I do not live here

Ich lebe hier nicht

Andrea Stift

Andrea Stift

Andrea Stift, (Southern Styria, 1976) studied Applied Linguistics and German Philology and currently lives in Graz. She writes prose and poetry. She won a number of prizes and awards like the manuskripte-Literaturförderungspreis and the Startstipendium 2009. Her first book, called Reben was published in 2007. Since 2009 Andrea Stift works for the Austrian literary magazine manuskripte.

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Ich lebe hier nicht

Für S., meinen Prinzen

In Graz bin ich noch nie gewesen. Diese kleine Stadt mit einem sogenannten Berg in ihrer Mitte, darauf ein Uhrturm: ich kenne sie nicht. Das wäre ein guter Anfang.

In Wirklichkeit oder vielleicht leider wohne ich seit zwanzig Jahren hier. Diese Stadt ist mir so selbstverständlich geworden, dass ich nicht weiß, was ich noch über sie berichten soll. Graz ist eine mittelkleine Stadt mit mittelkleinen Provinzialitäten. Graz war nie mein Zuhause und je älter ich werde, desto enger erscheint es mir. Es ist ein belangloses Armdrücken jeden Tag zwischen mir und dieser Stadt. Graz versucht mich runterzuziehen, ich drücke zurück. Ich erzähle oft davon, dass ich bald weggehen werde. In Gedanken schmiede ich Abschiedspläne und –parties. Im Moment bin ich noch hier. Werde ich einmal nicht mehr hier sein, könnte mir leid tun, dass ich an Graz vieles doch nicht kenne.

Ich besuche also Plätze, Orte, Stellen, die ich nie zuvor gesehen habe. Vielleicht verliebe ich mich doch noch in Graz, wenn ich es mit der Neugier eines frisch Zugereisten zu betrachten lerne. Das wäre schön. Dann könnte ich, wohin auch immer ich gehe, ein bisschen was wie Wehmut dieser Stadt gegenüber mitnehmen.

Die Trafik am Dietrichsteinplatz, gleich neben dem Pamukkale. Die Feuerwache Süd. Die Uhlgasse. Eine Bank zwischen den Straßenbahnhaltestellen Teichhof und Tannhof lädt mich ein, ich stelle mein Fahrrad ab, hinter mir gibt es einen Bach. Ich rauche eine Zigarette, ein Zündholz explodiert zwischen meinen Fingern. Leider gibt mir das alles: nichts.

Die Hunde der Ebene erschrecken mich nicht so sehr wie der rundherum bellende Feinstaub. ‘Schau, da drüben habe ich einmal gewohnt,’ sagt S., ‘und dort die Familie P.’ Familie P. ist die Familie eines gemeinsamen Freundes. Ich sage, ‘wie schön,’ und sehe mich verstohlen um. Wir stehen an der Kirche, an der ich einmal unzüchtige Handlungen vorgenommen habe, an der Mauer. Damals war es finster und ich war betrunken und erst jetzt, zehn Jahre später, habe ich das Schild gesehen, auf dem steht: ‘Wir bitten diese Stätte mit Würde zu behandeln’. Denn diese Stätte ist ein Grabhügel von anno dazumal. Ein schöner Ort. So ist das Leben: Wir müssen uns regelmäßig verzeihen. Ich nehme Essens Hand und wir gehen weiter zu einem Achterl Sauvignon Blanc, der so intensiv riecht und schmeckt wie der Keller meiner Kindheit. Danach gerieren wir uns über den Rotwein, den sie uns im Parkhouse ausgeschenkt haben. Denn, lasst euch sagen, es passiert selten, dass S. und ich gefüllte Gläser stehen lassen.

Dreihundert oder vierhundert Stufen hinauf in einen schönen Wald. Es ist ein Ort, den S. und ich gesucht haben. Beim ersten Verirren habe ich mich zwischen Kühen wiedergefunden: Graz möchte so gerne eine Stadt sein und stinkt auch genau so, ansonsten ist es einfach nur ein Vorort zu einem größeren Ganzen. Mit Kühen. Ganz oben stellen wir uns auf so morsche Tische und fühlen uns wie die Könige der Welt. Ich nehme Schneckenhäuser in die Hand, für die ich auf meinem Arbeitsplatz eine Sammelstelle eingerichtet habe. Dann lasse ich sie doch wieder fallen, damit ich sie auf dem langen Heimweg nicht in meiner Jackentasche zerdrücke. Würde ich zuhause nur Schneckenhausfragmente in meiner Hand betrachten können, fühlte ich mich traurig. Eines hebe ich noch auf und spüre gleich, es ist bewohnt. Keine Panik, ich lege dich in sanftes Moos zurück und hoffe, dass du es noch ganz lange machst. Am Nachhauseweg sehen wir ein Reh und es sieht uns. Wir verharren alle einen Moment lang in gegenseitigem Respekt.

S. sagt, wäre er ein reicher Prinz, würde er mir diesen Wald kaufen, und rundherum noch ganz viele Wälder, damit ich meine Ruhe habe. Reich ist er nicht, S., aber Prinz meines wildpochenden Herzens und ich möchte ihn hier und jetzt spontan auf einem Moosbett lieb haben, nicht ohne vorher eine Umsiedelungsaktion aller im näheren Umkreis gefährdeten lieben Schnecken vorgenommen zu haben.

Graz, oh Graz, wie gerne möchte ich mich umgehend von Dir verabschieden. Fast zähle ich die Tage bis zu meinem Adieu. Anschließend werde ich vielleicht traurig sein, denn in Abschied bin ich gar nicht gut. Aber ich möchte es so gerne einfach darauf ankommen lassen. Dass ich noch hier bin ist das offene Ende eines Provisoriums.

Im Garten meines Innenhofes pfaute, es war einmal, vor langer Zeit ein Fasan auf und ab. Keiner konnte sich erklären wo er herkam (vom Schloßberg herabgesegelt?). Er nahm sich gelassen Zeit, herauszufinden, wie er aus dem Innenhof wieder entfliehen könnte. Fasane benötigen einen ziemlich langen Anlauf, um starten zu können. Aerodynamisch ungünstige Vögel, diese Fasane. Endlich hatte er die richtige Diagonale im viel zu kleinen Garten meines Innenhofes herausgefunden und startete und war weg und ward nie wieder gesehen. Ich bin auch ein aerodynamisch ungünstiger Vogel in einem viel zu kleinen Innenhof.

Am selben Abend gehe ich laufen und ich laufe schlecht und unmotiviert. Es ist ein lauer Frühlingsabend doch ich komme nicht in die Gänge. Als ich einen pummeligen Igel vor mir auf dem Gehsteig sehe, bleibe ich stehen und gschuhe ihn zurück auf seine Seite. Dabei weiß ich gar nicht, welche Seite seine Seite ist. Ich will nur nicht, dass er auf der Straße stehen bleibt und überrollt und zerquetscht wird und alles, was ich morgen Abend sehen würde, wenn ich wieder laufen ginge, wäre Igelmus. Das könnte ich mir nicht verzeihen und der ganze Film ist schon durch meinen Kopf, bevor ich noch abgebremst habe und stehen geblieben bin. Der liebe Igel. Der liebe Igel muss jetzt zurück auf die linke Seite und ich mache Geräusche (gschuh) und ich klatsche, und ich wachle mit den Händen, weil ich nicht ganz sicher bin, auf was mein lieber Igel reagiert. Er reagiert endlich, und läuft zurück nach links und während ich dämlich lächelnd wieder anlaufe, muss ich an die zwei Königskinder denken, die zueinander nicht kommen konnten. Vielleicht hat der liebe Igel eine liebe Igelin auf der anderen Seite der Straße und dauern kommt ein Tierfreund wie ich, der sich seinen täglichen Pfadfinderkick aus dem Verorten von vermeintlich hilfsbedürftigen Tieren holt, siehe oben, Schnecke. Und dann denke ich, ich bin vielleicht wie dieser Igel, der so gerne auf die andere Seite möchte, raus aus Graz, zu S., meinem Königskind und dann fügen sich schon die Puzzleteile: der Prinz, der motivierte Fasan, der paarungswillige Igel: ich und die wilden Tiere von Graz. Wie ich einmal nicht von Graz weg konnte. Das wird ein schöner Text und ich laufe hochmotiviert und seitenstechendverachtend nach Hause.

Am nächsten Tag sehe ich eine tote Maus in den Straßenbahngleisen in der Sackstraße und denke: Oje. Das ist die Maus, die es nicht geschafft hat, rechtzeitig über die Straße, weg von den Gleisen, raus aus Graz zu kommen. Ich bin die Maus und die Maus ist tot und vielleicht ist meine Idee doch keine so gute Idee.

Der Straßganger Friedhof, das Straßganger Bad. Das Schloß- und Schlüsselmuseum in der Wienerstraße. Die Wiki-Akademie, in der auch Erste-Hilfe-Kurse abgehalten werden. Orte, an denen ich noch nie war. Das Männerklo im Literaturhaus, nein, stimmt nicht, in dem war ich schon und wen habe ich dort getroffen? Meinen Onkel! (Eine nicht so lange und verwirrende Geschichte, wie es vielleicht klingt).

Hingegen das Männerklo im Running Horse: dort war ich wirklich noch nie und habe mich auch nicht hineingetraut, als S. mich mehrfach dazu aufforderte. Ich solle darin auf die Tafel schauen. Nur einen Blick. Ich war zu feig. Ich betrete ungern Männerklos, weil man nie weiß, was dort alles geboten wird, wo die Pissoire angebracht sind, und so weiter. Magda, die sich sehr wohl getraut hat, hineinzugehen und nachzusehen, berichtet mir, dass jemand auf die Tafel geschrieben hätte: ‘Ein viertelheller Mond läuft viel zu schnell durchs Fenster.’ Das ist ein Anfang eines Gedichtes, das noch dazu ich geschrieben habe und S., der Romantiker, hat es auf die Tafel im Männerklo gekritzelt. Ich fühle mich sehr gerührt und gleichzeitig furchtbar feig.

Tage danach packe ich den kleinen Hund meines Erstgeborenen und gehe mit ihm spazieren. Der Hund heißt Amy und ist wirklich klein. Sie will eigentlich auch gar nicht spazieren gehen, es ist zu heiß. Wir treffen in der Schröttergasse einen Hund, der noch kleiner ist als unser wirklich sehr kleiner Hund: es ist ein Chihuahuababy namens Lea. Sie ist weiß und tennisballgroß und ähnelt großartig einer Ratte. Ich wollte dem Hund heute die Führung überlassen. Mit Amy an der Leine, so mein Gedanke, würde es mir nicht schwer fallen, unbekannte, neue Orte zu finden. Wenn es sein muss, aus der Hundeperspektive.

Amy findet aber bloß ein angekautes Stück Schnitzel, ist hin- und hergerissen, möchte es eigentlich fressen, wird aber von den vielen darauf herummarschierenden Ameisen abgestoßen: Der Appetit siegt, aber nur kurz, mit ameisenumkrönter Schnauze springt sie zurück und zieht mich weiter.

