Freedom of the Heart

Die Freiheit des Herzens

Werner Schandor

Werner Schandor

Werner Schandor, (Fürstenfeld, 1967) is a writer and photographer. He studied German literature and educational sciences in Graz. He published three novels, a little book of poems, experimental prose, a graphic novel and a travel guide of southern Styria. In autumn 2011 a new collection of short stories called Ruby lebt (Ruby lives) will be published.

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Die Freiheit des Herzens

Die Mur durchteilt die Stadt beinahe unterirdisch. Das regulierte und begradigte Gewässer hat sich so tief in sein Bett gefressen, dass es kaum mehr wahrgenommen wird. Ähnlich ist es mit den Emotionen der Grazer. Im Gegensatz zu Leuten in amerikanischen Filmen, die das Herz auf der Zunge tragen, behalten die Menschen hier ihre Gefühle für sich.

Bist du dir sicher?

Wir standen an der Bar des kubanischen Lokals beim Stadtpark. Rauch lag in der Luft, und hinter dem Tresen wurden die Cocktails geschüttelt. Sie erzählte mir die Geschichte der letzten 15 Jahre, die Wendungen, die ihr Leben genommen hatte und die sie erst jüngst wieder in neue Gefilde führten.

Das ist mir klar geworden, als ich draufkam, was ich eigentlich suche: Die Freiheit des Herzens.

Sie lachte. Unter ihrem roten Kleid zeichnete sich ihr pochendes Herz ab. ‘Es ist nicht leicht,’ sagte sie und dachte dabei an den Mann, von dem sie sich scheiden lassen wollte. Es ist nicht leicht, denn um die Freiheit zu erlangen, muss man manchmal Menschen, die einem nahe stehen, enttäuschen.

Später betrat sie die Bühne, die man in der Ecke aufgebaut hatte. Sie schloss die Augen, ließ die Töne kommen, ließ ihre Stimme ausströmen, mal sanft, mal gurrend und glucksend, mal schneidend. Sie liebkoste das Mikrofon mit ihren Fingern, umhüllte es mit ihrer Stimme, und in diese Moment hatte ich den Eindruck, dass sie die Freiheit erreicht hätte, nach der sie suchte. Aber der Musikkritiker, der seinen Platz neben mir an der Bar eingenommen hatte, zerstörte die Harmonie des Augenblicks. ‘Schau dir nur mal ihre verkrampft zusammengekniffenen Augenbrauen an,’ flüsterte er mir zu. Und für eine Sängerin trifft sie die Töne einfach verdammt schlecht.

*

Einatmen und beim Einatmen ganz aufs Einatmen konzentrieren. Ganz Einatmen werden. Dann Ausatmen. Und beim Ausatmen ganz aufs Ausatmen achten. Gewahr sein des Ausatmens. Und dann wieder gewahr sein des Einatmens. So lässt sich die Freiheit des Geistes erlangen. Lehrte Buddha, der Erwachte. Die Reliquien des Buddha waren im Frühjahr 2011 drei Tage lang im buddhistischen Zentrum gegenüber vom Kunsthaus ausgestellt gemeinsam mit Reliquien buddhistischer Meister aus Tibet. Die auf Tibetisch "Ringsel" genannten Reliquien sahen aus wie pfefferkorngroße weiße Perlen; andere wirkten wie feine rote Raspel von einer Schale. Angeblich stammten diese Substanzen aus der Asche der kremierten Leiber, und man sagte den Reliquien nach, dass sie Frieden in die Welt bringen würden, weil sich in ihnen die Energie der Heiligen bündle.

Die Reliquien waren in handgroßen Glasgefäßen aufbewahrt, die konisch in die Höhe strebten und wie buddhistische Stupas geformt waren. In der Mitte des Tisches, auf dem die Exponate die Blicke der Besucher anzogen, hockte eine goldglänzende Buddhastatue. Diese Statuen üben eine beruhigende Wirkung auf mich aus, und so ließ ich mich von der friedlichen Atmosphäre anstecken, die in dem nicht allzu großen Raum herrschte. Ich guckte in die Glaskästen, in denen die Reliquien lagen, begutachtete die Formen der von Tischleuchten angestrahlten Körner und Fäden und umrundete den Tisch empfehlungsgemäß im Uhrzeigersinn. Man konnte sich ausrechnen, dass diese Reliquien so echt waren wie die Splitter vom Kreuze Christi, die im Mittelalter in Europa herumgezeigt wurden und die zusammengesetzt einen mittleren Baumhain ergeben hätten. ‘Vergiss die Echtheit – darum geht es nicht,’ erklärte meine Begleiterin, die bei aller Nüchternheit großen Respekt vor den Äußerungen des Mystischen hatte. Wir umrundeten den Tisch und schenkten der einen oder anderen Reliquie unsere vertiefte Aufmerksamkeit, um am Ende der kleinen Runde vor einer karminrot gewandeten buddhistischen Nonne zu stehen, die auf einem Sessel in der Ecke saß und ein Reliquiengefäß in der Hand hielt. Man konnte sich vor sie hinknien, und sie berührte mit der Reliquie den Scheitel. Was ich machen ließ. Ich kniete hin, die Nonne ließ das Gefäß mit der Reliquie auf die höchste Stelle meines Kopfes sinken und murmelte dabei etwas, das wohl ein Mantra war. Bei dieser Berührung breitete sich in meinem Körper vom Kopf her ein warmes Gefühl aus. Nicht überwältigend, aber sehr angenehm – wie beim Handauflegen durch einen versierten Masseur. War am Ende doch etwas an der Behauptung dran, dass die Reliquien die Energie der Meister in sich trugen? Meister, die, indem sie einfach einatmeten und ausatmeten und dabei ganz bei sich waren, das erlangt hatten, was meine Sängerfreundin für sich suchte.

Später, draußen auf der Murbrücke vor dem Kunsthaus: Die Insel in der Mur leuchtete blau in der Strömung, die Franziskanerkirche strahlte himmelwärts in die nächtliche Dunkelheit und sogar das flächendeckende Graffitigemälde am Sockel der Brücke war beleuchtet. Das warme Gefühl war noch in mir, aber der Erleuchtung fühlte ich mich nicht wirklich nahe. Und mein Herz? War es frei?

*

Am Jakominiplatz ragen fahlgelbe Laternenmasten in die Höhe, deren Lampenstangen sich am oberen Ende verzweigen wie flachgepresste Bäume. Straßenbahnen quietschen um die Kurven, Busse biegen in die Endhaltestellen ein, kommen schnaufend zum Stehen, die Türen öffnen sich, und die Fahrgäste strömen heraus. Fußgänger hasten über Asphalt und Gleise, Radfahrer klingeln sich ihren Weg durch das Gewirr. Am Platz vor dem ‘Steirerhof’ warten Pendler unter echten Bäumen auf die Postbusse, die sie aufs Land bringen, schauen jedem Auto nach, das sich in dem Nebeneinander aus Fahr- und Abbiegeverboten einen Weg durch das von Verkehrsschildern markierte Labyrinth bahnen will. Wasser sprudelt in einer Brunneninstallation aus dem Boden. Dort traf ich zufällig Manfred, einen ehemaligen Arbeitskollegen, der in meiner alten Firma für die EDV zuständig war. Er sah verändert aus, hatte abgenommen und wirkte sehr entschlossen. Vielleicht lag es auch daran, dass er sein Markenzeichen, das karierte Altherrensakko, durch ein schwarzes, sportliches Designer-Jacket getauscht hatte.

‘Wie es mir geht?! Danke, gut, seit der Krebs bezwungen ist.’

Erschrocken fragte ich nach: 'Krebs?'. Manfred erzählte von Monaten, die einem Buch mit dem Titel "Mein schicksalhaftes Jahr" entsprungen sein könnten: angefangen mit seiner Scheidung bis hin zu seiner Erkrankung. Im schnellen Vorlauf: Routineuntersuchung, Blutabnahme, erhöhte Werte, nochmalige Untersuchung, Krebsmarker, Diagnose, Chemotherapie.

‘Wenn du beim Arzt sitzt, und er sagt “Krebs”, dann ist es, als würde man dir mit dem Hammer auf den Kopf hauen. Aber mein Glück war, dass das Geschwür im Anfangsstadium erkannt wurde. So hat die Therapie optimal gegriffen. Ich war zwar jedes Mal total groggy, wenn ich im Krankenhaus mit den Mitteln vollgepumpt wurde, aber ich bin trotzdem arbeiten gegangen. Das hat mich von meinen Sorgen abgelenkt.’

Denn das Ganze hat eigentlich mit der Scheidung begonnen. Meine Frau war öfter zu solchen Wochenendseminaren gefahren: Die innere Stimme. Hör auf dein Selbst. Schamanenreisen und solche Sachen. Und als sie dann wieder einmal von so einem Schamanenseminar zurückkehrte, eröffnete sie mir, dass sie sich an meiner Seite nicht verwirklichen könne und sich deshalb scheiden lassen möchte. Nach 20 Jahren sagte sie mir das! Ich bin aus allen Wolken gefallen. Auch die Kinder haben es nicht kapiert, was in ihre Mutter gefahren ist, aber gut, die Kinder sind eh schon erwachsen.

Sie zog also aus, wir ließen uns scheiden, verkauften unser Haus – zwei gemeinsame Jahrzehnte vertraglich aufgelöst. Und genau am ersten Jahrestag der Trennung habe ich die Diagnose “Krebs” erhalten. Das war ein ziemlicher Brocken. Aber jetzt geht es wieder. Die Blutwerte sind stabil, und es schaut ganz so aus, als wäre die Sache ausgestanden. Und wie läuft’s bei dir?’

*

Grazer Herrengasse, Frühjahr 2011. Alle 30 Meter sitzt oder kniet jemand auf dem Asphalt und streckt den Passanten der geschäftigsten Grazer Innenstadtflaniermeile einen leeren Pappbecher hin. Die meisten dieser Leute sind Roma aus dem ostslowakischen Dorf Hostice. Da sie zu Hause keine Arbeit finden, und da die EU, was die Unterstützung der Roma betrifft, bisher eher erfolglos agierte, sitzen die Leute von Hostice auf den Straßen von Graz. Sie sitzen vor Supermärkten, Postämtern, an öffentlichen Plätzen und hoffen auf ein paar Euro. Viele Passanten sind von den knienden Menschen irritiert bis angewidert. Die meisten Bettler haben kein körperliches Gebrechen. Sie finden nur keine Auskommen dort, wo sie leben, und versuchen daher zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter auf dem Asphalt der Grazer Straßen ihr Auslangen zu finden. Was in Graz nicht mehr lange gelingen wird.

Den Kaufleuten der Stadt sind die Bettler ein Dorn im Auge. Nach langem politischen Ringen hat die steiermärkische Landesregierung mit den Stimmen sowohl der sozialdemokratischen als auch der christlich-sozialen Abgeordneten im Februar 2011 ein Gesetz verabschiedet, wonach Betteln ab Mai 2011 an öffentlichen Plätzen untersagt ist. Die Leute von Hostice können sich dann – so heißt es von den Proponenten des Verbots – ohnehin eine Arbeit suchen, denn mit selbem Datum fallen die Arbeitsbeschränkungen für EU-Bürger des Ostens weg.

Schon einmal gab es in Graz ein Bettelverbot. Erlassen wurde es am 2. März 1648 – im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges. Um die betroffene Klientel zu informieren, was ihnen bei Missachtung blühte, ließ man vor den Toren der Stadt auf Holz gemalte Bilder anbringen, auf denen die Konsequenzen dargestellt waren: Auspeitschen, mit Zangen zwicken oder Aufhängen. Eines der Schilder ist heute noch auf der oststeirischen Riegersburg zu bewundern – in der Ausstellung über die Hexenverfolgung. Eingerahmt ist das Bild vom Merkspruch: ‘Lost Ihr Zuegainer, alchier bleib theiner / Auß dem Landt Theut weichen, sonst wird man Eüch außstreichen. – Frei ins moderne Deutsch übersetzt: ‘Hört Ihr Zigeuner, hier bleibt stehen. Aus dem Land müsst Ihr gehen, sonst wird man Euch misshandeln." – Heute würde man sagen: ‘… mit 2000 Euro Verwaltungsstrafe belegen.’

*

In der Nähe vom Paulustor, das die Stadtmauer im Nordosten durchbricht, lodern haushohe Flammen in den Himmel. Ein Scheiterhaufen aus Büchern und Schriften, angekarrt aus allen Ecken des Landes, ist errichtet worden. Nun werden Pergament und Papier ein Raub des Feuers. Wir schreiben den 8. August 1600, und am Scheiterhaufen brennen die Schriften von Luther, Calvin, Zwingli und allen, die den Adeligen des Landes und den niederen Ständen, ja sogar den Bauern und Knechten Flausen in den Kopf gesetzt hatten: von der Freiheit, vom Herrgott, der – Gott behüte – sich dem gemeinen Volke verständlich machen solle. 10.000 ketzerische Bücher, die von den Religionskommissionen des Herrschers und seines Fürstbischofs gesammelt worden waren, stehen am Abend dieses glutheißen Augusttages in hellen Flammen.

Vor zwei Wochen waren die Adeligen des Landes vor die Wahl gestellt worden: Entweder sie fügen sich unter die gottgewollte, absolute Herrschaft des Kaisers und seines Repräsentanten, des Erzherzogs von Innerösterreich, der in der Grazer Burg residiert, oder sie haben das Land zu verlassen. Nicht wenige entscheiden sich für den Exodus. Unter den vielen Gelehrten, die den reformatorischen Lehren anhingen, ist auch der Mathematiker Johannes Kepler, der in Graz unterrichtet. Die Schriften brennen, und Graz ist wieder katholisch. In den folgenden 150 Jahren werden in der Steiermark Hunderte Menschen als Hexen und Zauberer gebrandmarkt und hingerichtet werden.

Erzherzog Ferdinand holt zum Zeichen seines Triumphes über die Protestanten die Kapuziner nach Graz. Er lässt ein Kloster errichten und, zum Kloster gehörig, die Antoniuskirche an der Stelle, an der die Bücher brannten. Die Kloster wurde 1782 aufgehoben, die Kirche blieb erhalten, wird aber nicht mehr als Kirche genutzt. Im Kloster ist heute das steirische Volkskundemuseum untergebracht, und wenn man eine Ausstellung besucht, kann man über die Orgelempore einen Blick in den barocken Kirchenraum werfen.

Auf dem Altarbild, das 1602 vom Hofmaler Pietro de Pomis angefertigt wurde, sehen wir, von Engeln getragen, den Grazer Schlossberg, der vom auferstandenen Christus gesegnet wird. Und in der Ecke rechts unten Ferdinand III., den Herrscher über Innerösterreich. Er hatte seinen Hof in Graz und war ein großer Verfechter des Katholischen vor dem Herrn. Er war den Jesuiten hörig und unterband gemeinsam mit seinem kirchlichen Pendant, dem schwindsüchtigen, geifernden Fürstbischof von Seckau, Martin Brenner, jede freigeistige Regung im Land.

