria. Il negozio di Carlo è laboratorio e sala espositiva insieme. Ogni angolo trabocca di carta, pelle, attrezzi, modelli. Le sue opere sono apprezzate da attori e collezionisti, che vengono a Venezia per incontrarlo. Lui stesso, dice, non va mai da nessuna parte. Al massimo a Marghera. Lì abita e da lì fa il pendolare: quaranta minuti di viaggio ogni volta. Mi metto una maschera, ravvivo l’intaglio degli occhi con il mio sguardo e vedo la mia immagine fissarmi dallo specchio, estranea e familiare insieme. Le maschere sono fabbricate in pelle vacchetta. In un’e-mail Carlo mi scrive che la pelle, per poter essere ben lavorata, va conciata con tannino. Il tannino è una sostanza naturale presente in piante e cortecce: la concia evita che la pelle animale si decomponga e la rende facile da modellare. Per il maestro ogni maschera è un esperimento. Carlo lavora secondo il principio del suo personale piacere e non si assoggetta al ritmo veloce di cui vive l’industria del kitsch. Quando un’opera non gli dice più nulla, la lascia da parte. Aspetta che lo spirito torni a gettar l’ancora e che si risvegli la creatività: così, lavorando di associazione, torna la voglia di continuare il lavoro. Lavora ogni giorno. Ha imparato l’arte artigiana sui libri. In gioventù recitava in teatro e faceva musica, era attivo nel Teatro Stabile e nel Cabaret Instabile. L’amore l’ha attirato a Venezia, dove negli anni Settanta ha lavorato per un teatro di propaganda femminista.

Incredibile, sostiene, come è cambiata Venezia. C’erano tante osterie e vecchi che ci giocavano a carte. Il turismo di massa ha fatto di San Marco un bar-gelateria. Invece di godersi la vita, oggi si stivano in città più persone possibile, nell’errata convinzione di guadagnare di più.

Il suo amore per Venezia guizza fulmineo quando racconta del suo primo appartamento alla Giudecca e ricorda il bel profilo della città: vista mattutina di un tempo, quand’era un giovane innamorato. Il piccolo negozio resta il suo regno.

Quale sarà la maschera giusta per me? Ne scelgo una intera, con bocca e mento. Il corpo, ora che è nascosto il volto di sempre, si rivela e sembra enorme, mai mi era sembrato così presente. La distanza guadagnata apre nuove possibilità, quelle che probabilmente sfruttano gli attori per mettersi in scena. L’austriaca Sissi usava portare una maschera nel sonno. La tappezzava di carne cruda di manzo e la usava per fissare quella massa sul viso. Sissi nutriva di carne il suo colorito, convinta che il collagene ritardasse gli effetti dell’invecchiamento.

Come gli vengono le ispirazioni? Carlo risponde che le idee per le varie espressioni nascono spontaneamente, spesso ci si arriva partendo dal contrasto con se stessi. Se uno ride, ma in realtà è triste, questa frattura si mostra nella maschera parziale. Lasciar libera la tristezza per far salire verso l’alto la serenità: ecco, questa sarebbe la ricetta della felicità. Nulla di nuovo, dice Carlo.


San Pietro di Castello è l’unico quartiere di Venezia in cui c’è un vero prato. Mi sono avventurata fino alla Zona Militare. Dietro al muro c’era un campo sportivo, dei ragazzini giocavano a palla. La Zona Militare è sbarrata. Desolazione e abbandono. Un cassonetto dell’immondizia. Una senzatetto vi rovista dentro. Ha la gobba. Fa mucchi di carta. Piccioni becchettano pane e resti di cibo dal cassonetto. In mezzo al mare tubante siedono gatti che mi osservano. Voglio fissare l’assurdità della miseria in mezzo alla magnificenza veneziana, quest’angolo fuori mano col pallone che vola alto dietro al muro e le grida d’incitamento dei calciatori. Prima ancora che io riesca a scattare una foto, la senzatetto mi scopre e mi scaccia con le sue grida.

Batto in ritirata sulla passerella di ferro, lungo l’Arsenale e le Fondamenta Nuove. I vaporetti mugghiano e rimescolano il mare, girano verso San Michele, Sant’Erasmo. Quando il vento attraversa la Marina, gli alberi degli yacht risuonano come legni armonici.


Il più grave problema dei veneziani d’oggi è il sistema dei trasporti pubblici, mi spiega Lorenzo. Sta cucinando per me. I filetti di pomodoro sono tagliati sottili: appena si disfano nella padella, si alza un elegante, tenero alito dolce. Abita all’ultimo piano della sua casa a Campo San Maurizio.

I vaporetti sono troppo lenti. Le imprese di taxi sono in mano privata, sotto l’ala di una potente associazione locale, e come se non bastasse protetti da una lacunosa regolamentazione da parte dell’amministrazione cittadina. I prezzi sono ridicolmente alti, pagabili solo da gruppi di turisti. Nonostante possano usare tutti i posti di servizio, parcheggi, porti, posti di magazzinaggio, zone interdette al traffico, i gestori dei taxi pagano solo tasse minime. Beneficiano di agevolazioni che appaiono decisamente eccessive rispetto alle prestazioni ricevute dalla città. Non c’è altra spiegazione: qui qualcuno intasca tangenti. La legge favorisce questa situazione. A piedi, da Castello a Piazzale Roma ci vuole un’ora, con il vaporetto s’impiega lo stesso tempo. Abitanti e turisti sono costretti a prendere il vaporetto, perché non esiste un “reale”, alias ben funzionante, sistema di trasporto in taxi. Per questo i battelli sono sempre strapieni e, per gli abitanti, insostenibili. Gli interessi delle varie lobby bloccano nuovi progetti per i trasporti pubblici. Siamo nel XXI secolo e non nel 1912, dice Lorenzo. Ecco perché i veneziani che lavorano sulla terraferma abbandonano la città. Vivere a Sant’Elena è come vivere nella provincia più profonda. Siamo in grado di costruire un tunnel per collegare Londra a Bruxelles, allora perché non fare la stessa cosa con Mestre e Sant’Elena? Una metropolitana circolare potrebbe mantenere in vita la città senza auto e salvare Venezia dalla musealizzazione.

La Scuola Internazionale di Grafica di Lorenzo ospita studenti provenienti da ogni parte del mondo. Lavorano a Venezia su Venezia, fanno funzionare le presse, imparano le tecniche: acquaforte, incisione e litografia. Com’è che a Venezia esiste un’unica scuola internazionale di grafica?, si domanda Lorenzo. I disegni riescono a far vibrare i mondi intermedi frapposti tra manifestazione e invenzione della realtà.

Ma la situazione dei residenti deve essere adeguata alle condizioni dei nostri tempi. Il progresso non distruggerebbe il mito della Venezia romantica, ma potrebbe eliminarne, a vantaggio dei suoi veri abitanti, la dimensione kitsch.


In tutte le sale di lettura della Querini Stampalia il parquet scricchiola sotto i piedi. Il banco prestiti si trova nell’ala più remota dell’edificio: lascio in pegno il mio passaporto per poter dare un’occhiata alla calligrafia di Giacomo Casanova. In una cartella sono raccolti quaderni che a loro volta contengono le lettere. Due sono le missive scritte da Casanova ad Andrea Querini. La grafia è robusta, ha ritmo regolare e lettere staccate tra loro, un tratto pastoso si alterna a uno più sottile. Gli archi sono aperti; le lettere, di forma tonda e magra, a tratti si uniscono in ghirlande. I puntini sono alti sopra le i. Le aste delle lettere svettano verso l’alto e verso il basso, la scrittura appare nel complesso di normale grandezza, inclinata verso destra. In quasi tutti i sostantivi, le lettere iniziali sono molto accentuate. La distanza fra le righe è sorprendentemente grande. Il testo, impaginato in blocco, va però stringendosi verso il basso. Siedo in una stanzetta e le missive del 1789 non frusciano, tintinnano tra le dita. La carta non è quasi ingiallita, è sottile e dura come fosse di vetro. Vergogna a quel barbaro che ha danneggiato una delle lettere di Casanova a Querini!

Il profanatore ha rubato la firma del noto donnaiolo, l’ha strappata alla carta, e ora sul lato inferiore del foglio si spalanca un buco. Sulla carta si vedono ancora i tratti terminali delle slanciate iniziali del nome di Giacomo Casanova: nella sua foga criminale, questo barbaro non ha neanche prestato attenzione, e così sono rimaste sul foglio le punte delle lettere più allungate. La scrittura è, per così dire, castrata.

La seconda lettera è intatta, la firma piccola, quasi modesta. Nella formula introduttiva Casanova mette in scena con un appellativo insigne il destinatario Querini; lascia spazio e distanza, prima di iniziare a formulare le sue scuse per il fatto di non disporre di sufficienti informazioni. Inosservata, oso accarezzare la carta. Querini era ambasciatore a Parigi, un uomo potente, e Casanova, pare, una spia. Continua scrivendo del Papa, di nepotismo, debiti, per poi firmarsi con trasporto e ammirata devozione.


Continuo le mie ricerche in compagnia di un Giacomo contemporaneo, e il cielo si copre. Quanto terrà il tempo? Sant’Erasmo è piatta, rurale, meta prediletta di gite, isola orto. Nel bel mezzo della settimana, siamo gli unici in giro in bicicletta. Le villette unifamiliari sulla nostra destra, campi, giardini e poi, proprio di fronte a noi, verso il mare, colpisce la nostra attenzione un edificio a tre piani simile a un torrione. Più tardi verremo a sapere che l’immobile è stato aggiudicato all’asta per un prezzo ridicolo a un impiegato statale di Roma. La cosa si è svolta in segreto, un giochetto ben organizzato, nessuno dei residenti sapeva dell’asta. Vent’anni fa la sola licenza per vendere cibo per piccioni a San Marco costava 60.000 Euro. E la casa qui accanto dovrebbe costare un prezzo così ridicolo? Truffe e tangenti. Svalutazione di Venezia. I venditori di cibo per piccioni sono diventati ricchi sfondati e naturalmente non hanno mai pagato le tasse.

La casa laggiù, la vedi? Quella costruita là in fondo, sul mare. È di un gondoliere. Ma è possibile farsi la casa con un remo? E perché poi gli permettono di costruire così vicino all’acqua? In Italia è vietato per legge.

Giacomo è un uomo onesto, che mai lascerebbe sua moglie, ma non ci penserebbe due volte a tradirla. L’oste si siede al nostro tavolo. Sua moglie viene dall’Europa dell’Est. In generale, dice, i collaboratori provenienti dall’Est sono molto più motivati degli italiani.

Abitare sull’isola non è proprio il massimo della vita, vuole andarsene. Non sopporta le zanzare: e in effetti perfino in auto, mentre alla fine ci porta alla stazione, ne ammazziamo parecchie.

Passiamo San Michele, il traghettatore di bronzo, la barca per il regno dei morti, fino a raggiungere le Fondamenta Nuove. Passeggiamo indolenti attraverso Cannaregio, visitiamo il Ghetto, San Polo, negozi di souvenir. Commiato in piazza Santa Margherita, al Caffè Rosso. Poi accompagno Giacomo alle Zattere. Curiosità e riserbo alla veneziana preservano dalla sensazione di essere risucchiati dalla roccaforte del turismo. Grazia ed eleganza richiedono urgentemente una sensata pianificazione urbana, solidarietà globale, onestà politica. I cittadini del mondo sono capitani, senza nave sì, ma carichi di responsabilità per il luogo in cui si trovano a vivere.

 


Si ringraziano: Gabriele Gmeiner (artigiana calzolaia), Giacomo (bambino), Lorenzo del Castro (direttore della Scuola Internazionale di Grafica), Daniele Frison (regista documentarista), Carlo Citron (educatore di scuola materna), Carlo Setti (mastro mascheraio), Giancarlo (ballerino), Corto Maltese (Hugo Pratt) e molti altri

 

 

Traduzione di Alessandra Carboni Riehn

Podcast: Laura Cinelli

 

Alessandra Carboni Riehn nasce a Pavia, Italia, nel 1965. Nel 1990 conclude con la laurea a pieni voti gli studi di Lettere Classiche (orientamento storico-artistico e archeologico). Partecipa poi a campagne di scavo, raccoglie qualche esperienza di insegnamento e lavora come addetta stampa all’Ente Nazionale Germanico per il Turismo di Milano. Avvicinatasi alla lingua tedesca quasi per caso, col tempo approfondisce sempre più la conoscenza della cultura e mentalità di quella che sarebbe diventata la sua seconda patria. Dopo lunghe peregrinazioni tra i Länder tedeschi, ora vive nelle Alpi bavaresi, che considera un ideale posto di osservazione al confine tra l’area mediterranea e l’Europa settentrionale. Attiva come traduttrice dal tedesco all’italiano da oltre vent’anni, si dedica tanto alla traduzione di testi tecnici, redazionali e pubblicitari quanto a quella saggistica e letteraria: in quest’ultimo settore ha all’attivo una biografia del teologo Romano Guardini, libri fotografici di argomento architettonico, saggi su temi d’arte contemporanea e guide turistiche. Con la versione italiana del citybook veneziano di Lydia Mischkulnig tenta ancora una volta l’avventura delle “belle lettere”, che come lei ben sa non danno pane, ma restano - di fatto - le più affascinanti.

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Nieuwsgierigheid alla veneziana

© Venetië/Wenen oktober 2012


De stad zwelgt in de magie van de liefde. De fundamenten rusten op palen. Ze steken in het slib, worden omspoeld door zeewater, het zout vormt kristallen en overwoekert de waardeloze boomstammen van het kaalgeslagen karst, drukt de blok samen tot een fonkelende schat. La Serenissima ligt op deze schittering en haar silhouet lijkt boven het water te zweven. De palazzi zijn opgetrokken uit holle steen en leem, men maakte maar weinig gebruik van marmer, dat zoals bekend een te zwaar gesteente is, men vond marmorino uit, vervaardigde nepmarmer, bereidde gekleurde pleister, dat alles ter wille van de lichtheid. En toch zinkt de stad elk jaar een paar millimeter dieper weg.

Venetië bood bescherming, de stad wist te ontsnappen aan de overvallen. De waterwegen waren voor paarden te diep, de lagune voor schepen te ondiep. In deze beschutting bloeide de handelsmetropool op. Roofpartijen en geweld bereikten haar niettemin, maar eenmaal ontwikkeld zelfbewustzijn buigt niet makkelijk. Niet onder de Habsburgers en niet onder Napoleon.

Wat biedt de stad vandaag behalve bezienswaardigheden, geschiedenis?

 


In de buurt van de Rialto, op het plein van Carlo Goldoni, lichten rode cijfers op in de etalage van Farmacia Morelli. Ze geven het huidige aantal inwoners weer, dat op 8 september 2012 tot 58.655 is geslonken. Sinds 1961 hebben 116.153 Venetianen de stad verlaten. De charmante Giacomo, een vriend uit Wenen, raadde me een boek aan over de medicinale krachten van de mossen in de voegen van de muren van het Dogenpaleis. Wat maakt de stad dan zo ondraaglijk?

Lorenzo woont in Venetië en is hoofd van de Scuola internazionale di Grafica in Cannaregio. Hij denkt na over de beweegredenen van de stadsverlaters. Hij vraagt: ‘Als ik over Venetië schrijf, schrijf ik dan over de vis?’ en citeert Tiziano Scarpa, die met het beeld van de vis de centrale wijken van de stad treffend weergeeft. Mestre en Marghera belichamen het Venetië van de bruisende industrie.

Ik bevind me in de buik van de nobele vis. Aan mijn tempo kan je de zes sestieri in een mum van tijd lopend ontdekken. Venetië is niet klein, maar ook niet groot. In mijn dagelijkse wandelingen tekent zich al snel een vast patroon af. Alsof ik steeds weer in dezelfde richting wordt getrokken, beland ik in dezelfde steegjes, raak ik de weg kwijt op paden die ik zelf heb platgetreden. Het schrijven is mijn draad van Ariadne, het gidst me. De stad is vertrouwd, maar ik had me er nog nooit zo thuis gevoeld als nu. Mijn blik valt op een klachtenpostbus, de Bocca della Verità, aan een administratief gebouw op de Zattere.

Wandelen, stilhouden, het silhouet van Giudecca inademen, het als een mantra prevelen dat het onvoorstelbaar goed is hier te zijn. Tegelijk richt ik mijn blik op de Redentore, de Pestkerk. De woorden sijpelen langs de amygdala mijn hersenen in, laten me opgaan in het betoverende decor. In Venetië komt elke bezoeker aan zijn trekken.