In der Grabenstrasse steht seit gefühlten zwanzig Jahren das gleiche Graffito: ‘ICH LIEBE MEINE NE’. Ich liebe das ‘ICH-LIEBE-MEINE-NE’-Graffito. Es hat mir lange Zeit Rätsel aufgegeben. War es, weil die Grabenkirche nicht weit ist, vielleicht ein Ausbruch von Christlichkeit eines rechtschreibtechnisch nicht ganz sattelfesten Verfassers (‘ICH LIEBE MEINE NECHSTEN’)? Nein, die naheliegendste Vermutung ist natürlich die beste, es handelt sich ganz sicher um einen Mädchennamen. Bloß, um welchen? Außer Nelly und Nena fällt mir nichts ein, schon seit zwanzig Jahren fällt mir außer Nelly und Nena nichts ein und Nelly und Nena sind nun wirklich gar nicht grazerisch. Später hätte man vielleicht Netrebko daraus machen können, aber die war vor zwanzig Jahren noch nicht so populär und ich schätze, nur ganz wenige Jugendliche würden ausgerechnet ‘ICH LIEBE MEINE NETREBKO’ an eine Hausmauer graffitisieren.

(S. bringt dann schnell und ohne Nachzudenken die Lösung, klar, es muss natürlich ‘ICH LIEBE MEINE NEBENHÖHLENENTZÜNDUNG’ heißen, denn im gleichen Haus praktiziert mein Hausarzt. Freiheit für die Nebenhöhlenentzündung!)

Ich erinnere mich sanft daran, dass ich auch Orte, die ich kenne, einmal nicht gekannt habe und welche dieser Orte mich beim ersten Kennenlernen am meisten beeindruckt haben – das Landeszeughaus. Der Innenhof des Franziskanerklosters. Das Institut für Archäologie im Hauptgebäude der Universität. Der Kunstgarten. Eben. Geht ja.

Im Innenhof des Franziskanerklosters war ich das erste Mal im Jahr 2003. Ich kann mich an Jahreszahlen normalerweise nicht erinnern. Diese habe ich mir gemerkt, denn 2003 hatte die Kultur in Graz Einzug gehalten und tafelte prächtig. Einer der schwellenärmsten Orte war der Ort der Stille und dieser befand sich eben im Franziskanerkloster. Ich ging dorthin, weil man dorthin gehen sollte um ein Gedicht zu schreiben oder ein Bild zu malen (Papier und Stifte konnte man aus einer am Gang aufgestellten Holzkiste nehmen). Das ist ein schöner Klosterinnenhof mitten in der Stadt und kaum einer kennt ihn. Man kann sich auf eine Bank setzen und dem Garten lauschen, man kann auch beten, wenn man das möchte. Aber man muss nicht, und das ist schön. Ich habe dort ein Gedicht geschrieben und in die dafür vorgesehene Sammelbox geworfen. Das war mein Beitrag zum Kulturjahr 2003. Umgekehrt war der Beitrag des Kulturjahres an meine Biographie die Möglichkeit zur Entdeckung dieser Oase der Besinnlichkeit.

Abends entdecke ich voller Freude eine neue Straße namens Kettengasse. Sie ist mir beim ziellosen, gemächlichen Radeln durch meinen Bezirk aufgefallen, ich fahre durch, sie ist kurz und klein. Rauskomme ich am Schwimmschulkai und sofort steigere ich mein Tempo. Am Schwimmschulkai gibt es nichts Zielloses, jeder, egal ob Fußgänger, Radfahrer oder Inlineskater hat hier eine Destination: so schnell wie möglich ans andere Ende zu kommen. Weil der Schwimmschulkai eine der wenigen autofreien und beschaulichen Geraden in Graz ist, wird er nahezu rund um die Uhr von Fitnesswilligen zu einer ungemütlichen Stätte des Freizeitstresses gemacht. Meine Kinder und die Kinder mindestens der Hälfte aller Grazer haben hier Radfahren gelernt und wurden gleichzeitig auf die rüden Sitten des hiesigen Straßenverkehrs eingeschworen. Nicht nur einmal wurden sie von muskelbepackten Läufern beflegelt, die auf dem Weg zu einem besseren Selbst nicht mit Kindern im Weg gerechnet hatten. Ich selbst bin Läuferin, doch weil alle Läufer, die mir hier oder im Stadtpark oder in der Keplerstraße (es wird mir auf ewig ein Mysterium bleiben, wieso Läufer auch an den verkehrsreichsten Straßen Graz mit Sicherheit zu finden sind) entgegen kommen, immer einen leichten Hauch von gequälter Ungesundheit mit sich tragen, versuche ich, gemäßigt zu laufen, höchstens dreimal in der Woche. Beim leichtesten Unwohlsein verschiebe ich mein Fitnesssoll ohne den leichtesten Hauch schlechten Gewissens. Ein großer Hund schaut mich über eine Balkonbrüstung an, er hat die Vorderpfoten aufs Geländer gelegt und sieht zu mir hinab. Eine grauweiße Katze quert meinen Weg und ich freue mich. Bei einem Hund bleibe ich indifferent, die Vornehmheit einer jeden Katze erfreut mich augenblicklich.

Leider haben wir selber einen Hund. Ich kann nichts machen. Ich habe ein einziges Mal aus erziehungstechnischen Gründen nachgegeben, nun haben wir einen typischen Wohnungshund, wie es so viele in Graz und allen Städten gibt. Wie schon vorhin erwähnt, er ist nicht sehr groß. Wenn er einmal nicht will, wie ich, ergreife ich ihn an seinem Brustgeschirr und trage ihn wie eine Handtasche. Und jetzt alles retour, denn es ist kein er sondern eine sie.

Wäre ich noch nie in Graz gewesen, würde ich die Eisengasse nicht kennen, das Langedelwehr oder die Starhemberggasse. Dort und auch sonst wo leben Menschen, die entweder mit mir nichts mehr zu tun haben wollen oder mit denen ich nicht mehr rede. Wir haben uns aus unseren Leben gegenseitig hinausgestrichen und oft ist das ganz undramatisch passiert. Die Starhemberggasse ist, wie einige andere Adressen in Eggenberg, so ein bisschen ein Scherbenviertel. Die Stadt hat sich behördlicherseits bemüht, das zu ändern: mit EU-Geldern bunte Balkone montiert und so, aber die Menschen, die dort wohnen, kann man nicht ändern und die wollen sich auch nicht ändern und ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll oder schlecht. Ich glaube, ich finde es gut, will aber in die Starhemberggasse nicht ziehen. In der Starhemberggasse hatte ich einmal eine Freundin, der ging es, wie vielen meiner Freunden oder Freundinnen: dass sie irgendwann aufhören, meine Freunde und Freundinnen zu sein, weil ich mich nicht mehr für sie interessiere. Ich sage ihnen das nie, ich suche und finde immer einen Vorwand und den kaue ich dann solange innerlich wieder, bis er ein Grund geworden ist. Der Grund ist dann so einleuchtend und übermächtig, dass ich ihn nicht einmal mehr mitteilen muss, ich breche den Kontakt ab und mache mir ganz lange keine Gedanken mehr darüber. In der Eisengasse aber lebt ein Exfreund und kaum habe ich begonnen, diesen Absatz zu schreiben, treffe ich ihn in der Humboldtstraße wieder: ich warte auf den 63-er und er radelt an mir vorbei und wir sehen uns in die Augen. Es ist ein Moment unbiblischen Erkennens und wir sind beide froh, als er vorüber ist und vergessen gleich wieder.

Mit dem 63-er fahre ich dann Richtung Raaba, was aber definitiv nicht mehr zu Graz gehört, weswegen ich von den aberwitzigen Ereignissen, die mir dort widerfahren (es ist Ostern) nichts berichten kann.

Vielleicht ist es ja auch so: dass ich aus dieser Stadt weg will, damit ich nicht dauernd daran erinnert werde, dass ich nicht willens bin, mit Menschen länger auszukommen. Sie werden langweilig, könnte ich behaupten, oder mir in irgendeiner anderen Art und Weise zuwider. Ganz wenige schaffen es, die Spannung aufrecht zu erhalten. Ich mag es nicht, wenn etwas zu vorhersehbar wird. Gut, das betrifft jetzt nicht nur meine Menschen, das betrifft mein ganzes Leben. Ich habe nicht einmal ein schlechtes Gewissen deswegen. Vielleicht, um mich irgendwie daraus zu retten, vielleicht überträgt sich die Langeweile, die Graz in mir induziert, auf meine Freunde beziehungsweise Exfreunde. Dann bin ich daran nicht ganz alleine schuld.

Und Graz ist so klein. Ich treffe dauernd Leute, denen ich lieber ausweichen würde: Exfreunden, den besagten Freundinnen, bei denen ich mich grundlos niemals wieder melde. Zahnärzten und Kontobetreuern. Es ist zum Heulen. Ich weiß nicht, wie die anderen das ertragen. Ich höre auch nur ganz selten von den Fällen, die einfach wirklich weg gehen, weg, weg, weit weg. Nach Wien, Berlin oder Sardinien, das war bis jetzt das weiteste aus meinem Bekanntenkreis. Einige, jung, ungebunden oder Künstler, behelfen sich mit mehreren Wohnsitzen in mehreren mondänen Städten.

In meinem Bett ist eine Mulde und diese Mulde ist ganz neu. Nie zuvor war ich an diesem Ort, in dieser Mulde und sie erinnert mich an etwas Wunderbares. Und dann fällt mir ein, wie es wirklich ist, Graz.

Der Bezirkssportplatz in Andritz. Die Waldorfschule auf der Ries. Die kleine Kapelle, wenn es denn eine Kapelle ist, die man sieht, wenn man bei der Haltestelle Weinzödlbrücke auf den Bus wartet. Dort auf dem abgeholzten Hang gegenüber.

S. sagt, er bevorzuge es, nicht daran zu denken, ob ich einmal in seine Nähe rücken werde oder nicht und ich schlage mir mit der flachen Hand auf die Stirn und denke: Das ist doch auch einmal mein Motto gewesen. So bin ich doch auch einmal gewesen. Ich muss mich daran erinnern, was mir diese Stadt bedeutet, was sie jetzt ist. Wenn ich mit S. spazieren gehe oder auch, wenn S. nicht hier ist. Da lebe ich ja auch.

In den schönsten Zeiten von Graz gehe ich schon vormittags auf den Lendplatz, um eine Beiriedschnitte zu kaufen oder ein paar Radieschen. Danach ein Achterl, alles in der Arbeitszeit. Ich laufe um Geburtstagsgeschenke und betrete Warenhäuser, die sich gerieren, als wären sie in einer viel größeren Stadt, als wären sie Harrods in London zum Beispiel. Dort singen Opernsängerinnen um den Egyptian Escalator, das wird der Kastner sicher auch noch bringen. Denn der Kastner ist Spektakel eines nicht vorhandenen Understatements. Ich mag ihn nicht, doch nur dort gibt es Pokerkarten wie im Casino, Pokerkarten, die mein Sohn braucht, er wurde siebzehn. Bald ist er achtzehn und will aus dieser Stadt nicht weg. Dann soll er hierbleiben, denke ich, hole seine Torte ab, gleich im Cafe gegenüber. Auf der Torte steht: Lang lebe David.

In den schönsten Zeiten dieser Stadt bevölkern Wesen, Freunde, meine Wohnung, trinken und essen. Lesen und machen Musik, wir freuen uns alle. Die Nachbarn mit dem Neugeborenen unter mir denken bereits schlecht von mir, obwohl sie erst vor wenigen Wochen hier eingezogen sind. Der Balkon hat einen Sprung. Er ist aus Naturstein wird mir erklärt, fast völlig unmöglich, wenn nicht gar ausgeschlossen, dass er unter arger Belastung Trinkender und Rauchender und Essender zusammenbricht. Ich will nicht sterben hier in dieser Stadt, indem ich vom Balkon falle. Ich will aus Graz weg, bevor mein Balkon bröckelt, schwöre ich mir. Steht man bei mir am Balkon, sieht man den Schloßberg in all seiner Pracht, das wird mir fehlen. Es wird mir fehlen zu Sylvester das Feuerwerk ganz nah und doch in sicherer Distanz zu betrunken schwebenden Bierflaschen hautnah miterleben zu dürfen. Manchmal hört man eine Rettung durch die Grabenstrasse fahren, das Folgetonhorn ganz laut, ganz laut, es hört nicht auf, dann heißt das, dass irgendein blöder Autofahrer nicht rechtzeitig ausgewichen ist, jetzt steht sie da die Rettung und will weiter, aber kann nicht. Der ganze Innenhof ist Folgeton.