Am Gebäude gegenüber vom Schauspielhaus erinnern noch heute die prächtigen Wappen Ferdinands von Habsburg und seiner Frau, Anna Maria von Bayern, an den Prunk, mit dem der Habsburger die Stadt in eine Fürstenstadt europäischen Zuschnitts verwandelte. Derselbe Ferdinand sollte 16 Jahre nach der Grazer Bücherverbrennung zum Kaiser Ferdinand II. gekrönt werden und als solcher Europa 1618 in den Wahnsinn und das Elend des Dreißigjährigen Krieges führen.

‘Die Geschichte wiederholt sich – unentwegt,’ sagt mein Begleiter, der Fremdenführer. Er hat mich an die Orte geführt, an denen Pietro de Pomis wirkte, allen voran das Mausoleum Kaiser Ferdinands, das gegenüber von der Grazer Burg, zwischen Dom und dazugehörigem Pfarrhaus, nach Plänen des Hofkünstlers errichtet wurde.

Man kann die Geschichte eines Ortes erspüren, wenn man die Antennen dafür hat, ist mein Begleiter überzeugt. Es schwingt immer etwas von der Geschichte mit: im Boden, auf dem man steht, in den Gebäuden, die einen umgeben, in den Menschen, die die Nachfahren von denen sind, die früher hier lebten. Von all ihren Handlungen bleibt etwas zurück. Geh in ein Gebäude, das umgebaut wurde, da wirst du es merken. Du wirst den Geist der Kaserne spüren, wenn dort jetzt Wohnungen sind, dir wird das Elend der Verlassenen in die Haarspitzen kriechen, wenn du einen Kindergarten betrittst, der ursprünglich ein Waisenhaus war. Die Geschichte liegt wie feiner Staub über den Gebäuden, Straßen, Städten und Landstrichen.

Klingt ziemlich esoterisch.

Klingt zu 100 % esoterisch, weil es keine Methoden dafür gibt, die Schwingungen zu messen, die die Geschichte hinterlässt. Aber wenn du durch Graz gehst und genau hinschaust, wirst du feststellen, dass die Geschichte durchscheint: die Bücherverbrennung von 1600 und der Brand der Synagoge 1938, die Vertreibung der Protestanten, die Hexenprozesse und die Vertreibung der Bettler, der Wunsch nach Recht und Ordnung bis ins kleinste Detail und das Bekenntnis zu Nazi-Deutschland im Februar 1938 – drei Wochen vor dem ‘Anschluss’ Österreichs. Aber es gibt auch eine Geschichte der Öffnung – eine unter Erzherzog Johann im 19. Jahrhundert, der zahlreiche Reformen in die Wege leitete, und eine geistige Öffnung die in den späten 1960ern damit begonnen hatte, dass man zeitgenössische Kunst in die Stadt strömen ließ, dass der ‘steirische herbst’ die Bürger und die Konservativen provozieren konnte. In den 1970ern verhinderten couragierte Bürger den Bau einer Autobahn, die mitten durch die Stadt hätte führen sollen. Und in den 1990er-Jahren deklarierte sich Graz als ‘Stadt der Menschenrechte’. Auch diese Geschichte wirst du in Graz sehen und spüren können.

Und du wirst sehen, dass sich die Stadt, die sich in den Jahrzehnten von 1970 bis 2000 geöffnet hatte, sich seit einigen Jahren wieder verschließt und selbst einengt. Drogensüchtige, Arbeitslose, Bettler sind nicht erwünscht, werden mit Erlässen, Verordnungen und Gesetzen von den öffentlichen Plätzen verbannt. In Graz ist es verpönt, in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu telefonieren; Vorhängeschlösser, mit denen Liebende auf Brückengeländern ihre Liebe bezeugen, werden mit der Zange abgezwickt und entsorgt, angeblich aus Gründen der Statik; auf der Wiese am Thalersee nahe Graz – einem beliebten Familienausflugsziel – dürfen türkische und kurdischen Familien nicht mehr grillen, weil es die Anrainer stört; durch die Straßen der Stadt patrouilliert außer der Polizei auch eine städtische Ordnungswache in furchtbaren schwarzen Uniformen (Schwarzhemden). Sie wird dafür bezahlt, Radfahrer anzuhalten, die auf lastwagenbreiten Alleen durch den Stadtpark radeln, denn diese Alleen sind Fußgängern vorbehalten (und nach Einbruch der Dämmerung den kleinen Dealern, aber zu dieser Zeit ist von der Ordnungswache nie jemand zu sehen). All diese Geschichten wirst du in Graz beobachten können.

*

Am anderen Ufer der Mur, dort, wo einst die italienischen Künstler ihr Quartier hatten und heute eine starke türkische und bosnische Minderheit wohnt, steht die Pfarrkirche St. Andrä, die sich seit ihrer Renovierung im Jahr 2010 schon äußerlich von den anderen Grazer Kirchen abhebt. In bunten Farben wurden Namen, Phrasen und Wörter in Großbuchstaben auf die weißen Kirchenmauern gemalt: ‘Skepsis’, ‘don’t worry’ und ‘Blaues Wunder’ sind unter anderem zu lesen. ‘Musterknabe’ und ‘Rosinen Rosinen’ steht auf dem Kirchturm. Im Inneren der Kirche stehen weitere zeitgenössische Arbeiten im Konflikt mit dem barocken Kirchenraum: ein verspiegelter Altar und eine verspiegelte Säule, moderne Kirchenfenster, eine wild bemalte Seitenkapelle. ‘Scheußlich,’ murmelt eine Frau aus der Touristengruppe, die sich das Haus Gottes von einem Fremdenführer erklären lässt, der andachtsvoll die Namen der barocken Meister erwähnt, aber keinen einzigen der zeitgenössischen Künstler, die sich hier mit dem Glauben auseinandersetzen.

Ich bin mit Pfarrer Hermann Glettler verabredet. In seinem Büro sitzen schon Leute: Beba, eine Fotografin aus der Südsteiermark, und Henry, ein kanadischer Medienkünstler, der eines der Kirchenfenster mit einer Installation aus sieben übereinander montierten Monitoren gestaltet hat, über die Bilderserien laufen. Ich bekomme Kaffee. Die Künstler verabschieden sich. Hermann will sich kurz Zeit für meine Fragen nehmen. Zum Beispiel: Wie verträgt sich die Freiheit der Kunst mit der Kirche?

Er lacht. Sagen wir, es gibt Reibungsenergie. Ja, das trifft es gut. Kunst hat eine andere Vision als die Kirche, meint Pfarrer Hermann. Und trotzdem gibt es viele Überschneidungen. Und vielleicht gerade diese gemeinsame Richtung, den Menschen zu seiner Freiheit zu befähigen. Paulus sagt: ‘Ihr seid zur Freiheit berufen.’ Freiheit in Christus. Das heißt: Der Mensch ist durch das Evangelium frei. Er steht nicht unter dem Gesetz. Heute würden wir sagen: Du stehst nicht unter dem Gesetz der vielen Ansprüche oder der perfekten Lebensnormen oder all dessen, was wir heute in göttlichen Rang erhoben haben: erfolgreich sein zu müssen oder aktiv sein zu müssen oder uns, wie es eine Theologin einmal sagte, der ‘Tyrannei des gelingenden Lebens’ beugen zu müssen. Diese vielen, vielen knechtenden Ansprüche kannst du hinter dir lassen, und trotz all dieser Bedingtheiten gibt es Lebensfreude – weil du den Tod nicht fürchten musst. Er hat nicht das letzte Wort.

Und wie sieht es mit der Freiheit des Herzens aus?

In der jüdisch-christlichen Tradition steht immer die Begegnung im Zentrum. Sich selbst verlieren im Du. So wie auch in einer menschlichen Beziehung, wo die intensivsten Momente die sind, in denen man sich selbst vergessen hat. Solange du dich ständig selbst beobachtest oder coachst, wie du glücklich werden könntest in deinem Ferienprogramm etc., bist du nicht ganz beim Du. Die intensivsten Momente sind in dieser Tradition nicht in der Leere zu suchen wie in fernöstlichen Traditionen, sondern im Du. Das gilt sowohl in der Beziehung zu den Menschen als auch in der Beziehung zu Gott.

In Hermanns Büro herrscht kreative Unordnung. Kisten mit Broschüren, sein Schreibtisch zugepflastert mit Zetteln. Hier ist einer rege am Wirken. Hermann- Glettler ist nicht nur der Künstlerpfarrer der Steiermark, sein Haus ist auch die erste Anlaufstelle für afrikanische Katholiken in Graz und für die Migranten, die sich hier im Grazer Bezirk Gries niedergelassen haben. Eine bunte Mischung.

Ich sage: ‘Durch die Beschäftigung mit der Freiheit des Herzens bin ich auf den Begriff “Trägheit des Herzens” gestoßen – eine der sieben Todsünden, die landläufig „Faulheit“ genannt wird. Was hat es mit der Trägheit des Herzens auf sich?’ möchte ich von Hermann wissen.

‘Nach der Bibel ist der Mensch am Gelingen der Schöpfung mitbeteiligt,’ klärt mich der Pfarrer auf. ‘Er hat seinen Beitrag dazu zu leisten. Die Sünde der Trägheit des Herzens heißt auf lateinisch Acedia, und es meint, dass mit dem Müßiggang und mit dem Nicht-Entfalten all seiner schöpferischen und kommunikativen Fähigkeiten der Mensch auch innerlich faul und träge wird und nichts mehr zum Gelingen der Schöpfung beiträgt. Das Herz verfettet, heißt es sehr scharf im Alten Testament. Im Prinzip ein Wohlstandsphänomen. Da gibt es keine Sehnsucht mehr, nichts mehr zu tun, sondern man will vor sich hin genießen oder nur mehr konsumieren. Acedia ist der Verlust der Sehnsucht.’ Andererseits leben wir in einer Zeit, in der ein Segment in der Bevölkerung zu viel arbeitet. Das Nichts-mehr-lassen-können oder Nicht-mehr-ruhen-können ist auch eine schwere Sünde, würde ich sagen. Nichts sein lassen können. Du musst dich beweisen durch Aktivität. Eine Übertreibung des Homo faber, der sich nur spürt, wenn er aktiv ist. Auch das ist ein Aspekt der Acedia. Eine Art hyperaktive Trägheit.

Wir gehen hinaus. Die nächsten Leute kommen vorbei. ENKS, ein Maler aus Ghana, der seit 2003 in Graz lebt, bringt eines seiner naiven Bilder, ein Großformat, das die Außenmauer des Pfarrhofes schmücken soll. Anton Lederer von der Galerie ist gekommen, um das Werk zu begutachten, und vier weitere Leute sind plötzlich auch da und stehen vor dem Bild, das mit dem Lineal und Filzstift gezeichnete Hochhäuser zeigt, ein Flüchtlingsboot auf dem Meer und eine Straße, auf der ein Unfall passiert ist. ‘Starke Steiermark’ hat ENKS darüber geschrieben und die Wörter ‘Love Faith Hope’ in einer Sprechblase über dem Hochhaus platziert.

*

Das Schöne an den höheren Häusern im Osten der Stadt ist ihr Blick auf den Bergwald mitten in der Stadt: den Schlossberg mit den Resten der 1809 abgetragenen Festung von Graz. Diese Festung muss ein imposanter Anblick gewesen sein. Und uneinnehmbar. Weder die Osmanen im 16. und 17. Jahrhundert noch die französischen Truppen zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnten sie knacken. Daher ließ Napoleon Bonaparte nach seinem Sieg über die Österreicher in der Schlacht bei Wagram im Friedensvertrag festschreiben, dass die Grazer Festung geschleift werden muss. Die Bastionen, Wälle, Mauern und Gebäude wurden – bis auf wenige Ausnahmen – gesprengt und abgetragen, der ehemals kahle Berg wurde bepflanzt.

1810 ließ sich ein andere Bonaparte in Graz nieder: Louis, der jüngste Bruder Napoleons, hatte als König der Holländer abgedankt und hatte sich – man weiß nicht, warum – Graz als Stätte seine Exils ausgesucht. Auf dem Weg hierher machte er die Bekanntschaft mit Goethe, der ihn als feinsinnigen, empfindsamen Zeitgenossen beschreibt. Luis Bonaparte erwarb eine Villa in der Nähe des Rosenhains, und er verfasste in Graz unter dem Eindruck einer Begegnung mit Goethe seinen Roman Marie oder die Leiden der Liebe. Louis galt als krankhaft eifersüchtig, seine Ehe mit Hortense war gescheitert. Als empfindsamer Melancholiker, der in seinem Exil ein zurückgezogenes Leben führte, fühlte er sich in Graz bestens aufgehoben. Sein Lieblingsplatz in der Stadt war bei der Kirche von Maria Grün, oder, wie es früher hieß: Maria im Grünen. Auch heute noch fährt man durch ein fast dschungelartiges Waldstück, bevor man zur Kirche gelangt, wo ein Gedenkstein an den König im Exil erinnert. Sein Gedicht ‘Abschied von Graz’ ist dort angebracht – auf französisch und deutsch. Louis verließ Graz 1814, als sich der österreichische Kaiser Franz mit den Russen gegen Napoleon verbündete. Bonapartes Gedicht beginnt mir der Strophe:

Lebt wohl, ihr blühenden Gefilde,
Die oft mir meine Qual gestillt
Mit Ruheträumen mir so milde
Die wundenvolle Brust erfüllt!

*

Wenn man zwischen dem Schlossberg und der Kirche von Maria Grün eine Linie zieht und von dort ein Dreieck Richtung Osten aufspannt, wird man im Landeskrankenhaus Graz landen, wo seit einigen Jahren auch die medizinische Universität untergebracht ist. Hier sind die Herzspezialisten zu Hause. Solche, die Herzen verpflanzen, und solche, die für seine Beruhigung sorgen.

Professor Max Moser ist ein Experte auf dem Gebiet der Chronobiologie und der Stressforschung. Er hat die Stressbelastung von Bauarbeitern untersucht und die heilende Wirkung nachgewiesen, die rhythmische Übungen auf den menschlichen Organismus haben. Fernöstliche Mantras zum Beispiel – Om mani padme hum – vertiefen die Erholungsphase bei Menschen; mehr noch aber wirkt der Hexameter beruhigend auf den Körper, fand der Forscher mit eigens entwickelten diagnostischen Methoden heraus.

Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen Erlösung,
Die der Messias auf Erden in seiner Menschheit vollendet,
Und durch die er Adams Geschlechte die Liebe der Gottheit
Mit dem Blute des heiligen Bundes von neuem geschenkt hat.