De zon brandt de hele dag lang op de Zattere. Ik wacht vol verlangen op de monsterachtige cruiseschepen die in het voorbijvaren de afmetingen van Venetië grotesk vervormen. Ze doen de naden van de stad openbarsten, nee, ze rijten ze open, slagschepen van gebalde grootheidswaanzin, summum van misplaatstheid; juist daarom fascinerend.

Hun buiken bieden plaats aan duizenden passagiers die, eenmaal uitgespuwd, op het centrum afstormen. De promenade van de Riva degli Schiavoni zit ter hoogte van de Brug der Zuchten potdicht, een geboortetrauma wordt gewekt, moet doorwaad. Venetië, ooit rijk vanwege de specerijen en de slavenhandel, zette te lang uitsluitend in op toerisme, weet Lorenzo. Vandaag blijft het geld niet in de stad, omdat de investeerders het met zich meenemen. Alleen mensen die hier werken, wonen, belastingen betalen, kunnen zorgen voor duurzaamheid. Als de autochtonen wegtrekken, klopt er iets niet.

In Castello staan al huizen leeg, hoewel er in de omgeving van de Campo Santa Ternità flink wat lokale bewoners rondlopen. Kinderen, oude mensen, moeders, vaders, voorbijgangers. Honden en duiven. Een praatje maken, doet men hier staand. Parkbanken zijn er maar weinig in Venetië. Toeristen bezetten de tafels en stoelen voor de pasticcerie, Italianen nemen hun pauze aan de bar. De openstaande zijpoort van de San Francesco della Vigna-kerk biedt een blik op de ingang van de sacristie. Achter de toonbank hangen aan de kapstok de prachtig bestikte hoogdaggewaden van de priesters, kostbare kostuums, versierd zoals voor toneelspelers, klaar om de scène mee te betreden. In de steegjes vind je her en der lingeriewinkels. Zelden, heel zelden, ontmoet ik gesluierde vrouwen in chador.

In San Marco mengen zich straatventers uit Afrika en Azië die hun handtassen aan de man brengen op de allang vrijgemaakte zwarte markt, onder de toeristen uit de hele wereld. Venetië biedt terrein. Waar hebben de straatventers hun dak boven het hoofd?

 


Tussen de Calle dei Albanesi en de Calle delle Rasse, afgeleid van het Slavische woord voor huif, serveert de ober zelfs op het sluitingsuur nog vriendelijk een watertje. De gemiddelde leeftijd van de voorbijtrekkende toerist ligt boven de veertig. De jongeren in de stroom komen uit China of Japan. Alle toeristen zijn hetzelfde. Soms gedragen ze zich goed en soms slecht. Toch is er ook de categorie van de volslagen idioten. Ze vermommen zich als autochtonen, stadskenners, bewoners, alsof ze met Venetië vertrouwd zijn, alsof ze het belichamen. Ze verliezen uit het oog dat juist toeristen bij Venetië horen. Venetianen laten de ‘ciao’ volgen door de voornaam van wie ze begroeten. De toerist blijft opgesloten in zijn anonimiteit. Hij gunt de andere toeristen geen blik waardig, snelt met zekere tred voorbij. Slaat linksaf, rechtsaf, haast in blinde woede, en dan zit hij vast. Daar aan het eind loopt de straat namelijk dood. Hij zou nu moeten erkennen dat hij er als een toerist uitziet. Voelt hij zich voor de gek gehouden door de doodlopende straat of uitgelachen als hij rechtsomkeert maakt? Hij geeft nog niet toe dat hij als toerist ontmaskerd is. Hij doet alsof hij een adres zoekt, keert dan pas op zijn schreden terug en draait de hoek om.

Waar komt de wil tot afgrenzing vandaan? Uit de wetenschap dat we weldra weer vertrekken, dat onze dagen geteld zijn?

Toeristen zijn betalende bezoekers, geen gasten, ze komen, betalen en gaan. Het zijn handelspartners, in de transactie zit ook een voorschot op rechtschapenheid begrepen, die door de zakenpartner pas op het moment zelf wordt betoond. Het afhankelijk zijn van vriendelijkheid is in tegenspraak met het contract tussen evenwaardige partners. De toerist zorgt niet voor duurzaamheid. De straatventers vangen elke blijk van interesse, ervaren en behendig prijzen ze hun zwarte waar aan, vaak herkennen ze de moedertaal al aan bewegingen en voorkomen.

In mijn verwondering over Venetiës schoonheid schuilt ook sympathie voor toeristen, hoewel ik af en toe zwelg in leedvermaak wanneer theater-autochtonen in de val trappen van het consumentisme.

 


*


Na een paar dagen meen ik op vaste bodem het schommelen te voelen, alsof de kristallen fundamenten met de golven meewiegen. De vaporetti rammen tegen de dobbers van de aanmeerpontons. De passagiers stellen zich wijdbeenser op, hun hoofden schommelen als boeien.

Ik steek over naar San Polo en zoek de Campiello del Sole ver van het platgetreden pad van de Ruga Ravano. Daar komt het Venetiaanse dagelijkse leven met toekomst tot bloei. Gabriella is bekend van tv-optredens en kunstprojecten, beroemd is ze voor haar handwerk. Ze maakt schoenen op maat, leidt leergezellen op. Ze woont al dertien jaar in San Polo en heeft in de gelijkvloerse winkel van het atelier haar nest gevonden. Met de vervaardiging van vier paar schoenen per maand is de capaciteit van het bedrijf ten volle benut. In Venetië woon je best op de bovenste verdiepingen. Op de begane grond ruikt het altijd naar verrotting. Je wordt snel oud in Venetië, de vochtigheid trekt door merg en been, met name in de winter. De oude muren mogen dan wel mooi zijn, onder de afbladderende pleisterlaag huist schimmel. De donkerrode kleuren van de omliggende huizen zijn slechts voor het oog warm. ‘s Zomers is het weliswaar heet onder het dak, maar dat neemt men om gezondheidsredenen voor lief. Kent Gabriella behalve inwijkelingen ook echte Venetianen? ‘Jawel hoor, deze hier’, zegt ze en ze wijst naar haar drie maanden oude zoon. Giacomo.

Zijn geboorte verliep op z’n Venetiaans. De weeën begonnen, volgden vlug op elkaar en hoe geraak je hier snel in het ziekenhuis? De vaporetto afgeladen vol met toeristen, te voet is uitgesloten, je belt de ambulance. Het SS. Giovanni e Paolo-ziekenhuis in Castello wordt geconfronteerd met bezuinigingen, binnenkort zal enkel nog het ziekenhuis in Cannaregio overblijven, maar in juni 2012 was de kraamafdeling nog open.

Verplegers halen Gabriella op met een kar. Ze leggen haar goed en hobbelen met haar over trappen, bruggen en loopplanken en door stegen. Langs de bars, waar bekenden zich komen moeien en gelukwensen toeroepen. Bij de halte aan de vismarkt ligt de motorboot te wachten. Twee uur later komt Giacomo ter wereld.

Hoe vaak zal hij het verhaal van de kar en de gelukwensen niet te horen krijgen? Hier is het voor het eerst voor hem neergeschreven.

Achteraf bekeken, klinkt het verhaal vrolijk, in werkelijkheid moet het dramatisch geweest zijn. De vroedvrouw beschermde de aanstaande moeder in barensnood tegen te dichtbij komende kijklustigen.

Van zodra Giacomo kan lopen, zal hij naar een privé-kinderkribbe gaan. De bewoners van de Campiello Albrizzi zijn goed georganiseerd, voor de kinderen wordt gezorgd. In de buurt loopt de communicatie vlot, als in een dorp, zonder het gevoel van bekrompenheid te krijgen, vertelt Gabriella. Misschien net omdat ze hier vreemd is en omdat haar schoenenatelier en haar bedrevenheid haar onafhankelijk maken. De gebouwen rond de Campiello Albrizzi zijn eigendom van een baron. Hij is een Schönberg-kenner en houdt van de complexiteit en de intellectualiteit van de twaalftoonsmuziek. Een van zijn zonen is architect, enkel en alleen om in te staan voor de renovatie van het familiebezit. De butler van de adellijke heeft zelf ook kinderen die in de kinderkribbe opgroeien. En als het anders loopt voor Giacomo zal het ook goed zijn, meent Gabriella.

Ze is het Italiaans machtig en tegelijkertijd zorgt dat voor afstand tot het leven van alledag in Venetië. Loop je vrienden of buren tegen het lijf, dan ga je snel voor een espresso naar de bar. Het korte gesprek levert een grondiger gedachtewisseling op dan een wenk vanuit de auto.

 


De vloer van de inkomhal van het Ospedale SS. Giovanni e Paolo is driekleurig betegeld. Het blokjespatroon suggereert niveauverschillen, alsof je over blokken klimt, alsof je een trap op of af gaat. Het ruimtelijke denken wekt de illusie van diepte. Ik beland in de gangen van het ziekenhuis, waar een vierkleurige gelukskat mijn pad kruist. De binnenplaats van de psychiatrische afdeling is omgeven door een bogengaanderij. Laurierbomen bieden schaduw. De kat verdwijnt door een openstaande glazen deur achter containers met vuil wasgoed. Op de balustrade zit een hagedis, duiven pikken in het gras. De verhoudingen van de binnenplaats zijn evenwichtig. Italië is een en al harmonie. De verhoudingen van de gulden snede liggen aan de basis van de architectuur. Tijdens de Italiaanse renaissance werden de gulden proporties van de Griekse oudheid bestudeerd en werd de lengteverdeling die door zowat iedereen als harmonisch ervaren wordt, op de ruimteverhoudingen overgedragen. Corruptie verstoort de menselijke verhoudingen. De beurssnijders van toen zijn vervangen door de corrupte ambtenaren van nu.

Van onder de kruisgewelven naderen bezoekers over de stenen tegelvloer, komen de gang naar de pediatrie uit. Met de lift kom je in de afdelingen waar het ziekenhuis pas echt ziekenhuis lijkt te worden: steriel, wit, koud. De airconditioning ruist, het is al september maar het is nog heet. Op de funderingen van de binnenplaats rust een wei en hoe diep reiken de boomwortels?

Haastige stappen. De katten lopen vrij rond. Prikkeldraad op de kroonlijsten. In de volgende vleugel ligt aan het einde van de gang het bootstation van de spoedafdeling. Halverwege lonkt de cafetaria met zijn eindeloos hoge zoldering uit zwartbruin hout. De espresso wordt in plastic bekertjes geserveerd. Patiënten, bezoekers en personeel schuiven aan bij de kassa, alvorens met het kasticketje in de hand aan de bar bediend te worden. Achterin zitten twee vrouwelijke artsen in bloedrood beklede zitmeubels, stethoscoop en espressobeker op tafel. Niet ver van de cafetaria schuifelen patiënten met plastic bekertjes naar het labo. De schoonmaakkar rolt over de tegelvloer. Het geluid van straatmuzikanten dringt tot binnen door.

Wie naar de psychiatrische afdeling wil, moet aanbellen. De gelukskat ligt op de voet van een zuil in de zon. Een blondine met felrood geschminkte lippen en een groene minirok verlaat de afdeling. Op haar borst bungelt het tasje met de iPod die haar muziek afspeelt. De witte snoeren verstrengelen zich in de kraag van haar blouse. De stopjes zitten in haar oren. De vrouw wandelt rondjes op de binnenplaats, terwijl een Aziaat het ziekenhuis wordt binnengebracht op een draagstoel – of is het een draagberrie, of zelfs een zogeheten kar, een mengeling van een stoel en een kist waarvan de hoge rugleuning neergeklapt kan worden tot draagberrie, met wielen en handgrepen, en een zitting die ook als schop gebruikt kan worden, naargelang de plaats waar je het ding vastneemt? De voeten van de man zitten in voetsteunen. De verpleger grijpt die vast als waren het handgrepen en trekt de kar de psychiatrie binnen. De groengerokte blondine komt terug, belt aan, wordt binnengelaten.

 


Een goeie trattoria vinden, is tegelijk makkelijk en moeilijk. Overvolle restaurants zijn geen teken van kwaliteit. Het best van al ga je af op de kelners. Is er een menu? De man met het brede gezicht stelt me een bord noedels voor met garnalen en currysaus. Het is de duurste hap. Omdat ik ‘nee’ zeg, word ik au serieux genomen. De kelner gedraagt zich vanaf nu als een redelijke zakenpartner en stelt Italiaanse gerechten voor. Terwijl ik op mijn eten wacht, roept een bejaarde vrouw me iets toe. Ze houdt me voor iemand anders. Haar huid is verschrompeld, zelfs daartegen beschermt de Venetiaanse vochtige lucht niet, gaat het door mijn hoofd. De bejaardenverzorgster duwt de rolstoel voort. Waar mag zij wel vandaan komen? Oekraïne? Ook in Venetië zijn er agentschappen die hulpbehoevenden aan onderbetaald verplegend personeel helpen. De waardering voor deze diensten is gering. Medemenselijkheid wordt vanzelfsprekend gevonden en er wordt al helemaal niet voor betaald. Hoe kun je uit deze vicieuze cirkel ontsnappen? Liever kopje onder gaan dan je laten uitbuiten?

 


*


De Via Garibaldi is breed en loopt in een rechte lijn van de Riva degli Schiavoni naar het Arsenale. Langs de straat die uitmondt in een kanaal, vind je bars, winkeltjes, slagers en groentebootjes. De cappuccino’s zijn bekroond met stevig melkschuim, weelderig als pralines. Ik herhaal mijn mantra en prijs de huidige levenswijze van de Venetianen, de schoonheid van de levendige straat, ondanks de fascistische, sociale woningbouw. Ik neem nota van de oproep tot betogen van de kleine vissen tegen grote boten. Plots word ik verblind door een lichtvonk. Wat was dat? Misschien slechts een idee om een Venetiaans verhaal op gang te brengen. De lamellen van de houten luiken op de eerste verdieping aan de overkant klappen open. Wie zit er achter de brede dwarsspleten? Slechts een vleugje aanwezigheid is voelbaar. Een hoest is hoorbaar.

Rook? Beslist, daarboven zit iemand mij te observeren. Waarom ben ik er zo zeker dat het een man is? En waarom is hij oud? De hoest, de oude keel. Stoppelbaard, kamerjas, het zitten op zijn Venetiaanse uitkijkpost. Zo veel afwisseling als het café kan geen enkel theater hem bieden. Ik fotografeer zijn venster, verander de brandpuntsafstand, beweeg, schuif nader, haal hem dichterbij. Op welk moment mijn zwerftochten mij ook hierheen voeren, hij is er, steeds hetzelfde beeld.

Maar dan, na het onweer dat de herfst inluidde, blijft het café voor de rest van mijn verblijf dicht, ook als het opnieuw warmer wordt.

Het inwoneraantal in de Farmacia op het plein van Carlo Goldoni bij de Rialtobrug is niet gedaald. Toch ga ik af en toe eens kijken.

Hoe vergaat het de Chinezen onder de Venetianen? De lederwarenzaken zijn opgekocht. Hoe fair werden ze op de kop getikt? De stad telt al tweeduizend migranten uit China. De jonge verkopers beheersen het Italiaans zo goed dat ze de toerist het Italiëgevoel geven. Venetië is altijd een melting pot voor kooplui geweest. De goedkope waar werkt slechts op de zenuwen vanwege de belabberde kwaliteit, de slechte smaak en de uitbuiting die bij productie komt kijken. Lederwaren van Italiaanse makelij worden speciaal als Italiaans aangemerkt.

In het uitstalraam naast een peperduur restaurant wordt gewag gemaakt van een geheel andere herkomst van de kleren. Ze komen uit de vrouwengevangenis van Giudecca. Misdadigsters worden opgeleid tot naaisters, om mode te naaien volgens de ontwerpen van modemakers op vrije voeten. Het initiatief werd tien jaar geleden genomen. Ik stuurde de voorzitter van deze organisatie verschillende e-mails maar tot op heden heb ik geen antwoord ontvangen. Ten slotte vroeg ik in de winkel waarom deze vrouwen in de gevangenis op Giudecca zitten.