Meine schönsten Zeiten sind in dieser Stadt mit S. an meiner Hand. Das geht auch anderswo, doch S. stammt von hier. Jetzt lebt er woanders, aber es ist doch ein Gutes, denke ich mir, an Graz, wenn sie so etwas Schönes wie S. mithervorgebracht hat.

Ich bin wie hier eingeschweißt. Ich rette mich ganz gern in meine Tagträume. Dann träume ich mich dorthin, wo ich herkomme (das ist nicht Graz) oder dorthin, wo ich hin will (also überallhin). Sehr viele meiner lieben Menschen verstehen nicht, was ich denn an Graz auszusetzen habe. Dann versuche ich, es zu erklären, kann irgendwann nicht mehr weiter, stehe an und auf und schließe meistens mit: Ich bin einfach schon zu lange hier.

Die Friedrich-von-Gagern-Allee. Der Büchersegler, ein neues Buchgeschäft. Das Stukitzbad und die Rebengasse. Der Metahofpark, in dem ich nur einmal war, und das ist schon so lange her. Vieles ist nicht wahr, es wird sehr viel gelogen hier, das fällt mir auch noch ein. Ich nehme das Armdrücken-Motiv von der ersten Seite herunter und füge es hier ein und mache ein abschließendes Gedicht daraus. Es geht so.

Wir veranstalten ein Armdrücken, meine Stadt und ich
Sie stemmt mich nieder und ich drücke dagegen
Ich bin nicht so gut darin
Sie hat mehr Konsequenz, und Tauben

Die Tauben stören mich gar nicht so, was mich behelligt
Sind die Menschen, dass ich alle, alles kenne ich
Dass jeder mich an jeder Straßenecke grüßt
Keiner küsst mich

Die Stadt ist klein, mein Geist ist groß
Zumindest rede ich mir das gerne ein. Die Vöglein zwitschern
Von diesem Berg herab in meinen Garten
Der Berg ist überall und wo man ist, ist Berg
Was nicht bedeutet, dass man eingekesselt ist. Das wiederum gefällt mir.
Man kann hier durchaus atmen.

An vielen schönen Stellen geh ich gern vorüber
Ich hatte einschneidende Erlebnisse hier, erste Küsse,
Geschlechtsverkehr, und so. Ihr wisst schon.
Dreitausend Gänge durch so fremde Gassen.
Ich weiß doch eigentlich auch nicht, was mich stört,
an dieser, meiner kleinen Stadt.
Jetzt hat sie glatt schon wieder gewonnen.

 

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Ik woon hier niet

Voor S., mijn prins

In Graz ben ik nog nooit geweest. Die kleine stad met een zogenaamde berg in het midden met daarop een klokkentoren: ik ken ze niet. Dat zou een goed begin zijn.

In werkelijkheid of misschien helaas woon ik hier al twintig jaar. Deze stad is voor mij zo vanzelfsprekend geworden, dat ik niet weet wat ik er nog over moet vertellen. Ik wil ook helemaal niet kwaadspreken, maar Graz is een gemiddeld provinciale stad, van gemiddelde grootte. Graz is nooit mijn thuis geweest en hoe ouder ik word, hoe bekrompener het me toeschijnt. Deze stad en ik doen dagelijks een onbetekenend partijtje armworstelen. Graz probeert me naar beneden te drukken, ik duw terug. Ik vertel vaak dat ik weldra wegga. In gedachten bedenk ik afscheidsplannen en -feestjes. Momenteel ben ik nog hier. De dag dat ik hier niet meer zal zijn, zou het me kunnen spijten dat ik een heleboel dingen van Graz toch niet ken.

Daarom bezoek ik plaatsen, plekken, stekken die ik nooit eerder heb gezien. Misschien raak ik toch nog verliefd op Graz, als ik er met de nieuwsgierigheid van een onbevooroordeelde vreemdeling leer naar te kijken. Dat zou mooi zijn. Dan zou ik overal waar ik ging een beetje heimwee naar deze stad meenemen.

De sigarenwinkel op Dietrichsteinplatz, vlak naast de Pamukkale. Brandweerkazerne-Zuid. De Uhlgasse. Een bank tussen tramhaltes Teichhof en Tannhof nodigt me uit, ik parkeer mijn fiets, achter mij loopt een beekje. Ik rook een sigaret, een lucifer ontploft tussen mijn vingers. Helaas biedt dat alles mij: niets.

De honden hier jagen me minder schrik aan dan het fijn stof dat in het rond wordt gehoest. ‘Kijk, daar aan de overkant heb ik ooit gewoond’, zegt S., ‘en daar familie P.’ Familie P. is de familie van een gemeenschappelijke vriend. Ik antwoord: ‘Leuk,’ en kijk heimelijk rond. We staan bij de kerk waar ik ooit eens onkuise daden heb verricht, tegen de muur. Het was toen donker en ik was dronken, en pas nu, tien jaar later, zie ik het bord waarop staat: ‘Gelieve u op deze plek waardig te gedragen’. Want deze plek is een grafheuvel van heel lang geleden. Een mooie plek. Zo is het leven: we moeten onszelf geregeld vergiffenis schenken. Ik neem de hand van S. in de mijne en we vervolgen onze weg naar een glaasje Sauvignon Blanc dat zo intens ruikt en smaakt als de kelder van mijn kindertijd. Vervolgens ontfermen we ons over de rode wijn die in het Parkhouse voor ons wordt uitgeschonken. Want, het moet gezegd, het gebeurt maar zelden dat S. en ik gevulde glazen laten staan.

Drie- of vierhonderd treden omhoog naar een mooi bos. Het is een plek waar S. en ik naar hebben gezocht. Toen ik de eerste keer verdwaalde kwam ik tussen koeien terecht: Graz zou zo graag een stad zijn en stinkt ook precies zo, maar voor het overige is het niet meer dan een voorstad van een groter geheel. Met koeien. Helemaal boven gaan we op de vermolmde tafels zitten en voelen ons de koning te rijk. Ik neem slakkenhuisjes in mijn hand, op mijn werkplek heb ik er een verzamelplaats voor ingericht. Dan laat ik ze toch weer vallen, zodat ik ze op de lange weg huiswaarts niet platdruk in mijn jaszak. Ik zou het jammer vinden mocht ik thuis alleen maar stukjes slakkenhuis in mijn hand vinden. Eentje raap ik nog op en ik merk meteen dat het bewoond is. Geen paniek, ik leg je terug op het zachte mos en ik hoop dat je het nog lang trekt. Op de terugweg zien we een ree en de ree ziet ons. Een kort moment van stilstaan in wederzijds respect. We blijven allemaal even stilstaan in wederzijds respect.

S. zegt dat hij, als hij een rijke prins was, dit bos voor mij zou kopen, en eromheen nog veel meer bossen, opdat ik rust zou hebben. Rijk is hij niet, S., maar wel prins van mijn wild bonzende hart en ik zou hem graag hier en nu op een bedje van mos spontaan liefhebben, niet zonder vooraf een verhuisactie ondernomen te hebben voor alle in de onmiddellijke omgeving bedreigde lieve slakken.

Graz, o Graz, hoe graag zou ik onverwijld afscheid van je nemen. Ik tel haast de dagen die me scheiden van mijn adieu. Daarna zal ik misschien verdrietig zijn, want in afscheid nemen ben ik helemaal niet goed. Maar ik zou het zo graag zover laten komen. Dat ik nog hier ben is het open einde van een provisorium.

In de tuin van mijn binnenplaats liep eens, lang geleden, een fazant als een pauw te pronken. Niemand kon zeggen waar hij vandaan kwam (van de Schlossberg naar beneden gezeild? Of zelfs uit de hemel neergedaald?). Hij nam rustig de tijd om erachter te komen hoe hij weer uit de binnenplaats kon ontsnappen. Fazanten hebben een behoorlijk lange aanloop nodig om te kunnen opvliegen. Aërodynamisch problematische vogels, die fazanten. Uiteindelijk had hij de juiste diagonaal in de veel te kleine tuin van mijn binnenplaats gevonden en vloog hij op en was weg en liet zich nooit meer zien. Ik ben ook een aërodynamisch problematische vogel op een veel te kleine binnenplaats.

Diezelfde avond ga ik hardlopen en ik loop slecht en ongemotiveerd. Het is een zachte lenteavond maar ik kom niet op gang. Ik houd halt voor een mollige egel op de stoep en jaag hem terug naar zijn kant. En dat terwijl ik geen flauw idee heb welke kant zijn kant is. Ik wil alleen niet dat hij op straat blijft en overreden en vermorzeld wordt en dat alles wat ik morgenavond zal zien als ik opnieuw ga hardlopen, egelmoes zou zijn. Dat zou ik mezelf niet kunnen vergeven en nog voor ik heb afgeremd en stilsta, heb ik dat alles als een film voor mijn ogen gezien. De lieve egel. De lieve egel moet nu terug naar de linkerkant en ik maak lawaai (ksj ksj) en ik klap in mijn handen en ik wapper met mijn handen, omdat ik niet goed weet waar mijn lieve egel op reageert. Uiteindelijk reageert hij en hij loopt terug naar links en terwijl ik idioot glimlachend weer begin te lopen, moet ik aan de twee koningskinderen denken die niet bij elkander konden komen. Misschien heeft de lieve egel een lief egelwijfje aan de overkant van de straat en komt er telkens weer een dierenvriend zoals ik langs, die aan het verhuizen van vermeend noodlijdende dieren zijn dagdagelijkse padvinderskick beleeft, zie hoger: slakken. En dan bedenk ik dat ik misschien net als deze egel ben, die zo graag naar de overkant wil, weg uit Graz, naar S., mijn koningskind en dan valt de puzzel in elkaar: de prins, de gemotiveerde fazant, de paarlustige egel: ik en de wilde dieren van Graz. Hoe ik ooit niet wegraakte uit Graz. Dat wordt een mooie tekst en ik loop huiswaarts met bijzonder grote motivatie en bijzonder weinig consideratie voor de steken in mijn zij.

’s Anderendaags zie ik een dode muis liggen in de tramsporen van de Sackstraße en ik denk: o jee. Deze muis is er niet in geslaagd tijdig de straat over te steken, weg van de sporen, weg uit Graz. Ik ben de muis en de muis is dood en misschien is mijn plan toch niet zo’n goed plan.

Het kerkhof van Straßgang, het zwembad van Straßgang. Het slot- en sleutelmuseum in de Wienerstraße. De Wiki-Akademie waar ook EHBO-cursussen worden gegeven. Plekken waar ik nog nooit ben geweest. Het mannentoilet in het Literaturhaus, nee, klopt niet, daar ben ik al eens geweest en wie liep ik daar tegen het lijf? Mijn oom! (Een verhaal dat niet zo lang en verwarrend is als het misschien klinkt.)