Und noch eine Erkenntnis konnte Max Moser mit seinen Messmethoden unterstreichen: Es gibt Herzen, die exakt im Rhythmus funktionieren und deren Herzschläge gleichmäßig verlaufen wie das Klopfen einer Stanzmaschine. Das sind die Herzen von kranken Menschen oder solchen, die dem Tod nahe sind. Das gesunde Herz hingegen hat einen Grundrhythmus, den es laufend variiert. Es schlägt mal schneller, mal langsamer; seine Kurven lassen sich nicht mit dem Lineal vorhersagen. Ein gesundes Herz schlägt nicht ganz regelmäßig, sondern schwingt um einen Mittelwert, sagt Professor Moser. Es marschiert nicht im Gleichschritt, sondern das gesunde Herz tanzt.

*

‘Hat es dir gefallen?’ fragt mich die Sängerin am Ende des Auftrittes. Künstler wollen immer wissen, wie sie waren, ob sie gut waren oder nicht. Mir geht es gleich. Ich ringe um jedes Wort. Jeder Satz könnte falsch sein, jedes Wort könnte mich blöd dastehen lassen. Ich zweifle am Text, ich zweifle daran, dass die Wörter das sagen, was ich im Kopf habe. Meine Gedanken erscheinen mir folgerichtig und wahr, und im Denken kommen sie mir schön vor (obwohl das kein ausschlaggebendes Kriterium für Gedanken ist). Beim Text aber, der aus diesen Gedanken folgt, habe ich Angst, dass er hässliche Nebentöne von sich geben könnte wie eine quietschende Tür. Ich wechsle den Ort und die Zeit, sogar die Erzählzeiten kommen mir durcheinander. Vielleicht befreit mich dieses Springen in den Dimensionen von meinen Zweifeln. ‘Doubt can make you stop’. Ich habe schon zu viel gelesen, zu viel gehört, zu viel gewusst. Ich denke an die weltberühmten Autoren, die in Graz waren und die Stadt mit ihrer Poesie füllten: Brodsky, Handke, Pynchon, Herta Müller, Jelinek. Ich muss alles wieder vergessen, um mich frei im Text bewegen zu können. Muss zum Kind werden, um nichts mehr zu müssen. Und hoffe trotzdem, dass der Text gefällt, dass er denen, die ihn lesen, Räume eröffnet, ohne dass die Tür quietscht. Und jetzt fragt sie: ‘Hat es dir gefallen?’

Die Mystiker hatten die Freiheit des Herzens stets im Augenblick gesucht, im Ganz-da-sein, im Gewahrsein. Das war in dieser Musik zu spüren gewesen, das hatte ihr Auftritt ausgestrahlt und auch wenn der Musikkritiker, der das Lokal längst verlassen hatte, damit recht hatte, dass nicht jeder Ton zu 100 % sauber gesungen war, zählte dieses im Hier-und-Jetzt-Sein für mich mehr als die exakte Wiedergabe der musikalisch richtigen Schwingung. All das sage ich ihr nicht. Ich sage nur: ‘Ja, ich fand es super.’

*

Graz hat sich viele Namen zugelegt. Weltkulturerbe, Kulturstadt, Genussstadt, was den Tourismus betrifft; Automotive City, Eco-Stadt, was die Wirtschaft angeht; City of Design, Einkaufsstadt und Menschenrechtsstadt, in der das Menschenrecht Betteln unter Strafe gestellt wird. Es ist eine reiche, lebenswerte Stadt im Herzen Europas, und es ist eine Stadt, die sich und ihre Bürger über Gebühr selbst einengt. Daher ist Graz mitunter am Schönsten, wenn es unter einer Wolkendecke verschwunden ist.

An trüben Wintertagen, an denen in Graz der Hochnebel regiert, ist es absolut beglückend, mit der Gondel auf den Grazer Hausberg Schöckl zu fahren. 10 Kilometer entfernt von der Stadt ragt das Hochplateau des Berges 1445 m in den Himmel – hoch genug, um den Nebel unter sich zu lassen. Wenn man an so einem Nebeltag auf dem Schöckel steht und sich unten, auf 1000 m Seehöhe, die Hochnebeldecke über dem Grazer Becken ausbreitet, während einem hier oben die Sonne ins Gesicht strahlt, hat man das Gefühl an einem Meeresstrand zu stehen. Man blickt in ein Meer aus Wolken, und am Rand zeichnen sich im Westen und Süden die Berge ab. Absolute Freiheit.

 

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De vrijheid van het hart

De Mur snijdt de stad haast ondergronds doormidden. De gekanaliseerde en rechtgetrokken waterloop heeft zich zo diep in zijn bedding ingevreten dat hij nauwelijks nog te bespeuren valt. Met de emoties van de inwoners van Graz is het net zo. In tegenstelling tot overdreven Amerikaanse films waarin acteurs het hart op de tong dragen, houden de mensen hier hun gevoelens voor zich.

Ben je zeker?

We stonden aan de bar van het Cubaanse café bij het stadspark. Er hing rook in de lucht, achter de bar werden cocktails bereid. Ze deed me het relaas van de afgelopen vijftien jaar, de wendingen die haar leven had genomen en die haar pas sinds kort weer naar nieuwe contreien voerden.

Toen werd me duidelijk waar ik eigenlijk naar op zoek ben: de vrijheid van het hart. Ze lachte. Onder haar rode jurk tekende zich haar volle boezem af. ‘Niet makkelijk,’ zei ze en moest daarbij denken aan de man van wie ze wilde scheiden. Het is niet makkelijk, want om die vrijheid te bereiken moet je soms mensen ontgoochelen die je na aan het hart liggen.

Later beklom ze het podium dat men in de hoek had opgesteld. Ze deed haar ogen dicht, liet de klanken komen, liet haar stem naar buiten stromen, nu eens zacht, dan weer kirrend en klokkend of snerpend. Haar vingers liefkoosden de microfoon, haar stem omhulde hem, en op dat moment had ik de indruk dat ze de vrijheid die ze zocht ook had gevonden. Maar de muziekrecensent die naast me aan de bar was komen staan, verbrak de harmonie van het moment. ‘Kijk toch eens naar die verkrampt samengeknepen wenkbrauwen,’ fluisterde hij me toe. ‘En voor een zangeres is ze wel verdomd slecht in het vinden van de juiste toon.’

*

‘s Anderendaags bekeek ik relikwieën die gedurende drie dagen tentoongesteld werden in het boeddhistische centrum tegenover het Kunsthaus. De relikwieën waren afkomstig van Boeddha en van Tibetaanse lama’s en zagen eruit als witte parels zo groot als peperbolletjes; andere leken wel fijn rood raspsel van een schil. Naar verluidt kwam wat ik hier zag uit de as van gecremeerde lichamen, en men dichtte de relikwieën toe dat ze vrede op aarde zouden brengen omdat de energie van de heiligen erin was gebundeld.

De relikwieën werden bewaard in glazen recipiënten ter grootte van een hand, kegelvormig als boeddhistische stoepa’s. In het midden van de tafel waarop de tentoongestelde stukken de blikken van de bezoekers trokken, hurkte een goudglanzend boeddhabeeld. Deze beelden hebben een kalmerend effect op mij, en zo nam ik de vredige sfeer in me op die in de niet al te grote ruimte hing. Ik bekeek de vitrines waar de relikwieën in lagen, monsterde de vorm van korrels en draden die door de tafellampjes werden beschenen en wandelde zoals dat werd aanbevolen in wijzerzin om de tafel heen. Je kon uitrekenen dat deze relikwieën net zo echt waren als de splinters van het kruis van Christus die in de Middeleeuwen overal werden getoond en die bijeengebracht een bosje zouden opgeleverd hebben. ‘Vergeet authenticiteit –daar gaat het niet om,’ sprak de dame die met me was meegekomen en die ondanks haar nuchterheid groot respect voor uitingen van het mystieke had. We liepen rond de tafel en bekeken sommige relikwieën met bijzondere aandacht, om aan het eind van de korte rondgang oog in oog te staan met een karmijnrood geklede boeddhistische non, die op een stoel in de hoek zat en een relikwieënvat in de hand hield. Je kon voor haar neerknielen en zij raakte met de relikwie je kruin aan. Wat ik liet doen. Ik knielde neer, de non liet het vat met de relikwie op het hoogste punt van mijn hoofd neerzakken en prevelde daarbij iets wat vermoedelijk een mantra was. Bij die aanraking verspreidde zich vanaf mijn hoofd een warm gevoel in mijn lichaam. Niet overweldigend, maar heel aangenaam – zoals bij een handoplegging van een ervaren masseur. Was er dan toch iets waar van de bewering dat relikwieën de energie van de meesters in zich dragen? Meesters die, door zich mediterend naar binnen te keren, datgene hadden bereikt waar mijn zingende vriendin naar op zoek was.

Later, buiten op de brug over de Mur, tegenover het Kunsthaus: het eilandje in de Mur lichtte blauw op in de stroming, de Franciscanenkerk straalde ten hemel in de nachtelijke duisternis en zelfs de graffitischilderingen die de sokkel van de brug volledig overdekken werden verlicht. Het warme gevoel was nog niet uit mijn lichaam verdwenen, maar ik voelde me niet meteen dicht bij de verlichting. En mijn hart? Was het vrij?

*

Op de Jakominiplatz staan hoge vaalgele lantaarnpalen, de stelen waar de lampen aan hangen zijn bovenaan vertakt zodat het platgedrukte bomen lijken. Trams knarsen in de bochten, bussen rijden het eindstation binnen, komen snuivend tot stilstand, de deuren gaan open, de reizigers stromen naar buiten. Voetgangers haasten zich over asfalt en sporen, fietsers rinkelen zich een weg door het gewoel. Op het plein voor het Steirerhof wachten pendelaars onder echte bomen op de bussen die hen de stad uit rijden en kijken elke auto na die zich in het woud van rij- en afslaverboden een weg wil banen door de met verkeersborden bewegwijzerde doolhof. In een fonteintje op de grond borrelt water op. Daar loop ik toevallig Manfred tegen het lijf, een ex-collega die in mijn vroegere bedrijf it-manager was. Hij ziet er anders uit, is vermagerd en komt heel zelfverzekerd over. Dat komt misschien ook omdat hij zijn handelsmerk, een geruit oudemannenjasje, heeft verruild voor een zwart sportief designerjasje.

‘Hoe het met mij gaat?! Dank je, goed, sinds de kanker overwonnen is.’

Ik schrik en vraag door. Manfred vertelt over zijn ziekte: routineonderzoek, bloedname, verhoogde waarden, tweede onderzoek, kankermarker, diagnose, chemotherapie.

‘Als je bij de dokter zit en hij zegt “kanker”, dan lijkt het alsof er met een hamer op je kop wordt geslagen. Maar mijn geluk was dat het gezwel nog in het beginstadium werd opgemerkt. Daarom heeft de therapie optimaal aangeslagen. Ik was weliswaar telkens compleet groggy wanneer ik in het ziekenhuis met geneesmiddelen werd volgepompt, maar ik ben toch uit werken gegaan. Dat heeft me afgeleid van mijn zorgen.’

‘En die scheiding heb ik inmiddels ook tamelijk goed verteerd. (Nog zo’n hamer.) Daar is alles eigenlijk mee begonnen. Mijn vrouw ging vrij vaak naar zo’n weekendworkshops. De innerlijke stem. Luister naar je Zelf. Sjamanenreizen en dat soort dingen. En dan komt ze terug van zo’n sjamanenworkshop en deelt me mee dat ze zich aan mijn zijde niet kan ontplooien en dat ze daarom graag van me wil scheiden. Na twintig jaar huwelijk zegt ze me dat! Ik sloeg steil achterover. Ook de kinderen snapten niet wat haar bezielde, maar goed, die zijn al volwassen.

Ze trekt er dus uit, we scheiden, we verkopen ons huis – twintig gedeelde jaren contractueel ontbonden. En precies op de eerste verjaardag van de scheiding kreeg ik de diagnose “kanker”. Dat was een harde dobber. Maar nu gaat het weer. De bloedwaarden zijn stabiel, en het lijkt erop dat het leed geleden is. – En hoe gaat het met jou?’

*

Herrengasse, Graz, voorjaar 2011. Om de dertig meter zit of knielt iemand op het asfalt en houdt een leeg kartonnen bekertje op naar de voorbijgangers op de drukst bewandelde winkelstraat van de binnenstad. De meesten zijn Roma uit het Oost-Slovaakse dorp Hostice. Omdat ze thuis geen werk vinden en omdat de ondersteuning van de Roma door de EU tot nog toe niet echt succesvol was, zitten de mensen van Hostice in de straten van Graz. Ze zitten voor supermarkten, postkantoren, op openbare plaatsen en hopen op een paar euro’s. Veel voorbijgangers ergeren zich aan de geknielde mensen of gruwen er zelfs van. De meeste bedelaars hebben geen lichamelijk gebrek. Maar waar ze wonen vinden ze geen inkomen, en daarom proberen ze het jaar rond en in weer en wind op het asfalt van Graz in hun levensonderhoud te voorzien.

De bedelaars zijn een doorn in het oog van de winkeliers van de stad. Na een lange politieke strijd heeft de Stiermarkse deelstaatregering in februari 2011 met de stemmen van zowel de sociaal-democratische als de christendemocratische volksvertegenwoordigers een wet aangenomen die bedelen op openbare plaatsen vanaf mei 2011 verbiedt. De mensen van Hostice kunnen dan – aldus de voorstanders van het verbod – meteen werk zoeken, want eveneens vanaf mei 2011 vallen de arbeidsbeperkingen voor EU-burgers uit het Oosten weg.

Graz kende al eerder een bedelverbod. Het werd uitgevaardigd op 2 maart 1648. Om de doelgroep op de hoogte te brengen van wat er zwaaide als het verbod in de wind werd geslagen, bracht men voor de stadspoorten houten borden aan waarop de gevolgen werden afgebeeld: zweepslagen, met tangen geknepen worden of ophanging. Een van de borden is vandaag nog in de Riegersburg te bewonderen – in de tentoonstelling over heksenvervolging. Boven en onder het beeld staat de kernspreuk: ‘Lost Ihr Zuegainer, alchier bleib theiner / Auß dem Landt Theut weichen, sonst wird man Eüch außstreichen.’ Vrij vertaald: ‘Luistert, gij zigeuners, houdt hier halt. Het land moet gij verlaten, anders zal men u mishandelen.’ Vandaag zou men zeggen: ‘... 2000 euro bestuurlijke boete opleggen.’