De trefwoorden ‘carceri’ en ‘piombo del tetto’ vallen. De bleke verkoopster weet meteen wat ik bedoel. Ze komt uit Padua, woont in Castello. Een weddenschap bracht haar ertoe de gevangenismode te verkopen. De gouden brokaatmantel in de etalage is het werkstuk van een gevangene, moet het vrouwelijke eergevoel oplappen. De kleermakersopleiding biedt zinvol tijdverdrijf, hersocialisering, ja zelfs toekomst voor levenslang veroordeelden, ze zouden ook modeontwerpster kunnen worden.

Het initiatief onderhoudt naast de kleermakerij ook een wasserij en een cateringservice. In de tuin van de gevangenis worden fruit en groenten geteeld, ingemaakt en ‘s woensdags verkocht. Van de kruiden en bloemen maken de gevangenen zepen. Hotels blijken deze acties te ondersteunen en de zepen liggen in de badkamers van de gastenverblijven. Zo wast de ene hand de andere, schuimend komt het tot een win-winsituatie.

 


Er is niet veel volk op straat in Giudecca, zo vroeg in de ochtend na het hevige onweer. De wind giert langs de Fondamenta delle Convertite. Tafels, banken verweren. Baldakijnen hangen scheef. De getraliede vensters geven structuur aan de vlakke façade van het langgerekte voormalige klooster. Daarachter zitten de naaisters. Voor een fikse prijs zijn er in ieder geval gouden brokaatmantels. Elegantie betekent ingehoudenheid, nadenken over draad, motief, tint, de vervaardiging van het mogelijke, duurzaamheid. Fortuny-stoffen zijn collectors items, ze worden soms zelfs ingelijst, daarmee vergeleken is de gevangenismode betaalbaar.

 


Gabriella had een gelijksoortig project, zij liet in de mannengevangenis kinderschoenen maken. Maar de mannen zitten in Venetië enkel in voorlopige hechtenis, daarna moeten ze hun straf elders uitzitten. Voor een opleiding tot schoenmaker is in Venetië niet voldoende tijd.

Casanova’s hechtenis in de gevangenissen van het Dogenpaleis duurde vijftien maanden. Hij plande zijn ontsnapping, kocht personeel om. De ontsnapping door het loden dak is fictie, door hemzelf literair geënsceneerd. Waarom hij gearresteerd werd, is niet duidelijk, hij had zich in Lyon aangesloten bij de vrijmetselaars en de staatsinquisitie van Venetië kreeg hem in het vizier. Verkwisting en schulden. Hij wist zich te bevrijden en zijn memoires op te schonen.

De gedachte dat pedofielen kinderschoenen fabriceren – mannenschoenen vanaf maat 48 noemde men vroeger kinderlijkkisten. Nee, zo morbide is Venetië niet, dat je nu aan misdadigers, dood en rouw moet denken.

De stad leeft bovengronds en zowat driehonderdduizend harten slaan hier nacht na nacht in de bedden. De laatste moord is decennia geleden gepleegd.

 


Villa’s, parken, tuinen, luxehotels, bouwterreinen, plek voor speculatie met misdadige energie, het lijkt wel de Wörthersee uit mijn jeugd. Het Lido is rijk. Een cruiseschip vaart richting open zee, de bus rijdt parallel daarmee over de kustweg. We buigen af, steken het eiland dwars over en aan de horizon vaart de overal bovenuit stekende commandobrug van de gigant rond het Lido, om op de Adriatische Zee, tegen steeds meer knopen, langzaam uit het zicht te verdwijnen.

De weg voert langs het Ospedale al Mare. De ruiten van de omheinde paviljoenen zijn ingeslagen, hekken opengebroken, medische apparatuur, installaties en toestellen door vandalen gesloopt en vernield. Het ziekenhuis werd pas in 2002 gesloten. Op foto’s uit de jaren dertig van de vorige eeuw poseren patiënten en personeel in het gelid, in overeenstemming met de fascistische esthetiek van de massa’s. Kinderen zitten onder de arcaden aan een meterslange tafel, geflankeerd door verpleegsters die de orde handhaven. Alle blikken gericht op dat ene punt, de lens van de fotograaf, die hier tot meester van het moment verheven is. Ook de lege bedden staan in de zonovergoten zaal in het gelid, als soldaten bij de parade. Het zicht op zee brengt een zweem lichtheid in de vertrekken, de zon glinstert fel door de open deuren en ramen.

Ik sta voor een gebarricadeerde poort. De ruïne van het Ospedale is sinds een paar dagen vergrendeld. Onkruid woekert, metalen buizen, glas, uit de hengsels gerukte ramen, oude computers liggen te vergaan op de geasfalteerde weg tussen de paviljoenen. Het strand ligt maar een kattensprong hiervandaan. Onderweg leidt een bord naar het struikgewas.

Ik beland in een voorportaal. In het midden ervan: een stapel rolstoelen, bedframes, douchestangen, infuushouders.

Carlo Citron zal me later vertellen dat het Ospedale werd gebouwd met geld uit schenkingen en bijgevolg aan de Venetiaanse gemeenschap toebehoort. Hij staat sinds een jaar op de bres voor de redding van het Teatro Marinoni, dat in het Ospedale gevestigd is. Carlo ondersteunt de krakers en organiseert workshops, concerten en een internationale kunsttentoonstelling. In de tuin voor de ingang van het theater ligt een cirkelvormig podium. Verroeste stoelen, kromgetrokken meubilair, geïmproviseerde tekenen van een kortstondige afwezigheid. Dan verschijnt een mannenhoofd voor het venster, gebogen over de monitor van zijn camera.

 


Het Marinoni-theater was het hart van het ziekenhuis. Een theater om geest en lichaam van de patiënten samen te houden. Op de zoldering prijkt nog het ongedeerde fresco van Cherubini. Tenminste, men veronderstelt dat het van Cherubini is. Het portaal op het verhoogde podium schittert in de zon. Op de planken licht een beklede stoel rood op. De publieksruimte biedt plaats aan op z’n minst driehonderd gasten en het balkon aan techniek en licht. Ooit werkten tweeduizend mensen in het Ospedale. Daniele Frison is documentairemaker. Hij legt het initiatief ter redding van het openbaar goed vast. De kern van de groep bestaat uit twintig activisten. De afgelopen dagen vonden er opvoeringen plaats en de deelnemers sliepen, om de lichtinstallatie te bewaken, op het theaterbalkon, onder de fresco’s van de harlekijnen en de clowns, de trompetblazende engelen en de opbollende wolkenmassa aan de hemel. Het theater brandt van schoonheid in het licht van de ondergaande zon, met het gordijn van rode velours blaakt de ruimte van kracht.

Daniele gidst me door de vertrekken op de bovenste verdiepingen. Er staan installaties tentoongesteld. Kleine en grote kunstwerken naast belangrijke en onbelangrijke. Drie verroeste rolstoelen verbeelden samen de afwezigheid van hun vroegere eigenaars tegen de kale wand, waarop een reusachtig paar vleugels als grijsblauwe schaduw verschijnt. In de documentaire komen vroegere medewerkers, activisten en patiënten aan het woord om de geest van Venetië te vatten, ze leggen uit wat de stad diep vanbinnen samenhoudt, vertelt Daniele. In de kleine kamer waar vroeger de röntgenfoto’s werden ontwikkeld, zijn de muren en ramen nu bekleed met foto’s van knoken, gewrichten, schedels en ingewanden.

We ontmoeten Carlo Citron aan de kiosk voor de hoofdingang van het Ospedale. Hij werkt als kleuteronderwijzer, is politiek actief.

Bescheiden noemt hij zich de conciërge van het ‘festival impossibile’ dat nu ‘possibile’ is geworden. Hij steekt een helpende hand toe en herstelt de ergste schade in het theater. De moeilijkheden van Finanziaria Immobiliare met het Consorzio Venezia Nuova en met de Magistrato alle Acque liggen aan de basis van de speculaties bij de duistere handelstransacties rond het Grand Hôtel des Bains. Het Excelsior is al in handen van de dubieuze investeerdersgroep Real Venice 2. In werkelijkheid vindt een uitverkoop van Venetiaans vastgoed plaats, zo wordt gevreesd. Met de palazzi is het niet makkelijk succesvol te speculeren, die rusten op in omvang beperkte fundamenten en definiëren zichzelf, maar hier op het Lido is elke vierkante meter flexibel bruikbaar.

Carlo benadrukt zijn engagement voor een nieuw Venetië. ‘De verantwoordelijkheid die ik op mij neem om het theater te redden staat me slechts een beperkte actieradius toe, maar die benut ik ten volle’, vertelt hij. Met een knipoog demonstreert hij zijn kracht, rolt de spierballen. Het theater is zogenaamd een beschermd monument, maar dat stelt niet veel voor. Als het verkocht wordt, kan het toch gesloopt worden, ten prooi vallen aan een brand? Dan zou men ongehinderd flats kunnen bouwen. Zelfs als de deal al gesloten zou zijn, dan nog hopen de activisten op een kentering.

Plots wordt zijn blik scherp en borend. Een jongeman komt aangefietst. ‘Die kerel heeft de banden van mijn auto kapotgestoken’, vertelt Carlo. Als de knaap ons voorbijrijdt, roept hij hem na dat hij weet wie hij is. Nieuwe banden kosten meer dan 400 euro. De corrupte politiek slaat munt uit de waarden die we hier hebben, steelt uit pure hebzucht. Theaters zijn heilig, meent hij. Hier wordt de opstand niet gerepeteerd, maar opgevoerd. Het Festival Internazionale della Cultura e della Salute is er gekomen en is het resultaat van volharding. De vraag om het terrein te transformeren tot ateliers voor internationale kunstenaars in plaats van het te vernielen en om te vormen tot leegstaande flats, blijft hangende. Ooit zal uit het Ospedale een Citadella Internazionale della Cultura e della Salute verrijzen.

 


In de buurt van La Fenice is weer een uiting van Venetiaanse duurzaamheid te vinden. Maskers, die niets te maken hebben met de massaproductie die San Marco overspoelt. Carlo Setti, een van de drie nog werkelijke meesters in de kunst van het maskers vervaardigen, heeft zelf het expressieve gezicht van een masker en dat is geen wonder, want hij maakt zijn werkstukken op basis van zijn eigen mimiek. Zijn gezicht dient voor het observeren en het toetsen van stemmingen, gevoelens, die hij vervolgens omzet in een statische gelaatsuitdrukking. De halve en hele lederen maskers worden beschilderd, geverfd of eenvoudigweg onbewerkt gelaten. Ze liggen in de etalage aan de Frezzeria. Carlo’s winkel is atelier en tentoonstellingsruimte in een. Hij is volgestouwd met papier, leer, stukken, werktuigen, modellen. Zijn maskers zijn geliefd bij acteurs en verzamelaars, die naar Venetië komen om hem te ontmoeten. Hijzelf, zo beweert hij, gaat nergens heen. Hooguit naar Marghera. Daar woont hij, hij is een pendelaar. Veertig minuten per rit. Ik zet een masker op, blaas de uitsparingen voor de ogen leven in met mijn blik en bekijk mezelf in de spiegel met een mengeling van bevreemding en vertrouwdheid. De stukken zijn vervaardigd van rundsleer. Carlo schrijft in een e-mail dat het leer met tannine gelooid moet zijn om het goed te kunnen bewerken. Tannine vind je in planten en schors. De natuurlijke looistof gaat de ontbinding van de dierenhuid tegen en maakt die goed kneedbaar. Elk masker is voor de meester een experiment. Carlo werkt wanneer hij daar zin in heeft en onderwerpt zich niet aan het levenstempo van de kitschindustrie. Als zijn stukken hem niets meer zeggen, laat hij ze voor wat ze zijn. Hij wacht tot de geest er weer in zit, tot de creativiteit aanslaat. Dan zorgt associatie ervoor dat hij zin heeft om door te gaan. Hij werkt elke dag. Het ambacht heeft hij uit boeken geleerd. In zijn jeugd speelde hij theater, musiceerde hij en trad hij op in Teatro Stabile en in Cabaret Instabile. De liefde lokte hem naar Venetië, waar hij in de jaren zeventig voor een feministisch agitproptheater werkte.

Het is onvoorstelbaar hoezeer Venetië is veranderd, meent hij. Veel café’s en kaartspelende oudjes. Het massatoerisme heeft van San Marco een gelato- annex snackkraam gemaakt. In plaats van van het leven te genieten, worden mensen er tegenwoordig naar binnen geperst, in de verkeerde veronderstelling meer te verdienen.

Zijn liefde voor Venetië flakkert op, wanneer hij vertelt over zijn eerste woning op Giudecca, hij zich de schoonheid van het stadssilhouet herinnert, de ochtendlijke blik van destijds, pas verliefd. De kleine winkel blijft zijn koninkrijk.

Welk masker past bij mij? Ik kies een volledig masker, met mond en kin. Nu mijn vertrouwde gezicht bedekt is, openbaart mijn lichaam zich en maakt een reusachtige indruk, had me nog nooit zo aanwezig geleken. De gewonnen afstand opent nieuwe speelruimte, die acteurs vermoedelijk gebruiken om zich in scène te zetten. De Oostenrijkse Sissi droeg graag maskers terwijl ze sliep. Ze bedekte haar gezicht met rauw kalfsvlees en fixeerde het gewicht met het masker op haar gezicht. Sissi voederde haar teint met het vlees, het collageen moest het verouderen tegengaan.

Hoe komt Carlo aan inspiratie? Invallen voor gelaatsuitdrukkingen waaien zomaar aan, meestal kom je ze tegen in de confrontatie met jezelf. Als iemand lacht maar treurig is, dan zie je de breuk in het halve masker. Treurigheid losmaken om vrolijkheid te laten opwellen, dat is het recept voor geluk. ‘Niets nieuws onder de zon’, zegt Carlo.

 


San Pietro di Castello is het enige stadsdeel van Venetië waar echte weien zijn. Ik ben tot de Zona Militare doorgedrongen. Achter de muur ligt een sportterrein, scholieren spelen voetbal. De Zona Militare is afgegrendeld. Woestenij en verlatenheid. Een vuilnisbak. Een dakloze vrouw snuffelt erin rond. Ze heeft een bochel. Ze stapelt papier op. Duiven pikken brood en etensresten uit de vuilnisbak. Katten zitten in een koerende zee en staren me aan. Ik wil de absurditeit van de ellende in de Venetiaanse pracht, de afgelegen hoek voor de omhoog geschoten voetbal achter de muur en de aansporingskreten van de voetballers vasthouden. Nog voor ik een foto kan maken, ontdekt de dakloze vrouw me en jaagt me weg met haar geschreeuw.

Over de ijzeren loopplank langs het Arsenale en de Fondamenta Nuove vat ik de terugtocht aan. De vaporetti brullen en roeren de zee om, wenden de steven richting San Michele, Sant’ Erasmo. De masten van de jachten zingen als klankhout als de wind door de jachthaven blaast.

 


‘Het grootste probleem voor de Venetiaan vandaag is het openbaar vervoer’, vertelt Lorenzo. Hij kookt voor mij. De tomaten zijn fijngesneden en een verfijnde zachtzoete zweem stijgt op uit de pan, waarin ze liggen te sudderen. Lorenzo woont op de bovenste verdieping van zijn huis op de Campo San Maurizio.

De vaporetti zijn te traag. De taxibedrijven zijn in privéhanden onder de knoet van een machtige lokale vereniging en bovendien beschermd door een gebrek aan regulering vanwege het stadsbestuur. De prijzen zijn bespottelijk hoog, enkel betaalbaar voor groepen toeristen die de kosten kunnen delen. De taxi’s mogen alle servicepunten, parkings, havens, opslagplaatsen gebruiken en rijden in verkeersvrije zones en toch betalen de exploitanten maar weinig belastingen. De voordelen lijken ten opzichte van wat de stad doet ontoelaatbaar laag. Er wordt vermoedelijk zwart geld geïncasseerd. De wet werkt dit in de hand. Van Castello naar Piazzale Roma is het een uur wandelen, met de vaporetto duurt het net zo lang. Zowel inwoners als toeristen moeten de vaporetto wel nemen, omdat er geen ‘echt’ , dat wil zeggen, goed functionerend taxisysteem is. Daarom zijn de veerboten voortdurend overvol en is reizen ermee voor inwoners ondraaglijk. Nieuwe verkeersconcepten worden geblokkeerd door lobbyisten. ‘We leven in de eenentwintigste eeuw en niet in 1912’, aldus Lorenzo. Dat alles leidt ertoe dat Venetianen die op het vasteland werken, wegtrekken. Leven op Sant’ Elena, is als leven op het platteland. We kunnen Londen met Brussel verbinden met een tunnel, waarom dan niet Mestre met Sant’ Elena? Een ringvormige ondergrondse zou leven in de autoloze stad houden en verhinderen dat Venetië een openluchtmuseum wordt.