Het mannentoilet in de Running Horse daarentegen: daar ben ik echt nog nooit geweest en ik heb me er ook niet naar binnen gewaagd, hoewel S. me daar meermaals toe aanspoorde. Ik moest daar eens een blik op het bord gaan werpen. Eén blik maar. Ik was te laf. Ik ga niet graag mannentoiletten binnen, omdat je nooit weet wat je er kunt verwachten, waar de urinoirs hangen, enzovoort. Magda, die het wel heeft gewaagd binnen te gaan en rond te kijken, vertelt me dat iemand op het bord had geschreven: ‘Een kwartheldere maan loopt veel te snel langs het raam. En kwartheldere strepen splijten mijn droom.’ Het is het begin van een gedicht dat bovendien van mijn hand is en S., de romanticus, heeft het op het bord in het mannentoilet gekrabbeld. Ik voel me erg ontroerd en tegelijk vreselijk laf.

Enkele dagen later ga ik uit wandelen met het hondje van mijn oudste zoon. De hond heet Amy en is echt klein. Eigenlijk wil ze ook helemaal niet uit wandelen, het is veel te warm. In de Schröttergasse komen we een hond tegen die nog kleiner is dan onze echt heel kleine hond: een chihuahuababy genaamd Lea. Ze is wit en zo groot als een tennisbal en ze heeft geweldig veel weg van een rat. Vandaag wou ik me door de hond laten leiden. Ik dacht dat het met Amy aan de lijn niet moeilijk zou zijn om onbekende, nieuwe plekken te ontdekken. Indien nodig vanuit hondenperspectief.

Maar Amy vindt alleen maar een stuk schnitzel waar al aan geknabbeld is, ze wordt verscheurd door twijfel, zou het eigenlijk graag verorberen, maar wordt afgeschrikt door de talrijke mieren die erop rondmarcheren. De appetijt wint het pleit, maar niet voor lang, met haar snuit vol mieren springt ze terug en trekt me verder.

In de Grabenstraße valt al twintig jaar dezelfde muurkrabbel te lezen: ‘IK HOU VAN MIJN NA’. Ik hou van die ‘IK-HOU-VAN-MIJN-NA’-muurkrabbel. De betekenis heeft me lang kopbrekens bezorgd. Was het misschien een opstoot van christelijkheid van een spellingstechnisch niet erg beslagen auteur (‘IK HOU VAN MIJN NAASTE’) – de Grabenkirche ligt tenslotte niet veraf? Nee, de meest voor de hand liggende veronderstelling is natuurlijk de beste, het wijst vast en zeker op een meisjesnaam. Maar welke? Er schiet me behalve Nathalie en Nadine niks te binnen, al sinds twintig jaar schiet me behalve Nathalie en Nadine niks te binnen en Nathalie en Nadine zijn nu toch echt geen namen uit Graz. Later zou je er misschien Natrebko in hebben kunnen lezen, maar die was twintig jaar geleden nog niet zo populair en ik vermoed dat maar heel weinig jongeren uitgerekend ‘IK HOU VAN MIJN NATREBKO’ op een huismuur zouden krabbelen.

S. biedt dan snel en zonder nadenken de oplossing, het is duidelijk, er moet natuurlijk ‘IK HOU VAN MIJN NAGELRIEMONTSTEKING’ staan, want in hetzelfde huis houdt mijn huisarts praktijk. Vrijheid voor de nagelriemontsteking!

Ik herinner mij vaag dat ik ook plekken die ik ken ooit niet heb gekend en van welke van deze plekken ik bij de eerste ontmoeting het meest onder de indruk was – het Landeszeughaus. De binnenplaats van het Franciscanenklooster. Het Instituut voor Archeologie in het hoofdgebouw van de universiteit. De Kunstgarten. De Starhemberggasse. Inderdaad. Die ook.

In 2003 was ik voor het eerst op de binnenplaats van het Franciscanenklooster. Normaal gesproken kan ik me geen jaartallen herinneren. Dit heb ik onthouden omdat in 2003 de cultuur haar intrede in Graz had gedaan. Een van de laagdrempeligste plekken was het oord van stilte in het Franciscanenklooster. Ik ging erheen omdat je erheen moest om een gedicht te schrijven of een tekening te maken (papier en stiften kon je uit een houten kistje nemen dat in de gang stond). Het is een mooie kloostertuin midden in de stad en nauwelijks iemand heeft weet van het bestaan ervan. Je kunt er op een bank gaan zitten en naar de tuin luisteren, je kunt ook bidden als je dat zou willen. Maar je hoeft niet, en dat is mooi. Ik heb er een gedicht geschreven en het in de daartoe bestemde doos gestoken. Dat was mijn bijdrage aan het Cultuurjaar 2003. Omgekeerd was de bijdrage van het Cultuurjaar aan mijn biografie dat het me de kans bood deze oase van bezinning te ontdekken.

’s Avonds ontdek ik tot mijn vreugde een nieuwe straat, de Kettengasse. Ze is me opgevallen tijdens het doelloze, gezapige fietsen door mijn buurt, ik rijd erdoor, ze is kort en klein. Ik kom uit aan de Schwimmschulkai en meteen voer ik mijn tempo op. Op de Schwimmschulkai is niets zonder doel; voetganger, fietser, inlineskater, iedereen heeft hier een bestemming: zo snel mogelijk het andere eind bereiken. Omdat de Schwimmschulkai een van de weinige autoloze en rustige rechte stroken in Graz is, maken fitnesslustigen er nagenoeg de klok rond een ongezellig oord van vrijetijdstress van. Mijn kinderen en de kinderen van op z’n minst de helft van alle inwoners van Graz hebben hier leren fietsen en werden tezelfdertijd ingewijd in de ruwe zeden van het plaatselijke verkeer. Meer dan eens werden ze de huid vol gescholden door zwaar gespierde hardlopers die op hun pad naar een beter zelf geen rekening hadden gehouden met kinderen op de weg. Ik ben zelf hardloopster, maar terwijl alle hardlopers die ik hier tegenkom of in het stadspark of in de Keplerstraße (het zal me eeuwig een raadsel blijven waarom je ook in de drukste straten van Graz steevast hardlopers ziet) steeds een zweem van gekwelde ongezondheid over zich hebben, probeer ik met mate hard te lopen, hooguit drie keer per week. Bij de minste onpasselijkheid stel ik mijn fitnesstaak uit zonder een spoor van slecht geweten. Een grote hond kijkt me over een balkonleuning aan, hij heeft zijn voorpoten op de balustrade gelegd en kijkt op me neer. Een vaalwitte kat kruist mijn weg en ik ben blij. Een hond laat me onverschillig, de voornaamheid van eender welke kat maakt me ogenblikkelijk blij.

Helaas hebben wij zelf een hond. Ik kan er niks aan doen. Om opvoedkundige redenen heb ik één enkel keertje toegegeven en nu hebben we zo’n typische binnenhuishond zoals er zoveel zijn in Graz en in alle steden. Zoals eerder vermeld is hij niet heel groot. Wanneer hij eens niet wil wat ik wil, grijp ik hem beet bij zijn borstgareel en draag hem als een handtas. En nu van voren af aan want het is geen ‘hij’ maar een ‘haar’.

Mocht ik nog nooit in Graz zijn geweest, dan zou ik de Eisengasse, de Langedelwehr of de Starhemberggasse niet kennen. Daar en elders wonen mensen die niks meer met mij te maken willen hebben of met wie ik niet meer spreek. We hebben ons wederzijds uit ons leven geschrapt, en vaak gebeurde dat volkomen terloops. De Starhemberggasse is, net als een paar andere adressen in Eggenberg, een tamelijk problematische wijk. De stad heeft van overheidswege haar best gedaan om daar verandering in te brengen: met EU-geld kleurrijke balkonnen gemaakt en zo, maar de mensen die daar wonen kun je niet veranderen en ze willen ook niet veranderen en ik weet niet of ik dat goed of slecht moet vinden. Ik denk dat ik het goed vind, maar in de Starhemberggasse gaan wonen wil ik niet. Ik had er ooit een vriendin, die het net zo verging als veel van mijn vrienden of vriendinnen: vroeg of laat waren ze mijn vrienden en vriendinnen niet meer, omdat ik mijn belangstelling in hen verloor. Ik zeg hun dat nooit, ik zoek en vind altijd een smoes en die herkauw ik dan net zolang tot het een reden is geworden. Die reden is dan zo helder en dwingend dat ik hem niet eens meer moet meedelen, ik verbreek het contact en denk er lang niet meer aan. Maar in de Eisengasse woont een ex-vriend en nauwelijks ben ik aan deze alinea begonnen of ik loop hem in de Humboldtstraße weer tegen het lijf: ik wacht op bus 63 en hij fietst me voorbij en we wisselen een blik. Het is een moment van onbijbelse herkenning en we zijn allebei blij als het voorbij is en vergeten het meteen weer.

Met bus 63 rijd ik vervolgens naar Raaba, dat echter absoluut niet meer bij Graz hoort, reden waarom ik over de dwaze gebeurtenissen die me daar overkwamen (het is Pasen) niets kan vertellen.

Misschien zit het ook zo: ik wil weg uit deze stad om er niet voortdurend aan herinnerd te worden dat ik niet van plan ben langer met mensen overweg te kunnen. Ze worden saai, zou ik kunnen beweren, of ik krijg op een of andere manier een hekel aan hen. Slechts weinigen lukt het de spanning erin te houden. Ik heb niet graag dat de dingen te voorspelbaar worden. Maar goed, dat geldt niet alleen voor mijn vrienden, dat geldt voor mijn hele leven. Het bezorgt me niet eens een slecht geweten. Misschien, om me er op een of andere manier uit te praten, misschien slaat de verveling die Graz in mij wekt over op mijn vrienden en ex-vrienden. Dan treft niet alleen mij schuld.

En Graz is zo klein. Ik kom voortdurend mensen tegen, die ik liever uit de weg zou gaan: ex-vrienden, de eerder genoemde vriendinnen aan wie ik zonder reden nooit nog een teken van leven geef. Tandartsen en bankbedienden. Het is om te huilen. Ik weet hoe de anderen daarmee omgaan. Het komt mij ook maar uiterst zelden ter ore dat mensen echt weggaan, weg, weg, ver weg. Naar Wenen, Berlijn of Sardinië, dat is tot nog toe het verste uit mijn kennissenkring. Een paar enkelingen, jong, ongebonden of kunstenaar, redden zich met verschillende woonplaatsen in verschillende mondaine steden.

Mijn bed hangt een beetje door en dit dal is gloednieuw. Nooit tevoren ben ik op deze plek geweest, in dit dal en het herinnert me aan iets wonderbaarlijks. En dan zie ik in hoe Graz werkelijk is.

Het sportplein in district Andritz. Giovanni’s Garden. De Waldorfschool in het stadsdeel Ries. De kleine kapel, als het al een kapel is, die je kunt zien als je bij halte Weinzödlbrücke op de bus staat te wachten. Op de ontboste helling aan de overzijde.

S. zegt dat hij de gedachte dat ik ooit in zijn buurt zou kunnen komen wonen liever uit de weg gaat en ik sla me voor het hoofd en denk: dat is ook ooit mijn devies geweest. Zo ben ik ook ooit geweest. Ik moet voor ogen houden wat deze stad voor mij betekent, wat ze nu is. Als ik met S. ga wandelen of ook als S. niet hier is. Op die momenten leef ik namelijk ook.