*

In de buurt van de Pauluspoort, die de stadsmuur in het noordoosten onderbreekt, laaien huizenhoge vlammen ten hemel. Er is een brandstapel opgericht van boeken en geschriften, aangevoerd uit alle hoeken van het land. Perkament en papier vallen ten prooi aan het vuur. We schrijven 8 augustus 1600, en op de brandstapel branden de geschriften van Luther, Calvijn, Zwingli en alle anderen die de adelstand van het land en de lagere klassen, ja zelfs de boeren en de knechten onzin hebben ingefluisterd: over vrijheid, over de Here God, die zich – God verhoede – voor het gewone volk verstaanbaar moet maken. Tienduizend ketterse boeken die door de godsdienstcommissies van de vorst en zijn prins-bisschop werden verzameld, staan op de avond van deze bloedhete augustusdag in lichterlaaie.

Twee weken eerder waren de edelen van het land voor de keus gesteld: ofwel voegden ze zich naar de door God gewilde, absolute heerschappij van de keizer en zijn vertegenwoordiger, de aartshertog van Binnen-Oostenrijk die in het kasteel van Graz resideert, ofwel moesten ze het land verlaten. Niet weinigen kiezen voor de exodus. Onder de vele geleerden die de reformatorische leer aanhangen is ook de wiskundige Johannes Kepler, die in Graz onderwijst. De geschriften branden, en Graz is weer katholiek. In de loop van de volgende 150 jaar zullen in Stiermarken honderden mensen als heks of tovernaar worden gebrandmerkt en terechtgesteld.

Ten teken van zijn overwinning op de protestanten haalt aartshertog Ferdinand de kapucijnen naar Graz. Hij laat een klooster bouwen en, bijhorend, de Antoniuskerk, op de plek waar de boeken brandden. Het klooster werd in 1782 opgeheven, de kerk bleef bewaard, maar doet geen dienst meer als kerk. In het kloostergebouw is tegenwoordig het Stiermarkse museum voor volkskunde ondergebracht, en als je een tentoonstelling bezoekt, kun je over de orgelgalerij heen een blik in de barokke kerkruimte werpen.

Op het altaarstuk, dat in 1602 door hofschilder Pietro de Pomis werd gemaakt, is de Schlossberg van Graz te zien, die, door engelen gedragen, gezegend wordt door de verrezen Christus. En in de hoek rechtsonder Ferdinand III, heerser over Binnen-Oostenrijk. Hij hield hof in Graz en was een groot voorvechter van een rabiaat katholicisme. Hij was een trouwe volgeling van de jezuïeten en onderdrukte samen met zijn kerkelijke pendant, de teringlijdende, razende prins-bisschop van Seckau, Martin Brenner, elke opstoot van vrijdenkendheid in het land.

De prachtige wapenschilden van Ferdinand van Habsburg en van zijn vrouw, Anna Maria van Beieren, aan het gebouw tegenover het theater herinneren vandaag nog aan de pracht en praal waarmee de Habsburger de stad tot een koninklijke stad van Europees formaat omvormde. Diezelfde Ferdinand zou zestien jaar na de boekverbranding in Graz gekroond worden tot keizer Ferdinand II en in die hoedanigheid Europa in 1618 in de waanzin en het leed van de Dertigjarige Oorlog storten.

‘De geschiedenis herhaalt zich – onophoudelijk,’ zegt mijn gids. Hij heeft me meegenomen naar de plekken waar Pietro de Pomis heeft gewerkt, in de eerste plaats het mausoleum van keizer Ferdinand, dat naar een ontwerp van de hofkunstenaar werd opgericht tegenover het kasteel van Graz, tussen de Dom en de pastorie.

Mijn gids is ervan overtuigd dat je de geschiedenis van een plek kunt voelen, als je er de antennes voor hebt. Er vibreert altijd iets van de geschiedenis mee: in de bodem waarop je staat, in de gebouwen die je omgeven, in de mensen die de nazaten zijn van degenen die hier vroeger leefden. Van al hun handelingen blijft iets achter. Stap een gebouw binnen dat verbouwd wordt en je zult het merken. Je zult de geest van de kazerne voelen waar nu huizen zijn, je zult tot in de toppen van je tenen het leed van de verlatenen voelen als je een kleuterschool binnengaat die oorspronkelijk een weeshuis was. De geschiedenis ligt als een dun laagje stof over gebouwen, straten, steden en streken.

Klinkt behoorlijk esoterisch.

Klinkt voor de volle 100% esoterisch, omdat er geen methoden bestaan om de vibraties te meten die de geschiedenis achterlaat. Maar als je door Graz wandelt en aandachtig rondkijkt, kun je vaststellen dat de geschiedenis overal doorschemert: de boekverbranding van 1600 en de synagogebrand in 1938, de verdrijving van de protestanten, de heksenprocessen en de verdrijving van de bedelaars, het verlangen naar recht en orde tot in het kleinste detail en de bereidheid om toe te treden tot nazi-Duitsland in februari 1938 – drie weken voor de Anschluss van Oostenrijk. Maar er is ook een geschiedenis van openheid – openheid onder aartshertog Johann in de negentiende eeuw, die talrijke hervormingen in gang zette, en de openheid van geest die in de late jaren ‘60 begon doordat men hedendaagse kunst de stad liet binnenstromen; de ‘Stiermarkse herfst’ die burgers en conservatieven provoceerde. In de jaren ‘70 verhinderden dappere burgers de bouw van een autosnelweg die midden door de stad had moeten lopen. En in de jaren ‘90 riep Graz zichzelf uit tot ‘Stad van de Mensenrechten’. Ook die geschiedenis zul je in Graz zien en voelen.

En je zult zien dat de stad die zich tussen 1970 en 2000 heeft opengesteld, zich sinds een paar jaar weer afsluit en inperkt. Drugsverslaafden, werklozen, bedelaars zijn niet gewenst, worden met decreten, verordeningen en wetten uit openbare plaatsen geweerd. In Graz is telefoneren in het openbaar vervoer not done; hangsloten waar geliefden aan brugleuningen hun liefde mee betuigen, worden met de tang losgeknipt en verwijderd, zogenaamd om redenen van stabiliteit; op de weide aan het Thalermeer in de buurt van Graz – een geliefde bestemming voor familie-uitjes – mogen Turkse en Koerdische families niet meer barbecueën, want dat stoort de omwonenden; door de straten van de stad patrouilleert behalve de politie ook een stadswacht in vreselijke zwarte uniformen (zwarthemden). Ze worden betaald om fietsers tegen te houden die over vrachtwagenbrede lanen door het stadspark fietsen, want de lanen zijn voorbehouden voor voetgangers (en na het invallen van de duisternis ook voor kleine dealers, maar op dat tijdstip is er van de stadswacht nooit iemand te zien). Al die verhalen kun je zien in Graz.

*

Aan de overzijde van de Mur, daar waar ooit de Italiaanse kunstenaars hun onderkomen hadden en waar nu een grote Turkse en Bosnische minderheid woont, staat de parochiekerk St. Andrä, die zich sinds haar renovatie in 2010 alleen al aan de buitenkant onderscheidt van de andere kerken van Graz. In bonte kleuren staan namen, frasen en woorden in hoofdletters op de witte kerkmuren geschilderd: ‘scepsis’, ‘don’t worry’ en ‘blauw wonder’ staat er onder meer te lezen. ‘Modelkind’ en ‘rozijnen rozijnen’ staat op de kerktoren. Binnen in de kerk gaan nog meer hedendaagse werken de confrontatie aan met de barokke kerkruimte: een met spiegels bekleed altaar en dito zuil, moderne kerkramen, een wild beschilderde zijkapel. ‘Afgrijselijk,’ mompelt een vrouw in het groepje toeristen dat zich in het huis van God door een gids laat rondleiden, die eerbiedig de namen van de barokke meesters vermeldt maar geen enkele van de hedendaagse kunstenaars vernoemt die hier de discussie met het geloof aangaan.

Ik heb afgesproken met pastoor Hermann Glettler. Er zitten al mensen in zijn kantoortje: Beba, een fotografe uit Zuid-Stiermarken, en Henry, een Canadese mediakunstenaar die voor een van de kerkramen een installatie heeft gemaakt van zeven boven elkaar gemonteerde monitoren, waar beeldenreeksen op te zien zijn. Ik krijg een koffie aangeboden. De kunstenaars nemen afscheid. Hermann heeft even tijd voor mijn vragen. Bijvoorbeeld: Hoe valt de vrijheid van de kunst te rijmen met de Kerk?

Hij lacht. ‘Laten we zeggen dat het wrijvinsenergie geeft. Ja, dat vat het goed samen. Kunst heeft een andere visie dan de Kerk’, vindt pastoor Hermann. ‘En toch zijn er veel overlappingen. Misschien juist het gemeenschappelijke streven om de mens in zijn eigen vrijheid te bekwamen. Paulus zegt: “Jullie zijn tot de vrijheid geroepen.” Vrijheid in Christus. Dat betekent: de mens is vrij door het evangelie. Hij is niet onderworpen aan de wet. Vandaag zouden we zeggen: je bent niet onderworpen aan de wet van de vele eisen of de perfecte levensnormen of van al wat we tegenwoordig een goddelijke status hebben verleend: succesvol of actief moeten zijn of ons, zoals een theologe het ooit formuleerde, naar de “tirannie van het geslaagde leven” moeten buigen. Al die onderdrukkende eisen kun je achter je laten en ondanks al die beperkingen is er levensvreugde – omdat je de dood niet moet vrezen. Hij heeft niet het laatste woord.’

En hoe staat het met de vrijheid van het hart?

‘In de joods-christelijke traditie staat altijd de ontmoeting centraal. Jezelf verliezen in het Jij. Net als in een menselijke relatie, waar de meest intense momenten de momenten zijn waarin je jezelf vergeet. Zolang je onderzoekt hoe je gelukkig kunt worden met je vrijetijdsprogramma enzovoort of jezelf voortdurend observeert, ben je niet helemaal bij het Jij. De meest intense momenten moeten in deze traditie niet gezocht worden in de leegte zoals in de tradities van het Verre Oosten, maar in het Jij. Dat geldt zowel voor de relatie met de medemens als voor de relatie met God.’

In Hermanns bureau heerst creatieve wanorde. Kisten met brochures, zijn schrijftafel volgeplakt met briefjes. Hier is iemand druk aan het werk. Hermann Glettler is niet alleen de kunstenaarspastoor uit Stiermarken, zijn huis is ook het eerste opvangcentrum voor Afrikaanse katholieken in Graz en voor de migranten die zich hier in het district Gries hebben gevestigd. Een bonte mengeling. Ik zeg: ‘Door me bezig te houden met de vrijheid van het hart ben ik op het begrip “traagheid van het hart” gestoten – een van de zeven doodzonden, die gewoonlijk “luiheid” wordt genoemd. Wat heeft die traagheid van het hart te betekenen?’ wil ik graag van Hermann weten. ‘Volgens de Bijbel is de mens medeverantwoordelijk voor het welslagen van de schepping,’ legt de pastoor me uit. ‘Hij moet zijn steentje bijdragen. De zonde van de traagheid van het hart heet in het Latijn acedia, en houdt in dat de mens, door het nietsdoen en door het niet ontplooien van al zijn creatieve en communicatieve vaardigheden, ook innerlijk lui en traag wordt en niets meer bijdraagt aan het welslagen van de schepping. Het hart wordt vet, heet dat heel scherp in het Oude Testament. In wezen een welvaartsverschijnsel. Er is geen verlangen meer om nog iets te doen, integendeel: de mens wil gewoon genieten of alleen nog consumeren. Acedia is het verlies van het verlangen.’ Anderzijds leven we in een tijd waarin een deel van de bevolking te hard werkt. Het niet-meer-kunnen-loslaten of het niet-meer-kunnen-rusten is ook een zware zonde, zou ik durven zeggen. Niets zo kunnen laten. Je moet je bewijzen door activiteit. Een overdrijving van de Homo faber, die zich alleen maar van zichzelf bewust is als hij actief is. Ook dat is een aspect van acedia. Een soort hyperactieve traagheid.

We gaan naar buiten. De volgende bezoekers zijn er al. ENKS, een schilder uit Ghana die sinds 2003 in Graz woont, brengt een van zijn naïeve schilderijen, een groot formaat dat de tuinmuur van de pastorie moet opsmukken. Anton Lederer van galerij is gekomen om het werk te beoordelen, en er staan plotseling nog vier mensen voor het schilderij, waarop met viltstift en liniaal getekende flats te zien zijn, een vluchtelingenboot op zee en een straat waar een ongeval is gebeurd. ‘Sterk Stiermarken’ heeft ENKS eroverheen geschreven en de woorden ‘Love Faith Hope’ in een tekstballon boven de flat.

*

Wat mooi is aan de hoger gelegen huizen in het oostelijke deel van de stad is hun uitzicht op het heuvelbos in het centrum – de Schlossberg met de restanten van de in 1809 gesloopte vesting van Graz. Die vesting moet een indrukwekkende aanblik hebben geboden. En was onneembaar. De Ottomanen in de zestiende en de zeventiende eeuw noch de Franse troepen aan het begin van de negentiende eeuw hebben ze kunnen innemen. Om die reden liet Napoleon Bonaparte na zijn overwinning op de Oostenrijkers in de Slag bij Wagram in het vredesverdrag vastleggen dat de vesting van Graz moest worden gesloopt. De bastions, wallen, muren en gebouwen werden – op een paar uitzonderingen na – opgeblazen en afgebroken, de vroeger kale berg werd beplant.

In 1810 vestigde een andere Bonaparte zich in Graz: Louis, de jongste broer van Napoleon. Hij had als koning van Nederland troonsafstand gedaan en had – niemand weet waarom – Graz uitgekozen als ballingsoord. Op de weg hierheen maakte hij kennis met Goethe, die hem beschrijft als een fijnzinnige, fijngevoelige tijdgenoot. Louis Bonaparte kocht een landhuis in de buurt van het Rosenhain, en hij schreef in Graz, onder de indruk van zijn ontmoeting met Goethe, de roman Marie oder die Leiden der Liebe. Louis stond bekend als ziekelijk jaloers, zijn huwelijk met Hortense was op de klippen gelopen. Als teergevoelige melancholicus die een teruggetrokken leven leidde in zijn ballingsoord, voelde hij zich in Graz erg geborgen. Zijn lievelingsplek in de stad was de omgeving van de kerk van Maria Grün, of zoals die vroeger heette: Maria im Grünen. Tot op vandaag moet je een haast jungleachtig stuk bos door om bij de kerk te komen, waar een gedenksteen aan de koning in ballingschap herinnert. Zijn gedicht ‘Afscheid van Graz’ staat in de gedenksteen gebeiteld – in het Frans en het Duits. Louis verliet Graz in 1814, toen de Oostenrijkse keizer Franz een verbond aanging met de Russen tegen Napoleon. Bonapartes gedicht begint met de strofe:

Vaarwel, gij bloeiende contreien,
Waarin ik mij gaarne mocht vermeien
Zo vaak verzachtte gij mijn smart
En troostte mijn gekwetste hart!