Lorenzo’s Instituut voor Drukkunst biedt onderdak aan studenten uit alle werelddelen. Ze werken in Venetië en maken werken over Venetië, bedienen de drukpersen, leren de technieken; ets, gravure en lithografie. ‘Hoe komt het dat er in Venetië maar een internationale school voor drukkunst is’, vraagt hij. Tekeningen kunnen de tussenwerelden, tussen verschijning en voorstelling van de werkelijkheid, laten vibreren.

Maar de verblijfsomstandigheden moeten aangepast zijn aan de voorwaarden van onze tijd. Vooruitstrevendheid zou de mythe van het romantische Venetië niet tenietdoen, maar voor z’n echte bewoners ontdoen van de kitsch.

 


In alle leeszalen van de Querini Stampalia kraakt de parketvloer, de uitleenbalie ligt in de achterste vleugel. Mijn paspoort is de inzet voor de inzage van Giacomo Casanova’s manuscript. In een map zitten de schriftjes en ook de brieven. Casanova schreef twee brieven aan Andrea Querini. Het handschrift heeft een regelmatig tempo en is met zijn losstaande letters en de elkaar afwisselende volle en fijne halen heel ostentatief. Krommingen zijn open, hoofdletters rond en mager gevormd, onregelmatig tot slingers aaneengeregen. De puntjes staan ver boven de i’s. Koppen en staarten van de letters zwaaien uit, de grootte van het handschrift ziet er als geheel normaal uit met een neiging naar rechts. De beginletters zijn bij haast elk substantief sterk benadrukt. De afstand tussen de regels is opvallend groot. De tekst ziet eruit als een blok, naar onderen toe sterk samengedrukt. Ik zit in een klein vertrek en de brieven uit het jaar 1789 knisperen niet, ze rinkelen tussen de vingers. Het papier is nauwelijks vergeeld, dun en hard alsof het van glas was. Schande over de barbaar die een van de Casanova-brieven aan Querini heeft beschadigd!

De boosdoener jatte de handtekening van de beruchte vrouwenheld, scheurde die eruit en nu gaapt er een gat aan de onderkant van het blad. Op het papier zijn nog de uitlopers van de zwierige beginletters van Giacomo Casanova te herkennen. De barbaar had niet eens een scherpe blik bij zijn misdaad. De puntjes van de koppen en staarten bleven op het blad achter. De tekst is bij wijze van spreken gecastreerd.

De tweede brief is intact, de handtekening klein, haast bescheiden. Casanova zet de geadresseerde Querini met een voorname aanspreking in scène, laat ruimte en afstand voordat hij van wal steekt en zich excuseert dat hij niet over voldoende informatie beschikt. Ik waag het ongemerkt over het papier te strijken. Querini was ambassadeur in Parijs, een machtig man en Casanova, naar men beweert, spion. Verder schrijft hij over de paus, over nepotisme, schulden, en hij ondertekent overdreven eerbiedig en onderdanig.

 


Op onderzoek met een hedendaagse Giacomo, de hemel trekt dicht. Hoe lang zal het weer standhouden? Sant’ Erasmo is vlak, landelijk, een geliefde bestemming voor een uitstapje, een groente-eiland. We zijn de enige fietsers zo midden in de week. De eengezinswoningen rechts van de weg, velden, tuinen en recht voor ons, in de richting van de zee, staat een opvallend torenachtig huis met drie verdiepingen. Later vernemen we dat het vastgoed per opbod voor een spotprijs is verkocht aan een Romeinse ambtenaar. De zaak werd in het geniep beklonken, doorgestoken kaart, niemand van de lokale bewoners was van de veiling op de hoogte. Twintig jaar geleden kostte alleen al de vergunning voor het verkopen van duivenvoer op San Marco 60.000 euro. En dat huis hier is maar een spotprijs waard? Bedrog en zwart geld. Ontwaarding van Venetië. Duivenvoerverkopers werden steenrijk en natuurlijk betaalden ze geen belastingen.

Dat huis daar, zie je het, dat ginds aan zee staat. Het is het eigendom van een gondelier. Dat huis verdient hij met zijn roeispaan? En hoe komt het dat hij zo dicht bij het water mag bouwen, dat is in Italië bij wet verboden.

Giacomo is een eerlijk man die zijn vrouw nooit zou verlaten, maar wel de hele tijd zou bedriegen. De waard komt bij ons zitten. Zijn vrouw komt uit Oost-Europa. ‘Mensen uit het oosten zijn sowieso ambitieuzere medewerkers dan de Italianen‘, beweert hij.

Op het eiland wonen is niet zijn levensgeluk, hij wil weg. De muggen werken op zijn zenuwen en inderdaad, zelfs in de auto waarmee hij ons uiteindelijk naar het station voert, slaan we meerdere exemplaren dood.

Langs San Michele, de bronzen veerman, het bootje naar het dodenrijk, naar de Fondamenta Nuove. We gondelen door Cannaregio, bezoeken het getto, San Polo, souvenirwinkels. Afscheid op het plein van Santa Margherita in Caffè Rosso. Dan breng ik Giacomo naar de Zattere. Nieuwsgierigheid en ingehoudenheid alla veneziana beschermen ons tegen het gevoel opgeslokt te worden door het toeristenbolwerk. Voor elegantie en gratie is stedenbouwkundig inzicht vereist, globale solidariteit, politieke rechtschapenheid. Wereldburgers zijn kapiteinen zonder schip, maar met de volle verantwoordelijkheid voor de plek waar ze wonen.

 

 

Dank aan: Gabriele Gmeiner (meester-schoenmaakster) Giacomo (kind), Lorenzo del Castro (hoofd van de Scuola internazionale di Grafica), Daniele Frison (documentairemaker), Carlo Citron (kleuteronderwijzer), Carlo Setti (meester-maskermaker), Giancarlo (danser), Corto Maltese (Hugo Pratt) e.a.

 

Vertaald uit het Duits door Isabelle Schoepen en Kris Lauwerys

Podcast voorgelezen door Daphne Acoca


Kris Lauwerys (Duffel, 1972) is literair vertaler uit het Frans en het Duits. Hij is de vaste vertaler van Gregor von Rezzori, van wie hij tot nu toe Memoires van een antisemiet, Bloemen in de sneeuw en Een hermelijn in Tsjernopol vertaalde. Van Henry Bauchau vertaalde hij Maalstroom, een prestatie waarvoor hij in 2009 werd onderscheiden met de Prix Henry Bauchau. Daarna volgde Het blauwe kind. Kris Lauwerys werkt daarnaast als docent Nederlands aan de universiteit van Mons. Voor deBuren schreef hij het Radioboek ‘Een reis en twee liefdesverklaringen’.

Isabelle Schoepen (Wilrijk, 1974) was in het verleden coördinator van de Vlaamse Auteursvereniging, de belangenvereniging van en voor Vlaamse auteurs en vertalers. Momenteel combineert ze het moederschap met redactie- en vertaalwerk voor culturele instanties.

 

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Curiosités à la vénitienne

 

Venise / Vienna, octobre 2012


La ville se pâme aux sortilèges de l’amour. Ses fondations reposent sur des pilotis enfoncés dans la vase et baignés par la mer. Le sel s’agglomère en cristaux sur ces modestes pieux originaires d’une zone karstique déforestée et confèrent au bloc condensé l’éclat des brillants. Dans cet écrin de gemmes s’enchâsse la Sérénissime dont la silhouette délicate semble flotter au-dessus des eaux. Les palazzi ont été édifiés avec des matériaux de construction légers, la brique et l’argile ayant été préférés au marbre, trop lourd donc utilisé avec parcimonie. Afin de satisfaire aux exigences de légèreté, l’on inventa le marmorino, faux marbre mélangé à du crépi de couleur. Malgré ces précautions architectoniques, chaque année, Venise s’enfonce davantage de quelques millimètres.

Venise protectrice, Venise se dérobant aux offensives. Les voies d’eau étaient trop profondes pour les chevaux, la lagune ne l’était pas assez pour les navires. Venise, capitale d’un empire maritime et commercial s’épanouissait dans la sécurité, sans pour autant échapper à la rapine et à la violence, mais qui dit société développée et consciente de sa valeur ne dit pas refus de courber l’échine. Ni sous la domination des Habsbourg ni sous Napoléon.

En visite à Venise, que se voit-on proposer mis à part des excursions à volonté et des incursions dans l’histoire ?


Non loin du Rialto, dans la vitrine de la Farmacia Morelli sur la place Carlo Goldoni, des chiffres à cristaux liquides rouges s’alignent sur un bandeau. Ce compteur effectue le décompte de la population vénitienne en temps réel : le 8 septembre 2012, le nombre d’habitants se monte à 58 655. Depuis 1961, 116 153 Vénitiens se sont exilés. Le charmant Giacomo, un ami de Vienne, m’a recommandé de consulter un ouvrage sur les vertus curatives du lichen qui tapisse les fissures du Palais des Doges. Pour quelles raisons la vie dans cette ville est-elle donc à ce point insupportable ?

Lorenzo habite à Venise et dirige la Scuola internationale di Grafica à Cannaregio. Il s’interroge sur le thème de l’exil. J’écris sur Venise ? Que j’écrive donc sur le poisson, me propose-t-il. Et de citer Tiziano Scarpa, qui affirme que le cœur de Venise vu du ciel, a la forme d’un poisson. Mestre et Marghera en sont le pôle industrialisé.

Je me trouve dans le ventre de ce noble poisson. Je marche à mon rythme, qui est soutenu, et fais donc vite le tour des six sestieri. Venise n’est pas petite, mais Venise n’est pas grande. Au bout de quelques jours, je répète mon itinéraire lors de mes promenades quotidiennes. Toujours mes pas me portent dans la même direction. Sans cesse je débouche dans les ruelles où je suis déjà passée, et persiste à revenir en des lieux que déjà j’ai visités. L’écriture est mon fil d’Ariane et à ce fil je me cramponne. Je connais bien Venise et cependant, jamais elle ne m’a paru aussi familière. Mon regard tombe sur le rictus douloureux d’une Bocca della Verità incrusté sur un bâtiment administratif des Zattere.

Flâner. S’arrêter. Absorber la silhouette de la Giudecca et comme un mantra, se répéter que c’est extraordinaire et jubilatoire de se trouver là. Puis je jette un œil sur l’église du Redentore, qui commémore la fin de la peste de 1522. Les mots s’instillent dans mon cerveau et me lient à ce décor magique. À Venise, à chaque visiteur son plaisir.

Toute la journée le soleil resplendit sur les Zattere. Non sans convoitise, j’attends que passent les monstrueux paquebots de luxe ; ils croisent au large et ramènent la ville à des dimensions lilliputiennes grotesques. Ces cuirassés défont, non déchirent le délicat tissu urbain, symboles de la démesure et parangons de l’absurdité. C’est aussi ce qui les rend fascinants.

Leurs entrailles renferment des milliers de passagers qui, régurgités, convergent en un flot continu vers le centre. Un embouteillage se forme au niveau de la promenade de la Riva degli Schiavoni, à la hauteur du pont des Soupirs, évoque un traumatisme de la naissance. Il faut jouer des coudes pour se frayer une voie. Venise s’est autrefois enrichie grâce au commerce des épices et des esclaves, m’explique Lorenzo, et par la suite, a trop longtemps misé sur le tourisme. Aujourd’hui, les capitaux fuient. Ce sont les résidents, pendulaires ou non, et leurs impôts qui assurent la survie de Venise. S’ils la quittent, cela révèle un vrai problème.

Dans le sestier de Castello, des immeubles sont déjà déserts et pourtant, les environs du Campo Santa Ternità semblent animés par la population locale. Enfants, personnes âgées, parents et passants. Chiens et pigeons. On tient conversation debout, car à Venise, rares sont les bancs publics. Les tables et chaises des pasticcerie sont occupées par les touristes, les Italiens préfèrent s’accouder au zinc d’un bar. La porte latérale de l’église San Francesco della Vigna offre au regard une échappée sur l’entrée de la sacristie. Derrière le guichet de l’accueil sont suspendues sur un portemanteau les chasubles brodées du prêtre. Magnifiques, propres et prêtes à l’usage : on croirait ces précieux costumes destinés à un acteur sur le point d’entrer en scène. Les magasins de sous-vêtements abondent dans les ruelles. De loin en loin, je croise des femmes en tchador.

Sur la place Saint-Marc, les vendeurs à la sauvette africains et asiatiques, mêlés aux touristes du monde entier, inondent de sacs à main un marché noir désormais pérennisé. Venise a de la place pour tous le jour, mais la nuit ? Sous quels toits s’abrite le sommeil de ces marchands ?


Calle degli Albanesi, Ruelle des Albanais, et Calle delle Rasse. Race ? Non. Ce mot, d’origine serbe, évoque les bâches pour protéger bateaux et gondoles. Au croisement de ces rues, le serveur sert, aimablement s’il vous plaît malgré la fermeture imminente de l’établissement, une eau minérale. Les touristes passent, ils ont en moyenne la quarantaine. Les jeunes qui sont mêlés à ce flux viennent du Japon ou de Chine. Tous les touristes se ressemblent. Tous se comportent plus ou moins bien, plus ou moins mal. Mais il en existe une catégorie particulière : celle des imbéciles. Ceux-là se targuent d’appartenir à la population du cru, résidents ou locaux, et agissent comme s’ils connaissaient Venise, pire, comme s’ils l’incarnaient. Ils ignorent que même les touristes font partie intégrante du paysage. Un Ciao ! lancé par un Vénitien est toujours accolé à un prénom. Le touriste, lui, est renvoyé à son anonymat. Il n’accorde aucune attention à son pareil, l’autre touriste, et passe devant lui à grands pas. Il tourne à droite, à gauche, rapide, comme aveuglé par une sourde colère et soudain se fige. Là, au bout, une impasse. Il devrait maintenant reconnaître qu’il passe pour un touriste. Se sent-il humilié ? Ridiculisé par cette impasse qui le contraint à s’en retourner ? Le touriste démasqué ne s’avoue pas vaincu pour autant. Il fait mine de chercher une adresse et alors seulement, tourne le coin de la rue pour s’en échapper.

D’où vient cette volonté de se démarquer ? De la certitude de son prochain retour chez soi ? De la conviction que ses jours, en tant que touriste, sont comptés ?

Le touriste est un visiteur payant, non un invité. Il va et vient, il dépense et consomme. Devenir touriste, c’est être un partenaire commercial : le touriste achète à l’avance l’intégrité de son associé, dont celui-ci ne fera montre que le moment venu. La dépendance du bon vouloir de l’autre n’est pas compatible avec un contrat entre partenaires égaux. L’investissement sur le long terme n’intéresse pas notre touriste. Les vendeurs à la sauvette happent au vol le signe de son intérêt fugitif : aguerris et vifs, ils identifient souvent sa nationalité grâce à sa gestuelle ou son apparence, et s’empressent de lui vanter leurs marchandises de contrebande.

Mon étonnement sur la beauté de Venise provoque ma sympathie envers les touristes, même si j’éprouve parfois un malin plaisir quand je vois l’un d’entre eux qui, jouant les Vénitiens, tombe dans le panneau du consumérisme.


Au bout de quelques jours, je crois sentir le tangage même sur terre ferme, comme si les fondations cristallisées se balançaient sur les vagues. Les vaporetti heurtent par à-coups débarcadères et embarcadères. Les passagers écartent un peu les pieds pour garder leur équilibre. Leurs têtes oscillent comme des bouées.

Je traverse vers San Polo et cherche Campiello del Sol, à l’écart des sentiers battus de la Ruga Ravano. Ici, le quotidien vénitien épouse l’avenir. Gabriella est connue par le biais d’émissions télévisées et de projets artistiques, mais elle est célèbre grâce à son talent d’artisan. Gabriella est bottier, fabrique des chaussures sur mesure et forme des apprentis. Elle habite à San Polo depuis treize ans, et a logé sa niche de marché dans un magasin de plain-pied qui lui sert aussi d’atelier.