Op de mooiste momenten van Graz trek ik ’s voormiddags al naar de Lendplatz, om een broodje roastbeef te kopen of een paar radijsjes. Vervolgens een glaasje wijn, allemaal binnen de werkuren. Ik koop verjaardagscadeaus en ga warenhuizen binnen die doen alsof ze in een veel grotere stad liggen, alsof ze bijvoorbeeld Harrods in Londen zijn. Daar zingen operazangeressen bij de Egyptian Escalator, daar zullen ze bij Kastner zeker ook nog voor zorgen. Want bij Kastner kennen ze het understatement niet. Ik moet er niks van hebben, maar alleen daar vind je pokerkaarten zoals in het casino, pokerkaarten die mij zoon nodig heeft, hij is zeventien. Binnenkort is hij achttien en wil niet weg uit deze stad. Dan moet hij hier blijven, denk ik, ik ga zijn taart afhalen, in het koffiehuis meteen aan de overkant. Op de taart staat: Lang leve David.

Op de mooiste momenten van deze stad wordt mijn huis bevolkt door mensen, vrienden, die drinken en eten. Lezen en musiceren, we vermaken ons. De onderburen met het pasgeboren kindje denken al slecht van mij, hoewel ze pas enkele weken geleden hier zijn ingetrokken. Het balkon is gebarsten. Ik laat me vertellen dat het van natuursteen is, het is bijna onmogelijk, om niet te zeggen gewoon uitgesloten dat het het begeeft onder de zware last van drinkende en rokende en etende mensen. Ik wil niet sterven in deze stad, door van het balkon te vallen. Ik wil weg uit Graz voordat mijn balkon afbrokkelt, dat neem ik me heilig voor. Vanaf mijn balkon zie je de Schlossberg in al zijn pracht, dat zal ik missen. Ik zal het missen om met oudjaar het vuurwerk van heel dichtbij maar toch op een veilige afstand van beschonken rondvliegende bierflesjes te kunnen beleven. Soms hoor je een ambulance door de Grabenstraße rijden, de sirene erg luid, ontzettend luid, het houdt niet op, dan betekent het dat een of andere idiote automobilist niet tijdig uit de weg is gegaan, en nu staat de ambulance daar en wil hij vooruit maar kan niet. De hele binnenplaats is sirene.

De mooiste momenten van deze stad beleef ik hand in hand met S. Dat gaat ook elders, maar S. is van hier afkomstig. Momenteel woont hij ergens anders, maar ik denk bij mezelf dat het toch een positief punt is voor Graz dat het onder andere zoiets moois als S. heeft voortgebracht.

Ik lijk wel vastgeklonken aan deze stad. Ik vlucht erg graag in mijn dagdromen. Dan droom ik me naar waar ik vandaan kom (dat is niet Graz) of naar waar ik heen wil (dat wil zeggen overal). Veel van mijn dierbaren begrijpen niet wat ik toch op Graz aan te merken heb. Dan probeer ik het uit te leggen, loop vroeg of laat vast, kom niet meer verder en besluit meestal met: ‘Ik ben hier gewoon al te lang’.

De Friedrich-von-Gagern-Allee. Büchersegler, een nieuwe boekhandel. Het Stukitz-zwembad en de Rebengasse. Het Metahofpark waar ik maar een keer ben geweest, en dat is alweer lang geleden. Veel dingen zijn niet waar, er wordt hier veel gelogen, dat bedenk ik ook nog. Ik herneem het armworstelmotief van de eerste pagina, las het hier in en werk het uit tot een afsluitend gedicht. Het gaat zo.

We organiseren een partijtje armworstelen, mijn stad en ik
Zij drukt me neer en ik duw terug
Ik ben daar niet zo goed in
Zij heeft meer doorzettingsvermogen, en duiven

De duiven storen me niet zo, wat me hindert
Zijn de mensen, dat ik alles en iedereen ken
Dat iedereen me op iedere straathoek begroet
Niemand kust me

De stad is klein, mijn geest is groot
Althans dat praat ik mezelf graag aan.
De vogeltjes tsjilpen vanaf de berg tot in mijn tuin
De berg is overal en waar je ook bent, is berg
Wat niet betekent dat je omsingeld bent. Dat bevalt me dan weer.
Je kunt hier goed ademen.

Aan vele mooie plekken ga ik met plezier voorbij
Ik heb hier ingrijpende dingen beleefd, eerste kussen,
geslachtsverkeer en zo. Je weet wel.
Drieduizend tochten door zo onbekende straten.
Anderzijds weet ik eigenlijk ook niet wat me stoort
aan dit stadje van mij.
Nu heeft ze weer moeiteloos gewonnen.

 

Vertaald uit het Duits door Kris Lauwerys en Isabelle Schoepen


Kris Lauwerys (Duffel, 1972) is literair vertaler uit het Frans en het Duits. Hij is de vaste vertaler van Gregor von Rezzori, van wie hij tot nu toe Memoires van een antisemiet, Bloemen in de sneeuw en Een hermelijn in Tsjernopol vertaalde. Van Henry Bauchau vertaalde hij Maalstroom, een prestatie waarvoor hij in 2009 werd onderscheiden met de Prix Henry Bauchau. Daarna volgde Het blauwe kind. Kris Lauwerys werkt daarnaast als docent Nederlands aan de universiteit van Mons. Voor deBuren schreef hij het Radioboek ‘Een reis en twee liefdesverklaringen’.

Isabelle Schoepen (Wilrijk, 1974) was in het verleden coördinator van de Vlaamse Auteursvereniging, de belangenvereniging van en voor Vlaamse auteurs en vertalers. Momenteel combineert ze het moederschap met redactie- en vertaalwerk voor culturele instanties.

 

Podcast ingelezen door Rebecca Lenaerts.

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Je ne vis pas ici

Pour S., mon prince,

Je ne suis encore jamais allée à Graz. Cette petite ville, avec au centre sa « montagne » flanquée d’une tour de l’horloge, je ne la connais pas.

Ce serait un bon début.

En réalité ou peut-être par manque de chance, j’habite ici depuis vingt ans. Cette ville est devenue pour moi tellement naturelle que je ne sais pas ce que je pourrais ajouter à son propos. Je n’ai pas l’intention non plus de pester contre elle : Graz est tout simplement une ville moyenne, d’un provincialisme à sa mesure. Graz n’a jamais été mon chez moi et plus je vieillis, plus elle me semble étriquée. Entre cette ville et moi, c’est un bras de fer futile qui s’installe au quotidien. Graz tente de me faire plier et moi, je la contre. Je raconte souvent que je vais bientôt partir. Dans ma tête, je forge des projets de départ et j’organise des fêtes d’adieu. Pour l’instant, je suis encore là. Si un jour je partais définitivement sans tout savoir de Graz, je pourrais le regretter.

Alors, je visite les places, les lieux, les endroits que je n’ai jamais vus auparavant. Et peut-être que je vais finir par tomber amoureuse de Graz si j’apprends à l’observer avec la curiosité du nouveau venu, fraîchement débarqué dans la ville. Ce serait beau. Et je pourrais ensuite, quelle que soit ma destination, emporter avec moi un brin de nostalgie de cette ville.

Le bureau de tabac sur la Dietrichsteinplatz, juste à côté du Pamukkale. La caserne sud des pompiers. L’Uhlgasse. Un banc entre les arrêts du tram Teichhof et Tannhof m’invite à prendre place, je pose ma bicyclette, derrière moi coule un ruisseau. Je fume une cigarette, une allumette explose entre mes doigts. Et voilà tout ce que cela m’apporte : rien.

Les chiens de la plaine ne m’effraient pas autant que le nuage de fines particules de poussière qui se soulève en glapissant autour de moi. « Regarde, j’ai habité là, en face, » s’exclame S., « et là-bas, la famille P. ». La famille P. est la famille d’un ami commun. Je réponds, « intéressant», en jetant un regard furtif autour de moi. Nous sommes près de l’église qui a été autrefois l’objet d’actes impudiques de ma part, près du mur. A l’époque, il faisait nuit et j’étais ivre et ce n’est que maintenant, dix ans plus tard, que je lis sur l’écriteau : « Prière de respecter ce lieu ». Car ce lieu est une tombe, vestige d’une époque lointaine. Un bel endroit. Ainsi va la vie : il faut toujours savoir se faire pardonner. Je prends la main d’Essen et nous allons retrouver un verre de sauvignon blanc, au parfum et au goût aussi intenses que ceux de la cave de mon enfance. Ensuite nous pérorons sur le vin rouge qu’ils nous ont servi au Parkhouse. Car, qu’on se le dise, il est rare que S. et moi partions sans vider nos verres.

Trois cents ou quatre cents marches plus haut, nous arrivons dans une belle forêt. C’est l’endroit que nous cherchions, S. et moi. Lorsque je me suis égarée ici la première fois, je me suis retrouvée parmi les vaches : Graz aimerait tant être une ville et elle en a la sale odeur, pour le reste c’est un simple faubourg d’un plus vaste ensemble. Avec des vaches. Tout en haut, nous nous installons à des tables vermoulues et nous avons l’impression d’être les rois du monde. Je ramasse des coquilles d’escargots pour lesquelles j’ai aménagé sur mon bureau un centre de rassemblement. Et puis je les laisse sur place pour qu’elles ne finissent pas écrasées dans la poche de ma veste sur le long chemin du retour. Si en arrivant à la maison je ne trouvais plus que des fragments de coquille dans ma main, je serais triste. J’en soulève encore une et je sens aussitôt qu’elle est habitée. Pas de panique, je la pose délicatement sur la mousse légère et j’espère que tu vivras encore longtemps, petit escargot. Sur le chemin du retour nous croisons un chevreuil et il nous regarde. Bref face à face empreint de respect mutuel. Nous prolongeons tous ce moment de respect mutuel.

S. dit que s’il était un prince fortuné, il m’achèterait cette forêt, et encore bien d’autres aux alentours pour que je sois au calme. Il n’est pas riche, S., mais c’est le prince de mon cœur qui bat la chamade et j’aimerais l’aimer ici dans un élan spontané sur un lit de mousse, non sans avoir d’abord procédé au transfert de tous ces chers petits escargots menacés.

Graz, oh Graz, comme j’aimerais prendre rapidement congé de toi. J’en serais presque à compter les jours qui me séparent de cet adieu. Ensuite, je serais peut-être triste, car je ne suis pas très douée pour les adieux. Je voudrais tellement savoir comment ça se passe. Etre encore ici, c’est la fin ouverte d’un état provisoire.

Dans le jardin de la cour intérieure, chez moi, il y a longtemps, un faisan marchait de long en large en se pavanant. Personne ne savait d’où il venait (descendu du Schlossberg ? et pourquoi pas du ciel ?). Il avait tranquillement pris son temps pour trouver un moyen de s’échapper de la cour. Les faisans ont besoin d’une course d’élan assez longue pour pouvoir s’envoler. Des oiseaux dotés d’un aérodynamisme peu avantageux, ces faisans. Il avait enfin trouvé la bonne diagonale dans le minuscule jardin de ma cour et il prit son envol et on ne le revit plus jamais. Moi aussi, je suis un drôle d’oiseau à l’aérodynamisme défaillant dans une cour bien trop exigüe.