*

Als je een lijn trekt van de Schlossberg naar de kerk van Maria Grün en van daar een driehoek vormt naar het oosten, beland je in het Landeskrankenhaus van Graz, waar sinds een aantal jaren ook de medische faculteit is ondergebracht. Dit is het domein van de hartspecialisten. Diegenen die harten transplanteren en diegenen die ze tot rust brengen.

Professor Max Moser is expert op het vlak van chronobiologie en stressonderzoek. Hij heeft de stressbelasting van bouwvakkers onderzocht en aangetoond wat de genezende kracht is van ritmische oefeningen op het menselijke organisme. Mantra’s uit het Verre Oosten bijvoorbeeld – Om mani padme hum – verdiepen de rustfase bij mensen; maar nog rustgevender voor het lichaam is de hexameter, zoals de onderzoeker met zelf ontwikkelde diagnostische methoden ontdekte.

Bezing, onsterf’lijke ziel, de verlossing van de zonden,
die de Messias op aarde in zijn menszijn voltooit,
En waarmee hij Adams geslacht de liefde Gods
En het bloed van het Heilige Verbond weer schonk.

En Max Moser kon met zijn meetmethoden nog een ander inzicht bevestigen: er bestaan harten die exact in het ritme functioneren en waarvan de hartslagen gelijkmatig verlopen als het kloppen van een ponsmachine. Dat zijn de harten van zieke mensen of van mensen bij wie de dood nakend is. Het gezonde hart daarentegen heeft een basisritme waarop het voortdurend varieert. Het klopt nu eens sneller, dan weer trager; zijn curven zijn niet met de liniaal te voorspellen. Een gezond hart klopt niet helemaal regelmatig, maar oscilleert rond een gemiddelde, vertelt professor Moser. Het loopt niet in de pas, het gezonde hart danst.

*

‘Vond je het goed?’ vraagt de zangeres me na afloop van het optreden. Kunstenaars willen altijd weten hoe ze waren, of ze goed waren of niet. Mij vergaat het net zo. Ik vecht voor elk woord. Elke zin kan slecht zijn, elk woord kan me een modderfiguur doen slaan. Ik twijfel aan de tekst, ik twijfel of de woorden datgene zeggen wat ik in mijn hoofd heb. Mijn gedachten lijken me logisch en juist, en bij het denken vind ik ze ook mooi (hoewel dat geen doorslaggevend criterium is voor gedachten). Maar bij de tekst die uit deze gedachten voortvloeit ben ik bang dat hij lelijke bijklanken zou kunnen geven zoals een knarsende deur. Ik haal plaats en tijd door elkaar, zelfs de verteltijden raken in de war. Misschien verlost dit springen in de dimensies me van mijn getwijfel. ‘Doubt can make you stop.’ Ik heb te veel gelezen, te veel gehoord, te veel geweten. Ik denk aan de wereldberoemde auteurs die in Graz zijn geweest en de stad hebben gevuld met hun poëzie: Brodsky, Handke, Pynchon, Herta Müller, Jelinek. Ik moet alles weer vergeten om me vrij te kunnen bewegen in de tekst. Ik moet weer kind worden, om niets meer te moeten. En ik hoop desondanks dat de tekst in de smaak valt, dat hij voor de lezer deuren opent zonder dat ze knarsen. En nu vraagt ze: ‘Vond je het goed?’

De mystici hebben de vrijheid van het hart altijd in het moment gezocht, in het helemaal-aanwezig-zijn, in het aandachtig zijn. Dat kon je voelen in deze muziek, dat had haar optreden uitgestraald en ook al had de muziekrecensent die al lang weg was het bij het rechte eind toen hij beweerde dat niet elke noot 100% zuiver was gezongen, dan nog telde dit hier-en-nu-zijn voor mij meer dan de exacte weergave van de muzikaal correcte vibratie. – Dat alles vertel ik haar niet. Ik zeg alleen maar: ‘Ja, ik vond het super.’

*

Graz heeft zich veel namen toegedicht. Werelderfgoed, Cultuurstad, Stad van het Genot, wat het toerisme betreft; Automotive City, Eco-Stad, wat de wetenschap aangaat; City of Design, Shoppingstad en Mensenrechtenstad, waar het mensenrecht bedelen strafbaar is gemaakt. Het is een rijke, leefbare stad in het hart van Europa, en het is een stad die zichzelf en haar burgers buitensporig inperkt. Daarom is Graz soms het mooist als het onder een wolkendek verscholen gaat.

Op sombere winterdagen met hoge nevel is het absoluut heerlijk om met de kabelbaan de dichtbijgelegen Schöcklberg op te gaan. Op tien kilometer van de stad ligt het plateau van de berg, op 1445 meter hoogte – hoog genoeg om de nevel onder je te laten. Als je op zo’n nevelige dag op de Schöckel staat en het neveldek zich onder je, op 1000 meter boven zeeniveau, over het dal van Graz uitstrekt, terwijl hierboven de zon je in het gezicht straalt, dan heb je het gevoel aan een strand te staan. Je kijkt op een zee van wolken, en aan de rand tekenen zich in het westen en het zuiden de bergen af. Absolute vrijheid.

 

 

Vertaald uit het Duits door Kris Lauwerys en Isabelle Schoepen

Podcast voorgelezen door Jeroen D'hoe


Kris Lauwerys (Duffel, 1972) is literair vertaler uit het Frans en het Duits. Hij is de vaste vertaler van Gregor von Rezzori, van wie hij tot nu toe Memoires van een antisemiet, Bloemen in de sneeuw en Een hermelijn in Tsjernopol vertaalde. Van Henry Bauchau vertaalde hij Maalstroom, een prestatie waarvoor hij in 2009 werd onderscheiden met de Prix Henry Bauchau. Daarna volgde Het blauwe kind. Kris Lauwerys werkt daarnaast als docent Nederlands aan de universiteit van Mons. Voor deBuren schreef hij het Radioboek ‘Een reis en twee liefdesverklaringen’.

Isabelle Schoepen (Wilrijk, 1974) was in het verleden coördinator van de Vlaamse Auteursvereniging, de belangenvereniging van en voor Vlaamse auteurs en vertalers. Momenteel combineert ze het moederschap met redactie- en vertaalwerk voor culturele instanties.

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Le coeur libre

La rivière Mur divise la ville et la traverse pratiquement sous terre. Le cours d’eau régulé et rectifié a creusé si profondément son lit que désormais on ne fait que l’entrevoir. Il en va de même pour les émotions des Grazois. Contrairement aux personnages des films américains qui s’expriment à cœur ouvert, les gens d’ici retiennent leurs émotions.

En es-tu vraiment sûr ?

Nous étions accoudés au bar du café cubain près du Stadtpark. L’air était enfumé et derrière le comptoir, on brassait des cocktails. Elle me racontait l’histoire des quinze dernières années, les tournants qu’avait pris sa vie et qui l’avaient menée récemment sous d’autres cieux.

M’est apparu alors comme une évidence ce que je recherchais réellement : avoir le cœur libre.

Elle riait. Son cœur palpitant se dessinait sous sa robe rouge. « Ce n’est pas facile », disait-elle, faisant allusion à l’homme dont elle voulait se séparer. Ce n’est pas facile, car pour obtenir sa liberté, il faut parfois décevoir les gens qui nous sont proches.

Plus tard, elle monta sur la scène qu’on avait dressée dans le coin. Elle ferma les yeux, laissa les sons monter en elle et sa voix se déversa, tour à tour douce, roucoulante et gloussante ou coupante. Elle caressait le micro de ses doigts, l’enveloppait de sa voix et à cet instant, j’eus l’impression qu’elle avait atteint la liberté qu’elle recherchait. Mais le critique musical qui avait pris place au bar à côté de moi, réduisit à néant l’harmonie de cet instant en me chuchotant à l’oreille : « Mais regarde donc ses sourcils froncés et crispés ! Et pour une chanteuse, elle a bigrement du mal à chanter juste. »

*

Le lendemain, je regardais des reliques qui respirent et, en inspirant, se focalisent sur l’inspiration. Pour devenir inspiration. Et expirer ensuite. Et pendant l’expiration, se concentrer entièrement sur l’expiration. Avoir la conscience de l’expiration. Et puis, percevoir à nouveau l’inspiration. C’est ainsi qu’on libère entièrement son esprit. Voilà ce qu’enseigne Bouddha, l’Eveillé. Les reliques de Bouddha, ainsi que celles des maîtres bouddhistes du Tibet, ont été exposées au centre bouddhiste en face du Kunsthaus pendant trois jours au printemps 2011. Les reliques appelées ringsel en tibétain ressemblaient à des perles blanches de la taille de grains de poivre ; d’autres à de fines particules rouges comme la peau d’un fruit qui aurait été râpé. On dit que ces substances viennent des cendres des corps incinérés et que, selon le type de reliques, elles devraient apporter la paix dans le monde car l’énergie des saints se concentre en elles.

Les reliques étaient conservées dans des récipients en verre gros comme la main qui s’étiraient en un cône et avaient la forme des stupas bouddhistes. Au centre de la table sur laquelle les pièces exposées attiraient les regards des visiteurs, trônait une statue de Bouddha, brillant comme de l’or. Ces statues ont un effet très apaisant sur moi et je me laissai envahir par l’atmosphère pacifique qui régnait dans cet espace restreint. Je regardais les étagères contenant les reliques, scrutais attentivement les formes des grains et des fils éclairés par des spots et fis le tour de la table comme il était recommandé, dans le sens des aiguilles d’une montre. On pouvait se dire que ces reliques étaient aussi vraies que les éclats de la croix du Christ qui avaient fait le tour de l’Europe au Moyen-Age et qui auraient atteint la taille d’un bosquet s’ils avaient été tous rassemblés. « Oublie l’authenticité, là n’est pas le problème », m’expliqua celle qui m’accompagnait et qui éprouvait en toute objectivité un profond respect pour tous les propos mystiques. Nous fîmes le tour de la table en prêtant ça et là une attention soutenue aux reliques et finîmes notre ronde devant une nonne bouddhiste, vêtue d’une robe rouge carmin, qui était assise dans un fauteuil dans le coin et tenait dans la main un reliquaire. On pouvait s’agenouiller devant elle pour qu’elle pose un instant la relique sur le haut du crâne. Ce que je fis. Je m’agenouillai et la nonne fit glisser doucement le vase sur le sommet de ma tête en murmurant quelque chose, de toute évidence un mantra. Cet effleurement de la tête généra une sensation de chaleur dans tout mon corps. Ce n’était pas renversant mais très agréable – comme le toucher d’un masseur expérimenté. Y avait-il en fin de compte quelque chose de vrai dans ce qu’on raconte à propos de l’énergie des maîtres contenue dans les reliques ? Ces maîtres qui, concentrés sur eux-mêmes dans l’inspir/expir, arrivaient à atteindre ce que mon amie chanteuse recherchait pour elle-même.

Plus tard, sur le pont de la Mur devant le Kunsthaus : l’Ile sur la Mur jetait des feux bleutés dans la rivière tumultueuse, l’église des Franciscains rayonnait vers le ciel dans l’obscurité de la nuit et même les tags qui couvraient toute la surface du socle du pont étaient illuminés. La sensation de chaleur était encore bien présente, mais je n’étais pas vraiment proche de l’illumination. Et mon cœur ? Etait-il libre ?

*

Sur la Jakominiplatz, on voit dépasser des mâts aux couleurs pâles qui se divisent dans la partie supérieure en deux branches comme des arbres aplatis auxquels sont accrochées des lanternes. Les tramways négocient en grinçant la courbe des rails, les bus amorcent le virage les menant au terminus, s’arrêtent en soufflant péniblement, les portes s’ouvrent et un flot de voyageurs en sort. Les piétons traversent à la hâte l’asphalte et les voies, les cyclistes sonnent pour se frayer un passage dans cet enchevêtrement. Sur la place devant le Steirerhof, des banlieusards attendent sous de vrais arbres les bus régionaux qui les emmèneront hors de la ville, se retournant sur chaque voiture qui, dans cette accumulation de sens interdits, tente de trouver un chemin au milieu de ce labyrinthe fléché de panneaux. De l’eau jaillit d’une fontaine au ras du sol. C’est là que je rencontrai par hasard Manfred, un ancien collègue de travail qui était responsable du service informatique dans mon ancienne entreprise. Il avait changé, il avait maigri et affichait un air plus décidé. Peut-être parce qu’il avait troqué l’ineffable veston à carreaux d’un autre âge contre un blouson de sport griffé noir.

« Comment je vais ?! Bien, merci, depuis que j’ai apprivoisé mon cancer. »

Interloqué, j’avançai prudemment : « Le cancer ? ». Manfred fit état des mois passés qui auraient pu être tirés d’un livre intitulé « Mon année fatale » : d’abord le divorce et puis l’apparition de la maladie. Et le dénouement rapide : examen de routine, prise de sang, valeurs supérieures à la moyenne, nouvel examen, marqueur du cancer, diagnostic, chimiothérapie.

« Quand tu es chez le médecin et qu’il te dit ‘cancer ‘, c’est comme si on te donnait un coup sur la tête. Mais j’ai eu la chance d’avoir une tumeur qui n’en était qu’au premier stade. La thérapie a agi de façon optimale. Chaque fois qu’on me gavait de médicaments à l’hôpital, j’étais complètement groggy, mais j’allais quand même travailler. Cela m’a permis d’oublier mes soucis.

Car tout a commencé en fait avec le divorce. Ma femme allait souvent à des séminaires le week-end : la voix intérieure. Ecoute-toi toi-même. Voyages avec des chamans et autres sornettes. Et lorsqu’elle est rentrée d’un de ces séminaires chamaniques, elle m’a expliqué qu’elle ne pouvait pas se réaliser à mes côtés et que pour cette raison, elle avait décidé de divorcer. Elle m’a dit cela, au bout de vingt ans ! Je suis tombé des nues. Même les enfants n’ont pas compris ce qui arrivait à leur mère, mais bon, les enfants sont déjà adultes.

Elle a déménagé, nous avons divorcé, vendu la maison – dissous deux décennies de contrat. Et au premier anniversaire de la séparation, j’ai appris qu’on avait diagnostiqué un «cancer ». Ce fut un coup dur. Mais maintenant ça va mieux. Les résultats des analyses de sang sont stables et il semble que l’affaire se présente bien. Et toi, où en es-tu ? »

*

Herrengasse à Graz, printemps 2011. Tous les 30 mètres, il y a quelqu’un assis ou à genoux sur le bitume qui tend un gobelet en carton vide aux passants de la zone la plus commerçante du centre ville de Graz. La plupart sont des roms d’Hostice, un village de l’est de la Slovaquie. Comme ils ne trouvent pas de travail chez eux, et comme l’UE n’a rien fait en ce qui concerne l’aide aux tsiganes, les habitants d’Hostice sont dans les rues de Graz. Ils s’installent devant les supermarchés, les bureaux de postes, les lieux publics et espèrent glaner quelques euros. De nombreux passants voient ces gens à genoux avec irritation et même avec répulsion. La plupart des mendiants n’ont pas de handicap physique. Ils ne trouvent tout simplement pas les moyens de s’en sortir là où ils vivent et ils essayent donc en toute saison, par n’importe quel temps, de trouver de quoi se mettre sous la dent sur le bitume des rues de Graz. Ce qui risque de ne plus durer très longtemps.