Quatre paires de chaussures par mois : telle est sa capacité de production maximale. Qui vit à Venise doit élire domicile dans les étages supérieurs des immeubles. Au rez-de-chaussée, les odeurs de pourriture sont permanentes. On vieillit vite à Venise, l’humidité pénètre jusqu’à la moelle des os, surtout l’hiver. Les vieux murs ont la beauté de l’âge, mais des moisissures se cachent sous leur crépi qui s’effrite. Les argiles rouges des habitations environnantes ne réchauffent que le regard. L’été, il fait plutôt chaud sous les toits, mais on s’en accommode, parce que c’est bon pour la santé. Gabriella connaît des Vénitiens d’adoption, mais connaît-elle aussi des Vénitiens de souche ? « Oui, justement, en voici un ! » répond-elle en me montrant Giacomo, son fils de trois mois.

La naissance de Giacomo a été typiquement vénitienne. Premières contractions espacées, puis rapidement plus rapprochées : comment gagner l’hôpital au plus vite ? Le vaporetto est bondé par les touristes, marcher est exclu : il faut appeler les secours. L’hôpital de SS. Giovanni e Paolo de Castello a subi des coupes budgétaires et bientôt, seul celui de Cannaregio sera en service, mais en juin 2012, la maternité n’a pas encore fermé ses portes.

Les urgentistes transportent, puis installent Gabriella sur une voiturette. Et la voilà emportée, roulée, malmenée par le passage des escaliers, ponts, ruelles et passerelles. Des complimenti fusent à proximité des bars où sont amassés voisins et amis. Une vedette l’attend à la station du marché aux poissons. Deux heures plus tard, Giacomo naît.

Combien de fois va-t-il entendre le récit de sa naissance et les complimenti la saluant ? Je suis la première à notifier par écrit son épopée.

Après coup, les pérégrinations de Gabriella ne sont pas dénuées de charme, mais en réalité, elles devaient être dramatiques. La sage-femme dut se gendarmer contre les curieux pour protéger la future maman dans les affres de l’accouchement.

Dès que Giacomo saura marcher, il fréquentera un jardin d’enfants privé. Dans le Campiello Albrizzi, les gens sont organisés et les enfants, bien encadrés. Dans ce quartier, on communique comme dans un village mais sans se sentir à l’étroit, m’explique Gabriella. A-t-elle cette impression parce qu’elle est étrangère ? Parce que son activité de maître bottier et son savoir-faire affirment son indépendance ? Les immeubles de Campiello Albrizzi appartiennent à un baron, grand spécialiste de Schönberg, passionné par la complexité et l’intellectualité de la musique dodécaphonique. L’un de ses fils est architecte, et se consacre exclusivement à la rénovation des propriétés familiales. La progéniture du maggiordomo va au même jardin d’enfants où ira Giacomo. Mais si le destin en décide autrement, pour mon fils, ça ne sera pas un problème, conclut Gabriella.

L’italien, qu’elle maîtrise, n’en reste pas moins une langue étrangère, et c’est ce qui lui permet de garder à distance la vie quotidienne. À Venise, on rencontre volontiers proches ou voisins, on fait un passage-éclair au bar du coin pour avaler un petit espresso. Brefs échanges cependant plus circonstanciés que le petit salut en passant d’un ami automobiliste.

 


Le hall de l’entrée de l’Ospedale SS. Giovanni e Paolo comporte un pavement en trois couleurs dont l’agencement adopte les lois de la perspective et donne la sensation de marcher sur des cubes, ou de monter ou descendre des marches d’escalier. Le trompe-l’œil crée l’illusion tridimensionnelle. Je parcours les couloirs de l’hôpital, y croise un chat tricolore. La cour intérieure devant le service de psychiatrie est entourée d’arcades. Des lauriers y dispensent leur ombre. Le chat disparaît par une porte vitrée grande ouverte, derrière des containers remplis de linge sale. Un lézard paresse sur la balustrade, les pigeons picorent dans l’herbe. Les proportions de la cour semblent harmonieuses. L’Italie est harmonie tout entière. Le nombre d’or est un élément déterminant de l’architecture. Pendant la Renaissance italienne, la proportion divine de l’architecture et de la statuaire de la Grèce antique fut étudiée, et le rapport de longueur presque universellement considéré comme harmonieux fut transposé aux proportions spatiales. Dans le langage courant, « avoir un bon plan », c’est initier un projet, pas toujours honnête, qui peut rapporter gros. La corruption pervertit les proportions humaines. Corruption dont souffre l’Italie, à cause de l’opacité de son appareil administratif.

Les visiteurs foulent le dallage en opus incertum sous les arcades, et sortent du couloir qui mène à la pédiatrie. L’ascenseur conduit aux services où l’hôpital devient hôpital à part entière : stérile, froid et blanc. Le bourdonnement de la climatisation s’élève. Nous sommes au mois de septembre, mais il fait encore chaud. Un carré d’herbe tapisse la cour intérieure. Où les arbres plongent-ils leurs racines ?

Bruit de pas rapides. Les chats se promènent en toute liberté. Fils barbelés hérissant la corniche. Au bout du couloir de l’aile suivante se trouve l’embarcadère réservé à l’arrivée des urgences. À mi-chemin, la cafétéria, dont le plafond lambrissé et sombre est si haut qu’il semble ne jamais finir. L’espresso est servi dans des gobelets. Malades, visiteurs et personnel hospitalier passent à la caisse avant de tendre leur ticket au bar. Deux femmes médecins sont installées dans l’arrière-salle sur des chaises rouges capitonnées, stéthoscopes et gobelets sur la table. Non loin de la cafétéria, des patients se déplacent sans bruit, gobelet en plastique en main, pour se rendre au laboratoire d’analyse. Les chariots de ménage roulent sur le sol carrelé. La musique monte de la rue et s’insinue à l’intérieur.

L’accès au service de psychiatrie est contrôlé par un interphone. Le chat tricolore se prélasse maintenant au soleil. Une blonde en mini-jupe verte et rouge à lèvres trop vif sort du service. Autour du cou, son iPod, protégé par une housse, dont elle écoute la musique. Fils blancs dansant dans l’encolure de sa chemisette. Écouteurs vissés aux oreilles. La blonde fait le tour de la courette. Pendant ce temps, un Asiatique est conduit à l’intérieur de l’hôpital dans une voiturette, avatar de civière, brouette et fauteuil. L’engin peut à la fois être poussé par derrière, comme un fauteuil roulant, soulevé à ses extrémités comme un brancard grâce à son dos inclinable, et enfin, soulevé par devant pour être roulé comme une brouette. Les pieds du patient reposent sur des brides en cuir. L’infirmier s’en saisit, comme si c’étaient des poignées et amène l’homme dans le service de pédiatrie. La blonde en jupe verte revient sur ses pas, sonne. La porte s’ouvre.

 


Trouver une bonne trattoria est difficile et en même temps, facile. Les lieux bondés ne sont pas un gage de qualité. Le mieux est encore de s’adresser aux serveurs. « Le menu s’il vous plaît ? » Le serveur au visage bouffi me propose des pâtes aux crevettes sauce curry : le plat le plus cher de la carte. Je lui oppose un « Non » ferme qui me vaut son respect. Il se comporte dès lors en associé avisé et propose des plats typiquement italiens. Pendant que j’attends ma commande, une vieille dame m’interpelle. Elle me confond avec une connaissance. Son visage est fripé, ridé. Même à cela, pensé-je, l’humidité vénitienne n’est pas bonne. Son accompagnatrice roule son fauteuil plus loin. De quel pays cette dernière est-elle originaire ? D’Ukraine ? À Venise aussi, des agences louent les services d’aides-soignants sous-payés. Peu de reconnaissance les attend. Leur compassion est attendue comme une évidence mais hélas non rétribuée. Comment rompre le cercle vicieux ? Vaut-il mieux hurler avec les loups pour ne pas s’en faire dévorer ?

 


La Via Garibaldi est large, s’élance en ligne droite de la Riva degli Schiavoni jusqu’à l’Arsenale. Bars, petites boutiques, boucheries, barques-étals où sont vendus des légumes jalonnent une rue qui débouche sur un canal. Les cappucini couronnés par une crème bien ferme sont aussi goûteux que de fins chocolats. Je répète mon mantra, j’aime la vie des rues animées, j’aime ce cadre de vie malgré les habitations à caractère social datant du fascisme. Je remarque un appel à manifester contre le passage des navires de croisière. Menu fretin contre gros poissons. Un éclair soudain m’éblouit. Peut-être une idée pour écrire une histoire vénitienne ?

En face au premier étage, claquement des persiennes. Qui se cache derrière les larges lamelles en bois ? On ne perçoit qu’une présence. Petite toux.

De la fumée ? Il y a sûrement, là haut, quelqu’un qui m’observe. Un homme. Pourquoi cette certitude ? Avec la conviction que c’est un homme plutôt âgé. À cause de la toux, signe de poumons fatigués. Barbe de deux jours, peignoir, fidèle à son poste d’observation typiquement vénitien. Aucune scène de théâtre ne peut lui offrir plus beau spectacle que le café sur la place. Je photographie la fenêtre, zoome avant, arrière et attire l’homme à moi par un gros plan. Chaque fois que je repasserai là, chaque fois il sera là, dans ce cadre inchangé. Mais ensuite, après l’orage annonciateur de l’automne et jusqu’à la fin de mon séjour où le temps sera plus doux, les persiennes resteront fermées.

Le nombre d’habitants affiché sur le compteur de la vitrine de la Farmacia sur la place Carlo Goldoni, où trône sa statue près du pont du Rialto, n’a pas décru. Pourtant, je viens le consulter de temps en temps.

Que dire de la vie des Chinois à Venise ? Les maroquineries ont été vendues. Par quels tours ou détours obscurs ? Près de deux mille migrants chinois vivent déjà à Venise. Les jeunes vendeurs maîtrisent si bien l’italien qu’ils donnent aux touristes un sentiment d’italianité. Venise a toujours été un carrefour commercial et ethnique. Les marchandises à bas prix agacent par la mauvaise qualité, le mauvais goût et les conditions de production iniques. Les produits en cuir d’origine italienne sont certifiés italiens.

L’on découvre des vêtements d’une tout autre origine dans la vitrine d’un magasin voisin d’un restaurant chic et cher. Elles viennent en droite ligne de la prison pour femmes de l’île de la Giudecca. Les détenues reçoivent une formation de couturière afin de devenir les petites mains de stylistes. Un projet initié, il y a une dizaine d’années. J’ai adressé plusieurs e-mails au président de cette association, mais je n’ai jamais reçu de réponse de sa part. Je me suis donc enquis, dans la boutique, des peines que purgent les détenues. Histoires de victimes devenues agresseurs… comme le Rat de Venise dont les péripéties sont relatées dans le roman éponyme de Patricia Highsmith.

Je prononce deux mots-clés : « carceri », prison, et « Piombo del tetto », toiture en plomb. La vendeuse comprend aussitôt à quoi je fais allusion. Originaire de Padoue, résidant à Castello, cette femme s’est lancée dans la mode made in jail suite à un pari. Le manteau de brocart d’or exposé dans la vitrine est l’œuvre de l’une de ces détenues : ainsi les femmes doivent-elles retrouver une estime de soi perdue. Non seulement l’apprentissage de la couture est un passe-temps utile mais c’est aussi le premier pas vers la réinsertion, voire une perspective d’avenir pour celles qui purgent une peine de prison à vie avec l’espoir, peut-être, de devenir créatrice de mode.

Cette initiative profite à l’atelier de couture, ainsi qu’à une teinturerie et un service traiteur. Fruits et légumes sont cueillis dans les jardins et potagers de la prison, mis en conserve et vendus le mercredi. À partir des fines herbes et fleurs aromatiques, les détenues fabriquent des savonnettes. Des hôtels, solidaires, placent ces petits savons de toilette dans les salles de bains de leurs clients. Ainsi, une main lave l’autre, produisant un scénario gagnant-gagnant en même temps que de la mousse.

 


Au lendemain du gros orage, la Giudecca est plutôt dépeuplée ce matin. Le vent siffle dans la Fondamenta delle Convertite. Les éléments patinent tables et bancs. Les auvents sont de guingois. Des fenêtres à barreaux rythment la façade lisse de cet ancien monastère de forme oblongue. Derrière ces murs œuvrent des couturières. Manteau en brocart d’or disponibles à prix d’or. Discrétion, élégance, savoir lié à l’art du fil, du point et des couleurs, réalisation du potentiel, qualité supérieure immuable. Les précieux tissus de chez Fortuny sont des pièces de collection, même encadrés telle une œuvre d’art ils restent fluides. En comparaison, la mode made in jail est accessible.

 


Gabriella a initié un projet de réinsertion similaire : des détenus fabriquent des chaussures d’enfant. Mais le temps manque pour leur donner une solide formation de cordonnier et de bottier, car ils ne restent à Venise que pendant leur détention provisoire, ensuite, ils vont purger leur peine ailleurs.

La détention de Casanova dans les cachots du palais des Doges a duré quinze mois. Sa fuite fut programmée, le personnel de la prison soudoyé. L’évasion par les toits de plomb n’est que pure fiction, une mise en scène littéraire de Casanova. Les raisons exactes de son incarcération restent obscures. Devenu franc-maçon à Lyon, il est surveillé par l’inquisition vénitienne. Vie dissolue et dettes. Il réussit à se libérer et à rédiger ses mémoires.

L’idée de pédophiles fabriquant des chaussures d’enfant – et celle des chaussures d’homme autrefois appelées, à partir de la pointure 48, « cercueil d’enfant ». Non, Venise n’est pas aussi morbide que l’on doive l’associer au crime, au mort et au deuil.

Venise, ville ancrée, où près de 300 000 cœurs battent chaque nuit dans chaque lit. Le dernier meurtre a été commis il y a plusieurs décennies.

 


Villas, parcs, jardins, hôtels de luxe et terrains sont la proie d’une spéculation immobilière aux intentions criminelles, comme dans la région du Wörthersee au temps de ma jeunesse. Le Lido est riche. Un navire de croisière prend la mer et longe la côte tandis que mon car longe la mer. Nous tournons et traversons l’île. Sur la ligne de l’horizon, la passerelle de commandement du monstre qui domine tout, contourne le Lido avant de s’engager plus vite dans la mer Adriatique et lentement, disparaître du champ de vision.

La route longe l’ancien Ospedale al Mare. Les vitres des pavillons ont été cassées, les portes défoncées, les appareils médicaux, installations et autres appareils, vandalisés et détruits. L’établissement n’a été fermé qu’en 2002. Sur les photos des années trente du siècle dernier, on peut voir les patients et le personnel hospitalier en rangs, selon une mise en scène conforme à l’art des masses de l’esthétique fasciste. Les enfants sont assis à une longue table s’élevant sous les arcades, sous la férule des infirmières garantes de l’ordre. Tous fixent un même point, l’objectif du photographe qui orchestre l’instant. Dans la salle éclaboussée par le soleil, les lits déserts ne dérogent pas à la discipline et sont disposés en rangs comme des soldats lors d’une revue militaire. La vue sur la mer donne aux pièces un peu de légèreté. Elle scintille, lumineuse, par les fenêtres et portes ouvertes.

Je suis devant le portail clos. L’accès à l’hôpital en ruine a été fermé il y a quelques jours. Partout, des mauvaises herbes. Des morceaux de métal, du verre brisé, battants de fenêtre arrachés, vieux ordinateurs pourrissant sur la voie asphaltée qui relie les pavillons. La plage est à un jet de pierre. En chemin, j’aperçois un panneau pointant vers les broussailles.

Je débouche dans une avant-cour. En son centre s’empilent, à la façon d’une sculpture conceptuelle, un fauteuil roulant, des pommeaux de douche, des montants et des potences de lits.

 


C’est à la générosité des Vénitiens que l’on doit la construction de cet hôpital, donc il leur appartient, m’explique Carlo Citron plus tard. Il y a un an, Carlo s’est engagé en faveur de la préservation du Teatro Marinoni, qui se trouve à l’intérieur. Carlo soutient les squatteurs, organise des ateliers, des concerts et des expositions d’envergure internationale. Une estrade circulaire s’élève dans le jardin, juste à l’entrée du théâtre. Des sièges rouillés, un mobilier déformé… autant d’indices improvisés d’une absence temporaire. Puis, une tête apparaît dans le cadre d’une fenêtre : un homme consulte la photo qui s’encadre sur l’écran LCD de son appareil photo.