Le même soir, je vais courir ; je cours mal et sans envie. C’est une douce soirée de printemps et pourtant je n’arrive pas à trouver le rythme. Lorsque j’aperçois un hérisson dodu devant moi sur le trottoir, je lui fais fschuiii pour qu’il aille de son côté. Sans même savoir quel est son côté, à lui. Une seule chose, je ne veux pas qu’il reste sur la route, qu’il soit aplati, écrabouillé, je ne voudrais pas voir une compote de hérisson le lendemain soir en allant à nouveau courir. Je ne pourrais pas me le pardonner ; j’ai déjà le film en tête avant même que j’aie ralenti et que je me sois arrêtée. Ce cher petit hérisson. Le cher petit hérisson doit reculer maintenant sur la gauche, alors je fais du bruit (fschuiii) et je claque des mains, je les agite, car je ne sais pas à quelle sollicitation mon cher petit hérisson va être réceptif. Il finit par réagir, il recule vers la gauche et pendant que je reprends ma course en souriant bêtement, je songe soudain aux deux enfants royaux qui n’arrivaient pas à se rencontrer. Peut-être que le cher petit hérisson a quelque part une hérissonne chérie de l’autre côté de la route et qu’il y a toujours un ami des animaux comme moi qui arrive et qui accomplit sa BA quotidienne de scout en déplaçant des animaux soi-disant nécessiteux, voir plus haut l’escargot. Alors, je me dis que je suis peut-être comme ce hérisson qui aimerait tant passer de l’autre côté, quitter Graz pour retrouver S., mon prince, mon fils de roi, et les morceaux du puzzle se rassemblent : le prince, le faisan décidé, le hérisson prêt à s’accoupler : moi et les animaux sauvages de Graz. Comment je n’ai pas pu quitter Graz. Ce sera un beau texte, et je reprends ma course dans un élan d’enfer au mépris des points de côté, en direction de la maison.

Le lendemain je trouve une souris morte sur les rails du tram dans la Sackstrasse et je me dis : allons bon ! C’est la souris qui n’a pas réussi à traverser la rue à temps, à s’échapper des rails et à quitter Graz. Je suis la souris et la souris est morte et peut-être que mon idée n’est pas une bonne idée.

Le cimetière de Strassgang, la piscine de Strassgang. Le musée de la serrurerie dans la Wienerstrasse. L’académie Wiki où l’on donne aussi des cours de secourisme. Des lieux où je ne suis encore jamais allée. Les toilettes des hommes de la Maison de la littérature, non, je me trompe, j’y suis déjà allée et qui y ai-je rencontré ? Mon oncle ! (Présage peut-être d’une histoire brève et déconcertante).

En revanche, les toilettes des hommes au Running Horse : je n’y suis jamais allée et je n’ai jamais osé non plus y entrer chaque fois que S. m’a invitée à le faire parce qu’il voulait que je voie le tableau à l’intérieur. Un simple coup d’œil. J’étais trop lâche. Je n’aime pas les toilettes des hommes car on ne sait jamais à quoi s’en tenir, où se trouvent les pissoirs, etc. Magda qui n’a pas eu peur d’y entrer, me raconte que quelqu’un a écrit sur le tableau : « Un quartier de lune passe beaucoup trop vite par la fenêtre. Et des quarts de traits divisent mon rêve. » C’est le début d’un poème et en plus, d’un poème que j’ai écrit, et S., le romantique, l’a griffonné sur le tableau des toilettes des hommes. Je me sens à la fois très émue et bigrement lâche.

Quelques jours plus tard, je prends la petite chienne de mon aîné et je vais la promener. La chienne s’appelle Amy et elle est vraiment petite. En fait, elle n’a pas du tout envie de se promener, il fait trop chaud. Dans la Schröttergasse nous rencontrons un chien qui est encore plus petit que notre minuscule chienne : c’est un bébé chihuahua qui s’appelle Léa. Elle est blanche et elle a la taille d’une balle de tennis et elle ressemble étrangement à un rat. Aujourd’hui je voulais m’en remettre au chien comme guide. Avec Amy en laisse, je pensais qu’il me plus serait aisé de découvrir des lieux nouveaux, inconnus. Quand bien même de la hauteur d’un chien.

Amy ne trouve qu’un morceau d’escalope entamée, elle se trouve devant un cas de conscience, voudrait bien l’avaler, mais elle est stoppée dans son élan par une armée de fourmis en marche : l’appétit est le plus fort, mais de courte durée, la trogne couronnée de fourmis, elle fait un bond en arrière et m’entraîne plus loin.

Dans la Grabenstrasse, depuis vingt ans bien sonnés déjà, il y a le même graffiti : « J’AIME M PR». J’aime le graffiti « J’AIME M PR». Une énigme pour moi pendant longtemps. Etait-ce peut-être, vu la proximité de la Grabenkirche, l’expression chrétienne d’un auteur à l’orthographe un peu hésitante (« J’AIME MON PREUCHAIN ») ? Non, la supposition la plus cohérente est évidemment la meilleure, il s’agit certainement d’un prénom féminin. Mais lequel ? A part Priscilla ou Prune, je ne vois pas, depuis vingt déjà, il n’y a que ces deux prénoms qui me viennent à l’esprit. Et Priscilla et Prune ne sont vraiment pas des prénoms grazois. On aurait pu peut-être le transformer plus tard en « PRUCNAL », mais il y a vingt ans, elle n’était pas très populaire et je m’imagine très peu de jeunes en train taguer, qui plus est, « J’AIME MA PRUCNAL » sur un mur.

(S. m’apporte rapidement et sans réfléchir la solution, c’est sûrement « J’AIME MES PROTHESES DE LA HANCHE », car dans la même maison, il y a le cabinet de mon médecin. Vive les prothèses de la hanche !)

Surgit alors une douce réminiscence de l’époque où je ne connaissais pas encore ces lieux que je connais maintenant et de la forte impression qu’ils m’avaient faite lorsque je les avais vus pour la première fois – L’Arsenal du Land. La cour intérieure du onastère des franciscains. L’Institut d’archéologie dans le bâtiment principal de l’Université. Le Kunstgarten. La Starhemberggasse. Oui. C’est cela.

La première fois que je suis allée dans la cour intérieure du Monastère des franciscains, c’était en 2003. D’ordinaire, je ne me rappelle pas les dates. Celle-là, je l’ai retenue, car en 2003 la culture a fait son entrée à Graz et y a organisé de somptueux banquets. L’un des lieux les plus accessibles était le lieu du silence qui se trouvait précisément dans le monastère. J’y suis allée parce qu’il fallait y aller pour écrire un poème ou dessiner (on pouvait prendre du papier et des crayons dans une grande caisse en bois à l’entrée du parcours). C’est un beau cloître en pleine ville et rares sont les gens qui le connaissent. On peut s’asseoir sur un banc et écouter les bruissements du jardin, on peut aussi prier si on le souhaite. Mais ce n’est pas obligé, et c’est bien ainsi. J’ai écrit un poème et je l‘ai glissé dans l’urne prévue à cet effet. Ce fut ma contribution à l’année de la culture 2003. Et inversement, la contribution de l’année de la culture 2003 à ma biographie fut la possibilité de découvrir cette oasis de recueillement.

Le soir, je découvre avec joie une nouvelle rue, la Kettengasse. Je l’ai remarquée lors de mes promenades à bicyclette dans mon secteur, tranquilles et sans but précis, je la prends, elle est étroite et pas très longue. Je débouche sur le Schwimmschulkai et j’accélère immédiatement. Sur le Schwimmschulkai, plus question de hasard, qu’on soit piéton, cycliste ou rolleur, chacun a une destination précise : arriver le plus vite possible à l’extrémité du quai. Parce que le Schwimmschulkai est l’une des rares lignes droites piétonnes visibles de bout en bout à Graz, il en est réduit par les fanas de la remise en forme à se transformer à toute heure en un lieu désagréable associé au stress des loisirs. Mes enfants et ceux d’au moins la moitié des Grazois ont appris ici à faire du vélo et ont été initiés en même temps aux rudes coutumes de la circulation locale. Plus d’une fois ils ont été invectivés par des coureurs musclés qui, dans leur course à la performance, n’avaient pas prévu la présence d’enfants sur leur chemin. Moi aussi je cours, mais comme tous les coureurs que je croise ici ou dans le Stadtpark ou encore dans la Keplerstrasse (ce sera toujours un mystère pour moi de savoir qu’on trouve toujours des gens en train de courir dans les rues de Graz où la circulation est la plus dense), traînent toujours derrière eux un léger soupçon de mauvaise santé, j’essaie de courir modérément, tout au plus trois fois par semaine. A la plus légère indisposition, je reporte allègrement mon crédit de bien-être sans aucune mauvaise conscience. Un gros chien m’observe d’un balcon, il a posé ses pattes avant sur le garde-corps et me regarde, en bas. Un chat blanc et gris croise mon chemin et je suis contente. Les chiens me laissent indifférente, la distinction d’un chat me remplit d’aise pour le moment.

Malheureusement nous avons un chien à la maison. Je n’y peux rien. J’ai cédé une unique fois pour des raisons éducatives et nous avons désormais un chien d’appartement typique, comme il y en a beaucoup à Graz et dans toutes les villes. Comme je l’ai évoqué plus haut, il n’est pas très gros. Quand il n’est pas décidé à aller là où je veux, je l’attrape par son harnais et je le porte comme un sac à main. Je recommence, je dis « elle », car ce n’est pas un chien mais une chienne.

Si je n’avais jamais vécu à Graz, je n’aurais jamais connu l’Eisengasse, le Langedelwehr ou la Starhemberggasse. A cet endroit, ou ailleurs, là où ou vivent des gens qui me boudent ou auxquels je ne parle plus. Nous nous sommes rayés mutuellement de notre vie et c’est souvent arrivé sans drame. La Starhemberggasse est tout comme quelques autres endroits à Eggenberg, un quartier délabré. La municipalité a fait des efforts pour l’améliorer : avec les subventions de l’UE, elle a installé entre autres des balcons pimpants, mais les gens qui y habitent, on ne peut pas les changer et d’ailleurs, ils n’ont pas envie de changer, et je ne sais pas si je dois trouver cela bien ou mal. Il me semble que c’est bien, mais je n’ai pas envie d’habiter dans la Starhemberggasse. J’avais une amie dans la Starhemberggasse à qui il est arrivé comme à bon nombre de mes amis et amies de cesser à un moment ou à un autre d’être mes amis et amies parce que je ne m’intéresse plus à eux. Je ne le leur dis jamais, je trouve un prétexte et je ne cesse de le ressasser dans ma tête jusqu’à ce qu’il devienne une bonne raison. La raison s’impose avec une telle force et une telle clairvoyance qu’il n’est plus nécessaire que je la communique, je coupe le contact et je ne m’en soucie plus pendant très longtemps. Mais un de mes ex habite dans l’Eisengasse, et j’ai à peine commencé à écrire ce paragraphe que je le rencontre dans la Humboldtstrasse : j’attends le 63 et il passe à bicyclette devant moi et nos regards se croisent. C’est un instant de reconnaissance non biblique et nous sommes tous les deux bien contents quand il est passé et nous l’oublions tout aussi vite.

Avec le 63, je vais en direction de Raaba qui ne fait manifestement plus partie de Graz et je ne peux donc pas vous raconter les aventures incroyables (on était à Pâques) qui me sont arrivées ici.

C’est peut être cela aussi: je veux sortir de cette ville afin de ne pas subir ce rappel permanent de mon absence de désir de rester davantage en bons termes avec les gens. Je pourrais affirmer qu’ils finissent par me lasser ou, d’une façon ou d’une autre, par me rebuter. Rares sont ceux qui réussissent à maintenir l’attention. Je n’aime pas que quelque chose soit trop prévisible. Et en ce moment, ça ne concerne pas uniquement les gens que je connais, ça concerne toute ma vie. Et cela ne me cause aucun état d’âme. Peut-être que pour me préserver de cela, d’une manière ou d’une autre, le sentiment d’ennui que Graz induit, se reporte sur mes amis et mes ex-amis. Je ne suis pas la seule responsable.