Les mendiants sont comme des échardes dans les pieds des commerçants. Après un long combat politique, le gouvernement du land de Styrie, avec les voix des députés socio-démocrates et également celles des chrétiens-démocrates, a voté en février 2011 une loi qui, à dater de mai 2011, interdit aux mendiants de s’installer sur les places publiques. Les habitants d’Hostice ont alors – comme le disent les requérants de cette interdiction - la possibilité de chercher un travail, car à la même date les restrictions de travail pour les citoyens de l’est de l’UE ont été levées.

La mendicité a déjà été interdite à Graz par le passé. L’arrêt fut promulgué en 1648 – la dernière année de la guerre de trente ans. Pour informer les contrevenants concernés de ce qui les attendait, on avait déposé aux portes de la ville des panneaux de bois peints qui représentaient les sévices auxquels ils devaient s’attendre : le fouet, le fer ou la pendaison. L’un de ces panneaux est encore visible au Riegersburg en Styrie de l’est – dans l’exposition consacrée à la chasse aux sorcières. Il est encadré de ces mots : « Ecoutez bien, Tsiganes, n’allez pas plus loin. Vous devez quitter le pays, sinon vous serez maltraités. » Aujourd’hui on dirait : « …. frappés d’une amende administrative de 2000 euros. »

*

Non loin de la Paulustor qui interrompt les remparts de la ville au nord-ouest, des flammes de la hauteur des maisons s’élèvent dans le ciel. On a érigé un bûcher à l’aide des livres et des écrits acheminés en carrioles des quatre coins du pays. Les parchemins et les papiers sont maintenant la proie du feu. Nous sommes le 8 août 1600, et sur le bûcher brûlent les écrits de Luther, Calvin, Zwingli et de tous ceux qui ont mis toutes sortes de sornettes dans la tête des nobles du pays et des états inférieurs, oui même des paysans et valets : la liberté et un Dieu – qu’Il me garde - au niveau de compréhension du peuple ordinaire. Les 10 000 livres hérétiques qui ont été rassemblés par les commissions religieuses du souverain et de son Prince-évêque, sont la proie de la fournaise par cette soirée d’août caniculaire.

Deux semaines plus tôt, les nobles du Land ont été mis au pied du mur : ils ont dû choisir entre la soumission totale à la souveraineté de droit divin de l’empereur et de son représentant, l’archiduc d’Autriche intérieure, qui réside dans le château de Graz, et le départ définitif du pays. Plus d’un opte pour l’exode. Parmi les nombreux érudits attachés aux préceptes de la Réforme, se trouve le mathématicien Johannes Kepler qui enseigne à Graz. Les écrits partent en fumée et Graz redevient catholique. Et pendant 150 ans, des centaines de personnes accusées de sorcellerie et de magie sont exécutées en Styrie.

L’archiduc Ferdinand fait venir les capucins à Graz pour marquer son triomphe sur les protestants. Il fait ériger un monastère et, attenant à l’édifice, l’église Saint-Antoine à l’endroit même où les livres ont été brûlés. En 1782, le monastère fut fermé et l’église conservée, mais elle ne fonctionne plus comme telle. Actuellement, elle abrite le musée d’Ethnologie européenne du land, et lorsqu’on visite une exposition, on peut jeter un coup d’œil sur l’intérieur baroque de l’ancienne église au-dessus de la galerie des grandes orgues.

Sur le retable réalisé en 1602 par le peintre de cour Pietro de Pomis, on peut voir, porté par des anges, le Schlossberg de Graz qui est béni par le Christ ressuscité. Et dans le coin en bas à droite, Ferdinand III, le souverain d’Autriche intérieure. Il avait sa cour à Graz et était un grand défenseur du catholicisme devant Dieu. Entièrement soumis aux jésuites et soutenu par son équivalent religieux, le phtisique et fulminant Martin Brenner, Prince-évêque de Seckau, il empêcha toute velléité de libre-pensée dans le pays.

Sur le bâtiment situé en face du Schauspielhaus, les blasons prestigieux de Ferdinand de Habsbourg et de sa femme Marie-Anne de Bavière, rappellent le faste avec lequel ce dernier a métamorphosé la ville en capitale princière de taille européenne. Le même Ferdinand devait être couronné empereur 16 ans après l’autodafé de Graz sous le nom de Ferdinand II et entraînerait en 1618 l’Europe dans la folie et les misères de la guerre de Trente ans.

« L’histoire se répète - inébranlable », dit mon accompagnateur, le guide. Il m’a conduit sur les lieux où Pietro de Pomis a laissé des traces, d’abord au Mausolée de l’empereur Ferdinand qui fut construit en face du château de Graz entre la cathédrale et son presbytère, selon les plans de l’artiste de cour.

On peut deviner l’histoire d’un lieu si on est un fin limier en la matière, mon accompagnateur en est persuadé. Des pans d’histoire le font vibrer : le sol sur lequel on se trouve, les bâtiments qui nous entourent, les contemporains, héritiers des gens qui vivaient ici autrefois. Toutes leurs actions ont laissé des traces. « Ainsi, si tu entres dans un édifice qui a été transformé, tu t’en rendras compte, me dit-il. Tu devineras l’esprit d’une caserne, même si désormais elle abrite des logements, la misère des laissés pour compte s’insinuera dans tes narines si tu entres dans un jardin d’enfants qui était à l’origine un orphelinat. L’histoire flotte comme une fine couche de poussière sur les bâtiments, les rues, les villes et toute l’étendue du pays.

Cela a l’air un brin ésotérique.

C’est même totalement ésotérique parce qu’il n’existe aucune méthode pour mesurer les vibrations que l’histoire laisse derrière elle. Mais si tu ouvres bien les yeux en déambulant dans Graz, tu verras l’histoire transparaître : l’autodafé de 1600 et l’incendie de la synagogue en 1938, l’expulsion des protestants, les procès des sorcières et l’expulsion des mendiants, le désir de droit et d’ordre jusqu’au plus petit détail, la profession de foi en faveur de l’Allemagne nazie en 1938 - 3 semaines avant l’Anschluss de l’Autriche. Mais il y a aussi une histoire de l’ouverture - l’une au XIXème siècle sous l’archiduc Jean qui a amorcé de nombreuses réformes, et une ouverture intellectuelle qui a vu à la fin des années 60 affluer l’art contemporain dans la ville, provoquant avec le ‘steirischer Herbst’ les bourgeois et les conservateurs. Dans les années 70, des citoyens courageux empêchèrent la construction d’une autoroute qui aurait dû traverser la ville. Et dans les années 90, Graz s’est proclamée ‘Ville des droits de l’homme’. Cette histoire, tu la verras et la ressentiras à Graz.

Et tu verras que la ville qui s’était ouverte de 1970 à 2000, se referme à nouveau depuis quelques années et se bride. Les drogués, les chômeurs, les mendiants ne sont pas acceptés, ils sont bannis des places publiques à coup d’arrêtés, de décrets et de lois. Il est mal vu à Graz de téléphoner dans les transports en commun ; les cadenas avec lesquels les amants témoignent de leur amour sur les parapets des ponts, sont arrachés à la pince et mis à la décharge, apparemment pour des raisons de statique ; dans les espaces verts au bord du Thalersee à proximité de Graz - lieu d’excursion prisé par les familles le week-end -, les familles turques et kurdes n’ont plus le droit de faire des barbecues car cela dérange les riverains ; non seulement la police, mais aussi une garde municipale vêtue d’horribles uniformes noirs (les chemises noires), patrouille dans les rue de la ville. Elle est payée pour arrêter les cyclistes qui roulent dans les larges allées du Stadtpark, car ces allées sont réservées aux piétons (et à la tombée de la nuit, aux petits dealers, mais à cette heure-là, on ne la voit jamais en action). Tu pourras observer toi-même tout ce qui se passe à Graz ».

*

Sur l’autre rive de la Mur, là où autrefois les artistes italiens avaient leurs quartiers et où réside aujourd’hui une large minorité turque et bosniaque, se dresse l’église paroissiale Saint-André qui, de l’extérieur, se détache des autres églises de Graz depuis sa rénovation en 2010. Des noms, des phrases et des mots de couleurs vives ont été peints en majuscules sur ses murs blancs : on peut y lire « Skepsis » (scepticisme), « don’t worry » (pas de souci) et « Blaues Wunder » (mauvaise surprise). Les expressions « Musterknabe » (enfant modèle) et « Rosinen Rosinen » (raisins secs raisins secs) ornent la tour de l’église. A l’intérieur, quelques aménagements contemporains se heurtent à l’espace baroque : un autel et une colonne couverts de miroirs, des vitraux modernes, une chapelle latérale peinte à la diable. « Affreux », chuchote une femme du groupe de touristes qui suit les explications d‘un guide évoquant avec respect les noms des maîtres baroques et omet de citer, ne serait-ce qu’un seul, les noms des artistes contemporains qui abordent ici la foi.

J’ai rendez-vous avec Hermann Glettler, le prêtre de la paroisse. Quelques personnes sont déjà dans son bureau : Beba, une photographe de Styrie du sud, et Henry, un artiste des médias canadien, qui a mis en place sur l’un des vitraux une installation composée de sept moniteurs superposés qui transmettent des séries d’images. On m’apporte un café. Les artistes prennent congé. Hermann veut s’accorder un peu de temps pour répondre à mes questions. Par exemple : comment la liberté de l’art s’accommode-t-elle de l’église?

Il rit. On peut dire qu’il existe une énergie de friction. Oui, c’est tout à fait ça. L’art a une autre vision que l’église, précise le prêtre. Et pourtant, il existe de nombreux recoupements. Et peut-être justement, cette orientation commune pour rendre l’homme apte à trouver sa liberté. Saint Paul dit : « Vous êtes voué à la liberté. » La liberté dans le Christ. C’est-à-dire que l’homme est libre grâce à l’Evangile. Il n’est pas écrasé par la loi. Aujourd’hui on dirait : tu n’es pas écrasé par la loi de multiples exigences ou de standards de vie parfaits ou encore de tout ce que nous avons élevé aujourd’hui au rang divin : la nécessité de réussir ou d’être actif ou encore, comme l’a énoncé une théologienne, la nécessité de se plier à la tyrannie de la vie réussie. On peut laisser derrière soi ces multiples exigences très asservissantes, en dépit de toutes ces conditions la joie de vivre existe – car on ne doit pas craindre la mort. Elle n’a pas le dernier mot.

Et qu’en est-il de la liberté du cœur ?

Dans la tradition judéo-chrétienne, l’idée de la rencontre est centrale. Se perdre soi-même dans l’autre. Ainsi, il en va de même dans une relation humaine où les moments les plus intenses sont ceux au cours desquels on s’oublie soi-même. Tant qu’on s’observe soi-même et qu’on dirige la façon dont on peut assurer son bonheur dans son programme de vacances etc., on ne peut pas tout à fait accéder à l’autre. Dans cette tradition, il faut chercher les moments les plus intenses, non pas dans le vide comme dans les traditions de l’Extrême-Orient, mais dans l’autre. Il en va de même dans la relation aux hommes que dans celle à Dieu.

Dans le bureau d’Hermann règne un désordre créateur. Des caisses remplies de brochures, sa table de travail tapissée de notes. Ici règne une activité intense. Hermann Glettler est non seulement le prêtre artiste de la Styrie, mais sa maison est le premier point de chute pour les catholiques africains de Graz et pour les migrants qui se sont installés dans le quartier de Gries. Un mélange très haut en couleur.

Je dis : « En réfléchissant à l’idée de liberté du cœur, je me suis heurté à la notion de ‘acédie’,un des sept péchés capitaux qu’on appelle ordinairement la paresse spirituelle. Qu’en est-il de la paresse spirituelle ? » Je voudrais savoir ce qu‘en pense Hermann.

« Selon la Bible, l’homme participe à la réussite de la création, m’explique le prêtre. Il doit y apporter sa contribution. Le péché de la paresse spirituelle se dit Acedia en latin et il signifie qu’avec l’oisiveté et le refus de développer ses capacités créatrices et communicatives, l’homme finit par devenir intérieurement indolent et paresseux et qu’il ne contribue plus à la réussite de la création. Le cœur s’encrasse, comme le souligne avec force l’Ancien Testament. En fait, il s‘agit d’un phénomène de prospérité. Il n’y a plus de désir, il ne reste plus rien à faire, mais on veut jouir bêtement ou uniquement consommer. L’acédie est la perte du désir. » Par ailleurs, nous vivons à une époque où une partie de la population travaille trop. Ne plus pouvoir rien lâcher ou ne plus pouvoir se reposer est également, à mon sens, un péché grave. Ne plus pouvoir laisser tomber. Il faut se prouver par son activité. Une outrance de l’homo faber qui ne se sent exister que s’il est actif. Voilà encore un aspect de l’acédie. Une sorte de paresse hyperactive ».

Nous sortons. D’autres arrivent. ENKS, un peintre du Ghana qui vit depuis 2003 à Graz, apporte une de ses toiles naïves, un grand format destiné à orner le mur extérieur du presbytère. Anton Lederer de la galerie est arrivé pour expertiser l’œuvre et quatre autres personnes sont là tout à coup devant la toile qui représente des immeubles dessinés à la règle et au feutre, un bateau de migrants sur la mer et une rue, théâtre d’un accident de la circulation. ENKS a inscrit par-dessus « Starke Steiermark » (Forte Styrie) ainsi que les mots « Love Faith Hope » dans une bulle dessinée au-dessus d’un immeuble.

*

La beauté des immeubles situés à l’est de la ville réside dans la vue qu’ils offrent sur la forêt escarpée au milieu de la ville : le Schlossberg et les quelques ruines des fortifications de Graz, vestiges de 1809. Ces fortifications ont dû offrir un spectacle imposant. Et imprenable. Ni les Ottomans au XVIème et au XVIIème siècle, ni les troupes françaises au début du XIXème n’ont pu les forcer. C’est pourquoi, après la victoire sur les Autrichiens lors de la bataille de Wagram, Napoléon fit inscrire dans le traité de paix que les fortifications de Graz devaient être rasées. Les bastions, les talus, les murs et les bâtiments - à quelques rares exceptions - furent dynamités et les matériaux évacués, et la montagne jadis chauve fut plantée d’arbres.