 


Le Marinoni était le cœur de l’hôpital, un théâtre dont la mission était de solidariser le corps et l’âme des patients. La fresque de Cherubini, du moins pense-t-on qu’il en est l’auteur, orne son plafond : elle est intacte. Sur la scène surélevée, le manteau d’Arlequin resplendit dans l’éclat du soleil. Un fauteuil capitonné jette une tache rouge lumineuse sur les planches. La salle a une capacité d’accueil de trois cent personnes, le balcon est réservé à la régie, au son et à la lumière. Autrefois, près de deux mille personnes travaillaient dans cet hôpital. Daniele Frison est réalisateur, et tourne un documentaire sur les initiatives destinées à préserver ce bien public. Une vingtaine d’activistes forment le noyau dur de cette démarche. Les derniers jours, des représentations se sont tenues. Les participants ont dormi sur le balcon, abrités par les fresques des arlequins et des clowns, des anges caracolant, trompettes aux lèvres, sur la voûte céleste et ses torsades de nuages, afin de surveiller l’équipement lumière. Le théâtre resplendit de beauté, noyé par la lumière du soleil couchant. Le rideau de velours rouge donne force et vigueur à la salle.

Daniele me conduit dans les salles des étages supérieurs. Des installations y sont exposées. Œuvres d’art petites et grandes, insignifiantes ou remarquables se côtoient. La présence de trois fauteuils roulants rouillés évoque l’absence leurs anciens utilisateurs : ils s’exposent devant un mur nu sur lequel semble se dessiner, par un discret jeu d’ombre, une immense paire d’ailes déployées. « Dans le documentaire, les anciens employés, activistes et patients prennent la parole pour exprimer l’esprit de Venise, expliciter ce qui la maintient dans sa cohésion intime, » déclare Daniele. Les murs et fenêtres de la salle où autrefois l’on développait les radiographies, sont aujourd’hui tapissés de radios d’os, de membres, crânes et intestins.

Nous croisons Carlo Citron au stand de restauration rapide à l’entrée principale de l’ancien hôpital. Carlo est puériculteur, activiste. Il se dépeint modestement comme le concierge du « festival impossibile » maintenant devenu « possibile ». Il participe aux rénovations les plus pressantes du théâtre. Le Grand Hôtel des Bains a été l’enjeu de spéculation immobilière au profit de Finanziaria Immobiliare, Consorzio Venezia Nuova et Magistrato alle Acque. L’Excelsior, lui, appartient déjà à une société opaque, Real Venice 2. On craint qu’en réalité, le patrimoine vénitien soit bradé aux promoteurs. La spéculation immobilière sur les palazzi reste malaisée, du fait de leurs fondations précaires, sans compter que ces édifices séculaires sont la quintessence de Venise, en revanche, sur le Lido, chaque mètre carré est rentable et modulable.

Carlo insiste sur son engagement en faveur d’une nouvelle Venise. « J’ai pris mes responsabilités pour sauver le théâtre, et malgré mon faible rayon d’action, je remplis ma mission ! » me confie-il. Avec un clin d’œil, Carlo me fait la démonstration de sa force en bombant les biceps. Le théâtre ferait partie des monuments protégés, mais quant à savoir ce que cela signifie… S’il est vendu, rien n’empêchera qu’il soit détruit. Incendié peut-être ? Des appartements pourraient alors y être construits. Même si l’accord a déjà été conclu sur le devant de la scène, les activistes espèrent un coup de théâtre.

Soudain, le regard de Carlo devint plus perçant et pénétrant. Un jeune cycliste se rapproche. « Ce gars-là a crevé les pneus de mon auto ! » annonce Carlo. Au moment où le cycliste nous dépasse, il l’interpelle : il veut savoir qui il est. La réparation de ses pneus lui est revenue à plus quatre cent euros. « La corruption politique profite de nos valeurs et assouvit ses ambitions en nous volant. Les théâtres sont des sanctuaires ! » affirme-t-il. Ici, on ne répète pas la révolution, ici on la met en scène et on la joue. Le Festival Internazionale della Cultura e della Salute a vu le jour, c’est un succès grâce à ces irréductibles. La mobilisation ne faiblit pas et le groupe réitère ses revendications : il faut transformer cet hôpital en ateliers destinés aux artistes du monde entier, et non le raser pour y construire des appartements qui resteront inoccupés. C’est une Cittadella internazionale della cultura e della salute qui devra s’élever en lieu et place de l’Ospedale al Mare !

 


Non loin de la Fenice se trouve une tout autre expression de la quintessence vénitienne : les masques. Ceux-ci n’ont qu’un lointain rapport avec la production de masse qui inonde la place Saint-Marc. Carlo Setti, l’un des trois authentiques facteurs de masque encore en activité, a lui-même un visage qui évoque l’expressivité d’un masque. Rien d’étonnant à cela : ses mimiques sont la source de son inspiration. Le visage est lieu d’observation et de vérification des expressions et sentiments figés ensuite sur le masque.

Les masques et demi-masques de cuir sont peints, colorés, ou tout simplement laissés tels quels. Ils sont exposés dans la vitrine de la Frezzeria. La boutique de Carlo est à la fois atelier et espace d’exposition. Partout du papier, du cuir, des outils et ses moules. Ses masques sont fort appréciés des comédiens et collectionneurs qui viennent à Venise pour le rencontrer. Quant à lui, affirme-t-il, il ne voyage jamais. Tout au plus jusqu’à Marghera, où il habite. Quarante minutes de trajet de porte à porte. Je pose un masque sur mon visage, lui donne vie par mon regard que je croise ensuite dans le miroir. Je suis devenue à la fois étrangère et familière à mes yeux.

Les masques sont confectionnés en cuir de vachette. Carlo m’explique dans un e-mail que le cuir doit être traité avec du tanin végétal que l’on trouve en quantité dans l’écorce des arbres et les végétaux. Ainsi est-il plus facile de le travailler. Les tannins naturels rendent le cuir imputrescible et permettent de bien le façonner. Pour le facteur de masque, chaque œuvre est une expérience unique. Carlo articule son travail autour du plaisir, et non de la productivité, caractéristique de l’industrie du kitsch.

Carlo laisse reposer sa création quand il ne se sent plus en phase. Il patiente jusqu’à ce que la grâce lui revienne et que la créativité le titille. Alors, par association, son désir de continuer se réveille. Il travaille chaque jour, il a appris son métier dans les livres. Jeune homme, il était acteur, jouait de la musique et se produisait au Teatro Stabile et au Cabaret Instabile. C’est l’amour qui l’a retenu à Venise où, dans les années soixante-dix, il a travaillé dans un théâtre d’agitprop féministe.

C’est vraiment incroyable comme Venise à changé, me confie-t-il. Autrefois, il y avait les nombreuses osterie où les anciens jouaient aux cartes. Le tourisme de masse a transformé la place Saint-Marc en stand de fast-food. Au lieu de savourer la vie, les gens s’y laisser parquer avec la conviction, illusoire, de s’enrichir davantage.

L’amour qu’il porte à Venise jaillit au moment où il évoque son premier appartement sur la Giudecca, lorsqu’il se remémore la beauté de la silhouette de la ville : vision matinale d’antan, et d’amant. Sa boutique-atelier reste son royaume.

Quel masque me va le mieux ? J’en choisis un avec menton et bouche. Mon visage désormais dissimulé, mon corps s’expose et semble grand, beaucoup plus grand, ce dont je n’avais jamais pris conscience. Cette distance offre un nouvel espace de représentation utilisé sans doute par l’acteur pour se mettre en scène. L’impératrice Sissi portait des masques, la nuit. Elle en tapissait l’intérieur de viande crue et se les fixait sur le visage. Sissi nourrissait son teint avec de la viande afin que le collagène préserve sa jeunesse.

Comment l’inspiration vient-elle à Carlo ? Elle est le plus souvent en contradiction avec son état d’âme. Rire sous la tristesse : la cassure se révèle dans le demi-masque. Libérer la tristesse pour laisser monter à la gaieté : telle serait la recette du bonheur. « Ça n’est pas nouveau, » conclut Carlo.

 


San Pietro di Castello est la seule partie de Venise où l’on voit des champs comme à la campagne. Je marche jusqu’à la Zona Militare. Derrière les murs, un terrain de jeu : des écoliers jouent au football. La Zona Militare est bouclée. Déserte et abandonnée. Une décharge à ciel ouvert. Une sans-abri fouille dedans. Elle est bossue. Entasse des papiers. Des pigeons grappillent des miettes de pain et des restes de nourriture dans une poubelle. Des chats, immobiles au milieu de la nuée de pigeons, me suivent des yeux. Je veux me souvenir de l’absurdité de ce coin de misère au sein de la beauté vénitienne, du coin perdu avec un ballon de foot qui s’envole derrière un mur et les cris d’encouragement des joueurs. À peine ai-je fait une photo que la sans-abri découvre ma présence et me chasse avec ses imprécations.

Je rentre par l’étroite passerelle métallique qui longe l’Arsenale et la Fondamenta Nuove. Les vaporetti mugissent, brassent l’eau de la mer et prennent la direction de San Michele et Sant´Erasmo. Les mâts des yachts résonnent comme des claves lorsque le vent souffle dans la direction de la marina.

 


« Actuellement, les transports en commun sont l’un des plus gros problèmes de Venise, » énonce Lorenzo. Il prépare notre dîner. Il coupe des tomates en dés, les jette dans sa poêle d’où s’élève une odeur suave sitôt qu’elles commencent à mijoter. Lorenzo habite au dernier étage de sa maison sur le Campo San Maurizio.

Les vaporetti sont trop lents. Les sociétés de bateaux taxis sont privées, aux mains d’une compagnie locale particulièrement puissante et qui plus est, protégée par l’absence de réglementation municipale. Les tarifs, prohibitifs, frisent le ridicule et ne sont accessibles qu’aux groupes de touristes. Les bateaux taxis ont l’autorisation d’utiliser tous les emplacements réservés au service, parkings, ports, hangars à bateaux, ainsi que les zones interdites à la circulation, malgré tout, leurs exploitants ne paient presque pas d’impôts. Par conséquent, Venise n’en tire guère profit, ce qui est inadmissible. Des sommes d’argent sont détournées, du moins faut-il le supposer. La loi favorise cet état de fait. Pour rallier Castello et Piazzale Roma, il faut marcher une petite heure. Avec le vaporetto aussi.

Les Vénitiens, comme les touristes, sont contraints d’emprunter le vaporetto pour la simple raison qu’il n’existe aucun véritable, c’est-à-dire efficace, système de bateau taxi. Voilà pourquoi les vaporetti sont sans cesse bondés et insupportent les Vénitiens. Sous la pression des lobbyistes, les nouveaux concepts destinés à mieux organiser le réseau de transports en commun sont sans cesse abandonnés. « Nous vivons au XXIe siècle, plus en 1912 ! » s’exclame Lorenzo. En conséquence, les Vénitiens qui travaillent sur terre ferme s’exilent. La vie sur Sant’Elena évoque l’existence des provinces les plus reculées. Pourquoi ne pas relier Mestre à Sant’Elena par un tunnel, comme l’a été Londres à Bruxelles ? La construction d’un métro circulaire maintiendrait l’animation à Venise où la circulation est interdite, tout en l’empêchant de devenir une ville-musée.

La Scuola internazionale di Grafica que dirige Lorenzo accueille des étudiants du monde entier. Ils travaillent à Venise, sur Venise, utilisent les presses d’imprimerie et en apprennent les techniques. Estampe, gravure et lithographie. « Pourquoi n’y a-t-il qu’une seule école internationale d’imprimerie à Venise ? » interroge Lorenzo. L’art graphique fait vibrer les mondes intermédiaires entre création et re-création de la réalité.

Mais pour les résidents vénitiens, les circonstances doivent être en adéquation avec les conditions imposées par notre époque. Le progrès ne saurait altérer le mythe immuable romantique de Venise, seulement la débarrasser de son kitsch… pour le plus grand bonheur de ses habitants.

 


Le parquet des salles de lecture de Querini Stampalia craque sous les pas. Le service des emprunts se trouve tout au fond. Mon passeport est le sésame qui m’ouvre l’accès aux lettres de Giacomo Casanova. Elles sont reliées dans un cahier protégé par une chemise cartonnée. Casanova adressa deux missives à Andrea Querini. Son écriture est régulière et pondérée, aux caractères bien détachés. Les traits à pression forte, épais, et à pression faible, donc plus fins, alternent. Les déliés sont ouverts, les lettres arrondies ou anguleuses avec, parfois, des arcades. Les points sur les i sont placés haut, les hampes et jambages des lettres sont cassés. L’écriture est de taille normale et penche un peu à droite. La première lettre des substantifs est presque toujours plus appuyée, et les interlignes, assez importants. Le texte a l’apparence d’un bloc ; les dernières lignes sont plus serrées. Je suis installée dans une salle de lecture calme et le papier des lettres de 1789 n’a pas ce friselis si caractéristique, mais plutôt un craquètement cristallin entre les doigts. Il est à peine jauni, fin mais rigide et comme vitrifié. Honte à celui qui a abîmé l’une des deux lettres de Giacomo Casanova à Querini !

Celui-là a volé la signature du célèbre et impénitent séducteur : il l’a arrachée au papier désormais défiguré par une encoche. On distingue encore les courbes du début de la signature de Giacomo Casanova. Le voleur n’a même pas accompli son forfait avec le soin qu’il aurait mérité. Les extrémités des hampes et jambages sont restées sur la page. L’écriture a pour ainsi dire subi une espèce d’émasculation.

La seconde lettre est en revanche intacte. La signature y est petite, presque d’allure modeste. En haut, Casanova a écrit l’adresse de Querini d’une écriture grandiloquente, en lui adjoignant son titre. Il a laissé un espace avant de commencer, plus bas, en lui présentant ses excuses parce qu’il ne dispose pas assez d’informations. Certaine que je ne suis pas observée, je cours le risque de caresser le papier.

À l’époque, Querini était ambassadeur à Paris et Casanova était l’espion de cet homme puissant. Casanova écrit ensuite quelques mots sur le pape, le népotisme, les dettes, et signe avec une dévotion déférente, presque avec débordement.

 


Et c’est avec un Giacomo de notre époque que je poursuis mon exploration. Le ciel se couvre. Combien de temps encore le beau temps va-t-il durer ? L’île de Sant’Erasmo est plate, rurale. C’est aussi un lieu d’excursion très apprécié, un vrai paradis maraîcher. C’est le milieu de la semaine, nous sommes les seuls cyclistes. Résidences à notre droite, prés et jardins. Devant nos yeux, se détachant sur la mer, une demeure de trois étages en tour. Nous apprendrons plus tard que l’agence immobilière l’aurait vendue à un prix dérisoire à un fonctionnaire de Rome. La transaction s’est déroulée dans le plus grand secret si bien que le voisinage a ignoré la mise aux enchères : un jeu joué d’avance. Il y a vingt ans, le prix de la licence autorisant la vente de graines destinées aux pigeons de la place Saint-Marc s’élevait à 60 000 euros. Et cette maison-là s’est vendue pour une bouchée de pain ? Tromperie et dessous de tables. Venise dévaluée. Les vendeurs de graines pour les pigeons faisaient fortune et naturellement, ne payaient pas d’impôts.

Tu vois la maison qui s’élève, là derrière, au bord de la mer ? Elle appartient à un gondolier. Tu crois qu’il en a payé la construction avec ses seuls gains de gondolier ? Et puis au fait, comment se fait-il qu’il ait reçu l’autorisation de la bâtir en bord de mer ? La loi l’interdit, en Italie.

Giacomo, c’est un type bien qui jamais ne quitterait son épouse, ce qui ne l’empêche pas de la tromper de temps à autre. Le gérant du restaurant s’installe en face de nous. Sa femme, nous confie-t-il, vient d’Europe de l’Est. « En vérité, les gens de là-bas sont meilleurs travailleurs que les Italiens », lâche-t-il. « Plus ambitieux. »

Vivre sur l’île, ça n’est pas un cadeau. Il aimerait partir. À cause des moustiques, il ne les supporte plus. En effet, nous subissons même leurs assauts quand il nous reconduit à la station, dans son auto. Longer l’île San Michele, la statue en bronze du passeur avec sa barque en route vers le royaume des morts, et prendre la direction de la Fondamenta Nuove. Promenade en gondole à travers Cannaregio, visite du ghetto et des magasins de souvenirs de San Polo. Adieux sur la place Santa Margherita, dans le Caffè Rosso. Ensuite, je conduis Giacomo vers les Zattere.

Curiosité et pudeur à la vénitienne vous préservent de la sensation d’être englouti par la masse des touristes. Élégance et grâce vont de pair avec un urbanisme raisonné, une solidarité sans faille et la plus grande intégrité sur le plan politique. Les citoyens du monde sont des capitaines sans bateaux responsables du lieu qu’ils ont la mission de faire vivre et revivre.