Et Graz est si petite. Je rencontre sans arrêt des amis que je préfèrerais éviter : des ex, des prétendues amies que, sans raison, je ne recontacte jamais. Dentistes et banquiers. C’en est à pleurer. Je ne sais pas comment les autres le supportent. Je n’ai que de rares échos de certains vrais départs lointains, très lointains. A Vienne, à Berlin ou en Sardaigne, voilà jusqu’à présent les destinations les plus éloignées choisies par mes relations. Quelques-uns, jeunes, sans attache ou artistes, ont recours à plusieurs pied-à-terre dans quelques villes à la mode.

Dans mon lit, il y a un creux et ce creux est récent. Jamais auparavant je ne m’étais trouvée dans ce lieu, dans ce creux, il me rappelle quelque chose de merveilleux. Et je réalise ce qu’est Graz, réellement.

Le stade régional à Andritz. Le jardin de Giovanni. L’école Waldorf sur la Ries. La petite chapelle, si tant est qu’il s’agit d’une chapelle, que l’on voit quand on attend le bus à l’arrêt Weinzödlbrücke. Là-bas en face, sur le versant déboisé.

S. dit qu’il préfère ne pas se demander si, un jour, je m’approcherai de lui et je me donne un coup avec le plat de la main sur le front en pensant : c’était aussi ma devise autrefois. Moi aussi, j’ai été comme ça. Il faut que je me rappelle ce que cette ville représente pour moi, ce qu’elle est maintenant. Lorsque je vais me promener avec S. et aussi lorsque S. n’est pas là. Je vis là, moi aussi.

Aux beaux jours de Graz, je vais dès le matin jusqu’à la Lendplatz pour acheter une tranche de rosbif ou quelques radis. Et pour boire un petit verre, toujours pendant le travail. Je suis à la recherche de cadeaux d’anniversaire et j’entre dans les magasins qui se la jouent comme s’ils étaient dans une ville beaucoup plus grande, comme s’ils étaient Harrods à Londres par exemple. Là, des cantatrices chantent au pied de l’escalator égyptien, Kastner voudra sûrement faire la même chose. Car Kastner affiche le spectacle de l’absence de fausse modestie. Je n’aime pas ce magasin, pourtant il n’y a que là qu’on trouve des cartes de poker, comme au casino, les cartes de poker dont mon fils a besoin, il a eu dix-sept ans. Il en aura bientôt dix-huit et ne veut pas quitter cette ville. Et bien, qu’il reste, me dis-je, je vais chercher son gâteau, au café d’en face. Sur le gâteau on peut lire : longue vie à David.

Aux beaux jours de cette ville, des gens, des amis peuplent mon appartement, boivent et mangent. Lisent et font de la musique, nous sommes tous joyeux. Les voisins avec le nouveau-né, en dessous de chez moi, pensent déjà du mal de moi. Bien qu’ils n’aient emménagé ici que depuis quelques semaines. Le balcon est fendu. Il est en pierre, m’explique-t-on, quasiment impossible, voire totalement exclu, qu’il s’effondre sous la charge infernale de la masse de gens en train de boire, de fumer et de manger. Je ne veux pas mourir dans cette ville en tombant du balcon. Je me jure de quitter Graz avant que mon balcon parte en miettes. Quand on est sur mon balcon, on aperçoit le Schlossberg dans toute sa splendeur, ça va me manquer. Je vais regretter de ne plus vivre à chaud le feu d’artifice de la Saint-Sylvestre, si proche et pourtant à une distance de sécurité des bouteilles de bière ivres. Parfois on entend une ambulance dans la Grabenstrasse, toutes sirènes dehors, hurlantes, incessantes, ce qui veut dire qu’un imbécile en voiture ne s’est pas écarté à temps et l’ambulance est là, maintenant, elle veut passer mais ne peut pas. Toute la cour résonne.

Mes plus beaux jours dans cette ville, ma main dans celle de S. Ailleurs aussi, c’est pareil, mais S. est originaire d’ici. Maintenant il vit ailleurs, mais c’est un bon côté de Graz, me dis-je, d’avoir participé à produire quelqu’un comme S.

Je suis comme soudée ici. J’aime me réfugier dans mes rêves éveillés. Je rêve d’où je viens (ce n’est pas Graz) ou à l’endroit où je veux aller (partout ailleurs). Beaucoup de mes êtres chers ne comprennent pas ce que je reproche à Graz. Alors j’essaye d’expliquer, n’y arrive pas, reste en suspens, me ressaisis et finis la plupart du temps par ces mots : ça fait vraiment trop longtemps que je suis ici.

La Friedrich-von-Gagern-Allee. Le Büchersegler, une nouvelle librairie. La piscine Stukiz et la Rebengasse. Le parc Metahof où je ne suis allée qu’une seule fois et c’était il y a bien longtemps. Beaucoup de choses ne sont pas vraies, on ment beaucoup, j’y pense tout à coup. Je reprends l’idée du bras de fer de la première page et l’ajoute ici en en faisant un poème. Ainsi.

Nous organisons un bras de fer, ma ville et moi
Elle me fait ployer et je riposte
Je ne suis pas très douée à ce jeu
Elle est plus conséquente, elle a des pigeons

Les pigeons ne me dérangent pas vraiment, ce qui m’importune
Ce sont les gens, c’est que je les connais tous, que je connais tout
Que chacun me salue à chaque coin de rue
Personne ne m’embrasse

La ville est petite, mon esprit est grand
Du moins, je m’en persuade. Les oiseaux gazouillent
De cette montagne jusqu’ à mon jardin
La montagne est partout, là où on est il y a la montagne,
Ce qui ne veut pas dire qu’on soit encerclé. Cela par contre me plaît.
Ici on peut respirer.

J’aime passer devant de beaux endroits
J’ai vécu ici des expériences décisives, les premiers baisers
L’amour physique, et ... vous savez bien.
Trois mille promenades à travers des rues étrangères.
En réalité, j’ignore ce qui me dérange,
Dans cette ville, dans ma petite ville.
Elle m’a bien eue encore une fois.

 

Traduit de l'allemand par Anne Ravaux

Anne Ravaux vit à Nancy, en Lorraine. Elle a étudié les Lettres allemandes à l’Université de Nancy et enseigne depuis de nombreuses années l’allemand et le français et mène des actions pédagogiques variées. Elle a séjourné à Hambourg (RFA) et vient régulièrement à Graz (Autriche). Elle collabore depuis 20 ans, en tant que traductrice indépendante, avec le bureau de traductions Yplus de Graz.

 

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I do not live here

For S., my prince

I have never been to Graz. This little city with a so-called ‘mountain’ in the middle, and a clock tower on top: I don’t know it.
That would be a good start.

In reality, or perhaps unfortunately, I have lived here for twenty years. This city has become so familiar to me that I do not know what I have left to tell about it. Graz is a medium-sized city with medium-sized provincialisms. Graz has never been my home and the older I get, the pokier it feels. Every day the city and I are locked in a bout of petty arm-wrestling. Graz tries to push me down, and I push back. I often talk about leaving soon. In my mind I forge farewell plans and parties. For the moment, though, I am still here. If ever I am not, I might well regret that there is, after all, a lot I don’t know about Graz.

So I go to places, spaces and spots that I have never seen before. Perhaps I might fall in love with Graz if I learn to see it with the curiosity of a newcomer. That would be nice. Then, wherever I do end up going, I could take with me a little bit of nostalgia for the city.

The newsagent’s on Dietrichsteinplatz, right next to the Pamukkale kebab shop. The South Section fire station. Uhlgasse. A bench between the tram stops at Teichhof and Tannhof beckons, I park my bike. Behind me is a stream. I smoke a cigarette; a match explodes between my fingers. Unfortunately all this leads nowhere.

Big dogs do not frighten me as much as the threat of particulate matter. ‘Look, I used to live just over there,’ says S., ‘ that was where the P. family lived.’ The P. family is the family of a mutual friend. I say ’How nice,’ and look round furtively. We are standing by a church where I once engaged in a lewd act, up against the wall. It was dark, and I was drunk; it was only later that I saw the sign saying ‘Please treat this site with respect’. This site is a burial mound from the year dot. A beautiful place. That’s life: we have to forgive ourselves regularly. I take S’s hand and we carry on, stopping for a glass of sauvignon blanc whose smell and taste is as intense as the cellar of my childhood. Afterwards we talk over red wine poured for us at the Parkhouse. And, let me tell you, it is not often that S. and I leave anything in a glass.

Three or four hundred steps up into a beautiful wood. It is a place that S. and I have been looking for. The first time we got lost I found myself in the middle of a herd of cows: Graz sets itself up as a city, and that’s what it reeks of, but otherwise it’s just a suburb of a bigger whole. With cows. At the top we stand on rotting tables and feel like kings of the world. I pick up snail shells to add to the collection I’ve arranged at my workplace. Then I drop them again, so that I won’t crush them in my coat pocket on the long walk back. It would make me sad to find just a handful of snail shell shards when I get home. I pick one up again and notice that it is still occupied. Don’t panic, I’ll set you back down in the soft moss and hope that you’ll carry on for a long time yet. On the way back we see a deer and it sees us. There we all stand, hesitating for a moment in mutual respect.

S. says: If I were a rich prince I would buy this wood, and lots of the woodland all around it, so I can have a bit of peace and quiet. He is not rich, S., but he is prince of my racing heart and I would like to show him my love right here and now on a bed of moss, though not before I’ve evacuated all of the sweet snails we might endanger in the process.

Graz, oh Graz, how I would like to swiftly bid you farewell. I practically count the days until I can say adieu. Perhaps I will be sad afterwards, since I am no good at goodbyes. But I would really like to take my chances. Me still being here is just the open end of a provisional arrangement.

In the garden of my inner courtyard, once, a long time ago, a pheasant came and strutted up and down. No one could say where it came from. (Had it floated down from the Schloßberg?) He calmly took his time finding out how to get out of the courtyard again. Pheasants need rather a long run-up to launching. Aerodynamically awkward birds, are pheasants. At last he discovered the correct diagonal in the much too small garden of my courtyard and launched himself and was up and away and never seen again. I am likewise an aerodynamically awkward bird in a courtyard that is much too small.

On the same evening I go running and I run badly and without any motivation. Even though it’s a balmy spring evening, I just can’t get into it. I see a podgy little hedgehog ahead of me on the pavement, so I stop and shoo him back over to the side. Although, of course, I have no idea which side is his side. I just don’t want him to stay on the road and get run over and squashed and then if I go running tomorrow evening all I would see would be hedgehog puree. I would never be able to forgive myself and the whole film has run through my head before I have even slowed down and stopped. Sweet hedgehog. The sweet hedgehog has to go back to the left side and I make noises (shoo) and I clap and wave my hands because I’m not sure how to make my sweet hedgehog react. In the end he does react, and runs back to the left. Then, as I’m running on with a goofy smile all over my face, I can’t help but think of the two kings’ children who cannot reach one another. Perhaps the sweet hedgehog has a beloved lady hedgehog waiting for him on the other side of the road, but there’s always some animal lover like me who comes along and insists on getting their daily girl-guide kicks out of relocating supposedly needy animals—see ‘snail’ above. And then I think: Perhaps I too am like this hedgehog, who would so like to get to the other side, away from Graz, to S., my king’s child. And then the pieces of the puzzle slot together: the prince, the motivated pheasant, the hedgehog looking for his mate: me and the wild animals of Graz. How I just couldn’t get away from Graz. It will make a nice text. Bursting with motivation and ignoring the stitch in my side, I run home.