En 1810, ce fut au tour d’un autre Bonaparte de s’installer à Graz : Louis, le frère cadet de Napoléon, avait renoncé à la couronne de Hollande, et avait choisi Graz – pourquoi, on se le demande - comme lieu d’exil. Sur le chemin de Graz, il avait rencontré Goethe qui l’a décrit comme un contemporain fin et sensible. Louis Bonaparte fit l’acquisition d’une villa non loin de Rosenhain et, inspiré par sa rencontre avec Goethe, il écrivit son roman Marie, ou les peines de l’amour. On disait de lui qu’il était d’une jalousie maladive, en tout cas son union avec Hortense fut un échec. Ce mélancolique à fleur de peau qui menait en exil une vie retirée, se sentait particulièrement bien à Graz. Son endroit préféré se trouvait près de l’église Maria Grün, ou plutôt, comme on l’appelait autrefois, Maria im Grünen. Aujourd’hui encore, il faut traverser une partie de forêt aussi dense qu’une jungle pour atteindre l’église où une plaque commémorative rappelle l’exil du roi. Son poème « Adieu» y est inscrit – en français et en allemand. Louis quitta Graz en 1814 lorsque l’empereur d’Autriche François fit alliance avec les Russes contre Napoléon. Le poème de Bonaparte commence par la strophe :
Adieu florissante contrée
Où mon sein comprimait les maux
Et où mon âme fatiguée
Souvent a rêvé le repos

*

Si l’on tire un trait entre le Schlossberg et l’église de Maria Grün et que l’on trace un triangle en direction de l’est, on débouche sur l’hôpital du Land de Graz où se trouve également depuis quelques années la faculté de médecine. Ici, les cardiologues sont chez eux. Il y a ceux qui transplantent des cœurs et ceux qui les soulagent.

Le Professeur Max Moser est un expert en matière de chronobiologie et de recherche sur le stress. Il a observé la charge de stress chez les ouvriers du bâtiment et montré l’effet curatif des exercices rythmiques sur l’organisme humain. Les mantras du Moyen-Orient par exemple - Om mani padme hum - prolongent la phase de repos chez les hommes ; mais c’est l’hexamètre qui a un effet calmant bien meilleur sur le corps comme en attestent les méthodes personnelles développées par le chercheur.
Âme immortelle chante ‘rédemption aux pécheurs’
Qu’accomplit le Messie sur terre humainement,
A la lignée d’Adam, offrant l’amour divin
Une fois encore par le sang de la Sainte union.

Les méthodes de mesure de Max Moser ont mis également en évidence la conclusion suivante : il existe des cœurs qui fonctionnent en cadence et dont les battements ont la régularité d’une poinçonneuse. Ces sont les cœurs des malades ou des gens sur le point de mourir. Le cœur sain a, quant à lui, un rythme de base qui varie sans cesse. Il bat tantôt vite, tantôt lentement ; les courbes de son rythme cardiaque ne se prévoient pas à l’aide de formules. Un cœur sain ne bat pas régulièrement, mais oscille autour d’une valeur moyenne, explique le professeur Moser. Un cœur sain ne marche pas au pas, il danse.

*

« Cela t’a plu ? », me demande la chanteuse à la fin de sa prestation sur scène. Les artistes veulent toujours savoir comme ça s’est passé, s’ils ont été bons ou pas. Il en va de même pour moi. Je me bats avec chaque mot. Chaque phrase peut être fausse, chaque mot peu me laisser planté là comme un idiot. Je doute de mon texte, je ne suis pas sûr que les mots traduisent ce que j’ai dans la tête. Mes idées ont leur logique et leur réalité, et me semblent belles tant qu’elles sont encore à l’état de pensées (bien que ce ne soit pas un critère pour qualifier une pensée). Mais j’ai peur que les mots qui succèdent aux pensées résonnent affreusement, comme une porte qui grince. Je change d’espace et de temps, je ne maîtrise même plus les temps de narration qui s’entremêlent. Ce mouvement me libère peut-être de mon doute. Doubt can make you stop. J’ai trop lu, trop entendu, je sais trop de choses. Je pense aux auteurs de renommée internationale qui ont vécu à Graz et ont rempli la ville de leur poésie : Brodsky, Handke, Pynchon, Herta Müller, Jelinek. Je dois tout oublier pour avoir les coudées franches dans le texte. Redevenir un enfant pour ne rien devoir. Et j’espère néanmoins que le texte va plaire, qu’il ouvrira des horizons à ceux qui le liront, sans que la porte grince. Et maintenant elle me demande : « Tu as aimé ? »

Les mystiques recherchaient toujours la liberté du cœur dans l’instant, dans un état de présence totale, dans la perception. C’est ce qu’on avait pu ressentir dans cette musique, irradiée par sa présence sur scène, et même si le critique musical qui avait quitté le bar depuis longtemps, avait dit à juste titre qu’elle ne chantait pas chaque note avec la justesse requise, cette capacité à être ici et maintenant représentait pour moi bien plus que la réplique exacte d’un mouvement musical absolument dans le ton. Je ne lui dis rien de tout cela. Je dis simplement : « J’ai trouvé ça super.»

*

Graz a collectionné les titres. Patrimoine culturel mondial, ville de culture et ville de délectation au niveau touristique ; ville de l’automobile et ville verte sur le plan économique ; city of design, ville commerçante et ville des droits de l’homme, une ville dans laquelle le droit à la mendicité est passible d’une amende. C’est une ville riche où il fait bon vivre au cœur de l’Europe, c‘est une ville qui exerce sur elle-même et ses citoyens une contrainte sans modération. C’est pourquoi elle rayonne le mieux lorsqu’elle disparaît sous un ciel bas et lourd.

Lors des sombres journées d’hiver où un épais brouillard règne sur la ville, c’est un ravissement sans nom que de monter en nacelle jusqu’au Schöckl, la montagne des Grazois. A dix kilomètres de la ville, le haut plateau crève le ciel à une altitude de 1445 m – assez haut pour être au-dessus du brouillard. Quand on se trouve par une telle journée sur le Schöckl et qu’en bas à 1000 m la couverture épaisse de brouillard s’étend sur la ville, tandis que le soleil darde ses rayons sur les visages, on s’imagine être à la plage. Avec une vue sur une mer de nuages sur laquelle se détachent, à l’ouest et au sud, les montagnes. Liberté absolue.

 

Traduit de l'allemand par Anne Ravaux

 

Lu à haute voix par Guy De Hainaut


Anne Ravaux vit à Nancy, en Lorraine. Elle a étudié les Lettres allemandes à l’Université de Nancy et enseigne depuis de nombreuses années l’allemand et le français et mène des actions pédagogiques variées. Elle a séjourné à Hambourg (RFA) et vient régulièrement à Graz (Autriche). Elle collabore depuis 20 ans, en tant que traductrice indépendante, avec le bureau de traductions Yplus de Graz.

 

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Freedom of the Heart

The River Mur cuts through the city almost underground. The regulated and straightened watercourse has eaten so deeply into its bed that it’s hardly noticed these days. Something similar has happened with the emotions of the people in Graz. Quite unlike the people in American films, who carry their hearts on their sleeves, here people keep their feelings to themselves.

Are you so sure?

We stood at the bar in a Cuban place near the city park. Smoke hung in the air; behind the counter, cocktails were being shaken. She told me the story of the last 15 years, the twists and turns her life had taken and which had recently, once again, led her into new pastures.

As for me, I realised what I was actually looking for: freedom of the heart.

She laughed. Under her red dress her beating heart began to show. ‘It's not easy,’ she said, thinking of the man she wanted to divorce. It is not easy because in order to win freedom sometimes you have to let down the people close to you.

Later she went up onto the stage set up in the corner. She shut her eyes, released the notes, let her voice flow out, sometimes softly, sometimes cooing and crowing, sometimes piercing. She caressed the microphone with her fingers, wrapped it in her voice, and at that instant I had the impression that she really had found the freedom she was looking for. But the music critic who had sat down at the bar next to me destroyed all the harmony of the moment. ‘Just look at her frown,‘ he whispered to me. And, for a singer, she made a bloody mess of hitting the right notes.

*

The next day I looked at the relics that, when you breathe in and breathe in, concentrate you entirely on breathing in. You become entirely breathing in. Then breathing out. And when breathing out, really focus on breathing out. You are aware of breathing out. And then, once again, aware of breathing in. This is how you can achieve freedom of the mind. Thus taught Buddha, the Awakened One. The relics of Buddha were exhibited for three days in the spring of 2011 in the Buddhist Centre opposite the Kunsthaus, together with the relics of the Buddhist masters of Tibet. Some of the relics, known as “ringsel” in Tibetan, looked like white beads the size of peppercorns; others looked like fine red gratings from a rind. Supposedly these substances came from the ashes of cremated bodies, and it was said of the relics that they would bring peace to the world, because they contain the essence of the holy men’s energies.

The relics were stored in hand-sized, glass jars that stretched up in cones shaped like Buddhist stupas. In the middle of the table where the exhibits sat and drew the visitor’s gaze, there squatted a gleaming, golden statue of Buddha. These statues have a calming effect on me and so I allowed myself to be overcome by the peaceful atmosphere that reigned in the fairly small room. I looked into the glass containers in which the relics lay, examined the shapes of the grains and strands lit by table lamps. As recommended, I walked round the table in a clockwise direction. One could assume that these relics were about as genuine as the splinters of the True Cross in circulation in medieval Europe, which, if pieced together, would have produced a fair-sized grove of trees. ‘Forget authenticity – that’s not the point’, my companion explained, who in all sobriety had great respect for the mystic’s pronouncements. We circled the table and focused our attention on one relic or another. At the end of our brief tour we stood before a crimson-clad Buddhist nun who was sitting on a chair in the corner, holding a reliquary in her hand. You could kneel before her and she would touch your head with the relic. Which I did. I knelt down and the nun brought the reliquary down onto the crown of my head, murmuring something that must have been a mantra. After she had touched me, a warm feeling spread down through my head and across my body. Not overwhelming, but very pleasant – like the touch of an adept masseur. Was there something after all to the claim that the relics carried in them the masters’ energy? Masters who, simply by breathing in and breathing out and being completely within themselves, had achieved what my singer friend was looking for?

Outside, later, in front of the Kunsthaus on the bridge across the river, the Insel in der Mur glowed blue in the current, the Franziskanerkirche gleamed upwards into the dark night and even the graffiti that blankets the base of the bridge was illuminated. I still had that warm feeling, but I was not really anywhere near enlightenment. And my heart? Was it free?

*

On Jakominiplatz loom wan, yellow lampposts, their poles branching out at the top like flattened trees. Trams squeal around the curves, buses turn into their final stop, wheezing to a halt; their doors open and passengers spill out. Pedestrians hurry over the tarmac and tracks, cyclists ping their bells through the tangle. On the space in front of the Steirerhof centre commuters wait beneath real trees for the coaches that will take them out of town, watching the cars trying to wend their way through a series of traffic and turning restrictions, a maze of road signs. Fountain water gushes straight out of the ground. It was here that I happened to run into Manfred, a former colleague, who was in charge of IT at my old company. He seemed different, had lost weight and had a look of determination about him. Perhaps it was also because he had swapped his trademark checked old-man jacket for a sporty black designer coat.

‘How am I? Good, thanks, since I’ve beaten the cancer.’

Shocked, I asked: ‘Cancer?’ Manfred told me about months that could have been taken from a book entitled My Fateful Year: starting with his divorce, through to his illness. Fast forward: routine check-up, blood tests, high levels, repeat examination, tumour markers, diagnosis, chemotherapy.

‘When the doctor turns to you and says “Cancer”, it’s like being hit over the head with a sledgehammer. But I was lucky; it was spotted at an early stage. The therapy worked perfectly. I was always very groggy after they’d pumped me full of drugs at the hospital, but I went to work anyway. It took my mind off the worry.’

In fact the whole thing began with the divorce. My wife had often gone on these weekend seminars: The Inner Voice. Listen to Yourself. The Shamanic Journey. Or whatever. And once when she got back from one of her shamanic seminars she told me that she couldn’t self-actualise properly with me around, so she was going to leave me. After 20 years! I was speechless. Our children couldn’t understand what was going on with their mother either, but then the kids are already grown up anyway.

So she moved out, we got divorced, sold our house – two decades of our life together, legally terminated. And on exactly the first anniversary of our separation I was diagnosed with cancer. A tough blow. But I’m OK again now. The blood counts are stable; it looks as though I’m over it. And how are things with you?’

*

Herrengasse, Graz, spring 2011.

Every 30 metres someone is sitting or kneeling on the tarmac and stretching out an empty paper cup towards the passersby along the main Graz high street. Most of these people are Roma, from the east Slovakian village of Hostice. Since they can’t find any work at home, and since the EU, as far as supporting the Roma goes, has not yet managed to take any meaningful action, these people from Hostice sit on the streets of Graz. They sit in front of supermarkets, post offices and on public squares, hoping for a couple of Euros. Many of the passersby are irritated or even disgusted by the people kneeling before them. Most of the beggars do not have any physical infirmity. They just cannot get by on what they can earn at home, and so throughout the year and in all kinds of weather they try to make do with what they can get from sitting on the tarmac of the streets of Graz. Which from now on will no longer be possible.

The beggars are a thorn in the flesh for the city’s shop owners. Following protracted political wrangles, in February 2011 the votes of both social democratic and Christian socialist MPs helped the Styrian regional government to pass a law that forbids begging in public places as of May 2011. According to the ban’s proponents, the people of Hostice will be welcome to seek work then anyway, since the work restrictions for EU citizens from the East cease to apply on the same date.

There has once before been a ban on begging in Graz. It was decreed on March 2nd 1648 – the last year of the Thirty Years’ War. In order to inform the clientele concerned of what they might expect should they disregard the warnings issued, pictures painted on wood were placed before the city gates illustrating the consequences: flogging, forcipation or hanging. One of these signs can still be admired today at Riegersburg castle in east Styria – in an exhibition about witch-hunts. The picture is framed with a saying: ‘Lost Ihr Zuegainer, alchier bleib theiner / Auß dem Landt Theut weichen, sonst wird man Eüch außstreichen.’ Which roughly translates as: ‘Listen, you gypsies, stop here! Leave this land forthwith, or you will be abused.’ Today one would have to add: ‘...with an official penalty of 2000 Euros.’

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Near the Paulustor gate, which punctures the city walls to the northeast, huge flames are leaping up to the sky. Carted in from every corner of the province, a pyre of books and manuscripts has been raised. Now parchment and paper are being consumed by fire. We are witnessing August 8th 1600; the pyre includes the writing of Luther, Calvin, Zwingli and all those who had been filling the heads of the land’s nobility and lower orders, and even of the peasants and servants, with mischief: notions of freedom, of a Lord God – God forbid – who could be intelligible to the common people. 10,000 heretical books, gathered by the religious commissions of the monarch and his prince-bishop, were engulfed in bright flames on the evening of this scorching hot August day.