 


Merci à Gabriele Gmeiner, (artisan bottier) Giacomo (enfant), Lorenzo del Castro (directeur de la Scuola internazionale di Grafica), Daniele Frison (documentariste), Carlo Citron (puériculteur), Carlo Setti (facteur de masques), Giancarlo (danseur), Corto Maltese (Hugo Pratt) et merci à de nombreux autres.

 

 

Traduit de l’allemand par Véronique Minder

Podcast lu à haute voix par Béatrice Marlier


Véronique Minder (France, 1964) traductrice littéraire et d’édition, jeunesse et adulte, anglais et allemand. Nouvelle traduction (Hachette Jeunesse Romans) du Joueur d’Échecs et de Lettre d’une Inconnue de Stefan Zweig. Vit en Autriche depuis 2002.

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Curiosity 'alla veneziana'

Venice / Vienna, October 2012


The city is steeped in love’s enchantments. Its foundations rest on stakes rammed into the mudflats, washed by the briny delta. Salts gradually deposit a crystal crust on the plain timbers from the denuded Karst, fusing the piles into blocks of scintillating treasure. Venice sits on top of this sparkling structure; La Serenissima’s silhouette appears to float on the water. The palazzos are built of terracotta brick and tiles; marble, because of its stone weight, was rarely used. Instead, they invented ‘marmorino’ or fake marble, coloured and mixed plaster for lightness’ sake. Nonetheless, the city continues to sink a few millimetres a year.

Venice offered refuge; the city defied incursion. Its waterways were too deep for horses, its lagoon too shallow for ships. In relative safety, the trading mecca flourished. Rape and pillage reached the metropolis all the same, but self-confidence, once established, is not easily knocked. Neither under the Habsburgs nor under Napoleon.

What does the city have to offer today, besides sight-seeing and history?


Near Rialto, on the Campo with the Carlo Goldoni statue, red numerals glow in the window of Farmacia Morelli. They display the current resident population of Venice, which on 8 September 2012 had shrunk to 58,655. Since 1961, a total of 116,153 Venetians have left the city. The charming Giacomo, a friend from Vienna, recommended a book about the healing powers of the mosses found growing in the cracks of the walls of the Doge’s Palace. So what is it that makes the city unbearable? Lorenzo lives in Venice, is head of the Scuola Internationale di Grafica in Cannaregio. He reflects on the reasons for the population drift. Will the fish come into it when I write about Venice, he asks, citing Tiziano Scarpa, who likens the shape of the city’s central districts to the shape of a fish. Mestre and Marghera are Venice’s burgeoning industrial outposts.

I am in the belly of this very fine fish. At my pace, I can cover the six sestieri relatively quickly on foot. Venice is not small, but not big either. A pattern emerges after only a few days of walking the city. It’s as if I’m constantly drawn in the same direction, ending up in the same narrow streets, treading in my own footsteps again and again. Writing becomes my Ariadne’s thread, helping me find my way. I am familiar with the city but have never felt so at home here before. My eyes fall on a bocca della verità in the wall of an administrative building in Zattere; people used to put denunciations into these ‘mouths of truth’.

Walking, pausing, admiring, breathing in the Giudecca skyline, saying to myself, mantra-like, how indescribably good it is to be here. As I do so, my gaze is fixed on the Redentore church, built in thanks for deliverance from the plague. The repeated words trickle through the amygdala into my brain, connecting me with the enchanting scene before me. Everyone who visits Venice enjoys it in their own particular way.

The sun beats down on Zattere all day. With perverse anticipation, I wait for the monster cruise ships which skew the proportions of the city grotesquely as they pass by. They burst – no, rip – the seams of the city apart, these battleships of undiluted megalomania, fascinating in their sheer incongruity.

Their bellies hold thousands of passengers who, once disgorged, storm the centre of the city. Riva degli Schiavoni becomes completely congested around the Bridge of Sighs; it’s like reliving the trauma of birth if you have to dive into the crowd. Lorenzo says that Venice, once rich from the spice and slave trades, has been relying for too long on tourism alone. The money doesn’t even stay in the city these days; the investors take their profits elsewhere. Sustainability can only come through the people who work here, live here, pay taxes here. Something’s not right if the locals are leaving.

There are empty houses in Castello already, although the area around Campo Santa Ternità seems lived in. Children, old men and women, mothers, fathers, passers-by. Dogs and pigeons. People chat standing up. Park benches are few and far between. The tables and chairs outside pasticcerie are used by tourists; Italians take their breaks standing at the bar. At the church of San Francesco della Vigna, the side door is open. You can see the entrance to the sacristy, catch a glimpse of the priests’ magnificently embroidered vestments hanging up behind the counter, like precious costumes waiting to be donned by actors. The narrow streets seem to have a lot of lingerie shops. I rarely come across women wearing chador.

San Marco is thronged with tourists from all over the world, and in among them the street hawkers from Africa and Asia who flog handbags in a black market that has long since become part of the capitalist mainstream. Venice is good sales territory. Where do these street traders have a roof over their heads?


Between Calle degli Albanesi (the ‘Albanians’ Street’) and Calle delle Rasse (from the Slavic word for a canvas-like covering), the friendly waiter is happy to bring me a mineral water even at closing time. The average age of the tourists strolling by is forty-plus. The younger ones among them are either Chinese or Japanese. Tourists are all the same. Some behave better, some worse. And then there are the complete idiots. Those in this category masquerade as natives, knowledgeable locals, residents, as if they knew Venice, as if they were Venice. They disregard the fact that tourists are an integral part of it. Venetians, when they greet someone with Ciao, always say the person’s first name as well. The tourist can only echo his own anonymity. He avoids eye contact with other tourists, rushing past them with a confident stride. Weaving left and right, in a blind fury almost; then he comes to a sudden halt. A dead-end lies ahead. He must realise by now that he will be taken for a tourist. Does he feel fooled by the dead end; will he be ridiculed if he turns around? He doesn’t admit defeat yet, won’t admit to being exposed as a mere holiday-maker. He pretends he was looking for a particular address, and only then emerges from the dead-end and heads off around the corner.

Where does it come from, this need to keep a distance? From the knowledge that we will be leaving again soon, that our days are numbered?

Tourists are visitors who pay, not guests; they come, go, and pay their way. They are trading partners: they pay for probity up front and don’t redeem it until they actually meet the other party. The heavy dependence on friendliness in this relationship contradicts the notion of a contract between equal partners. Tourists in themselves are no guarantee of sustainability. The street traders grasp every glimmer of interest in a passing eye, swiftly and expertly, often predicting the mother tongue from body language or appearance, all the better to hustle for black-market business.

My own amazement at the wonders of Venice makes me feel kinder towards tourists, but I can’t help indulging in a spot of Schadenfreude when would-be ‘locals’ fall into traps or consumer honey-pots.


As the days go by, I can almost sense the swaying, even on terra firma, as if the crystalline foundations are rocked by the waves. The vaporettos ram the pontoons at their docking stations. Passengers stand with their legs a little further apart, their heads bobbing like buoys.

I cross over to San Polo and make for Campiello del Sol, off the beaten track of Ruga Ravano. Here, normal Venetian life goes on and has a future. Gabriella has become well known through TV documentaries and art projects, but what she is really famous for is her craft. She makes shoes to measure, and trains her own apprentices. She has been living in San Polo for 13 years, has found her niche in this street-level workshop. Four pairs of shoes a month and her artisan business is stretched to capacity. If you are going to live in Venice, you should live on the upper floors; the ground floor always smells musty. People age quickly in Venice; the damp seeps into one’s bones, in winter especially. Beautiful though the ancient walls are, there is mould lurking beneath the crumbling plaster. The muted reds of the houses around the Campiello are only warm to the eye. It gets very hot under the roof in the summer, but you put up with that for your health. Apart from blow-ins like herself, does Gabriella know any real Venetians? Of course – this one right here, she says, pointing at her three-year-old son. Giacomo.

He was born in true Venetian style. The contractions had started, were coming faster, and how are you meant to get to hospital in a hurry? The vaporetto will be packed with tourists, you can’t get there on foot, so you call the ambulance. The SS. Giovanni e Paolo hospital in Castello has been hit by cutbacks, soon there will only be the hospital in Cannaregio, but in June 2012 the maternity unit is still open.

Paramedics arrive and settle Gabriella on a trolley. Through the narrow streets they trundle her, up steps, down steps, over cobbles, planks and bridges, past bars where neighbours and friends call out their complimenti. The ambulance speedboat is waiting at the fish market jetty. Two hours later, Giacomo is born.

How often will he hear the story of the trolley and the complimenti? This is the first time it has been retold for him in writing.

Looking back, it sounds like a happy story; in reality it must have been pretty dramatic. The mother-to-be in already in labour and the midwife trying to stop curious bystanders from crowding in on her.

As soon as Giacomo can walk, he’ll go to a private crèche. The residents of Campiello Albrizzi are well organised, their children taken care of. In this neighbourhood, communication works well, says Gabriella, like in a village, without being too close for comfort. Her outsider status may have something to do with it, and the independence she has achieved through the shoe workshop. The buildings around Campiello Albrizzi belong to a baron. He is a Schönberg expert, loves the complexity and intellectual abstraction of twelve-tone composition. One of his sons is an architect, for the sole purpose of renovating and maintaining the family properties. The aristocrat’s major-domo has children too, who go to the same crèche. And if things should turn out differently for Giacomo, that’ll be fine too, says Gabriella.

She speaks Italian, but being a non-native also means she doesn’t have to get too involved in day-to-day Venetian affairs. Here, if you bump into a neighbour or friend, you go for a quick espresso. A quick chat is a deeper level of communication than a wave from the car.


The entrance hall of Ospedale SS. Giovanni e Paolo has a tri-coloured mosaic floor. Its checkerboard pattern creates a sense of space and grandeur; you feel as if you are climbing over blocks, walking up or down steps. Thinking in three dimensions creates the illusion of depth and perspective. I wander into the hospital corridors, where a four-coloured cat crosses my path for luck. The psychiatric outpatient clinic has a cloistered garden shaded by laurel trees. The cat slinks through an open glass door, hiding behind hampers of dirty linen. A lizard lounges on the balustrade; pigeons peck in the grass. The proportions of the cloister seem balanced. Italy is full of harmony, its architecture based on the Golden Section. Renaissance Italians studied the Ancient Greeks’ ‘golden proportions’, the ratio between the sections on a divided line that is considered most pleasing to the human eye, and applied this principle to spatial design. In German, the phrase einen Schnitt machen literally means to make a cut, but its idiomatic meaning is to turn a profit, a rather sly one at that. Corruption destroys the sense of balance and proportion in human relations. Italy suffers from the corruption of its invisible state bureaucracy. Visitors approach across the stone floors of the colonnade, coming from the corridor that leads to the paediatric unit. The lift takes you up to other wards, where the hospital begins to actually look like a hospital: sterile, white, cold. Air-conditioning units whirr; it’s September now but still very warm. The foundations of the inner courtyard are holding up a garden, grass, trees – I wonder where their roots go?

Hurried steps. Cats roaming about. Pigeon spikes on window ledges, cornices, parapets. The dock for the ambulance boat is at the end of the corridor in the next wing. Half way along the corridor I am tempted into the cafeteria, with its incredibly high black-brown panelled ceiling. The espresso comes in plastic cups. Patients, visitors and staff queue up at the cash register, then present the receipt for their order at the bar. In the far room, two women doctors sit on seats upholstered in blood red, stethoscopes and plastic coffee cups on the table in front of them. Not far from the cafeteria, patients shuffle towards the laboratory bearing other plastic cups. The cleaning trolley trundles along the tiled floor. Snatches of street music waft in.

You have to ring a bell to enter the psychiatric outpatient unit. The lucky cat is basking in the sun on a plinth. A blonde wearing bright red lipstick and a green mini-skirt comes out of the clinic, her iPod dangling in a pouch on her chest. The white cables tangle in the collar of her blouse, the buds are in her ears. While she’s doing her laps of the courtyard, an Asian youth is carried into the hospital on a kind of sedan – or is it a stretcher, a pushcart even, some sort of hybrid between a chair and a crate, with a high back that can tilt back to become a stretcher, with wheels and handles too, and a seat that can act like the foot of a sack trolley, depending on how you hold the thing. His feet are strapped in. The paramedic grabs hold of the straps as if they were handles and pulls the trolley into the paediatric unit. The blonde in the green mini returns, rings the bell, enters.


A good trattoria is both easy and hard to find. Being jam-packed with diners is not necessarily a sign of quality. The best thing is to be guided by the waiters. What’s on the menu today? The chap with the broad face recommends a noodle dish with prawns in a curry sauce. It’s the most expensive option. Once I say NO, I’m taken seriously. The waiter now behaves like a rational business partner and suggests Italian dishes. While I’m waiting for my food, an old lady salutes me. She obviously takes me for someone else. Her skin is all shrivelled up; the moisture in the Venetian air doesn’t even protect you from that, I think. Her carer pushes the wheelchair along. Where does she come from, I wonder? The Ukraine? In Venice, too, agencies place underpaid carers with people who need assistance. There is not nearly enough appreciation for the services carers provide. Kindness and consideration are taken for granted and, as such, go unremunerated. How to escape this vicious circle? Go to rack and ruin rather than be exploited?


Via Garibaldi cuts a broad swathe straight from Riva degli Schiavoni to the Arsenale. Bars, little shops, victuallers and vegetable barges line the street, which tails off into a canal. The cappuccinos have firm creamy foam on top, as luscious as fine chocolates. I repeat my mantra, extolling the beauty of the bustling street, the Venetians’ capacity to enjoy the moment in spite of the Fascist social housing. I notice a poster calling for a demonstration of the small fry against the big ships. Suddenly I’m blinded by a flash of light. What was that? Perhaps just a notion to spice up a Venetian tale. The blades of the wooden shutters snap open on the first floor opposite. Who is hiding behind those wide vertical slits? There’s only the hint of a presence. The sound of a cough.

Cigarette smoke? Definitely. There’s someone up there, watching me. How am I so sure it’s a man? And that he’s old? That cough – an old throat. Unshaven, in his dressing gown, sitting at his Venetian observation post. The entertainment of the cafe offers almost as much variety as any stage. I take a picture of his window, adjusting the focus, shifting, edging closer, zooming in on him. No matter what time I pass here on my perambulations, he’s always there, the scene unchanged.

After the storm that brought the autumn, though, the window was shut, and stayed shut, even when the weather grew warmer during the rest of my stay.

On Campo Bartolomeo, near Rialto Bridge, there has been no drop in the population figures in the pharmacy window. Still, I like to check them now and then.

How do the Chinese get on among the Venetians? All the leather shops have been bought up. How fair were those deals? There are already 2,000 Chinese migrants living in the city. The young shop assistants have such good Italian that the tourists fall for the ‘Italian experience’ they offer. Venice was always a melting pot for traders. But the mass-produced tat is annoying, not least because of the appalling quality, the poor taste and the exploitative production conditions. Leather goods of Italian origin are explicitly labelled Italian.

The shop window next to an overpriced restaurant claims a very different origin for its goods. The clothes are made in the women’s prison on Giudecca. The inmates are trained as seamstresses so that they can work to patterns designed by freelance fashion stylists. It’s a retraining project that started ten years ago. I had emailed the president of the organisation several times but received no response. In the end, I asked in the shop what crimes the women were in for. ‘Venice can be very cold,’ as one of the characters says in Patricia Highsmith’s revenge thriller Those Who Walk Away.

I venture words like carceri and piombo del tetto. The pale sales assistant knows what I mean. She’s originally from Padua, lives in Castello now, and she started selling fashion from the prison workshop because of a bet. The gold brocade coat in the window is a prisoner’s work, meant to help mend women’s self-esteem. The dressmaking apprenticeship is occupational therapy and part of the rehabilitation process; it even offers a future to those on life sentences, as they can go on to become fashion designers.

In addition to the dressmaking workshop, the prison project runs a laundry and a catering service. Fruit and vegetables are grown in the prison garden, preserved, and sold on Wednesdays. The prisoners make soaps from the herbs and flowers. Hotels that support the prison initiative place these soaps among the toiletries in their guests’ bathrooms. And so one hand washes the other, working up a nice little win-win foam.