The next day, I see a dead mouse on the tram tracks on Sackstrasse and think: Oh no. It’s the mouse that didn’t manage to get across the tracks and out of Graz in time. I am the mouse and the mouse is dead and perhaps my idea wasn’t such a good one after all.

The Strassgang cemetery, the Strassgang swimming pool. The lock and key museum in Wienerstrasse. The Wiki-Akademie, which also runs courses in first aid. Places I have never been to. The men’s loo at the Literaturhaus. No, that’s not true, I have been there once and whom did I meet there? My uncle! (Not as long and confusing a story as it might sound).

As for the men’s loo in the Running Horse pub, I really haven’t ever been  there and didn’t dare go in even though S. urged me to several times. I was supposed to look at the board in there. Just one look. I wasn’t brave enough. I don’t like going into men’s loos, because you never know what’s on offer there, where the urinals are and so on. Magda, who wasn’t at all fazed, went and had a look and reported back that someone had written on the board: ‘A quarter-bright moon runs far too fast through the window.’ It’s the beginning of a poem. What’s more, it’s the one that I wrote, and S., the romantic, had scribbled it on the board in the men’s loo. I feel both very touched and terribly wimpy.

A few days later I grab my oldest child’s small dog and take her for a walk. The dog is called Amy and is really very small. She also really does not want to go for a walk, it’s too hot. On Schröttergasse we meet an even smaller dog: it’s a baby Chihuahua called Lea. She’s white, the size of a tennis ball and closely resembles a rat. Today I wanted to let the dog lead the way. With Amy on the lead, I thought, it should be easy to find new, unfamiliar places. If need be, from a dog’s perspective.

All Amy finds, however, is a chewed bit of schnitzel; she is torn between wanting to eat but not wanting to face the armies of ants descending on it: her appetite wins but only briefly, and she jumps back and pulls me onwards, her muzzle ringed with ants.

On Grabenstrasse, it seems like the same piece of graffiti has been there for the past twenty years: ‘I LOVE MY NA.’ I love the ‘I LOVE MY NA’ graffiti. It’s been puzzling me for a long time now. Since it’s not far from the Grabenkirche church, was it perhaps a burst of Christian feeling from a slightly incompetent speller (‘I LOVE MY NAYBOR’)? No, the most likely theory is that it’s a girl’s name. But which name? The only ones I can think of are Natasha and Nathalie; in twenty years that’s all I’ve come up with, and Natasha and Nathalie are not at all typical Graz names.

(S. comes up with a rapid and effortless solution. Obviously it must be ‘I LOVE MY NASAL INFLAMMATION’, since my GP has his practice in the same building. Freedom for nasal inflammations!)

 

I remember timidly that there once was a time I didn’t know the places I now do, or which of these places made the greatest first impression on me. The armoury. The inner courtyard of the Franciscan monastery. The Institute of Archaeology in the main building of the university. The Art Garden. Exactly. It does work.

I first saw the inner courtyard of the Franciscan monastery in 2003. I don’t usually remember dates. I remember the year in this case because in 2003 culture was enjoying a surge in Graz. One of the most accessible places was the place of silence, and this was situated in the Franciscan monastery. I went there because you were supposed to go there to write a poem or paint a picture (you could take paper and pens from a wooden crate in the corridor). It is a beautiful courtyard right in the middle of the city and hardly anyone knows about it. You can sit on a bench and listen to the garden, you can pray if you like. But you don’t have to, and that is nice. I wrote a poem there and posted it into the box set out for collecting them. This was my contribution to the Year of Culture 2003. Conversely, the contribution made by the Year of Culture to my biography was the chance to discover this oasis of contemplation.

In the evening, I am very happy to discover a new street called Kettengasse. I found it while cycling aimlessly and unhurriedly around my neighbourhood. I cycle along it, it is short and small. I come out onto Schwimmschulkai and immediately increase my speed. On Schwimmschulkai there is nothing aimless going on; everyone, whether pedestrian, cyclist or rollerblader, has a destination: to get to the other end as fast as possible. Since Schwimmschulkai is one of the few quiet, car-free stretches of straight road in Graz, it is used more or less round the clock by fitness freaks as a haven for stressful leisure activities. My children and the children of at least half of Graz learned how to ride a bike here and were at the same time initiated in the rough manners of the local traffic. More than once they were abused by muscle-bound runners, who had not reckoned on encountering children on their way to a better self. I am myself a runner, but since all the runners who I see here or in the Stadtpark or on Keplerstrasse (it will always remain a mystery to me as to why there are always runners on the most congested roads in Graz) seem to carry with them a whiff of tormented ill health, I try not to run too often, at most three times a week. At the slightest signs of indisposition I postpone my fitness session without the slightest twinge of conscience. A big dog watches me from a balcony; he has put his front paws up on the railing and is looking down at me. A grey-white cat crosses my path and I am glad. Dogs leave me indifferent, while I am instantly delighted by every cat’s air of distinction.

Unfortunately we have a dog. There’s nothing I can do about it. I gave in once, on the grounds that it is educationally advantageous for children, and now we have a typical apartment dog, like so many in Graz and other cities. As I have previously mentioned, he is not very big. Whenever he doesn’t want to do what I want to do, I grab him by the harness and carry him like a handbag. And now rewind, because anyway it’s not a he, it’s actually a she.

If I had never been to Graz, I wouldn’t know Eisengasse, the Langedelwehr or Starhemberggasse. Here, and in other places, live people who either want nothing more to do with me or who I’m not talking to. We have each deleted the other from our lives, mostly without any great dramatics. Starhemberggasse is, like a few other addresses in Eggenberg, a bit of a sink district. The city authorities have tried to change this: brightly coloured balconies have been put up with EU funding and so on, but the people who live there can’t be changed and they don’t want to change anyhow and I don’t know whether I should find this a good or a bad thing. I think it’s probably good, but I certainly don’t want to move to Starhemberggasse. I once had a friend on Starhemberggasse. She went the way of many of my friends: at some point she stopped being of interest to me. I never tell people when this happens, instead I look for and find an excuse and then I ruminate on it for so long that it eventually becomes a reason. The reason is then so strong and so convincing that I don’t even need to communicate it; I break off all contact and give it no more thought for a long time. An ex-boyfriend lives on Eisengasse and barely have I started to write this passage when I bump into him on Humboldtstrasse: I’m waiting for the number 63 bus and he cycles past and we look each other in the eye. It is a moment of ungodly intimacy and we are both glad when it’s past and we can forget it again.

The number 63 bus takes me in the direction of Raaba, which is definitely beyond the limits of Graz, so I’m afraid I can’t tell you about the bizarre events that befall me there (it’s Easter).

Perhaps this is how it is: I want to get away from this city so that I’m not constantly reminded of the fact that I’m unwilling to get along with people for longer. They get boring, I could claim, or annoying in some way or other. Very few people manage to keep up the excitement. I don’t like it when something is predictable. Yes, this is true not just of people but also of my whole life. I don’t even have a bad conscience about it. Perhaps, you could say, partly in my defence, that the boredom that Graz induces in me is transferred to my friends and ex-friends. Perhaps it’s not completely my fault.

And Graz is so small. I’m forever meeting people who I would rather avoid: ex-boyfriends, and the said friends from whom I have suddenly and inexplicably broken off contact. Dentists and account managers. It’s enough to make you weep. I don’t know how other people stand it. And I only very rarely hear of people who have actually properly left, gone far, far away. To Vienna, Berlin or Sardinia. That is the furthest anyone I know has gone. Some—young, unattached or artists—manage by having homes in a number of sophisticated cities.

In my bed there is a dip and this dip is quite new. I have never been here before, in this dip, and it reminds me of something wonderful. And then it occurs to me, the way Graz really is.

The municipal sports ground in Andritz. The Waldorf school on the Ries. The little chapel, if it is a chapel, which you see when you’re waiting at the Weinzödlbrücke bus stop. Just opposite, on the slope that’s been cleared of trees.

S. says he would prefer not to think about whether I will at some point move nearer to him or not and I slap myself on the forehead and think: This was once my motto too. That was how I was once. I must remember what this city means to me, what it is now. When I go for a walk with S. or even when S. isn’t here. It is after all where I live.

 

The best times in Graz are when I go to Lendplatz in the morning to buy steak or a few radishes. Then a glass of wine, all in work time. I go to get birthday presents at the department stores that act as though they were in a far bigger city, as if they were Harrods in London, for instance. There, opera singers sing around the Egyptian Escalator, so Kastner is bound to start doing it too. Kastner is a spectacle completely lacking in understatement. I don’t like it, but it is the only place that stocks the casino-style poker cards my son needs, at the age of seventeen. Soon he will be eighteen and does not want to leave this city. Then he should stay here, I think, while picking his cake up from the cafe opposite. On the cake is written: Long live David.

The very best times in this city are when my flat is filled with people, friends, eating and drinking. Reading and making music, we’re all happy. The downstairs neighbours with the newborn baby already think badly of me, although they only moved in a few weeks ago. The balcony has a crack in it. It is made of natural stone, someone explains, and it’s almost impossible – though not totally impossible – that it would fall down from the terrible strain exerted on it by drinkers, smokers and eaters. I do not want to die here in this city by falling from my balcony. I want to leave Graz before my balcony disintegrates; I vow to myself that I will. Standing on my balcony you can see the Schlossberg in all its glory; this is something I will miss. I will miss being able to experience at close range the New Year’s fireworks, up close and yet at a safe distance from the drunkenly perched beer bottles. Sometimes you hear an ambulance racing along the Grabenstrasse, its siren blaring, it doesn’t stop, which means that some stupid driver hasn’t got out of the way in time, and now the ambulance is standing there and wants to drive on, but can’t. The whole courtyard becomes a siren.

My best times in this city are when S. is at my side. This would also be true elsewhere, but S. is from here. Now he lives somewhere else, but it is a good thing about Graz nonetheless, I think to myself, that it was involved in producing something as lovely as S.

It’s as if I am welded to this city. I like to escape into my daydreams. Then I dream myself to where I am from (which is not Graz) or wherever I want to go (which is everywhere). Many of my loved ones do not understand what I have against Graz. Then I try to explain, but somehow can’t, so I usually stand up and finish with: It’s just that I’ve been here too long.

 

Friedrich-von-Gagern-Allee. The Büchersegler, a new bookshop. The Metahofpark, where I’ve only been once and that was a long time ago. There’s a lot that isn’t true here, it’s mostly a pack of lies, it occurs to me. I’m going to take the arm-wrestling motif off the first page and insert it here and make it into a closing poem. This is how it goes.

We are locked in an arm-wrestle, my city and I
She pulls me down, I push back
I’m not very good at it
She has more persistence, and pigeons

The pigeons don’t bother me so much, what annoys me
Are the people, and that I know everyone, everything
And that every person greets me on every corner
No one kisses me

This city is little, my spirit is big
Or at least I like to think so. The birds twitter
Down from the mountain into my garden
The mountain is everywhere, wherever you are is mountain
Which doesn’t have to mean you are trapped. Now that’s something I like:
You can really breathe here.

I like passing so many lovely places
I’ve had many adventures here, first kisses,
Sex, and so on. You know
Three thousand ways through strange streets.
I actually don’t really know what bothers me,
about this, my little city.
And yet again she’s won outright.

 

 

Translated from German by Kate Howlett-Jones

 

Podcast read by Emma Brown


Kate Howlett-Jones was born in the UK in 1971. She graduated from Oxford University in 1993 with a Masters in French and Russian. She lives in Graz, Austria and works as a translator, cultural journalist and writer.