Two weeks before this, the nobles of the province had been given a choice: either submit to the God-given, absolute rule of the emperor and his representative, the Archduke of Inner Austria, who resided in the Burg in Graz, or leave the country. Many opted for the exodus. Among a number of scholars who adhered to the teachings of the Reformation was the mathematician Johannes Kepler, who taught in Graz. The texts burned, and Graz became Catholic again. In the 150 years that followed, hundreds of people in Styria were to be branded as witches and sorcerers, and put to death.

As a sign of his triumph over the Protestants, Archduke Ferdinand brought the Capuchins to Graz. He built a monastery, and appertaining to the monastery the Antoniuskirche on the site where the books had burned. The monastery closed in 1782, but the church remained, although it is no longer in use as a church. Today the monastery is home to the Styrian Museum of Folk Culture, and if you visit an exhibition you can catch a glimpse of the Baroque church interior from the organ loft.

The altarpiece was made in 1602 by the court painter, Pietro de Pomis. On it we see the Graz Schlossberg borne by angels, blessed by the risen Christ. And in the bottom right-hand corner is Ferdinand III, ruler of Inner Austria. He had his court in Graz and was a great champion of Catholicism before the Lord. He belonged to the Jesuits and, together with his ecclesiastical counterpart Martin Brenner, the consumptive, drooling prince-bishop of Seckau, suppressed any kind of freethinking impulse in the country.

Still visible today on the building opposite the theatre are the resplendent coats of arms of Ferdinand von Habsburg and his wife, Anna Maria of Bavaria. They recall the pomp with which the Habsburgs transformed the town into a noble city. 16 years after the Graz book-burning, the same Ferdinand would be crowned Emperor Ferdinand II and as such in 1618 would lead Europe into the madness and misery of the Thirty Years’ War.

‘History repeats itself – continually,’ says my companion, the tourist guide. He has taken me to the places on which Pietro de Pomis worked, and in particular Emperor Ferdinand’s mausoleum, which was built according to the court painter’s plans, opposite the Graz Burg and between the cathedral and its presbytery.

My companion is convinced that you can sense the history of a place, if you only have the antennae for it. Some bit of its history will always resonate: in the floor on which you are standing, in the buildings around you, in the people descended from those who once lived here. Some trace of their actions remains. Go into a converted building and you will notice it. You will feel the spirit of the barracks, even if there are flats there now; if you go into a kindergarten that was once an orphanage, the misery of those abandoned children will creep into the tips of your hair. History lies like a fine layer of dust over the buildings, streets, cities and districts.

Sounds a bit esoteric.

Sounds 100% esoteric; there is no method for measuring the resonances left by history. But if you walk through Graz and look carefully, you will notice that its history shines through: the book-burning of 1600, the burning of the synagogue in 1938, the expulsion of the Protestants, the witch trials and the expulsion of the beggars, the desire for law and order down to the smallest detail and the pledge to Nazi Germany in February 1938 – three weeks before the Austrian ‘Anschluss’. Yet there is also a history of opening up: once in the 19th century under Archduke Johann, who initiated many reforms; and an intellectual opening-up beginning in the late 60s with an influx of contemporary art into the city, its citizens and conservatives needled by the ‘steirischer herbst’ avant-garde art festival. In the 1970s, courageous citizens prevented a motorway from being built straight through the city centre. And in the 1990s, Graz declared itself a ‘City of Human Rights’. And this history can likewise be seen and felt in Graz.

And you will see that this city that opened up in the decades from 1970 to 2000 has in recent years been closing and narrowing itself again. Drug addicts, the unemployed and beggars are not welcome, are driven from public places with rules, regulations and laws. Using your phone on public transport is prohibited; padlocks attached to bridge railings by lovers declaring their love are removed with pliers and disposed of, supposedly due to construction statics; on the field by the Thalersee lake near Graz – a popular destination for family outings – Turkish and Kurdish families are no longer allowed to barbecue, because it annoys the locals; as well as the police, its streets are patrolled by a municipal force in terrible black uniforms (blackshirts). They are paid to stop cyclists from riding through the park along avenues wide enough for a lorry to drive down, because these avenues are reserved for pedestrians (and, after dusk falls, for small-time drug dealers, however by this time of day the patrol force has vanished). And these are all stories that you can witness in Graz.

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On the other side of the Mur, there is an area where Italian artists once had their lodgings; today, a strong Turkish and Bosnian minority lives there. Here too is the Church of St. Andrä, since its renovation in 2010 its exterior provides a stark contrast with the other churches in Graz. Names, phrases and words are painted in capitals and bright colours over its white walls: they include ‘Skepsis’ (scepticism), ‘don’t worry’ and ‘Blaues Wunder’ (blue wonder). ‘Musterknabe’ (golden boy) and ‘Rosinen Rosinen’ (raisins raisins) are written on the spire. Inside the church, further contemporary works stand in conflict with the Baroque: modern stained-glass windows, wild painting in a side chapel. ‘Dreadful,’ murmurs a woman, one of a group of tourists who are being shown the house of God by a tourist guide, who reverently names the Baroque masters but does not mention a single of the contemporary artists who address the theme of faith here.

I have a meeting scheduled with the priest, Father Hermann Glettler. There are already a few people sitting in his office: Beba, a photographer from southern Styria, and Henry, a Canadian media artist who has designed one of the stained-glass windows with an installation made up of seven monitors mounted in a row, showing a series of pictures. I am given coffee. The artists say goodbye. Hermann wants to dedicate some time to answering my questions. For instance: How does the freedom of art fit in with the Church?

He laughs. Let’s just say it’s a case of frictional energy. Yes, that’s fitting. Art has a vision that is different from the Church’s, Father Hermann thinks. And yet there is a lot of overlap. And perhaps especially the common aim to empower people towards their freedom. St. Paul says: ‘You were called to freedom’. Freedom in Jesus Christ. Which means: man finds freedom through the gospel. It is not subject to the law. Today we would say: You are not subject to the law of many demands or the perfect standards of life or all the things that we have today raised to a divine status: having to be high achievers or active or, as a theologist once put it, having to bend to the ‘tyranny of the successful life’. These many, many enslaving demands can be left behind, and despite all of these conditionalities there remains a joy in life – because you do not need to fear death. It does not have the last word.

And what about freedom of the heart?

In the Judaeo-Christian tradition, encounter is always the focus. Losing yourself in you. Just as in a human relationship, where the most intense moments are those when you have forgotten yourself. As long as you are constantly observing or coaching yourself, wondering how you can become happy with your holiday arrangements and so on, you are not completely within yourself. The most intense moments in this tradition are not to be sought in emptiness—as in the traditions of the Far East—but rather within you. This is true both of one’s relationships with people and one’s relationship with God.

In Hermann’s office a state of creative disorder reigns. Crates of pamphlets, his desk plastered with bits of paper. There’s a lot going on here. Hermann Glettler is not only the artists’ priest for Styria; his house is also the first point of contact for African Catholics in Graz and for immigrants who have settled here in the Gries district. A lively mix of people.

I say: ‘While I was looking into the freedom of the heart I came across the term “Trägheit des Herzens”, which translates literally as inertia of the heart, or “sloth”, and is commonly referred to as “laziness”. Sloth is one of the seven deadly sins. What’s the deal with sloth?’ I ask Hermann.

‘According to the Bible, man has a part in ensuring that creation flourishes,’ the priest explains. ‘He has a contribution to make. The sin of sloth translates into Latin as acedia, and it means that, with the idleness and non-development of his creative and communicative powers, man also becomes inwardly lazy and slothful and no longer plays his part in the flourishing of creation. Making the heart of this people fat, in the harsh words of the Old Testament. Which is generally a side effect of prosperity. No more aspiration, no more to do, instead one just wants to fritter away life having a good time or with endless consumerism. Acedia is the loss of aspiration.’ On the other hand, we live in an age where one section of the population works too much. No longer being able to leave something, or not being able to rest, is also a grave sin, I would say. Not being able to let anything be. You must prove yourself through activity. An exaggeration of homo faber, who can only have a sense of himself when active. This too is an aspect of acedia. A kind of hyperactive slothfulness.

We walk out. The next people arrive. ENKS, a painter from Ghana who has lived in Graz since 2003, brings one of his naive paintings, large-format, which is intended to adorn the outside of the presbytery. Anton Lederer from the gallery has come in order to examine the work, and four more people suddenly appear and stand in front of the picture, which is of high-rise buildings drawn in felt-tip with a ruler, a refugee boat on the sea and a street scene of an accident. Over it ENKS has written ‘Starke Steiermark’, strong Styria, and the words ‘Love Faith Hope’ in a speech bubble above the high-rise.

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The nice thing about the taller buildings in the east of the city is their view of the wooded hill in the middle of the city: the Schlossberg and the remains of the fortress, destroyed in 1809. The fortress must have been an impressive sight. And impregnable, too. The Ottomans couldn’t crack it in the 16th and 17th centuries; nor could the French troops at the beginning of the 19th century. Which is why Napoleon Bonaparte, following his victory over the Austrians in the Battle of Wagram, insisted the treaty should stipulate that the Graz fortress be razed. The bastions, ramparts, walls and buildings were—save for a few exceptions—blown up and removed, and the previously bare hill was planted with trees.

In 1810 another Bonaparte settled in Graz: Louis, Napoleon’s youngest brother, had abdicated the crown of Holland and had—no one knows why—chosen Graz as the place of his exile. On the way here he met Goethe, who described him as a subtle and sensitive contemporary. Louis Bonaparte bought a villa near the Rosenhain and, influenced by his encounter with Goethe, wrote his novel Marie, or The Trials of Love. Louis was sick with jealousy; his marriage with Hortense had failed. A sensitive melancholic, he led a reclusive life in his exile, and felt thoroughly at home in Graz. His favourite place in the city was the church of Maria Grün or, as it used to be called, Maria im Grünen, Mary in the Green. Today one still drives through jungle-like woodland to get to the church. A memorial stone commemorates the king in exile. His poem ‘Abschied von Graz’, Farewell to Graz, is mounted there – in French and German. Louis left Graz in 1814, when the Austrian emperor Franz allied himself with the Russians against Napoleon. Bonaparte’s poem begins with the verse:

Lebt wohl, ihr blühenden Gefilde,
Die oft mir meine Qual gestillt
Mit Ruheträumen mir so milde
Die wundenvolle Brust erfüllt!

(Farewell, you blossoming realm
That often eased my pain
And filled my wounded chest
So mildly with dreams of peace!)

If you draw a line between the Schlossberg and the church of Maria Grün, and from there stretch out a triangle to the east, you end up at the Graz regional hospital, where for a few years now the medical university has also been located. It is home to the heart specialists. The kind of doctors who do heart transplants, and the kind that calm the heart.

Professor Max Moser is an expert in the field of chronobiology and stress research. He has studied the stress levels of construction workers and demonstrated the healing effect that rhythmic exercises have on the human organism. Oriental mantras, for example—Om mani padme hum—intensify the recovery period; however, as his research using specially developed methods has demonstrated, the hexameter has an even greater calming effect on the body.

Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen Erlösung,
Die der Messias auf Erden in seiner Menschheit vollendet,
Und durch die er Adams Geschlechte die Liebe der Gottheit
Mit dem Blute des heiligen Bundes von neuem geschenkt hat.

(Sing, immortal soul, salvation of sinners,
which the Messiah has crowned on earth by his human existence
and by which he has given God’s love anew to Adam’s house
with the blood of the holy bond.)

And another finding that emerged using Maz Moser’s methods: there are hearts that function exactly in rhythm and whose heartbeats are as steady as the pounding of a punch press. These are the hearts of people who are ill or near death. By contrast, a healthy heart has a basic rhythm that continuously varies. Sometimes faster, sometimes slower: its curves cannot even be predicted with a ruler. A healthy heart does not have a completely even beat, but rather fluctuates around an average, says Professor Moser. A healthy heart does not march in step, A healthy heart dances.

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‘Did you like it?’ the singer asks me at the end of her performance. Artists always want to know how they were, whether or not they were any good. I’m the same. I agonise over every word. Every sentence could be wrong; every word could make me look like an idiot. I doubt the text, doubt that the words say what’s in my head. My thoughts seem to me to be coherent and true, and when I’m thinking them they strike me as beautiful (although this is in no way an essential criterion for thoughts). In the case of the text flowing from these thoughts, however, I am worried that it could produce ugly subtones like a creaky door. I switch the place and the time; I even get the narrative times in a muddle. Perhaps this leaping across dimensions liberates me from my doubts. ‘Doubt can make you stop’. I have already read too much and heard too much, known too much. I think of the world-famous authors who were in Graz and filled the city with their poetry: Brodsky, Handke, Pynchon, Herta Müller, Jelinek. I need to forget everything again in order to be able to move freely in text. I need to become a child, in order not to need to do anything. And yet I hope that people like my text; that it opens up spaces for those who read it, without the door creaking. And now she asks, ‘Did you like it?’

The mystics had always sought freedom of the heart in the moment, in ‘being fully there’, in awareness. This was what you could feel in this music; it had shone through in her performance. Even if the music critic, who had long since left the bar, was right in that she did not sing every note 100% in tune, for me this being in the here-and-now counted for more than the exact rendition of a musically correct vibration. I didn’t mention any of this to her, though. I just said, ‘Yeah, I thought it was great.’

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Graz has assumed many names for itself: World Cultural Heritage, City of Culture, City of Delight, with regards to tourism; Automotive City, Eco-City, in terms of the economy; Shopping City and City of Human Rights, in which the human right to beg has been made punishable by a fine. It is a rich city with a good lifestyle in the heart of Europe, and it is a city that restricts itself and its inhabitants unduly. So it is that Graz is sometimes at its most beautiful when it disappears under a blanket of cloud.

On dreary winter days, when Graz is covered with a layer of fog, it is an uplifting experience to take the cable car up to the top of the nearby Schöckl Mountain. 10 kilometres from the city, its high plateau looms 1445 m into the sky – high enough to leave the fog beneath you. If on such a foggy day you stand on the Schöckl and below you, at 1000m above sea level, the highflying fog spreads out over the Graz basin, while up here the sun shines down on your face, you feel like you are standing on a beach by the sea. You look out over a sea of clouds; on the horizon to the west and south, the mountains rise up. Absolute freedom.

 

Translated from German by Kate Howlett-Jones


Podcast read by Richard Wells

 

Kate Howlett-Jones was born in the UK in 1971. She graduated from Oxford University in 1993 with a Masters in French and Russian. She lives in Graz, Austria and works as a translator, cultural journalist and writer.