There are few people about on Giudecca the morning after the big storm. The wind whistles along the Fondamenta delle Convertite. Tables and benches look weather-beaten; awnings droop lopsidedly. The long smooth facade of the former convent building is punctuated by the barred windows. Behind them sit the seamstresses, making, among other things, gold brocade coats that sell at a handsome price. Elegance is about restraint, careful contemplation of thread, shot and ton, drawing out intense shimmers of moonlight silver and jade green, the enduring discretion of timeless patterns. Fortuny fabrics are collectors’ items; they seem to flow even when framed on a wall. The fashion from the prison is affordable by comparison.


Gabriella once ran a similar project, making children’s shoes in the men’s prison. But the male prisoners are only in Venice while they await trial, and serve their sentences elsewhere. The time they spend in Venice isn’t enough to learn a shoemaker’s trade.

Casanova spent 15 months in the cells of the Doge’s Palace. His escape was planned, prison staff were bribed. The bit about escaping through the lead roof is fictitious, a piece of creative writing on the author’s part. It is not clear why he was arrested; he had joined the Freemasons in Lyon and come to the attention of the Venetian Inquisition, for profligacy and debts. He figured out how to escape and how to fine-tune his memoirs.

Child molesters making children’s shoes – it doesn’t bear thinking about. In German, Kindersärge (literally, ‘children’s coffins’) was a colloquial term for oversize men’s shoes (size 48 and up). But no, Venice is not that morbid, there is no call to dwell on crime, death and sorrow.

The city is all above ground and, night after night, around 300,000 hearts beat in Venice’s beds. There hasn’t been a murder for decades.


Villas, parks, gardens, luxury hotels, prime real estate, plenty of scope for speculative development and criminal energy. The Lido is wealthy. A cruise ship is heading out to open waters; my bus is taking a parallel course along the coast road. We turn off and cross the island; on the horizon we can still see the Leviathan’s bridge, towering above everything as it glides past the Lido, then gradually fading from view as it picks up pace and disappears off into the Adriatic.

The bus goes past the Ospedale al Mare. The windows in the fenced-off buildings of the compound have been smashed, the gates broken, medical equipment, furniture and appliances ransacked and vandalised. The hospital was only closed in 2002. In photos from the 1930s, patients and staff pose in serried ranks, reflecting the Fascist mass aesthetics of the day. Children sit at a very long table under an arcade, flanked by strict looking nurses. All eyes are fixed on the same point, the lens of the photographer, the Master of the Moment. In a sun-drenched ward even the empty beds are lined up in neat rows, like soldiers on parade. The view of the sea brings a hint of brightness into the rooms; the light seems to sparkle through open doors and windows.

I’m outside the Ospedale and the gate is locked. The complex was sealed off only a few days ago. There are weeds everywhere, bits of metal, glass, ripped-out windows, old computers rotting on the concrete path linking the buildings. The beach is only a stone’s throw away. A signpost on the way points into the scrub.

I end up in an open space in front of one of the buildings. In the middle of it, wheelchairs, bed frames, shower fittings and transfusion stands are piled up in a sculpture.

The hospital was originally built with charitable donations and therefore belongs to the local community, Carlo Citron explains to me later. He has been campaigning for the past year to save Teatro Marinoni, which was part of the Ospedale. Carlo supports the activists who have been occupying the building, organises workshops, concerts and an international art exhibition. There’s a round podium in the garden, in front of the entrance to the theatre. Rusty chairs and other dilapidated bits of furniture signal a temporary absence. Then I spy a man’s head in a window, bent over his camera’s video display.


The Marinoni was the heart of the hospital. A theatre to keep the patients’ bodies and souls together. Untouched, the ceiling fresco by – or at least assumed to be – Cherubini is still resplendent. The proscenium arch gleams in the sunlight. An upholstered chair makes a red splash of colour on the raised stage. The auditorium can seat around 300, the balcony is for technical and lighting crew. Two thousand people used to work in the Ospedale. Daniele Frison is a documentary film-maker. He’s recording the various events around the initiative to save this public asset. The core group consists of about 20 activists. They put on a few shows recently, and some of those who took part slept up in the balcony to mind the lighting equipment, beneath the harlequin and clown frescoes, the trumpeting angels and billowing clouds. In the glow of the setting sun, the theatre is ablaze with beauty, the red velvet curtain charging the space with energy.

Daniele takes me on a tour of the upper floors. Many of the rooms have installations in them; works of all shapes and sizes, by lesser or better known artists. A group of three rusty wheelchairs conveys the absence of their former users, against the backdrop of a bare wall on which a giant pair of wings hovers like a blue-grey shadow. Former employees, activists and patients will all have a say in the documentary, says Daniele, to capture the spirit of Venice, the kind of public debate that ultimately keeps the city together. In what was once the X-ray developing room, the walls and windows are now covered in images of bones, joints, skulls and internal organs.

At the kiosk outside the main entrance we meet Carlo Citron, a kindergarten teacher and political activist.

He modestly refers to himself as caretaker of the ‘Festival impossibile’, which has actually become possibile. He takes a hands-on approach, repairing the worst of the damage in the theatre. Complicated entanglements between Finanziaria Immobiliare, Consorzio Venezia Nuova and the Magistrato alle Acque feed speculation about dodgy deals involving the Grand Hôtel des Bains. The Excelsior already belongs to the dubious investment group Real Venice 2. What people fear, in reality, is that Venetian public property is being sold off. It’s harder to speculate with palazzos, which are self-defining and limited by their foundations, but here on the Lido every square metre can be exploited with maximum flexibility.

Carlo emphasises his commitment to a new Venice. The responsibility I have assumed, to save the theatre, only allows a small radius of action, he says, but I use it to the full. With a twinkle in his eye, he flexes his biceps to show his strength. The theatre is supposedly a protected structure, but what does that really mean? If it’s sold off, it could be demolished anyway. And if it burned down by accident? Then you could build as many apartments as you liked. Even if the deal is already done, the activists hope it’s not curtains yet, that there might be a change of heart.

Suddenly Carlo’s eyes narrow and focus sharply on a young man approaching on a bicycle. That guy slit the tyres on my car, he says. As the youngster passes us, Carlo shouts after him that he knows where he lives. It costs over 400 euros to get a tyre fixed. Corrupt politics is capitalising on the values we have here, robbing out of pure greed. Theatres are sacred, he says. We’re not rehearsing for rebellion here, we’re performing it live. The Festival Internazionale della Cultura e delle Salute has become a reality; perseverance has paid off. The longer-term aims still stand, to convert the site into workshops for international artists rather than let it become derelict and replaced by vacant apartments. One day, the Ospedale will become a Citadella Internazionale della Cultura e delle Salute.


Near La Fenice you’ll find another example of enduring Venice: masks, though these ones have nothing in common with the mass-produced variety swamping San Marco. Carlo Setti, one of the three real master mask-makers left, has a face that almost resembles one of his own masks, which is not all that surprising, since he models them on his own facial expressions. He studies moods and emotions in a face, then transforms them into static expression. The masks, full-face or half-mask, are moulded in leather, then painted, died or left uncoloured. You can see them in the shop window on the Frezzeria. This is where Carlo both makes and exhibits his work. Every conceivable corner is taken up with paper, leather, tools, models. Among his fans are actors and collectors who come to Venice to meet him. Carlo never goes anywhere, according to himself. Except to Marghera, which is where he lives. The commute to work takes 40 minutes each way. I put on a mask, animate the eyeholes with my own eyes, and see a strange yet familiar version of myself in the mirror. The masks are made of cowhide. Carlo explains in an email that the leather must be tanned with tannin so that you can work with it. Tannin is found in plants and bark. This natural tanning agent prevents the animal hide from disintegrating, makes it easy to mould. Each mask is an experiment for the master. Carlo’s way of working has everything to do with the pleasure principle and nothing to do with the forced tempo of the kitsch industry. He leaves a piece to one side if it doesn’t speak to him. He waits until an idea takes hold again, until creativity kicks in. Then the power of association makes him want to keep going. He works every day. His craft is something he learned from books. In his younger days, he was an actor and musician, performed in the Teatro Stabile and Cabaret Instabile. Love brought him to Venice, where he worked for a feminist agitprop theatre in the 1970s.

It’s unbelievable, how much Venice has changed, he says. There used to be plenty of osterias, with old people playing cards in them. Mass tourism has turned the San Marco area into one big gelato and fast-food joint. Now, instead of enjoying life, hordes of people are crammed into the area, in the mistaken belief that this brings in more money.

A flash of his love for Venice shows when he describes his first apartment on Giudecca, remembering the beauty of the silhouetted city, the early morning view back then, being madly in love. The small shop is still his kingdom.

Which mask suits me best? I pick a full mask, with a mouth and chin. Now that my usual face is hidden, my body is more obvious and looks enormous; I was never so aware of it before. The distance the mask creates allows new room to play, which is presumably what actors explore when they take on a role. Sissi, Empress Elisabeth of Austria, used to wear masks at night while she slept. She would line a mask with raw veal and then tie it on to keep the meat in contact with her face. Sissi was nourishing her complexion with the veal; the collagen was supposed to prevent ageing.

Where does Carlo get his inspiration? Ideas for facial expressions come to him unbidden; usually they are the manifestation of conflicting emotions. If someone laughs but is sad, the half-mask will show this split, this duality. Letting go of sadness to make way for levity: that is the secret of happiness. There’s nothing new in that, says Carlo.


San Pietro di Castello is the only part of Venice with proper grass. I went as far as the Zona Militare. On a sports pitch the other side of the high wall, schoolchildren were playing football. The military zone is sealed off at present. A dreary wasteland. A homeless woman with a humpback is rummaging in a refuse bin. She’s gathering bundles of paper. Pigeons peck at bread and food scraps from the bin. Cats crouch in the sea of cooing birds, fixing me in their gaze. I want to capture the absurdity of this squalor amid the splendour of Venice, this remote corner where a football flies high behind a wall and players cheer each other on. But before I can even take a photo, the homeless woman spots me and chases me off with loud abuse. I wend my way back, over the iron footbridge, through narrow streets skirting the Arsenale, along the Fondamenta Nuove. The vaporettos grind their gears, churn up the brine and head for San Michele, Sant’Erasmo. The gentle clank of rigging on masts in the marina sounds like wind-chimes in the breeze.


Public transport is the biggest problem Venetians have today, Lorenzo explains. He’s cooking dinner for me. The tomatoes have been sliced and finely chopped, and a sweet aroma hits the air as soon as they start simmering in the pan. He lives on the top floor of his building on Campo San Maurizio.

The vaporettos are too slow. The taxi companies are privately owned, under the wings of a powerful local association, and further protected by lax regulation on the part of local authorities. The fares are ridiculously high; only tourists can afford them, if they share. The taxis can use all the service stations, harbours and depots, and drive in the traffic-free zones, yet their owners pay very little tax. The services they enjoy at the city’s expense seem in total contradiction to the tax concessions they get. And much of their income is undeclared, no doubt. The law favours this state of affairs. It takes an hour to walk from Castello to Piazzale Roma; it takes just as long by vaporetto. Residents and tourists alike are forced to take the vaporetto because there is no ‘real’, functioning taxi system. So the public ferries are permanently overcrowded and a nightmare for local residents. Any proposals for new transport models are blocked by lobbyists with vested interests. But this is the 21st century, not 1912, says Lorenzo. The upshot is that Venetians who work on the mainland are leaving the city. Living on Sant’Elena is like living in a complete backwater. If it’s possible to connect London and Brussels with a tunnel, why not Mestre and Sant’Elena? An orbital underground rail network would preserve life in the car-less city and at the same time save Venice from becoming an uninhabited museum.

Lorenzo’s printmaking school takes in students from all over the world. They work on Venice while in Venice, operate the presses, learn the techniques. Etching, engraving, lithography. How come Venice only has one international school of printmaking, he asks? Drawings can capture and quicken the in-between worlds, between reality as it seems and as it is imagined.

But conditions for the residents of Venice must adapt to present-day reality. Progressive change would not destroy the myth of romantic Venice but render it less kitschy for its real inhabitants.


The parquet floors creak underfoot in the reading rooms of the Querini Stampalia as I make my way to the collection point at the very back. They take my passport as security before they let me see Giacomo Casanova’s manuscripts. Several notebooks are bound in a folder, along with the letters. He wrote two to Andrea Querini. The writing is even, steady, the letters unconnected and in a strong hand; broad strokes alternating with fine ones. The curves are open, the letterforms round and thin, sometimes ending in a flourish. The dots on the i’s are high. The ascenders and descenders are prominent; the general size of the letters seems normal, slopes to the right. The initial letter of almost every noun is heavily emphasised. The space between the lines is noticeably generous. The body of the text is block-shaped, becoming a little cramped towards the bottom of the page. I’m sitting in a room with these letters from 1789, and the pages clink rather than rustle between my fingers. The paper has hardly yellowed at all, but it’s thin and hard, like glass almost.

Shame on the barbarian who ruined one of Casanova’s letters to Querini! This wicked person stole the notorious womaniser’s signature, leaving a gaping hole near the bottom of the page where the name was ripped out. Vestiges of Giacomo Casanova’s sweeping initials are visible around its edges. The barbarian did not even apply an accurate eye to his nefarious task. You can still make out the tips of the ascenders and descenders around the edges of the hole. The writing has been castrated, as it were.

The second letter is intact, the signature neat, almost modest. Casanova gives great prominence to his addressee, Querini, in the first line, then leaves plenty of space before starting the body of his message, in which he apologises for not having enough information. There’s no one watching, so I dare to run my hand across the paper. Querini was an ambassador in Paris at the time, a powerful man, and Casanova by all accounts a spy. He carries on, writing about the Pope, nepotism, debts, and signs off effusively with humble devotedness etcetera.


I’m on a field trip with the latter-day Giacomo and the clouds are gathering. How long will the weather hold? Sant’Erasmo is flat, rural, a popular place for an outing, a market-gardening island. It’s mid-week and we are the only day-trippers cycling around. Along our right there are houses, fields, gardens, and straight ahead, towards the open sea, a tower-like three-storey house stands out. We later learn that it was auctioned to a civil servant from Rome for peanuts. The whole business was shrouded in secrecy, rigged in advance, none of the islanders knew about the auction. Twenty years ago you’d have paid as much as 60,000 euros for a licence to sell pigeon feed in San Marco. And this house here goes for peanuts? Dodgy deals and ill-gotten gains. Dragging Venice down. The guys who sold pigeon-feed grew filthy rich, and of course they never paid any taxes.

That house in the distance, do you see it, the one by the sea? It belongs to a gondolier. Does plying an oar buy you a house like that? And how come he got permission to build so close to the water? That’s against the law in Italy.

Giacomo is a man of honour who would never leave his wife, though he’d cheat on her anytime. The trattoria owner joins us. His wife is from eastern Europe. In general, he finds the eastern Europeans are better workers than the Italians, more motivated.

But living on the island is not exactly his dream; he wants out. The mosquitoes drive him mad. Sure enough, we kill several of the pesky creatures in his car when he takes us to the vaporetto dock a little later.

Heading back to Fondamenta Nuove, we pass San Michele and Dante’s Barge with the bronze figure pointing to the realm of the dead. Then we take a gondola through Cannaregio, visit the Ghetto, and souvenir shops in San Polo. We say goodbye in Caffè Rosso on Campo Santa Margherita. Then I take Giacomo to Zattere.

Curiosity and restraint alla veneziana will save you from feeling overwhelmed by the mass tourism in the city. Grace and elegance call for enlightened urban design, global solidarity and political integrity. Citizens of the world are captains without a ship, but they bear full responsibility for the places they choose to live in or enliven.


Thanks to: Gabriele Gmeiner (shoemaker), Giacomo (child), Lorenzo del Castro (Director of the Scuola Internazionale di Grafica), Daniele Frison (documentary film-maker), Carlo Citron (kindergarten teacher), Carlo Setti (master mask-maker), Giancarlo (dancer), Corto Maltese (Hugo Pratt), and others.

 

Translated from German by Rachel McNicholl

Podcast read by Cathy Smith


Rachel McNicholl is a freelance translator based in Dublin, Ireland. She holds a BA in German and Italian, an MA in German, and lived in Switzerland and Germany for many years. Apart from translating, she also works as a part-time lecturer, freelance editor and adult literacy tutor. Other work by Lydia Mischkulnig in Rachel’s translation has appeared in Best European Fiction 2013 (ed. Aleksandar Hemon; Dalkey Archive Press, 2012) and Zwei Wochen England (ed. Heide Kunzelmann; Sonderzahl, 2012). She has also translated work by Gabriele Haefs, Yoko Tawada and Sigrid Weigel, among others.